Vom 26. bis 30. Juni 2019 fand in Salzburg die 22ste Auflage der Europäischen Betriebssportspiele statt. Wie der Name schon sagt, geht es hier um Mannschaften aus Firmen, die entsprechende Aktivitäten anbieten oder durchführen. Dabei reicht die Palette der insgesamt 27 Disziplinen von Badminton über Beach-Volleyball, Darts, Fußball, Golf, Kegeln, Schach und Tennis bis hin zu Bridge, Skat, Kegeln – und eben auch Pétanque.

Über 7000 Sportler*innen aus 22 Nationen stellen sich in den einzelnen Wettbewerben. Im Medaillenspiegel war am Ende Deutschland vorn, holte 111 x Gold, 140 x Silber und 142 x Bronze, was insgesamt 393 Medaillen entspricht. Auf Platz 2 landete Frankreich mit insgesamt 192 mal Edelmetall, dritter wurde Österreich, das sich in der Summe 116 Medaillen umhängen durfte. Die Gesamt-Anzahl der Auszeichnungen pro Nation ist natürlich etwas verfälscht, da nicht alle in allen Sportarten teilnahmen.

Beim Pétanque-Wettbewerb traten 83 Triplette-Mannschaften an, von denen nach fünf Runden Schweizer System die besten Acht die Endspiele bestritten.

Thomas Weiland, Michael Ries (VSK Germania Niederfeld, Ludwigshafen, RLP) und Philip Geis (BC Sandhofen, Mannheim, BaWü) waren hier für Deutschland am Start, sie sind Mitarbeiter der Firma Roche aus Mannheim, wo unser schönes Spiel rund um die Zielkugel zum Betriebssport gehört.

Nach fünf Runden landeten die drei auf dem 6. Platz und waren somit für die Endrunde qualifiziert. Hier machten sie einen Durchmarsch, indem sie zunächst im Viertelfinale überraschend deutlich mit 13:4 gegen das starke Team „Dassault Sports“ aus Frankreich gewannen. Im Halbfinale ging es dann gegen die Favoriten von „Association Veolia Sport“, ebenfalls aus Frankreich, die in 2017 Europameister und in 2018 sogar Weltmeister bei den Betriebssportarten wurden. Diese Partie war ein hochspannendes Duell, das die Deutsche Equipe am Ende mit 13:9 für sich entscheiden konnte.

Auch „Amicale Ville de Mulhouse“ aus Frankreich war dann im Finale ein Gegner, von dem man vermuten durfte, dass er „eine Nummer zu groß“ sein könnte. Aber weit gefehlt, recht knapp ging diese Partie mit 9:13 für das Team „Roche“ verloren – und man fuhr zu Recht mit einer Silbermedaille auf der stolzgeschwellten Brust nach Hause! 

Dieser außergewöhnliche Pokal ziert nun die Firmenräume von Roche in Mannheim.

 

Der „Olympic Day“ soll an die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees vom 23. Juni 1894 erinnern. Vom Kap der guten Hoffnung bis Skandinavien, von Kanada bis Australien, feiern in über 130 Nationen an diesem Tag Millionen von Menschen den Erhalt der olympischen Werte. Die jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees werden hierzu durch das IOC aufgerufen. Die Deutsche Olympische Akademie richtet den Olympic Day in Deutschland im Auftrag des DOSB aus.

Der Olympic Day verbindet Sport, Bewegung und Begegnung mit den olympischen Werten. Menschen aller Altersgruppen können auf der Grundlage des Leitbildes „Move“ (Bewegen), „Learn“ (Lernen) und „Discover“ (Entdecken) eine umfangreiche Palette an Sportarten kennenlernen, dabei auch Stars aus dem internationalen Sport treffen – und, ganz wichtig: mitmachen! Über 3200 Teilnehmer/innen nahmen das Angebot in diesem Jahr wahr. Der DPV und die Deutsche Pétanque Jugend beteiligten sich nun schon zum dritten mal mit einem Aktionsstand auf dem Dach des „Deutschen Sport & Olympia Museum“ in Köln.

