29. SEA Games 2017 in Kuala Lumpur

von Klaus Eschbach

  • 29. SEA Games 2017 in Kuala Lumpur

Ein verpasstes Großevent
Vor 14 Tagen traf ich Condo, den thailändischen Weltmeister aus Phuket auf dem Platz. Er erzählte mir, dass er in einer Woche nach Kuala Lumpur fliege zu den SEA Games und fragte mich, ob ich nicht mitkommen möchte.

Mitkommen gerne, aber das war dann doch etwas kurzfristig mit den Flügen usw. Außerdem ist in der Zeit Jaevs Sohn bei uns zu Gast – und er hat auch noch Geburtstag. Ein weiterer Grund, nicht nach Malaysia zu fliegen war, dass wir im November zur WM Frauen und Jugend mit dem thailändischen Team nach China reisen werden. Und die gemeinsame Deutschlandreise in diesem Jahr war wunderschön, aber extrem teuer. Also, habe ich schweren Herzens darauf verzichtet und jetzt ärgere ich mich. Warum?

Weil ich täglich von morgens bis abends im Fernsehen mitbekomme, was für eine tolle Sportveranstaltung wir verpassen. Zudem werde ich von Claude Azema und Nong, der thailändischen „Macherin”, täglich über alles was Pétanque betrifft, und was im Fernsehen bis jetzt noch nicht zu sehen war 🙁 , informiert. Das hat mich auf die Idee gebracht, von dem Event zu berichten. Und wenn es nur 10 Interessierte in Deutschland gibt, habe ich das gerne gemacht. Die Fotos in der Bildergalerie wurden mir von Claude Azema freundlicherweise zugeschicktüberlassen.

Außerdem, man sollte ruhig mal etwas über den Tellerrand, sprich Pétanque, hinausschauen.
Zuerst kurz etwas zur Geschichte der Südostasienspiele, die unter Olympischer Flagge laufen. Sie finden alle zwei Jahre statt. Am 22. Mai 1958, während der 3. Asienspiele in Tokio, beschlossen Vertreter Thailands, Burmas (Myanmar), der Föderation Malaya (Malaysia), Laos, Südvietnams und Kambodschas, einen südostasiatischen Sportverband zu gründen, um den Zusammenhalt in der Region zu stärken. Federführend war Laung Sukhumnaipradit, damals Vizepräsident des Thailändischen Olympischen Komitees.

Die ersten Southeast Asian Peninsular Games, an denen auch Singapur teilnahm, wurden 1959 in Bangkok abgehalten. 1977 stießen Indonesien und die Philippinen hinzu und der Name wurde in SouthEast Asian Games (SEA Games) geändert. Brunei wurde 1979 aufgenommen, Osttimor im Jahre 2003 bei den 22. Spielen.

In diesem Jahr, bei der 29. Ausgabe der SEA Games werden vom 14. – 30. August in 38 Disziplinen Medaillen Verteilt: von A wie Aquatics bis W wie Wushu. Der Ausrichter hat die Spiele werbemäßig hervorragend vorbereitet, für mich als Grafik-Designer ein Hingucker.

Für jede Sportart gibt es eine Abbildung mit dem Maskottchen Rimau, um den Geist der Spiele zu verkörpern. Für Kuala Lumpur 2017 ist das Maskottchen ein anmutiger und mächtiger malaiischer Tiger. Rimau ist gnädig, freundlich, wettbewerbsfähig und athletisch – Rimau ist ein echter Sportler.

