Der „Olympic Day“ soll an die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees vom 23. Juni 1894 erinnern. Vom Kap der guten Hoffnung bis Skandinavien, von Kanada bis Australien, feiern in über 130 Nationen an diesem Tag Millionen von Menschen den Erhalt der olympischen Werte. Die jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees werden hierzu durch das IOC aufgerufen. Die Deutsche Olympische Akademie richtet den Olympic Day in Deutschland im Auftrag des DOSB aus.

Der Olympic Day verbindet Sport, Bewegung und Begegnung mit den olympischen Werten. Menschen aller Altersgruppen können auf der Grundlage des Leitbildes „Move“ (Bewegen), „Learn“ (Lernen) und „Discover“ (Entdecken) eine umfangreiche Palette an Sportarten kennenlernen, dabei auch Stars aus dem internationalen Sport treffen – und, ganz wichtig: mitmachen! Über 3200 Teilnehmer/innen nahmen das Angebot in diesem Jahr wahr. Der DPV und die Deutsche Pétanque Jugend beteiligten sich nun schon zum dritten mal mit einem Aktionsstand auf dem Dach des „Deutschen Sport & Olympia Museum“ in Köln.

Pétanque direkt neben Volleyball, Lacrosse und Rollstuhlbasketball – eine große Chance unseren schönen Sport zu präsentieren und damit für viel Spaß bei den Schülerinnen und Schülern aber auch bei deren Lehrerkräften zu sorgen.

Zum Einen konnte ausprobiert werden aus einer Entfernung von 6 Metern Juniorkugeln in eine der 5 Öffnungen des Zielkastens zu „legen“, zum Anderen konnte aus 4 Meter Entfernung versucht werden, Crossboccia-Säckchen in einen Ziel-Eimer zu „werfen“.  Aus sicherheitstechnischen Gründen – und um den Kunstrasen auf dem Dach zu schonen – durften keine Wettkampfkugeln eingesetzt werden. So wurde angeboten Indoorkugeln, Stoffsäckchen und Juniorkugeln auszuprobieren. Kerstin Lisner, Jan Mensing und Dirk Beckschulte erklärten die Wurftechniken, gaben Tipps, wie die Ziele leichter erreicht werden können und waren Schiedsrichter bei den „Wettkämpfen“ unter den Lehrern.

Bei aller Neugier und allem Eifer der Kinder und Jugendlichen waren es jedoch eher die Lehrkräfte, deren Interesse geweckt wurde. Sie nahmen eine ganze Reihe von Anregungen mit, wie sich verschiedene Spielformen mit ein wenig Fantasie hervorragend in den Unterricht, in Projekte und AGs oder in die Pausengestaltung einbinden lassen. Zudem bietet das Spiel mit den Kugeln letztlich, genau wie der Pétanque-Sport insgesamt, die Chance, all jene mitzunehmen, für die viele leistungsbezogene Sportarten nicht mehr in Frage kommen, darüber hinaus die olympischen Werte zu vermitteln oder einfach einmal Neues zu entdecken.

Vom 21. – 24. Juni 2019 war die dpj mit zwei Teams zum Internationalen Jugendturnier in Valence Frankreich. Mit Sarah Caliebe, Mercedes Lehner und Tatjana Löffler sowie Quentin Nitsch, Justin Neu und Fabio Trampler waren jeweils drei Mädels und drei Jungs am Start. Begleitet wurden sie von Stefanie Schwarzbach und Martin Kuball. Nach einer bis zu annähernd 14-stündigen Anfahrt erreichten wir um 20:00 Uhr unser Ziel. Das Terrain wurde kurz erkundet und im Anschluss gemeinsam gegessen.

Von Martin Kuball

Am Samstag fand das Einladungsturnier geschlechtergetrennt statt. Neben den Teams aus Frankreich, waren England, Spanien und Monaco anwesend. Die ersten Spiele fielen den jungen Teams schwer und gingen beide leider verloren. Aber danach zeigten wir, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Die Damen belegten nach den beiden Französischen Teams den Dritten Platz und konnten im Turnierverlauf sogar gegen die Junioren aus Frankreich gewinnen.

Die Herren schlugen neben den lokalen Teams auch den Europameister aus Monaco. Die Spiele gegen Spanien und ein weiteres lokales Team gingen bei 6:7 und 4:5 jeweils gegen die Zeit verloren. Im letzten Spiel gegen Frankreich fehlte nach sechs Spielen die Kraft um noch dagegen zu halten.

