Lehrgangsteilnehmer Marius Schilling, Spieler des Hamburger BC, berichtet:

In der Woche vom 29.11.2010 bis zum 03.12.2010 haben 15 Lizenzspieler des Deutschen Pétanque Verbandes die Ausbildung zum C-Trainer Leistungssport Pétanque gestartet.

Es war eine anstrengende Woche in der, einem Wintermärchen ähnlichen, Sportschule Steinbach. Mit 6 Unterrichtseinheiten am Tag, meist 3 davon praktisch und 3 theoretisch, haben uns die vier Dozenten der Sportschule Steinbach und Jürgen Schrajer in die Grundlagen des Trainerwesens eingeführt.

Dazu gehören „pulsgesteuertes Ausdauertraining“ ebenso wie „funktionelle Gymnastik“ oder „Aufbau einer Trainingseinheit“. Eine Vielfalt von Dingen, die ein Trainer beachten muss, wurde uns erläutert, die wir nun in der Anwendung vertiefen müssen. Alles war zwar sehr auf allgemeines Sporttraining bezogen, doch die Dozenten wissen ganz genau worauf es in unserer speziellen Sportart ankommt und so konnten sie jederzeit den spezifischen Bezug zu Pétanque herstellen.

 

Koordinationstraining

 

Spiel- und Übungsformen

Man muss sagen, dass die Sportschule Steinbach ein hervorragender Ort zum lernen ist: Lehrsäle mit kompletter medialer Ausstattung, Sportstätten frei zugänglich für jedermann und jederzeit, Aufenthaltsräumen, Hallenbad, Saunen, auf der kompletten Anlage frei zugänglichem WLAN, einer eigene Bibliothek und vielem mehr. Untergebracht waren wir je zu zweit in einem Zimmer und gegessen wurde zusammen im Speisesaal.

 

Sportschule Steinbach

Die Tage vergingen ziemlich schnell, da zwischen Theorie, Praxis, Essen, Umziehen, Erholen und Schlafen eigentlich keine Zeit war. Die Woche endete am Freitag in einem Lehrversuch, bei dem alle Teilnehmer, aufgeteilt in drei Gruppen, eine Unterrichtseinheit vorbereitet und geleitet haben. Dabei konnten wir das gelernte erstmal anwenden. Die Gruppe der Traineranwärter ist bunt gemischt und arbeitet effektiv zusammen.

Auffällig und interessant zu beobachten waren die Diskussionen am Abend die sich meist um die persönlichen Situationen in den Vereinen und Verbänden der Lehrgangsteilnehmer drehten und wie man dort die Trainingsarbeit integrieren könne. Die Teilnehmer wissen um die abwehrende Haltung gerade vieler guter Spieler gegenüber Aufwärmen oder anderen Trainingsinhalten die nicht direkt in Verbindung mit unserem Sportgerät stehen. Nach dieser Woche sind sich alle Teilnehmer sicher, dass ein professionalisiertes Trainerwesen auch im Pétanque unverzichtbar ist. Es liegt an den Trainern und allen die es noch werden an dieser Stelle mit viel Feingefühl die richtigen Hilfestellungen zu geben um eine breite Akzeptanz aufzubauen.

Während der gesamten Woche kam aber auch der Spaß nicht zu kurz und so wurden interessante Erkenntnisse, Wortschöpfungen und Zitate gesammelt, von denen an dieser Stelle nur ein Auszug zu nennen ist:

Heinz läuft 1km pro Minute.

Wenn man in der Konzentrationsphase abgelenkt wird, nennt man das einen „Störwurf“

„Sören“ Backens bringt 90% seiner Kugeln.

Leistungen liegen maximal bei 100%.

Ludger ist zwar fit, aber laut Horst behindert.

Wir haben nirgends gefunden wo steht, dass man zum Pétanque spielen einen Sau braucht.

Horst spielt Match + mit Durchmesser 75 Zentimeter.

Und irgendjemand muss am Ende Lattenkönig werden.

Wenn nun jemand nicht allen Eindrücken ganz folgen kann sei ihm verziehen. Aber dieser Auszug zeigt, denke ich deutlich, dass wir in dieser Lehrgangswoche auch viel gelacht haben.

Wir alle freuen uns auf den Aufbaulehrgang im März nächsten Jahres, wenn sich dann alles um das pétanquespezifische Training drehen wird.

Vielen Dank an Jürgen Schrajer, an die Dozenten und alle Mitarbeiter der Sportschule Steinbach ebenso wie an alle Lehrgangsteilnehmer für eine gewinnbringende Woche!

 

Obere Reihe:  Detlev Runo, Michael Vierhaus, Ludger Roloff, David Mielchen, Horst Hein, Heinz Kamp, Markus Schwope, Thomas Ajang

Untere Reihe: Jürgen Schrajer, Oliver Anders, Günter Gaug, Sönke Backens, Martin Koch, Marius Schilling, André Starkloff

Liegend:  Pascal Keller