1. Bundesligaspieltag in Berlin

Kurzbericht mit Bildern

Die Boulefreunde Reinickendorf, ein kleiner, junger Verein Berlins, war der Austragungsclub des 1. Spieltages OST der Bundesliga 2008.

Hinter der Veranstaltung verbarg sich allerdings das gesammelte Engagement einer Person, der des Jürgen Jorg. Er war es, der in der Zeit der Ratlosigkeit das Heft in die Hand nahm und den Kontakt zum DPV eigenständig führte, den Spieltag nach Reinickendorf holen wollte und Berlin damit als Austragungsort retten wollte – in Berlin gab es keinen Verbandsvorstand und Ansprechpartner mehr – und die Planungen der weitgereisten Bouleclubs mussten dringendst durchgeführt werden.

Jürgen Jorg war der Motor, der – zumeist in vollkommener Eigenregie und gegen vielerlei Bedenken – die komplette Vorbereitung des Spieltags übernahm und damit für die Tegeler und Kreuzberger Boulisten ein quasi „Heimspiel“ sicherte.

Wir beim DPV nahmen diese Hilfe eines engagierten Boulisten gerne auf, in einer absoluten Krisensituation eines Landesfachverbandes zuzupacken und völlig unbürokratisch zu helfen.

Diese lange Vorrede war nötig – denn es war – trotz Randlage der Örtlichkeit, ein erfolgreicher und gut akzeptierter Spieltag und deshalb gilt unser aller Dank auch und vor allem Jürgen Jorg und seinen Helfern!

Auch meine nachmittäglich großen Bedenken betreffend Flutlicht erwiesen sich als unbegründet.

Danke, Jürgen!

Das kalte Wetter war leider nicht zu vermeiden, und hatte es auch dieses Jahr keinen eigentlichen Winter gegeben, so wurden die Spielerinnen und Spieler, Zuschauer und Offiziellen, an diesem Samstag wieder an die kalte Jahreszeit erinnert. Gefühlte Lufttemperatur: So um die Null Grad. Sie schien auch die Spiellaune und das Können mancher Spieler zu hemmen…

Danke auch dem Caterer und Restaurantbetreiber des Pegasus, welches angenehme Räumlichkeiten zum Aufwärmen bot und eine gute Verpflegung zu moderaten Preisen anbot. Einzig die Getränkeversorgung entsprach eher einer ‚Münchner Preisgestaltung‘.

Bild: Äußerst angenehmes, sauberes und gepflegtes Ambiente zum Aufwärmen und Speisen im „Pegasus“.

Zuschauer gab es wohl zwischen 50 und 100 (und damit mehr als letztes Jahr in Dessau) – aber bei diesem Wetter wäre auch ich (wenn ich ein Berliner wäre) kaum zum Zuschauen erschienen: Der Wind pfiff unangenehm und man musste froh sein, keinen Tropfen Regen abzubekommen. Dazu sorgte die vorhandene Luftfeuchte und Kälte in der Luft für ein typisches „Erkältungsgefühl danach“.

Schiedsrichter waren: Andrea Schirmer, Jan Pullmann, Jürgen Steep und Maria Szugs (siehe Bild), die Jury war mit Luigi Martinelli (Sportwart BFR), Jürgen Steep (Oberschiedsrichter) und Alexander Bauer (DPV) besetzt.

Bild unten: Joao Fernandes betreibt Öffentlichkeitsarbeit und erklärt einem jungen Kugelfan die einfachen Spielregeln des Pétanque – leider ist nicht dokumentiert, ob er dies in Babysprache, auf Deutsch oder Portugiesisch machte.

Seitlich vom Reinickendorfer Rathaus wurde gespielt.

Der Boden war gut präpariert und abgespannt.

Die Spiele:

Kreuzberg:

Kreuzberg unterlag Club Bouliste mit 2:3. Auslöser dafür war ein Fehlstart:
Nachdem auch das zweite Triplette mit 12:13 verloren war, benötigte
CBB nur mehr eine starke Doublettepartie, um den ersten Bundesligasieg
einzufahren. Kreuzberg in Not – so kann man die Begegnung gegen Hannover
zusammenfassen. Der Ausfall Christian Hempels ab der zweiten Runde, und das
Fehlen von erfahrenen Spielern wie z.B. René Fitsche machten sich schmerzlich
bemerkbar. Nach den Eindrücken der ersten beiden Begegnungen erreichte
nur Zeki Engin Bundesligaform. Sie werden sich erheblich steigern müssen, um nicht nach den nächsten drei Runden in Hannover als aussichtsreichster Abstiegskandidat zu gelten. 