Pétanque direkt neben Volleyball, Lacrosse und Rollstuhlbasketball – eine große Chance unseren schönen Sport zu präsentieren und damit für viel Spaß bei den Schülerinnen und Schülern aber auch bei deren Lehrerkräften zu sorgen.

Zum Einen konnte ausprobiert werden aus einer Entfernung von 6 Metern Juniorkugeln in eine der 5 Öffnungen des Zielkastens zu „legen“, zum Anderen konnte aus 4 Meter Entfernung versucht werden, Crossboccia-Säckchen in einen Ziel-Eimer zu „werfen“.  Aus sicherheitstechnischen Gründen – und um den Kunstrasen auf dem Dach zu schonen – durften keine Wettkampfkugeln eingesetzt werden. So wurde angeboten Indoorkugeln, Stoffsäckchen und Juniorkugeln auszuprobieren. Kerstin Lisner, Jan Mensing und Dirk Beckschulte erklärten die Wurftechniken, gaben Tipps, wie die Ziele leichter erreicht werden können und waren Schiedsrichter bei den „Wettkämpfen“ unter den Lehrern.

Bei aller Neugier und allem Eifer der Kinder und Jugendlichen waren es jedoch eher die Lehrkräfte, deren Interesse geweckt wurde. Sie nahmen eine ganze Reihe von Anregungen mit, wie sich verschiedene Spielformen mit ein wenig Fantasie hervorragend in den Unterricht, in Projekte und AGs oder in die Pausengestaltung einbinden lassen. Zudem bietet das Spiel mit den Kugeln letztlich, genau wie der Pétanque-Sport insgesamt, die Chance, all jene mitzunehmen, für die viele leistungsbezogene Sportarten nicht mehr in Frage kommen, darüber hinaus die olympischen Werte zu vermitteln oder einfach einmal Neues zu entdecken.

Vom 21. – 24. Juni 2019 war die dpj mit zwei Teams zum Internationalen Jugendturnier in Valence Frankreich. Mit Sarah Caliebe, Mercedes Lehner und Tatjana Löffler sowie Quentin Nitsch, Justin Neu und Fabio Trampler waren jeweils drei Mädels und drei Jungs am Start. Begleitet wurden sie von Stefanie Schwarzbach und Martin Kuball. Nach einer bis zu annähernd 14-stündigen Anfahrt erreichten wir um 20:00 Uhr unser Ziel. Das Terrain wurde kurz erkundet und im Anschluss gemeinsam gegessen.

Von Martin Kuball

Am Samstag fand das Einladungsturnier geschlechtergetrennt statt. Neben den Teams aus Frankreich, waren England, Spanien und Monaco anwesend. Die ersten Spiele fielen den jungen Teams schwer und gingen beide leider verloren. Aber danach zeigten wir, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Die Damen belegten nach den beiden Französischen Teams den Dritten Platz und konnten im Turnierverlauf sogar gegen die Junioren aus Frankreich gewinnen.

Die Herren schlugen neben den lokalen Teams auch den Europameister aus Monaco. Die Spiele gegen Spanien und ein weiteres lokales Team gingen bei 6:7 und 4:5 jeweils gegen die Zeit verloren. Im letzten Spiel gegen Frankreich fehlte nach sechs Spielen die Kraft um noch dagegen zu halten.

Parallel dazu fand eine Lege/Schieß Wettbewerb statt. Mercedes konnte sich bis ins Halbfinale vorkämpfen und musste sich dann knapp der französischen Vertreterin geschlagen geben. Das Finale bestritten die jungen Damen aus dem Pétanque-Mutterland dann unter sich.

Justin zeigte ebenfalls sein Können und qualifizierte sich fürs Finale. Auch hier hieß der Gegner Frankreich. Nach den Lege Ateliers stand es 6:5, nach der 7 Meter Schuss Übung führte Frankreich 7:8. Erst auf neun Metern musste die Entscheidung kommen. Leider konnte Justin nur einen Treffer landen. Nach einem Loch von Frankreich, erzielte der Franzose den entscheidenen Treffer zum 9:8. Justin und Mercedes konnten eindrucksvoll zeigen das wir nach Frankreich zweimal sicher auf Platz zwei stehen.

Der Tag endete mit einem dritten Platz und einem fünften für die Jungs.