Parallel dazu fand eine Lege/Schieß Wettbewerb statt. Mercedes konnte sich bis ins Halbfinale vorkämpfen und musste sich dann knapp der französischen Vertreterin geschlagen geben. Das Finale bestritten die jungen Damen aus dem Pétanque-Mutterland dann unter sich.

Justin zeigte ebenfalls sein Können und qualifizierte sich fürs Finale. Auch hier hieß der Gegner Frankreich. Nach den Lege Ateliers stand es 6:5, nach der 7 Meter Schuss Übung führte Frankreich 7:8. Erst auf neun Metern musste die Entscheidung kommen. Leider konnte Justin nur einen Treffer landen. Nach einem Loch von Frankreich, erzielte der Franzose den entscheidenen Treffer zum 9:8. Justin und Mercedes konnten eindrucksvoll zeigen das wir nach Frankreich zweimal sicher auf Platz zwei stehen.

Der Tag endete mit einem dritten Platz und einem fünften für die Jungs.

Am zweiten Tag fand dann das offene Jugendturnier statt. Tatjana und Mercedes spielten nun mit Quentin, das zweite Team stellten Sarah, Fabio und Justin. Erstere begannen stark gegen eine französische Mannschaft, die mit viel Respekt in das Spiel kam. Die jungen Deutschen gingen hoch in Führung, mussten aber letztlich doch eine 12:13-Niederlage hinnehmen. Auch die nächsten Gegner waren kein leichter Brocken, nach einem durchweg ausgeglichenen Spiel zogen wir auch hier den kürzeren. Letztlich sahen wir diesen Gegner später im Finale gegen Frankreich wieder. Nach der Mittagspause ging es um 15h in die Dritte Partie, auch hier spielten wir gut mit. Trotz der immer wieder von uns gebrachten vier bis fünf Kugeln, konnten auch dieses Spiel am Ende gegen dieses schussstarke Team nicht gewonnen werden.

Team 2 erwischte am Anfang ein Freilos und war zum Zuschauen eingeladen. Sichtlich motiviert ging es gegen den Gewinner des anderen Poulespiel. Eine sehr ausgeglichene Partie mit zum Teil herausragendem Leistungen beider Teams, brachte uns am Ende eine 9:13 Niederlage. Trotz dieses Fehlstarts gingen wir motiviert in die Barrage, schnell konnten wir 7:0 führen, doch durch einige leichte Fehler brachten wir das andere Team zurück, bis dann um 12 Uhr der Abpfiff zum Mittag kam. Mit einem 7:7 gingen wir ungewohnt in eine 2 Stündige Pause. Um 13:20 musste Justin ins Tireur Finale und direkt danach zurück ins Spiel. Trotz der Unterbrechung waren wir konzentriert und konnten letztlich 13:10 gewinnen. Damit war das A-Turnier gesichert.

Hier war der erste Gegner Monaco, diesmal die Damenmannschaft. Wir hielten unser hohes Spielniveau und konnten deutlich mit 13:5 gewinnen. Im Anschluss stand Spanien als Gegner fest und damit eine Revanche für die Niederlage am Vortag gegen die Zeit.

Wir waren hoch konzentriert, beim Stand von 10:0 hatten wir einen Schuss auf 10 Meter für Schluss, leider eine Loch, danach kamen die Spanier nochmal, aber nach zwei verlorenen Aufnahmen machten wir die fehlenden Punkte zum Einzug ins Halbfinale.

Hier waren neben der dem Nationalteam aus Frankreich unser Poulegegner und der Poulegegner des anderen Deutschen Teams. Wieder bekamen wir die Französische Nationalmannschaft. Auch hier war der Plan eine Revanche für den Vortag, doch vor der großen Kulisse zeigten wir abermals Respekt, nach dem 0:7 nach zwei Aufnahmen kamen dann auch noch die Schiedsrichter auf den Platz und zogen alle Kugeln ein. Materialprobe, wie im letzten Jahr waren wir wieder dran. Nach der 15 minütigen Untersuchung ging es ohne Beanstandungen weiter. Wir waren jetzt wesentlich präsenter, nach vier Palets stand es nun 4:7. Die nächsten Aufnahmen spielten wir mit, doch letztlich reichen auf Dauer vier Kugeln nicht um gegen Frankreich zu gewinnen.

Das Resümee aus dem Wochenende in Frankreich. Wir waren in vier von fünf Wettbewerben hinter Frankreich jeweils auf dem zweiten Platz. Der Spirit im Team war bestens, Konzentration und der Wille zum Sieg auf dem Platz und in den Pausen Zeit für Spaß und Gute Laune. Hierauf lässt sich aufbauen und wir freuen uns auf das nächste Turnier.