CBB – Tegel:

Kein Team setzte an diesem Tag in Reinickendorf mehr Spieler ein als die Tegeler.
Knapper 3:2 Sieg gegen Kreuzberg und eindrucksvoller 4:1 Sieg gegen Neuling Tromm machten die Tegeler zu den erfolgreichsten Bundesligaaufsteigern
2008. Die hohe 1:4 Niederlage gegen Hamburg war – besonders von den Doublettespielen her beurteilt, überflüssig – je später der Abend, desto deutlicher gaben sie die Spiele ab. Woran lags?                                 
Mit der an diesem Tag gezeigten Gesamtleistung könnten sie die Klasse auch locker halten können.

Hannover:

Hannover musste von Anfang an auf EM-Spieler Mahmut Tufan verzichten.
Filip Wätjen, junger Nachwuchsspieler bei Odin, wirkte zu Anfangs bei seinem ersten großen Auftritt nervös. Eine erlittene Fanny gegen Lützelsachsen im Triplette beantworteten die Hannoveraner mit ebensolch deutlichen zwei 13:1 Ergebnissen gegen die Weinheimer. Das reichte zum 3:2 Erfolg. Gegen Kreuzberg spielte sich das Team in eine gute Form.
Zwar stand es noch nach den Triplettes 1:1 unentscheiden, jedoch drehten
die Niedersachsen danach richtig gut auf und ließen hier durchblicken,
dass sie Titelambitionen haben. Besonders positiv: Schnörkellose, konsequente
Spielart, kein Lamentieren, Professionalität, sehr gute Integration des
neuen jungen Spielers, so dass Filip ab der Doubletterunde sein Talent auch
druckfrei zeigen konnte.
Prämiere bei den ansonsten überzeugenden Jan Garner, Laura Makowski und
Sascha von Pless, die in der abschließenden Triplettepartie gegen Tromm – mit Daniel Reichert, Nicole und Stefan Schulz, eine Fanny hinnehmen mussten. Dennoch reichte es dank Teamstärke in der Endabrechnung zu einem 3:2 Sieg. 

Lützelsachsen:

Sie hatten von Beginn an ein schweres Programm. Zuerst gegen Vizemeister Hannover (ein 2:3). Anschließend ging es gegen den Dritten von 2007, Hamburg: Dort mussten die Badener einer 0:2 Schlappe aus den Triplettebegegnungen hinterherlaufen.                                       
Die verpatzte Begegnung gegen die Hanseaten (1:4) führte folglich auch zu einer Krisensitzung. Fehlstart (0:2, 3:7) in die erste Bundesligasaison – allerdings gegen sehr starke Teams. Ihren Frust spielten sich die Süddeutschen gegen Kreuzberg von der Seele (4:1).

Hamburg:

Die Hamburger mussten auch einige Stammspieler ersetzen.
So setzte es gleich zu Beginn gegen Aufsteiger Tromm zwei Triplette-Niederlagen.
Die Hanseaten machten ihren Fehlstart zu Beginn gegen Tromm sogleich im darauf folgenden Spiel gegen Lützelsachsen gut: Der 4:1 Sieg war verdient.   
Die Triplettes gegen Club Bouliste führten etwas glücklich zu einem 1:1 (ein 13:12). Jedoch zeigte sich spät abends in den Doubletten, dass der Wille zum Sieg deutlich größer schien als auf Seiten der Tegeler (39:10 Spielpunkte der Doublette-Runde!). Beeindruckend!         

Tromm:

Starker Beginn der Südhessen. Hamburg wurde mit 3:2 überrascht.
Gegen Mitaufsteiger Tegel-Berlin sollte nach Tonis Angaben schon ein Sieg her, den man gegen Hamburg so ja nicht unbedingt vorausgesetzt hatte. Nun kam es genau umgekehrt: Triplette Klaus Mohr, Jörg Born, Fahreddin Hass erlitt in Rekord-verdächtiger Zeit gegen die Nordberliner Boris Tsuroupa, Gérard Begué und Siegbert Nagel eine Fanny.     
Als auch die zweite Triplette verlor, war die Niederlage kaum noch abzuwenden (Endstand: 1:4).
Die Herrentriplette verlor ihr Spiel gegen Hannover, während die Mixte
(Schulz, Schulz, Reichert) für einen überraschenden Sieg mit Fanny gesorgt hatte. Insgesamt reichte es nicht zum Sieg gegen Hannover (2:3).
In der Endabrechnung aber können die Trommer mit dem 1:2 Ergebnis durchaus zufrieden sein und nach den gezeigten Leistungen nach Vorne blicken.

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