Am zweiten Tag fand dann das offene Jugendturnier statt. Tatjana und Mercedes spielten nun mit Quentin, das zweite Team stellten Sarah, Fabio und Justin. Erstere begannen stark gegen eine französische Mannschaft, die mit viel Respekt in das Spiel kam. Die jungen Deutschen gingen hoch in Führung, mussten aber letztlich doch eine 12:13-Niederlage hinnehmen. Auch die nächsten Gegner waren kein leichter Brocken, nach einem durchweg ausgeglichenen Spiel zogen wir auch hier den kürzeren. Letztlich sahen wir diesen Gegner später im Finale gegen Frankreich wieder. Nach der Mittagspause ging es um 15h in die Dritte Partie, auch hier spielten wir gut mit. Trotz der immer wieder von uns gebrachten vier bis fünf Kugeln, konnten auch dieses Spiel am Ende gegen dieses schussstarke Team nicht gewonnen werden.

Team 2 erwischte am Anfang ein Freilos und war zum Zuschauen eingeladen. Sichtlich motiviert ging es gegen den Gewinner des anderen Poulespiel. Eine sehr ausgeglichene Partie mit zum Teil herausragendem Leistungen beider Teams, brachte uns am Ende eine 9:13 Niederlage. Trotz dieses Fehlstarts gingen wir motiviert in die Barrage, schnell konnten wir 7:0 führen, doch durch einige leichte Fehler brachten wir das andere Team zurück, bis dann um 12 Uhr der Abpfiff zum Mittag kam. Mit einem 7:7 gingen wir ungewohnt in eine 2 Stündige Pause. Um 13:20 musste Justin ins Tireur Finale und direkt danach zurück ins Spiel. Trotz der Unterbrechung waren wir konzentriert und konnten letztlich 13:10 gewinnen. Damit war das A-Turnier gesichert.

Hier war der erste Gegner Monaco, diesmal die Damenmannschaft. Wir hielten unser hohes Spielniveau und konnten deutlich mit 13:5 gewinnen. Im Anschluss stand Spanien als Gegner fest und damit eine Revanche für die Niederlage am Vortag gegen die Zeit.

Wir waren hoch konzentriert, beim Stand von 10:0 hatten wir einen Schuss auf 10 Meter für Schluss, leider eine Loch, danach kamen die Spanier nochmal, aber nach zwei verlorenen Aufnahmen machten wir die fehlenden Punkte zum Einzug ins Halbfinale.

Hier waren neben der dem Nationalteam aus Frankreich unser Poulegegner und der Poulegegner des anderen Deutschen Teams. Wieder bekamen wir die Französische Nationalmannschaft. Auch hier war der Plan eine Revanche für den Vortag, doch vor der großen Kulisse zeigten wir abermals Respekt, nach dem 0:7 nach zwei Aufnahmen kamen dann auch noch die Schiedsrichter auf den Platz und zogen alle Kugeln ein. Materialprobe, wie im letzten Jahr waren wir wieder dran. Nach der 15 minütigen Untersuchung ging es ohne Beanstandungen weiter. Wir waren jetzt wesentlich präsenter, nach vier Palets stand es nun 4:7. Die nächsten Aufnahmen spielten wir mit, doch letztlich reichen auf Dauer vier Kugeln nicht um gegen Frankreich zu gewinnen.

Das Resümee aus dem Wochenende in Frankreich. Wir waren in vier von fünf Wettbewerben hinter Frankreich jeweils auf dem zweiten Platz. Der Spirit im Team war bestens, Konzentration und der Wille zum Sieg auf dem Platz und in den Pausen Zeit für Spaß und Gute Laune. Hierauf lässt sich aufbauen und wir freuen uns auf das nächste Turnier.

Vom 1. bis 3. März 2019 nahm eine DPV-Nationalmannschaft bestehend aus André Skiba, Jannik Schaake und Sascha Koch in Begleitung von DPV-Coach Sebastian Lechner am hochkarätig besetzten „International de Sète“ in Süd-Frankreich teil. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes „Supra-National“, limitiert auf 512 Triplette-Mannschaften, eine Teilnahme ist nur nach Voranmeldung möglich. Ein Sammelbecken von Top-Spielern aus dem Mutterland des Pétanque – hier entsprechen die sportlichen Herausforderungen für die deutsche Equipe schon ab der ersten Partie einem Finale bei heimischen großen Turnieren.