Drei Espoirs-Kaderspieler schickte der DPV zum qualitativ – ebenso wie mit über 200 Teams quantitativ – anspruchsvoll besetzten Turnier ins französische Pont-á-Mousson. Für die beiden bereits international erfahrenen Spieler Marco Kowalski (Vize-Europameister Espoirs 2017) und Sebastian Junique (Jugend WM-Teilnehmer 2017) ging es gemeinsam mit Ron Reinert (Newcomer aus BaWü) um eine Standortbestimmung des Leistungsstandes im internationalem Umfeld. In Begleitung von DPV-Coach Daniel Dias ging es hier in ein Starterfeld, bei dem die schwächeren Teams diejenigen mit einer Treffer- und Lege-Quote unter 60% sind. Im DPV-Nationaldress und in Trainerbegleitung waren die drei jungen Spieler natürlich ein Eye-Catcher, trotzdem alle Equipes in einheitlichen Trikots angetreten sind und sich sehr sportlich präsentierten. Und so zeigten sich alle Gegner sehr fair dem Espoirsteam gegenüber,  auch wenn es selbstverständlich jeweils ein besonderes Anliegen war, eine „Equipe Nationale“ zu besiegen.
 
Die DPV-Mannschaft startete recht sicher in den Poule des Wettkampfs. Mit einem souveränen 13:6 besiegten sie im ersten Spiel ein Mixte-Team, das in seiner spielerischen Qualität alles andere als „Kanonenfutter“ war. Das klare Ergebnis spiegelt den Verlauf der Begegnung nicht angemessen wider. In der zweiten Partie gelingt es unserer Mannschaft hingegen nicht, das Spiel zu dominieren. Es waren wenige, aber entscheidende Fehler, die hier für eine Niederlage sorgten – und im Anschluss detailliert besprochen wurden. In der Barrage traf man anschließend auf einen Gegner, der seine Taktik fast ausschließlich auf die gelegten Kugeln aufbaute. Der Umgang mit unterschiedlichen Strategien war im Nachgang dieser leider ebenfalls verlorenen Partie ein zentrales Thema zwischen Coach und Spielern. 
 
Für die DPV-Espoirs ging es nun weiter im Begleit-Turnier. Das Feld war hier nur unwesentlich schwächer besetzt, aber die ausführlichen Gespräche zum Verlauf der ersten drei Partien und die Motivation einen starken Auftritt hinzulegen,  ließen das Team zusammenwachsen. Mit gestärktem Selbstbewusstsein und besserem Verständnis füreinander gewannen Marco, Ron und Sebastian die folgenden beiden Begegnungen des ersten Tages.
 
Tag zwei des B-Turniers startete mit dem 8tel-Finale für das DPV-Team im Carré d’Honneur, auf einem Boden, der wie für die drei Jungs geschaffen schien. Aber das, was das Spielfeld als Erleichterung bot, wurde durch eine Reihe interessierter und fachkundiger Zuschauer erschwert. Man spürte schon ein gesundes Maß an Anspannung bei unseren jungen Akteuren. Der Gegner in diesem ersten Spiel war eine routinierte Mannschaft, die zwischen ihren Aktionen nicht viel miteinander reden musste. Sehr solide stellten sie sich den DPV-Spielern entgegen, die aber durch sauber gelegte Kugeln und sichere Treffer den Sieg einfahren konnten – und damit das Ticket fürs Viertelfinale lösten.
 
Hier trafen Marco als Vorleger, Ron in der Mitte und Sebastian als Schießer auf einen sehr Carreaux-freudigen Gegner. Wieder eine ganz neue Taktik, dass auf jede Kugel, die sich im Umkreis von max. 40 cm der Zielkugel findet, geschossen wurde. Eine hohe Trefferquote der Franzosen sorgte schnell für einen 1:9-Rückstand aus deutscher Sicht. Nach Intervention des Coaches wurde nun gedreht, Ron legte vor, Sebastian ging in die Mitte und Marco wechselte auf die Schießer-Position. Zunächst machten die Gegner zwei weitere Punkte zum 1:11. Ab dann lief es allerdings sehr viel besser für das Nationalteam, aber der Gegner spielte natürlich auch noch mit, so, dass große Aufnahmen mit vielen Punkten nicht erzielt werden konnten. Marco Kowalski legte hierbei eine beeindruckende Serie hin: 5 Aufnahmen ohne Fehlschuss und mit vielen Carreaux. Stück für Stück kamen die Deutschen heran. Beim Stand von 8:11 gab es sogar die Chance, mit drei gelungenen Kugeln die Partie für uns zu entscheiden – hier leider das erste Loch von Marco, und auch beim Nachschiessen keine Treffer, nunmehr hieß es 9:11. Zwei satte Treffer der Gegner – davon ein SurPlace – sowie ein Fehlschuss zunächst auf eine Kugel unsererseits und schließlich auch auf die Zielkugel, sorgten in der nächsten Aufnahme für ein jähes Ende der Partie.
Die DPV-Espoirs verabschiedeten sich mit 9:13 aus dem Turnier, waren aber im Verlaufe der zweiten Hälfte dieses Spiels sehr gewachsen und – genau wie ihr Coach – nicht unzufrieden mit dem Gesamtergebnis. Auch die Reaktionen des Publikums bestätigten, dass sich Marco, Ron und Sebastian hier gut verkauft hatten.
 
