Bilder der 1. EM Espoirs in St. Jean d’Angely

Bilder von Sukjai Eschbach - Texte von Klaus Eschbach und Alexander Bauer

Historisch betrachtet war St. Jean d’Angély, zwischen La Rochelle und Cognac gelegen, wie alle alten Städte jener Region großen Zwistigkeiten und Streitereien ausgesetzt – im 14. und 15. Jahrhundert zwischen Engländern und Franzosen und im 16. und 17. Jahrhundert zwischen den protestantischen Hugenotten und den Katholiken der französischen Krone.

Das Bild oben gibt den Blick frei auf St. Jean d’Angely, eine typische Kleinstadt im Charentais. Die mittelalterliche Kathedrale überragt die ganze Stadt. Überragend auch die Finanzierung der Halle, in der gespielt wurde. Eine große Tafel an der Wand verkündet, woher das Geld kam: 25 % vom Sportministerium, 35 % von der Région, 25 % vom Département und die restlichen 15 % von der Stadt. Gesamtbausumme: 285.000 Euro.

Bild: Marc Alexandre – Kommentator aller wichtigen Pétanqueevents in Frankreich.

Für die Auslosung hat sich der Turnierleiter Klaus Eschbach wieder etwas
besonderes einfallen lassen: Jedes Damenteam durfte eine Blume ziehen und
die Herren eine Kugel. Marc Alexandre moderierte an beiden Tagen gekonnt das
Programm – von der Präsentation der Teams bis zur Pokalübergabe am späten
Sonntagabend.

Präsentation der deutschen Delegation, v.l.n.r.:

Jürgen Hatzenbühler, Daniel Voisin, Lukas Hirte, Florian Korsch, Mahmut Tufan, Jannik Schaake, Judith Berganski, Anna Lazaridis, Julia Würthle, Muriel Hess und Dr. Klaus-Dieter Wiebusch.

Das Herrenteam (Mahmut – Jannik – Lukas – Florian) vor der ersten Begegnung gegen Finnland. Trotz 2:1 Sieg lag in diesen Spielen schon das Unglück des Ausscheidens begründet, denn den Spaniern und Holländern gelangen jeweils 3:0 Siege gegen die Skandinavier.

Frankreich und Deutschland begegneten sich schon in der Vorrunde – hier vor dem ersten Spiel lachen Alle und es herrscht eitel Sonnenschein. Der Coach der Französinnen ist ein alter Bekannter: Daniel Leguet.

Nach dem 2:1 Sieg der deutschen Damen mussten die Französinnen aber zittern und erreichten nur aufgrund des direkten Vergleiches vor Spanien und Italien das Halbfinale.

Typisch für das deutsche Team. Wenn die einen schon fertig waren unterstützten sie die noch Spielenden von der Seitenlinie aus.

Bild oben: Anna als Tête-à-tête-Spezialistin. Das Phänomen dieser EM: Am stärksten waren die Deutschen in den Einzelspielen (Alle Têtes bei den Damen und Herren wurden gewonnen!), die Probleme ergaben sich immer bei den Triplettes.

Auch Judith Berganski (Bild) drehte ein Tête noch nach hohem Rückstand zu ihren Gunsten und sicherte den Damen dadurch einen wertvollen Sieg.

Sie hat sich als Kaderneuling toll in das Team integriert und zeigte bei der EM eine gute mentale Stärke.

Bild oben: Gespannt werden im Internet die Ergebnisse von der Deutschen Pétanque Bundesliga aus Münster und Berlin verfolgt. Florian und Jannik dürften hierbei wohl gerade das Spiel von Bad Godesberg gegen Sandhofen analysiert haben, während Jürgen und Klaus die gesammelten Veröffentlichungen von Lutz mitverfolgen.

 

Bild oben: Die Charm versprühende Sima Yilmaz, eine in Frankreich, nahe Genf lebende Türkin, die im letzten Jahr in Ankara schon in einem EM-Viertelfinale stand. Szene aus dem Spiel: Türkei gegen Frankreich, oder besser gesagt Frankreich gegen Frankreich, denn auch die Hälfte des Teams der Türkei hat eine französische Lizenz und lebt in Frankreich.

Vor dem Finale werden die Teams dem Publikum präsentiert. Mit dabei: Die deutschen Damen und der gewiefte Taktiker Daniel Voisin.

Bild: Drei des Quartetts spielen sich fürs Triplette ein.

Eine verschworene Truppe – letzte Anweisungen und Aufmunterungen vor dem Start.

Auch die Offiziellen werden vor dem Finale präsentiert und schreiten dann die Front der Spielerinnen und Spieler ab. V.l.n.r.: die beiden Schiedsrichter, Flemming Jensin (DK, Präsident der CEP), Loek van Tiggelen (NL, Generalsekretär der CEP), Stéphane Pintuss (MC) und Edmond Seillard (F), beides CEP-Vorstandsmitglieder, Klaus Eschbach (D,Vizepräsident und Trésorier der CEP), René Romagne, Präsident der Ligue Charentais und der Präsident des
ausrichtenden Vereines Jean-Yves Airault.

Bild oben: Der spanische Tireur, liebevoll „La Macchina“ genannt, während des Finales gegen Frankreich. 

 Mickaël Jacquet (Frankreich) in einer für ihn ungewohnten Pose: beim Legen.

Die glücklichen Damen nach der Siegerehrung mit Silber ausgezeichnet. Für Julia (links) und Muriel (2. von rechts) nach ihren deutschen Meistertiteln nun die erste internationale Medaille, für Senkrechtstarterin Judith (2. von links) natürlich auch die allererste, während Anna (rechts) mit ihren 19 Jahren schon die zweite Europameisterschaftsmedaille errang (nach Bronze der Damen im Präzissionsschiessen 2007 jetzt also Silber bei den U23 Damen).

Bei der Siegerehrung erklang gleich zweimal die Marseillaise – für die Damen (2:1 Finalsieg gegen Deutschland) und für die Herren (2:0 Sieg gegen Spanien).

Erst nach 22 Uhr begann die Siegerehrung im Salle Municipale. Die Pokale
an die deutschen Damen durfte ein natürlich stolzer DPV-Präsident überreichen.

Den deutschen Herren sah man immer noch die Traurigkeit über die verpassten Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen an (immerhin: Vizeeuropameister Spanien geschlagen!). Die Teilnehmermedaillen für Platz 5 (zusammen mit den ebenfalls enttäuschten Italienern, die noch in der Qualifikation Pétanque-Frankreich nach einem 3:0 geschockt hatten) konnten nicht über die Knappheit des Ausscheidens der DPV-Herren hinwegtrösten.

Um so mehr freuten sich die Frazosen über ihren Titelgewinn.

Für die Helfer, die 3 Tage lang rackerten und eine tolle Organisation machten gab es als Dankeschön einen großen Geschenkkorb mit Spezialitäten aus ganz Europa.

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