Auf dem Place Stalingrad mitten in Sête verlor das deutsche Team um Sascha Koch in der Runde der letzten 256.
Wer jetzt aber annehmen würde, dass das wohl zu erwarten war, den belehrte die Mannschaft doch eines Besseren.
Den Poule absolvierten sie in herausragender Manier. 2 Spiele, 2 Siege – das war nach jeweils hohen Rückständen das Ticket für die KO-Runde.
 
Und wer da denken möchte, dass dies gegen No-Names geschah, sei wiederum eines Besseren belehrt. Einer der Gegner erreichte das Sechzehntelfinale, der andere sogar das Achtelfinale.
 
Nach der Mittagspause kam es zum Showdown gegen eine „très bonne équipe“ aus Montpellier, deren Tireur ausser einem Loch Carreaux am laufenden Band schoss. Die Deutschen hielten nervenstark und ebenso technisch versiert dagegen. Hier ist an erster Stelle André Skiba zu erwähnen, der Neuling auf diesem Parkett, dessen Coolness wohl so nicht zu erwarten war. Über die Fähigkeiten eines Sascha Koch oder Jannick Schaake erübrigt sich eine Einordnung. Nach einer Stunde und vierzig Minuten musste man sich denkbar knapp gegen die „Montpellieraner“ mit 12:13 geschlagen geben.
 
Mit ein klein wenig mehr Losglück wäre in diesem Jahr wohl mehr drin gewesen bei diesem „Internationalen“ Turnier, das mal wieder mit tollen Namen (Henry Lacroix, Christian Fazzino, Tyson Molinas, Dylan Rocher usw.) aufwarten konnte.
 
Die DPV-Nationalmannschaft hat allerdings – mal wieder – eine beeindruckende Visitenkarte hinterlassen. Die Zeiten, in denen man sich bei den großen Turnieren in Frankreich „freute“ als nächste Gegner „nur“ ein deutsches Team zu haben, sind definitiv vorbei.
 
Im Finale unterlag das Top-Team Dubois, Fazzino und Molinas dem französischen Espoirs-Team Desport, Balliere und Monros mit 5:13. Technisches Fanny nach 5:0 für das Team Fazzino inklusive – der Altmeister in dieser Partie absolut chancenlos.
 
Team Fazzino handelte sich noch kurz vor Schluß in diesem Spiel eine gelbe Karte ein, weil sie während der letzten drei gespielten Kugeln des Gegners ihre eigenen, die weit verstreut hinten lagen, einsammelten. In vergangenen Zeiten wurde bei gleicher Gelegenheit charmant über so etwas hinweg gesehen (nach dem Motto: geschenkt). Heute ist das aber eben nicht mehr erlaubt.
 
Text mit freundlicher Unterstützung durch Klaus Tröstrum, Frontignan, Frankreich.

Die deutsche Delegation zum Star Masters in Pattaya/Thailand

Hinten von links nach rechts:
DPV-Ehrenpräsident Klaus Eschbach (hier als Schiedsrichter im Einsatz)
der „Colonel“ Prarop, Coach der thailändischen Nationalmannschaften
Raphael Gharany, Vincent Probst, DPV-Bundestrainer Philipp Zuschlag

Vorne von links nach rechts:
Sascha Löh, Pascal Keller, Marco Lonken, Moritz Rosik

Beide DPV-Teams schaffen es bis zum Viertelfinale, Team Keller/Lonken/Rosik im A- und Team Gharany/Löh/Probst im B-Turnier.

Insgesamt kann ein positiver Schlussstrich unter die Beteiligung der deutschen Teams beim Starmasters gezogen werden. Deutschland erzielt einige Erfolge gegen Top-Mannschaften und glänzt immer wieder mit geschlossenen Mannschaftsleistungen – und dies war eines der Hauptziele bei diesem internationalen Wettkampftraining.

Vincent Probst, Raphael Gharany und Sascha Löh vor einer Partie gegen eine thailändische Mannschaft.