Für die Bundestrainer des DPV sind solche Exkursionen wichtige Entscheidungshilfen, wenn es um die Team-Bildung für große, internationale Einsätze geht. Daniel Dias hat für den Espoir Kader und in Hinblick auf anstehende Nominierungen für die EM im Oktober wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Er bewertete aber auch Kriterien jenseits der Wettkampf-Felder. „Natürlich achten wir darauf – und besprechen das auch im Vorfeld – wie die DPV-Vertreter insgesamt bei solchen Turnieren auftreten“, so Dias. „Und hier bin ich sehr zufrieden mit einem extrem höflichen, eloquenten und seriösen Bild, das die drei jungen DPV-Kaderspieler über den gesamten Zeitraum abgegeben haben.“

Die Deutsche Meisterschaft Triplette 2019 war ein ganz besonderes Ereignis, nicht zuletzt hat die traumhafte Kulisse des Kurparks in Bad Pyrmont hierzu wesentlich beigetragen. Die ursprüngliche Idee, Pétanque-Wettbewerbe auf diesem Niveau in diesem besonderen Umfeld zu veranstalten, kam von Heike und Gerd Hahlbrock, beide begeisterte Pétanque-Sportler. Christoph Roderig hat den Eheleuten in diesem Zusammenhang ein paar Fragen gestellt, deren Antworten vielleicht für den oder die eine oder andere eine Motivation sein können, selbst einmal solch ein Event im öffentlichen Raum auf den Weg zu bringen.

Gerd und Heike Hahlbrock

CR: Liebe Heike, wann seid Ihr zum ersten Mal auf die Idee gekommen, Meisterschaften im Kurpark von Bad Pyrmont durchzuführen – und was waren dann Eure ersten Schritte?

HH: Bei einem Spaziergang in Bad Pyrmont im Jahr 2015 ist diese Idee geboren. Gerd scannt jede Umgebung gerne nach möglichen Pétanqueplätzen und sein Ausspruch: „Hier könnte man auch gut spielen“ ist mittlerweile zu einem geflügelten Wort bei uns geworden. Dieses Mal ließ ihn die Idee nicht los und so nahmen wir Kontakt mit dem Staatsbad Pyrmont auf, das für dieses Gelände zuständig ist. Wir haben versucht, die Vorteile für die Stadt Bad Pyrmont herauszustellen und die Vision gemalt, dass sich Bad Pyrmont zunächst landesweit und später vielleicht mal bundesweit in der Pétanque-Szene bekannt machen könnte. Wir haben angeboten, unser Know-How und unsere tatkräftige Unterstützung bei der Ausrichtung eines großen Pétanque-Events zur Verfügung zu stellen – und sind offene Türen eingelaufen. Man war schnell bereit, uns kostenfrei Kurparkgelände und vorhandenes Equipment zur Verfügung zu stellen.

© heinz-zabel.de

CR: Nachdem die richtigen Ansprechpartner gefunden waren, wie umfangreich waren dann die jeweiligen persönlichen Kontakte auf dem Weg zum ersten Wettbewerb?

HH: Eigentlich ziemlich überschaubar. Wir hatten drei Treffen mit der Kurparkleitung und Gerd hat sich zweimal mit dem Kurparkmeister und dem technischen Leiter besprochen.

CR: Die Deutschen Meisterschaften Triplette waren nicht das erste Pétanque-Event im Kurpark, das Ihr durchgeführt habt – welche Veranstaltungen waren das im Vorfeld und wie war bei diesen der Zuspruch des Pétanque-unkundigen Laufpublikums?