Das Logo (oben unten links) basiert auf dem berühmten malaysischen Symbol, dem Wau-Bulan, eine Art Mond-Drachen und Synonym für die Ostküste des Landes. Anmutig, schön, mächtig und hoch oben, der Wau etabliert sich als etwas, das eindeutig die transzendente Kraft des Sports darstellt. Die Kombination von Streifen und Farbtönen in den Flaggenfarben der Teilnehmer soll in Kuala Lumpur 2017 Identität schaffen. Das Thema der Spiele ist Rising Together „zusammen aufsteigen“. Die Region hat einen langen Weg des Zusammenwachsens hinter sich. Es wird Zeit, gemeinsam für Frieden, Fortschritt und Wohlstand in Südostasien einzustehen. Kuala Lumpur 2017 wird ein wichtiger Meilenstein in der ASEAN-Region sein. Es sind auch die ersten SEA Games, bei denen gleichzeitig die ASEAN Para Games stattfinden.

Es gibt insgesamt 404 Goldmedaillen und entsprechend Silber und Bronze. Spitzenreiter ist Leichtatletik mit 45, gefolgt von den Schwimmwettbewerben mit 40. Den Radfahrern, der Gymnastik und dem Pencak Silak jeweils 20. Für Pétanque gibt es 7 Chancen Gold zu holen, im TaT, Doublette und Triplette jeweils für Mann und Frau und Doublette Mixte. Die Sportart mit den wenigsten Medaillen ist Polo, wo nur es nur einen Sieger gibt. Einige der Sportarten sind bei uns weniger oder gar nicht bekannt, deshalb am Ende des Berichtes ein paar Kurzinformationen.

In der Sparte Pétanque spielten alle 11 Teilnehmernationen in der Halle im Pudu Ulu Recreational Park. Wenn man die Ergebnisse betrachtet, muss man sagen, dass die Verfolger Thailand auf den Fersen bleiben. Für Thailand gab es diesmal nur zwei Goldmedaillen, 4 mal Silber und einmal Bronze. Sogar die erfolgsgewohnten Weltmeister-Frauen mussten sich in den Finals geschlagen geben. Dennoch bleibt, dank der letzten Goldmedaille im letzten Wettbewerb, Thailand auf Platz 1.

Männer
TaT
Muhamad Hafizuddin Mat Daud aus Malaysia besiege den Nachwuchsspieler Kiatkong Tanong, Jugendweltmeister 2013, aus Thailand, Platz 3 für Viuetnam und Kambodscha.

Doublette
Malaysia mit Saiful Bahri Musmin und Syed Akmal Fikri Syed Ali Gold vor Thailand mit Piyabut Chamchoi und Sunchai Chueanchuea. Platz 3 für Laos und Vietnam.

Triplette
Endlich Gold für Thailand: die Startruppe mit Samreang Sangsod, Thaloengkiat Phusa-at (Doppelweltmeister Tir), Thanakorn Sangkaew (Doppelweltmeister Jugend) und Suksan Piachan (Vizeweltmeister) vor Laos. Platz 3 für Malaysia und Kambodscha.

Frauen
TaT
Nguyễn Thị Thi, Vietnam, besiegte Uraiwan Hiranwong, ein thailändisches Nachwuchstalent. Platz 3 für Malaysia und Kambodscha.

Doublette
Gold für Cambodscha mit Ke Leng, Ouk Sreymom und Silber wieder mal für Thailand mit Pataratida Meepak unhd Weltmeisterin Phantipha Wongchuvej. Platz 3 für Vietnam und Laos.
Triplette
Die Überraschung: Laos wirft Thailand auf Platz 3 und siegt im Finale gegen Malaysia. Platz 3 Thailand und Vietnam.

Mixte
Gold für Thailand mit Aumpawan Suwannaphruk und Sarawut Sriboonpeng, Silber Kambodscha und Bronze für Malaysia und Laos.

Zum Schluss ein Blick auf die Abschlusstabelle. Thailand auf Platz 1 dank dem Mehr an Silber gegenüber Malaysia.