Natürlich freut man sich auch über die sportlichen Erfolge: Sascha Löh gewinnt das Sponsoren Triplette-Turnier. Marco Lonken und Vincent Probst erreichen das Finale im Doublette Vorbereitungs-Turnier – und müssen sich erst hier einem ehemaligen Weltmeister geschlagen geben. Im Hauptturnier Doublette erreichen die deutschen Mannschaften das 1/8 Finale. Sogar die bärenstarke Pétanque-Nation Thailand wird im eigenen Land geschlagen. Weitere Siege gab es auch gegen andere starke Teams wie denen aus La Réunion, Malaysia, Indonesien…

Die beiden deutschen Teams zeigen immer wieder, dass Sie auf diesem internationalen Top-Niveau auch gewinnen können. Als Beobachter stellt man fest, dass die Leistungen mit den Herausforderungen wachsen. Je stärker und präziser die jeweiligen Gegner auftraten, umso hochklassiger wurden auch die Kugeln unserer Nationalspieler. Ganz wichtig hierbei: die mentale Disposition stimmt, die Nerven sind da, die deutschen Teams zeigen starke spielerische Leistungen auch auf schwerem Untergrund und teils extremen Bedingungen. Der Eindruck reiht sich auch ein wenig ein in die Ergebnisse bei den letzten WM & EM.

DPV-Bundestrainer Philipp Zuschlag mit Moritz Rosi, Marco Lonken und Pascal Keller – vor einem Spiel gegen Mauritius.

Die „beiläufigen“ Bedingungen, die bei internationalen Fern-Einsätzen dazu gehören, wie die frühzeitige Anreise, ungewohnte Ernährung, Jetlag, Klima etc., werden von unseren Spielern inzwischen eindrucksvoll gemeistert. An dieser Stelle muss sich der DPV einmal mehr bei allen Teilnehmern bedanken, die nicht nur diese Strapazen auf sich nehmen, sondern immer auch Freizeit und Urlaubstage opfern – und in einem gewissen Umfang private Kosten in Kauf nehmen.

Fest steht für die Verantwortlichen im DPV-Leistungssport jedenfalls, dass solche internationalen Wettkampftrainings unabdingbar sind, wenn sich Deutschland mit seinen Mannschaften auf den Sieger-Podesten von Europa- und Weltmeisterschaften wiederfinden will. Das Niveau, auf dem hier um Punkte gekämpft wird, bietet sich unseren National-Teams nicht auf heimischem Boden. Bei Turnieren wie dem Star Masters in Pattaya trifft man vom ersten Spiel an auf Gegner, die durchaus das Potenzial haben, das Gesamt-Turnier zu gewinnen. Abschließend sei noch das Kompliment der vermeintlich „größeren“ Pétanque-Nationen an den DPV weitergegeben, das von allen Seiten immer wieder zu hören war: „Ihr seid auf dem richtigen Weg!“

Im Kampf gegen Jetlag und die extremen klimatischen Unterschiede sind die sechs Nationalspieler mit Coach Philipp Zuschlag bereits einige Tage vor dem Start des 9. Star Masters-Turnier in Thailand angekommen. Vom 20. bis 26. Februar 2019 lockt dieses Event Spitzensportler aus aller Welt nach Pattaya . Die Delegation wurde von DPV-Ehrenpräsident Klaus Eschbach in Empfang genommen, der bereits seit einigen Jahren in dem wunderschönen asiatischen Land lebt. Drei Doublette- und zwei Triplette-Teams formt der Bundestrainer aus dem Kreis der Kaderspieler, die im Kampf um die vorderen Plätze am Ende auf die Siegertreppchen sollen.

Und der Weg auf das Podest wird mit Sicherheit kein Spaziergang – unter den teilnehmenden Nationen finden sich reichlich Weltmeister: Frankreich, Thailand mit 5 Teams, Belgien und Madagaskar. Hinzu kommen in diesem Jahr auch neue Mannschaften wie Kambodscha, Reunion, Senegal (Halbfinalisten der letzten WM), Mauritius, Australien und Japan – sowie diverse Sponsoren-Teams (MS, Team Boulenciel, Team Toro)

 

Die DPV-Delegation,
hinten von links nach rechts: 
Raphael Gharany, Coach Philipp Zuschlag, Marco Lonken, Moritz Rosik
vorne von links nach rechts:
Vincent Probst, Pascal Keller, Sascha Löh, Tanja Löh (als bewährte „gute Seele“) und DPV-Ehrenpräsident Klaus Eschbach.