GH: In den Jahren 2016, 2017 und 2018 fanden die Doublette-Landesmeisterschaften im Kurpark statt. Die erste LM haben wir am Rande der „Landpartie“ durchgeführt. Dies ist ein Gartenfestival, das zumeist im Umfeld von Schlössern oder Gutshöfen in dieser Region durchgeführt wird. Hier hat sich das Publikum der Landpartie mit den pétanqueinteressierten Kurparkgästen gemischt. In den Jahren 2017 und 2018 sind die Teilnehmerzahlen der Landesmeisterschaften Doublette so in die Höhe geschnellt, dass unser Platzbedarf nicht mehr mit einem derartigen Parallel-Event vereinbar war.

In Niedersachsen sind die Landesmeisterschaften offene Turniere, für die es keine Teilnehmerbegrenzung gibt. Mit über 200 gemeldeten Teams im Jahr 2018 wurde hier ein Rekord aufgestellt. Die interessierten Kurparkgäste und die Pétanquespieler sind sehr rücksichtsvoll miteinander umgegangen. Vorsichtiges Fragen auf der einen Seite und geduldiges Antworten auf der anderen Seite prägten zumeist das Bild. Ein auf das Spielfeld verirrter Kurgast wurde i. d. R. von den umstehenden Zuschauern „eingefangen“ und mit den nötigen Informationen versorgt.

CR: Auf welche Art und in welchem Umfang hat der NPV Unterstützung im Vorfeld der DM 2019 Triplette geleistet?

GH: Der NPV hat entscheidend zur Verwirklichung beigetragen. Zum Einen in Person von Detlef Koch – dem NPV-Vize-Präsident-Sport. Er war unser Hauptansprechpartner beim NPV, Mitorganisator und die Schnittstelle sowohl zum DPV als auch zur NADA. Darüber hinaus musste die Frage des Veranstalters geklärt sein. Heike und ich sind in dieses Projekt von Anfang an als Privatpersonen eingestiegen. Die rechtliche und versicherungstechnische Basis hat der NPV geschaffen, in dem er den Part des Veranstalters übernommen hat. Dieses wurde in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Staatsbad Pyrmont geregelt und vertraglich festgeschrieben. Ohne den NPV hätte die DM in Bad Pyrmont nicht stattfinden können. Anderen Orts könnte diesen Part auch ein eingetragener Verein übernehmen.

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CR: Was sind die drei wichtigsten Kriterien, die erfüllt sein müssen, um einen Pétanque-Wettbewerb an einem solchen Ort auf die Beine zu stellen?

HH: Gute Organisationspläne – denn keiner der Involvierten hat seinen Wohnsitz in Bad Pyrmont.

Ein kurzer Dienstweg, sprich: Kommunikation mit den richtigen Leuten an der richtigen Stelle.

Und natürlich einige bereitwillige Helfer, die Gerd beim Platzbau und Rückbau helfen.

CR: Welches dieser drei Kriterien ist das Wichtigste?

HH: Der kurze Dienstweg.

CR: Und warum ist dieses Kriterium das Wichtigste?

HH: Die Effektivität der Gespräche und Telefonate ist am höchsten, wenn man für den jeweiligen Fachbereich den richtigen Ansprechpartner hat, der dann auch eigenverantwortlich handeln kann: der Kurparkmeister, der am Besten weiß, welche Flächen betreten, befahren und genutzt werden dürfen und welche nicht. Der Cheftechniker, der Stromanschlüsse, Flutlicht und Pavillons genau an der Stelle aufbauen lässt, wo sie im Turnier benötigt werden. Die Verwaltungsfachkraft, die u. a. dafür sorgt, dass wir alle Schlüssel rechtzeitig erhalten. Und die Handy-Nummer des Wochenenddienst-Habenden, den man im Notfall anrufen kann, wenn – wie am vergangenen Wochenende geschehen – z. B. die große Wasserfontäne abgeschaltet werden muss, da stärkerer Wind dazu führte, dass die Spieler auf bestimmten Bahnen im Feuchtnebel spielten. Und nicht zu vergessen beim NPV der kurze Dienstweg über Detlef Koch und Wilfried Falke.

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CR: Möchtet Ihr noch etwas loswerden, wonach ich bis jetzt noch nicht gefragt habe?

GH: Ja, gerne. Wir alle haben ein Turnier in einem wunderschönen Ambiente genossen. In diesem Zusammenhang im Namen aller Ausrichter ein Appell an die Athleten künftiger Deutschen Meisterschaften: Bitte würdigt ehrenamtliches Engagement und so ein Ambiente, indem die Parks resp. die Spielstätten so verlassen werden, wie sie vom Ausrichter zur Verfügung gestellt wurden. Trotz anfänglichem Appell, die zahlreich aufgestellten Abfallbehältnisse bitte zu nutzen – insbesondere auch für Zigarettenkippen – hat die Säuberung der Anlage viel Zeit gekostet. Ansonsten freuen wir uns, wenn dieses Modell auch in anderen Bundesländern, Städten oder Parks Anhänger findet und greifen kann. Für einen weitergehenden Erfahrungsaustausch kann man uns gerne kontaktieren.