 

ASIAN BOULES SPORT CONFEDERATION – ABSC
Es wurde aber nicht nur Pétanque gwspielt, auch die Funktionäre btachten einiges zu Stande: die ASIAN BOULES SPORT CONFEDERATION – ABSC wurde gegründet. Damit ist wieder ein neuer Kontinentalverband für den gesamten Kugelsport entstanden. In Europa ist man derzeit ja auch in der Gründungsphase für die CESB, Confédération Européenne du Sport des Boules. Zumindest habe ich für Mike Pegg Entwürfe für das neue Logo gemacht. Neuer Präsident in Asien ist Ton Sri Mohamad Noor (Malaysia), Deputy President und Treasurer General Cheah Ban Cheng (Malaysia) und Generalsekretärin Suphonnat Lamlert (Nong) aus Thailand.

Ein besonderes Dankeschön an Claude Azema, Präsident der CMSB für die Zuesndung und freundliche Überlassung der Fotos in der Galerie.

Hier noch die versprochenen Infos für die vielleicht nicht so bekannten Sportarten.

Pencak Silat ist eine malaiische Kampfkunst mit über 800 Einzelstilen. Zentrum des Pencak Silat ist Indonesien, hier hat auch der PERSILAT, der Weltverband des Pencak Silat, seinen Sitz. Die Pencak Silat Union Deutschland ist die Dachorganisation in Deutschland.

Sepak Takraw ist eine Mannschaftssportart, bei der sich zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielern auf einem durch ein Netz geteilten Spielfeld gegenüberstehen. Ziel des Spiels ist es, den Flechtball mit den Füßen über das Netz auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte zu spielen und zu verhindern, dass Gleiches dem Gegner gelingt. Eine Mannschaft darf den Ball dreimal in Folge berühren, um ihn zurückzuspielen. Diese Sportart ist für mich ein absolutes Highlight – Akrobatik, Körperbeherrschung, Schnelligkeit! In Deutschland gibt es Vereine in Köln, Elmshorn, Berlin, Kielk, Bamberg, heidelberg und Hamburg, die dem Deutschen Sepaktakraw Verband angehören.

Flossenschwimmen gehört zu den Aquatics und st als Leistungssport die schnellste Möglichkeit, sich aus eigener Kraft im Wasser fortzubewegen. Mit Hilfe einer sogenannten Monoflosse aus Glasfiber, einer großen Einzelflosse, in der beide Füße fixiert sind, werden delphinähnliche Bewegungen ausgeführt und dabei Spitzengeschwindigkeiten von über 3 m/s erreicht. In Deutschland wird dieser Sport seit 2006 wird aus Gründen einer höheren Medienwirksamkeit offiziell als Finswimming bezeichnet, allerdings ohne größere Wirkung.

Muay Thai oder Thaiboxen ist eine Kampfkunst und der Nationalsport Thailands.
Das Muay Thai entwickelte sich aus traditionellen Kampfkünsten. Wenn Schwert und Speer unbrauchbar wurden, benutzte der Krieger seine Beine, Fäuste und Ellbogen zum Kämpfen. In Deutschland wird dieser Sport in über 100 Vereinene und Gyms angeboten, davon über 40 in NRW.

Taekwondo ist ein Kampfsport aus Korea. Die drei Silben des Namens stehen für Fußtechnik (tae), Handtechnik (kwon) und Weg (do). Obwohl es große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten gibt, unterscheidet sich Taekwando von diesen. Die Taekwondo-Technik ist auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt und die Fußtechniken dominieren deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten. In der Deutschen Taekwondo Union e.V., dem einzigen in Deutschland anerkannter Fachsportverband für olympisches Taekwondo, sind die LFV und Vereine in Deutschland organisiert

Wushu (Kriegskunst) ist eine Anfang der 1950er Jahre von der Regierung der Volksrepublik China anerkannte Zusammenstellung von einigen Formen der traditionellen chinesischen Kampfkünste und neu von einem Komitee erschaffenen Formen. Die Deutsche Wushu Federation e.V. (DWF) ist der offizielle deutsche Fachverband für modernes Wushu (in Deutschland vielfach unter dem Begriff Kung-Fu bekannt).

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