 

Konzeptionell verfolgen die DPV-Verantwortlichen im nationalen Spitzensport eine Strategie, die sich vor allem darauf stützt, dass die Sportler in den einzelnen Teams einen sehr guten Bezug zueinander haben. „Team-Building“ ist für die Coaches das Thema Nr. 1 um auf internationalem Parkett bestehen zu können. Alle Spieler sind in Sachen Technik und Taktik auf demselben hohen Niveau zuhause – wichtig ist es also, dass sie sich innerhalb einer Mannschaft auf allen Positionen perfekt ergänzen – dass die „Chemie“ stimmt.

Im Rahmen dieses internationalen Wettkampftrainings sollen folgende Team-Zusammenstellungen getestet werden:

Doublette-Teams 1:
Raphael Gharany und Pascal Keller
Sascha Löh und Moritz Rosik
Marco Lonken und Vincent Probst

Doublette-Teams 2:
Raphael Gharany und Moritz Rosik
Vincent Probst und Pascal Keller
Sascha Löh und Marco Lonken

Triplette:
Sascha Löh, Raphael Gharany und Vincent Probst
Marco Lonken, Moritz Rosik und Pascal Keller

Die frühe Anreise ermöglichte natürlich auch diverse sportliche Begegnungen jenseits des Masters, um mit dem Klima und den örtlichen Bedingungen vertrauter zu werden. Gerne hätte die Nationalmannschaft in Begleitung von Klaus Eschbach das „Indoor-Stadium“ besucht, den Sitz des Thailändischen Pétanque-Verbandes, der den einheimischen Sportlern fast ein Tempel ist. Diese Visite scheiterte leider am „Makha Bucha“, einem der drei höchsten thailändischen Feiertage, an dem solche Institutionen geschlossen sind.

Einige Partien auf den Boulebahnen im örtlichen Lumphini-Park sorgten hier aber für adäquaten Ersatz.

Von Bangkok aus ging es dann mit dem PKW für die Delegation weiter nach Pattaya, an den Ort des Geschehens, wo bereits am Donnerstag, dem 21. Februar, mit einem „Gentleman“-Turnier im Supermelée-Modus der Auftakt der sportlichen Begegnungen stattfand.

Unter den 6 Spielern, die sich am Ende aus den 66 Teilnehmern für das Finale qualifiziert hatten, waren mit Klaus Eschbach und Sascha Löh zwei aus der DPV-Delegation vertreten. Und prompt spielten die beiden, ergänzt um einen Spieler aus dem paradiesischen Mauritius namens Sulin, in einem Team. Eschbach und Löh kennen sich schon über 20 Jahre, Klaus war bereits DPV-Funktionär, als es Sascha im Jahr 2000 als erstem Spieler überhaupt gelang, gleich drei der damals noch insgesamt vier Deutschen Meistertitel zu erkämpfen. Hier stimmt jedenfalls die Chemie – und so war es kaum verwunderlich, dass sich das DPV-Team mit einem souveränen 13:4 den Turniersieg sicherte. 

 

Die Turniersieger: Sulin, Sascha und Klaus

Auch zum ersten Doublette-Turnier vor Ort gibt es erfreuliches zu berichten. Hier siegten sich Marco Lonken und Vincent Probst souverän durch vier Runden – und mussten sich erst in der letzten Partie dem Team des Belgiers Claudy Weibel geschlagen geben – der übrigens auch im Jahr 2000 seinen größten sportlichen Erfolg feiern konnte, als er mit der belgischen Nationalmannschaft Weltmeister wurde.

Marco und Vincent im Spiel gegen Claudy Weibel.

Bei den ebenfalls gestarteten Tireur-Wettbewerben war die Betriebstemperatur für die DPV-Teilnehmer Sascha Löh und Marco Lonken leider noch nicht so optimal. Beide schafften es nicht, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Umso mehr Potenzial bleibt unseren Nationalspielern nun, sich auf Siege in den kommenden Turnieren des Star Masters zu konzentrieren.