CR: Herzlichen Dank an Euch beide für Eure Leistung zur DM Triplette 2019 und für dieses informative Gespräch. Eure Kontakt-Daten finden sich auf der Homepage des Niedersächsischen Pétanque Verbandes.

Es war ein rauschendes Pétanque-Festival, das der Niedersächsische Pétanque-Verband zu seinem 30sten Jubiläum als Veranstalter der Deutschen Meisterschaft Triplette 2019 auf die Beine gestellt hatte. In der wundervollen Umgebung des Kurparks von Bad Pyrmont stimmte einfach alles. Die sauber abgesteckten Wettkampf-Felder auf den langen Alleen und großzügigen Plätzen – in dem sehr gepflegten Ambiente des Parks – ließen keine Wünsche übrig. Die Verpflegung der Teilnehmer, Gäste und Zuschauer durch einen professionellen Catering-Service war ausgezeichnet und preiswert – und die Organisation durch das bewährte DM-Team des Deutschen Pétanque Verbandes, rund um Alfons Schulze-Niehues, ist ohnehin längst legendär.

Die Deutschen Meister Triplette 2019: Florian Korsch, Robin Stentenbach und Moritz Rosik (v.l.n.r.)

Und wenn das „Drumherum“ stimmt steigert dies auch die technische Qualität der Spiele. Je wohler sich die Teilnehmer fühlen, umso konzentrierter und ehrgeiziger gehen sie offensichtlich in die Partien. Ab dem 8tel-Finale spätestens bot sich den Zuschauern Pétanque-Sport vom Allerfeinsten. Auch wenn die eine oder andere „Fanny“ verteilt wurde, sagt das nichts über die brillanten Kugeln und Spielzüge beider Mannschaften aus.

BaWü 5 schlug hier NRW 12 mit 13:8, NRW 6 (die späteren Deutschen Meister) siegten über Berlin 1 (rund um Boris Tsourupa, den amtierenden Deutschen Meister Doublette) mit 13:6, Saar 5 (mit dem jungen Nationalspieler Leon Gotha-Jecle) besiegte NRW 5 mit 13:5, NRW 9 unterlag BaWü 2 mit 7:13, Hessen 6 musste sich NRW 2 (den Titelverteidigern aus 2018) mit 11:13 geschlagen geben, BaWü 13 (die späteren Finalisten) siegten über BaWü 01 (Lara und Sascha Koch mit Jannik Schaake) mit 13:0, NRW 8 unterlag Hessen 1 mit 5:13 und Hessen 5 besiegte haarscharf Hessen 4 mit 13:12.

Alle Ergebnisse mit allen Namen der SpielerInnen (auch zum B-Turnier) finden sich hier.

Bilder aller Finalisten finden sich hier.

Die Vize-Meister Triplette 2019: Tobias Fehrenbach, Sönke Backens und Matthias Laukart.

Im 4tel-Finale wurde dann schnell deutlich, wer um den Einzug in das Finale weiterkämpfen würde.

NRW 6 schlägt Bawü 5 mit 13:5, Saar 5 (Leon Gotha-Jecle) besiegt BaWü 2 gar mit 13:0, NRW 2 (Titelverteidiger) unterliegt BaWü 13 mit 8:13 und Hessen 5 schlägt Hessen 1 mit 13:4.

Bereits ab dem 16tel-Finale der Deutschen Meisterschaft am frühen Morgen wurden einzelne Partien live auf der DPV-Internetseite übertragen. Hier lag die Zahl der Zuschauer, die zuhause vor den Monitoren mitfieberten zwischenzeitlich schon deutlich über 250. Das sollte sich im weiteren Verlauf des Turniers noch steigern.

Das DM-Team des DPV, Meico Meyer-Kirschner, Christine Arndt und Alfons Schulze-Niehues, hatte zu jeder Zeit organisatorisch alles bestens im Griff!

Im Halbfinale kam dann das Team Saar 5 mit Maurice Racz, Christoph Fisch und Leon Gotha-Jecle gegen die späteren Deutschen Meister „unter die Räder“. Mit 0:13 und vorübergehend hängenden Schultern durften sie den Platz verlassen. Trotzdem eine tolle Leistung, insbesondere der sehr jungen Spieler Maurice und Leon – einen 3. Platz bei Deutschen Meisterschaften muss man erstmal erreichen!

