BBPV-Jugendkadersichtung in Rastatt

beispielhafte Veranstaltung

Bericht: Jürgen Schrajer / DPV-Trainerbeauftragter

Bilder : Willy Bollack

Am Sonntag, den 9. Dezember 2007 fand in der Boulehalle in Rastatt die Jugendkadersichtung des Landesfachverbandes Baden-Württemberg statt.

Unter Leitung des verantwortlichen BBPV-Jugendkadercoachs Reto Berner und seines Assistenten Bernd Wormer wurde eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die in ihrem Aufbau, Organisation und Durchführung beispielhaft ist. Mit Hilfe von 15 (!) Mitarbeitern, Helfern und Trainer, die im Vorder- und Hintergrund agierten, wurde eine Jugendkadersichtung für 43 Spieler/-innen organisiert, die im Inhalt, Zeitablauf (klare und feste Zeitfenster für alle Spiele und Übungen), anspruchsvolle aber jugendgerechte Parcours/Ateliers, schriftliche Bewertung aller Ateliers und Schussübungen sowie Videoanalysen der Bewegungsabläufe aller Spieler/-innen, perfekt organisiert war und mit Hilfe der vielen Mitarbeiter reibungslos durchgeführt wurde.

 

Die Wände und Säulen der Boulehalle in Rastatt waren gespickt mit Übungsplänen, Mannschaftsaufstellungen und Zeitplänen. Jeder Mitarbeiter hatte im Vorfeld einen klaren Regieplan mit Übungsplänen bekommen und war somit jederzeit vom Inhalt als auch über den geplanten Zeitablauf bestens informiert.

Allein schon das ausführliche Aufwärmprogramm war für mich als Trainerbeauftragter eine Augenweide. In vier verschiedene Altersgruppen wurde mit vielen spielerischen Lockerungs- und Dehnungsübungen der Kreislauf der Jugendlichen aktiviert.

 

Es ist Reto Berner und Bernd Wormer gelungen, für 43 Spieler/-innen für 8 Stunden Jugendkadersichtung ein Programm zu erarbeiten und durchzuführen, in dem für jede Altersgruppe und Leistungsstärke/-ansprüche eine individuelle Anforderung und somit Leistungsbewertung möglich war. Sie werden sich sicherlich im Nachgang noch viel Zeit nehmen müssen um die vielen Bewertungsbögen und Daten erst einmal in Ruhe auszuwerten und die entsprechenden Kaderspieler/-innen für weitere Aufgaben im Landesfachverband Baden-Württemberg oder für die Nominierung als Empfehlungen für den DPV-Kader auszuwählen.

 

Nach dem üblichen Mittagessen (Spaghetti Bolognese, was sonst?) als Treff und Kommunikationsplattform für alle Spieler/-innen und Betreuer, war ein kleines Coachingseminar eingeplant in dem sich interessierte Mannschaftsbetreuer grundsätzlich über das Thema Coaching im Pétanquesport und die Besonderheiten bei Juniors, Cadets und Minimes informieren konnten.

 

Gleichzeitig fand eine Jugendsitzung statt, in der alle Spieler/-innen sich kritisch aber auch konstruktiv über Kaderarbeit in der vergangenen, aktuellen und folgenden Kadersaison äußern konnten. Dabei wurde selbstverständlich auch noch Jugend-, Vize- und Cadetsprecher wurden für den BBPV-Jugendkader gewählt. Diese Form der Eigenverantwortung ist für die Jugendspieler/-innen wichtig und wird auch wahrgenommen.

Wie mir von verantwortlicher Seite mitgeteilt wurde, soll jeder Spieler/-in seine Videoaufnahme und eine Bewegungsanalyse zugeschickt bekommen, damit die Bewegungsabläufe in Ruhe studiert und mit Hilfe eines Trainers (Stützpunkttraining) verbessern werden können.

 
Zum Abschluss wurde im großen Kreis aller Beteiligten, neben dem üblichen Dank an alle Mitarbeiter und Helfer, die Frage nach Kritik und Anregung gestellt.

 
Es kam keine Wortmeldung……was wundert, denn diese Veranstaltung war perfekt !

TIPP: Reto Berner hat eine Internet-Plattform Opens external link in new windowwww.boule-generation.de eingerichtet, auf der Jugendliche sich über Aktionen und Veranstaltungen im BBPV-Jugendbereich informieren können. Diese Dinge machen sicherlich viel Arbeit und setzen natürlich Eigeninitiative und Motivation für die Arbeit voraus.

Wir haben zur Zeit nur 7% Jugendliche (bei 14.129 Mitgliedern) im Deutschen Pétanque Verband.

In vielen Landesfachverbänden fehlt es uns an Nachwuchs.

Ich würde mir Wünschen, dass viele Landesfachverbände die Zeichen der Zeit erkennen und mit entsprechender Fachkompetenz (wie z.B. im Landesfachverband Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen) die Jugend- und Kaderarbeit fördern. Wo zielgerichtete Trainingsarbeit (mit gut ausgebildeten und motivierten Trainern) und damit erfolgreiche Kaderarbeit im Jugendbereich geleistet wird, ist Verständnis, Zuspruch und bessere Spielqualität der Kinder und Jugendlichen im Pétanquesport die Folge und um unseren Nachwuchs im Leistungssport müssten wir uns keine Gedanken machen.

Ich möchte diesen Bericht als Dank an alle im Jugendbereich aktiven Mitarbeiter aber auch als Ansporn an die Vorstände der Landesfachverbände verstanden wissen, mit aller Kraft die Jugendarbeit und die Ausbildung und Motivation von Fachkräften/Trainern für die Jugendarbeit zu fördern und zu unterstützen!

Jürgen Schrajer

DPV-Trainerbeauftragter

Gast und später auch Mitarbeiter der Veranstaltung

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