Natürlich bleiben wir an der Kugel und werden weiter berichten!

DPV-Präsident Michael Dörhöfer bei seinem Vortrag zur FFPJP-Hauptversammlung 2019.

Rund 500 Zuhörer aus dem organisierten Pétanque-Sport in Frankreich hatte der Präsident des Deutschen Pétanque Verbandes, Michael Dörhöfer, bei deren jährlichem Kongress in Troyes/Aube. Und es war mehr als freundlicher Applaus, den er für seine Ausführungen erhielt, ein beachtlicher Teil der Vertreter aus allen Teilen des Landes zeigte sich sehr angetan.

Es war eine Premiere, dass ein Deutscher Verbandspräsident in diesem Rahmen zu einem Vortrag eingeladen wurde. Und so spann Dörhöfer zunächst einen recht großen Bogen darüber, wie der Pétanque-Sport in Deutschland Fuß fassen konnte. Das französische Militär, das nach 1945 in Deutschland verblieben war, fand genauso Erwähnung, wie die begeisterten Urlauber, die aus Frankreich mit Boule-Kugeln nach Hause gereist waren. Einen weiteren Schub erhielt der Spiel-Sport durch das Möbelhaus IKEA, das in kürzester Zeit über eine Million Freizeitkugeln unter die Deutschen brachte – auch diese Anekdote war den wenigsten Zuhörern bekannt.

Der DPV-Präsident kam aber auch schnell auf den organisierten Wettkampf-Sport in Deutschland zu sprechen. Er beschrieb die Funktion der Aufteilung in

Die Tribüne der Delegierten im Kongress-Zentrum.

die zehn Landesverbände, in denen über 20.000 Boulisten organisiert sind. Die Vielzahl der Disziplinen, in denen Deutsche Meisterschaften durchgeführt werden, Tét, Doublette, Doublette-Mixte, Triplette, Triplette 55+, Triplette Damen, Tireur sowie die Jugend-Wettbewerbe, sorgte ebenso für Erstaunen wie der Hinweis auf die vielen Ligen in den Landesverbänden, aus denen die Bundesliga und hier die Teilnahme der Deutschen Meister an Europäischen Wettbewerben erwächst.

Der Pétanque-Sport ist und bleibt voraussichtlich in Deutschland die am dynamischsten wachsende nicht-olympische Disziplin – auch dies fand im Vortrag des Präsidenten Erwähnung. In Frankreich ist hingegen das Wachstum proportional geringer. Ob und wie diese lokale Situation eine neue Dynamik bekommen kann, wäre auch ein spannendes Thema für einen länderübergreifenden Austausch.

Reihe vorne (v.l.n.r.): Claude Azema, Mike Pegg, Michael Dörhöfer, Lars Friis.

Michael Dörhöfer nutzte außerdem die Gelegenheit, einmal mehr für eine engere Kooperation und für Freundschaften der regionalen Verbände und einzelnen Vereine in Frankreich und in Deutschland zu werben. Sein Hinweis auf die großen deutschen Pétanque-Events, wie das Holstentor-Turnier in Travemünde oder das Hofgarten-Turnier in München, wollte er auch gleich als Einladung an die Franzosen verstanden wissen, Deutschlands Kugelwelt einmal zu besuchen.

Insbesondere dem deutsch/französischen Jugendaustausch widmete Dörhöfer dann noch einen separaten Teil seines Vortrages. Hier verwies er auf den fruchtbaren Austausch sowohl mit den Verantwortlichen in der FFPJP, als auch mit Claude Azema, dem Präsidenten des Internationalen Pétanque-Verbandes. Letzterer ist darüber hinaus eine der treibenden Kräfte, wenn es darum geht, dass Pétanque im Jahr 2024 olympische Disziplin wird. Mit einigen Bildern belegte Michael Dörhöfer, dass die dazugehörige Kampagne auch in Deutschland nach Kräften unterstützt wird.