Im zweiten Halbfinale kämpfte Hessen 5 mit Christian Birk, Peter Weise und Partric Fisch gegen die späteren Vize-Meister um den Einzug ins Finale. Die beiden Teams waren für lange Zeit auf Augenhöhe unterwegs. Gut gelegten Kugeln folgten präzise Treffer, am Ende zog aber die Mannschaft von Sönke Backens vorbei und löste mit einem 13:8-Sieg das Ticket in das Finale.

Und dieses Finale hatte es in sich. Vor allen Dingen, weil sich die Zahl der Zuschauer vor Ort im Laufe der Partie auf über 500 Personen steigerte. Dies war natürlich vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Deutschen Meisterschaften Triplette 2019 in einem öffentlichen Park stattfanden – und so gesellte sich nach und nach die große Zahl an Menschen rund um das Careé d’Honneur. Gleichzeitig schnellten die Zuschauerzahlen bei der Online-Übertragung in die Höhe. In der Spitze waren es 558 petanquebegeisterte Menschen, die zuhause vor den Monitoren, am Smartphone oder dem Fernseher die Partie begleiteten. In der Summe also über 1000 Zuschauer bei einem Finale einer Deutschen Meisterschaft – das dürfte ein vorläufiger Rekord sein. 

Die Aufzeichnung der Partie kann hier noch einmal angeschaut werden.

Auch diese beiden Teams waren „auf Augenhöhe“ unterwegs. Auffällig, dass sich die Spieler beider Mannschaften kaum Fehler erlaubten. Überragend an dieser Stelle allerdings Florian Korsch, der mit einer kontinuierlichen Präzision seine Kugeln legte, die man in Deutschland selten erlebt. Selbst sein einziger Schuss in der Partie war ein Volltreffer. Eben ein solcher Treffer wollte der Mannschaft BaWü 13 in einer wichtigen Situation nicht gelingen, als es darum ging, dass sie selbst entweder drei bis vier Punkte machen, oder der Gegner halt einen. Dieser Fehlschuss war mit Sicherheit eine Vorentscheidung auf dem Weg zum 13:10 für NRW 6 – die Deutschen Meister Triplette 2019.

Ebenfalls Garanten eines fairen und sicheren Ablaufs der DM Triplette 2019: die Schiedsrichter Roland Kriegs, Hans Alves, Christoph Jaenicke und Peter Schauseil.

Ein herzlicher Dank gilt dem NPV-Team rund um Präsidenten Wilfried Falke, hier insbesondere dem NPV-Sportwart Detlef Koch sowie Heike und Gerd Hahlbrock – das Ehepaar hatte bereits vor einigen Jahren den Grundstein dafür gelegt, dass eine DM im Kurpark von Bad Pyrmont überhaupt möglich wurde.

Der NPV hat hier die Messlatte hochgelegt, was den Ort der Ausführung einer DM angeht. Der DPV wiederum konnte nicht nur mit der Live-Berichterstattung zusätzlich punkten, die in dieser Form nunmehr Standard, mindestens bei Deutschen Meisterschaften werden sollte. Auch die Idee, zur DM an die TeilnehmerInnen „Ich war dabei“-Aufkleber zu verschenken, sowie die informative Broschüre für Zuschauer und Gäste, werden in Zukunft fester Bestandteil von Deutschen Meisterschaften.

Das Display im Zelt der Turnierleitung mit dem Setzbaum ab dem 16tel-Finale der DM Triplette 2019.

Deutsche Meister Triplette 2019 ist das Team NRW06 Florian Korsch,  Robin Stentenbach und Moritz Rosik

 

Platz 2: BaWü13 Matthias Laukart (Boule-SG Le cochonnet Schopfheim), Tobias Fehrenbach (BC Konstanz) und Sönke Backens (BPV Freiburg)

 

Platz 3 teilen sich: Hess05 Christian Birk, Peter Weise und Patric Fritsch und Saar05 Maurice Racz, Christoph Fisch und Leon Gotha-Jecle

 

Platz 5

NRW02 Toufik Faci, Philipp Niermann und Marco Schumacher (Düsseldorf sur place)

Hess01  Dieter Müller (Bornheim Boules e.V.), Fahreddin Hass (La Boule Joyeuse Wiesbaden e.V.) und Marcel Bomsdorf (Boule Club Tromm 1997 e.V.)