Der Applaus, den der DPV-Präsident für seine Ausführungen erhielt, war – wie beschrieben – nicht nur höflicher Natur. Die Delegierten waren mit Sicherheit auch dankbar für die kurze Abwechslung durch diesen Ausflug in das Pétanque-Nachbarland. Denn die Hauptversammlung der FFPJP hat in diesem Jahr ein strammes Programm. So sind einige wichtige Posten im Vorstand neu zu besetzen. Interessant ist es hierbei, dass jedem Bewerber, der sich und seine Ideen vorstellen möchte, exakt 2 Minuten Zeit hierfür gegeben werden. Es läuft tatsächlich eine Uhr mit – und nach Ablauf der Redezeit wird ebenso konsequent wie unmittelbar das Mikrofon ausgeschaltet.

Einen emotionalen Höhepunkt erlebte der Kongress, als es darum ging, einen Nachfolger für den viel zu jung verstorbenen FFPJP-Präsidenten Michel Desbois zu bestimmen. Hier fiel die Wahl auf Joseph Cantarelli, einen engen persönlichen Freund von Desbois, der nun zunächst für die verbleibende Amtszeit des Verstorbenen die Geschäfte des Verbandes leitet. Aus der Sicht von Michael Dörhöfer eine ausgezeichnete Entscheidung. Er steht bereits seit längerem im Kontakt mit dem neuen Vorsitzenden und ist sich sicher, durch diese Partnerschaft die Ziele beider Nationalverbände besonders dynamisch weiter verfolgen zu können.

Was genau der aktuelle FFPJP-Präsident Joseph Cantarelli auf dem Smartphone von Mike Pegg bestaunt, ist nicht überliefert.

Ohnehin sind die Ergebnisse der vielen Gespräche am runden Tisch zwischen den Präsidenten des Internationalen Pétanque-Verbandes, des CEP, der FFPJP und des DPV am Rande dieses Kongresses schon Grund genug, die Teilnahme in Troyes/Aube als kleinen Meilenstein für den deutschen Pétanque-Sport zu werten. Weitere Informationen hierzu folgen.

Die Präsidenten des Dänischen, Europäischen und Deutschen Pétanque Verbandes, Lars Friis, Mike Pegg (in Begleitung seiner Frau Marie) und Michael Dörhöfer.

Der Vortrag, den der Präsident des Europäischen Pétanque Verbandes (CEP), Mike Pegg, im Vorjahr bei der Hauptversammlung des Französischen Pétanque-Verbandes (FFPJP) über seine Arbeit halten durfte, hat bei unseren Nachbarn im Mutterland des Pétanque „Lust auf mehr“ gemacht.

Man mag es kaum glauben, aber unter den einigen hundert Vertretern der einzelnen französischen Departements auf diesem jährlichen Treffen gibt es eine beachtliche Zahl von Menschen, die nur sehr wenig darüber wissen, dass und in welcher Form jenseits ihrer Staatsgrenzen organisierter Pétanquesport stattfindet.

So war es für die Verantwortlichen der FFPJP naheliegend, in diesem Jahr weitere Vertreter der nächstgrößeren europäischen Pétanque-Nationen einzuladen. Zu selbigen gehört neben Belgien, Spanien, den Niederlanden und Dänemark auch Deutschland.

DPV-Präsident Michael Dörhöfer nutzt also die Gelegenheit, vor den Repräsentanten im Kongress-Zentrum von Troyes einen Vortrag über die Entwicklung und Strukturen im Deutschen Pétanque-Verband zu halten. Darüber hinaus ist eine solche Veranstaltung natürlich bestens geeignet, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Beziehungen zu pflegen und auszubauen. Neben Mike Pegg ist auch Claude Azema, Präsident des Pétanque-Weltverbandes, vor Ort, sowie weitere hochrangige Vertreter anderer Nationen.

Über den Verlauf der Veranstaltung und Ergebnisse der Diskussionen (natürlich wird auch „Pétanque als olympische Disziplin“ ein Thema sein) werden wir an dieser Stelle nach dem Wochenende berichten.

Zum zweiten Mal nach 2013 erhielt die dpj eine Einladung des katalanischen Pétanqueverbandes zum 19. Internationalen Turnier für Jugendauswahlmannschaften. Weiterlesen

Wie kurz kommuniziert sind unsere beiden Jugendteams noch während des laufenden Turniers in Frasnes abgereist. Weiterlesen