BaWÜ05  Armin Hogh (VfB Neuffen), Bruno Cecillon und Sabbir Akbaraly (beide La Fanny Joyeuse Tübingen)

BaWü02  Daniel Orth und Sascha Wagner (Allstars Rhein-Neckar Schwetzingen) mit Daniel Reichert (PCB Horb)

Platz 9

Berl01  Boris Tsuroupa, Jean François Mores und Laurent Brizard (Zehlendorfer TuS von 1888)

Hess04 Marcus Faltermann, Florian Hennekemper und Manuel Kern (1.Pétanque Club Viernheim 1984 e.V.)

Hess06  Jean-Pierre Keller (Boule-Club Rastatt e.V.), Loic Elitog (Boule Club Tromm 1997 e.V.) und Paul Bonifer (Club de Pétanque Dieburg 1992 e.V.)

NRW05  Oliver Sulik (PF Marl-Lüdinghausen), Rüdiger Kaiser (Klub für Kugelsport Münster) und Marcel Hoffrogge (Boule-PC Essen-Stadtgarten)

NRW08  David Dörr und Danny Griesberg (1. BC Pétanque Bad Godesberg) mit Kim Rieger (Nippeser BC)

NRW09  Martin Wanka und Lisa Börstler (BC Köln) mit Corinna Mielchen (Absolute Boule Freunde Club Köln)

NRW12  Lasse Stentenbach (1. BC Pétanque Bad Godesberg) mit Soufiane Errichi und Malte Berger (beide Düsseldorf sur place)

NRW06 Florian Korsch,  Robin Stentenbach (beide 1. BC Pétanque Bad Godesberg) und Moritz Rosik (Düsseldorf sur place)

 

Platz 2: BaWü13 Matthias Laukart (Boule-SG Le cochonnet Schopfheim), Tobias Fehrenbach (BC Konstanz) und Sönke Backens (BPV Freiburg)

 

Platz 3  Hess05 Christian Birk, Peter Weise und Patric Fritsch (alle La Boule Joyeuse Wiesbaden e.V.)

 

Platz 3  Saar05 Maurice Racz  und Christoph Fisch (Fußballverein 1907 Diefflen) mit Leon Gotha-Jecle (Freiburger Turnerschaft)

 

Platz 5  NRW02 Toufik Faci, Philipp Niermann und Marco Schumacher

 

Platz 5 BaWÜ05  Armin Hogh, Bruno Cecillon und Sabbir Akbaraly

 

Platz 5 Hess01  Dieter Müller, Fahreddin Hass und Marcel Bomsdorf

 

Platz 5   BaWü02  Daniel Orth und Sascha Wagner (Allstars Rhein-Neckar Schwetzingen) mit Daniel Reichert

 

 

Platz 9  Berl01  Boris Tsuroupa, Jean François Mores und Laurent Brizard

 

Platz 9  Hess04 Marcus Faltermann, Florian Hennekemper und Manuel Kern

 

Platz 9  Hess06  Jean-Pierre Keller (Boule-Club Rastatt e.V.), Loic Elitog (Boule Club Tromm 1997 e.V.) und Paul Bonifer

 


Platz 9  NRW05  Oliver Sulik, Rüdiger Kaiser und Marcel Hoffrogge

 

Platz 9  NRW08  David Dörr und Danny Griesberg mit Kim Rieger

 

Platz 9  NRW09  Martin Wanka und Lisa Börstlermit Corinna Mielchen

 

Platz 9  NRW12  Malte Berger

Das Finale der Deutschen Meisterschaften Triplette 2019 endete mit 13:10 für NRW 6. Amtierende Deutsche Meister in dieser Disziplin sind Robin Stentenbach, Florian Korsch und Moritz Rosik – herzlichen Glückwunsch!

Dieses Halbfinale endete mit 13:0 für NRW 6, im zweiten Halbfinale schlug BaWü 13 das Team Hessen 5 mit 13:8.

Dieses Viertelfinale endete mit 13:8 für BaWü 13 – weitere Ergebnisse dieser Runde:
Saar 5/BaWü 2 13:0
BaWü 5/NRW6 5:13
Hessen 1/Hessen 5 4:13

Diese Partie endete mit 13:5 für Saar 5 – die Ergebnisse der weiteren Achtelfinale waren:
BaWü 5/NRW 12 – 13:8
NRW 6/Berlin 1 – 13:6
BaWü 2/NRW 9 – 13:7
NRW 2/Hessen 6 – 13:11
BaWü 13/BaWü 1 – 13:0
Hessen 1/NRW 8 – 13:5
Hessen 5/Hessen 4 – 13:12