Zum 15. Mal hat der rührige Club in Kayl/Luxemburg sein Turnier ausgerichtet und gerne haben wir die Einladung angenommen. Weiterlesen

Vom 21. – 24. Juni 2019 war die dpj mit zwei Teams zum Internationalen Jugendturnier in Valence Frankreich. Mit Sarah Caliebe, Mercedes Lehner und Tatjana Löffler sowie Quentin Nitsch, Justin Neu und Fabio Trampler waren jeweils drei Mädels und drei Jungs am Start. Begleitet wurden sie von Stefanie Schwarzbach und Martin Kuball. Nach einer bis zu annähernd 14-stündigen Anfahrt erreichten wir um 20:00 Uhr unser Ziel. Das Terrain wurde kurz erkundet und im Anschluss gemeinsam gegessen.

Von Martin Kuball

Am Samstag fand das Einladungsturnier geschlechtergetrennt statt. Neben den Teams aus Frankreich, waren England, Spanien und Monaco anwesend. Die ersten Spiele fielen den jungen Teams schwer und gingen beide leider verloren. Aber danach zeigten wir, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Die Damen belegten nach den beiden Französischen Teams den Dritten Platz und konnten im Turnierverlauf sogar gegen die Junioren aus Frankreich gewinnen.

Die Herren schlugen neben den lokalen Teams auch den Europameister aus Monaco. Die Spiele gegen Spanien und ein weiteres lokales Team gingen bei 6:7 und 4:5 jeweils gegen die Zeit verloren. Im letzten Spiel gegen Frankreich fehlte nach sechs Spielen die Kraft um noch dagegen zu halten.

Parallel dazu fand eine Lege/Schieß Wettbewerb statt. Mercedes konnte sich bis ins Halbfinale vorkämpfen und musste sich dann knapp der französischen Vertreterin geschlagen geben. Das Finale bestritten die jungen Damen aus dem Pétanque-Mutterland dann unter sich.

Justin zeigte ebenfalls sein Können und qualifizierte sich fürs Finale. Auch hier hieß der Gegner Frankreich. Nach den Lege Ateliers stand es 6:5, nach der 7 Meter Schuss Übung führte Frankreich 7:8. Erst auf neun Metern musste die Entscheidung kommen. Leider konnte Justin nur einen Treffer landen. Nach einem Loch von Frankreich, erzielte der Franzose den entscheidenen Treffer zum 9:8. Justin und Mercedes konnten eindrucksvoll zeigen das wir nach Frankreich zweimal sicher auf Platz zwei stehen.

Der Tag endete mit einem dritten Platz und einem fünften für die Jungs.

Am zweiten Tag fand dann das offene Jugendturnier statt. Tatjana und Mercedes spielten nun mit Quentin, das zweite Team stellten Sarah, Fabio und Justin. Erstere begannen stark gegen eine französische Mannschaft, die mit viel Respekt in das Spiel kam. Die jungen Deutschen gingen hoch in Führung, mussten aber letztlich doch eine 12:13-Niederlage hinnehmen. Auch die nächsten Gegner waren kein leichter Brocken, nach einem durchweg ausgeglichenen Spiel zogen wir auch hier den kürzeren. Letztlich sahen wir diesen Gegner später im Finale gegen Frankreich wieder. Nach der Mittagspause ging es um 15h in die Dritte Partie, auch hier spielten wir gut mit. Trotz der immer wieder von uns gebrachten vier bis fünf Kugeln, konnten auch dieses Spiel am Ende gegen dieses schussstarke Team nicht gewonnen werden.

Team 2 erwischte am Anfang ein Freilos und war zum Zuschauen eingeladen. Sichtlich motiviert ging es gegen den Gewinner des anderen Poulespiel. Eine sehr ausgeglichene Partie mit zum Teil herausragendem Leistungen beider Teams, brachte uns am Ende eine 9:13 Niederlage. Trotz dieses Fehlstarts gingen wir motiviert in die Barrage, schnell konnten wir 7:0 führen, doch durch einige leichte Fehler brachten wir das andere Team zurück, bis dann um 12 Uhr der Abpfiff zum Mittag kam. Mit einem 7:7 gingen wir ungewohnt in eine 2 Stündige Pause. Um 13:20 musste Justin ins Tireur Finale und direkt danach zurück ins Spiel. Trotz der Unterbrechung waren wir konzentriert und konnten letztlich 13:10 gewinnen. Damit war das A-Turnier gesichert.

Hier war der erste Gegner Monaco, diesmal die Damenmannschaft. Wir hielten unser hohes Spielniveau und konnten deutlich mit 13:5 gewinnen. Im Anschluss stand Spanien als Gegner fest und damit eine Revanche für die Niederlage am Vortag gegen die Zeit.

Wir waren hoch konzentriert, beim Stand von 10:0 hatten wir einen Schuss auf 10 Meter für Schluss, leider eine Loch, danach kamen die Spanier nochmal, aber nach zwei verlorenen Aufnahmen machten wir die fehlenden Punkte zum Einzug ins Halbfinale.

Hier waren neben der dem Nationalteam aus Frankreich unser Poulegegner und der Poulegegner des anderen Deutschen Teams. Wieder bekamen wir die Französische Nationalmannschaft. Auch hier war der Plan eine Revanche für den Vortag, doch vor der großen Kulisse zeigten wir abermals Respekt, nach dem 0:7 nach zwei Aufnahmen kamen dann auch noch die Schiedsrichter auf den Platz und zogen alle Kugeln ein. Materialprobe, wie im letzten Jahr waren wir wieder dran. Nach der 15 minütigen Untersuchung ging es ohne Beanstandungen weiter. Wir waren jetzt wesentlich präsenter, nach vier Palets stand es nun 4:7. Die nächsten Aufnahmen spielten wir mit, doch letztlich reichen auf Dauer vier Kugeln nicht um gegen Frankreich zu gewinnen.

Das Resümee aus dem Wochenende in Frankreich. Wir waren in vier von fünf Wettbewerben hinter Frankreich jeweils auf dem zweiten Platz. Der Spirit im Team war bestens, Konzentration und der Wille zum Sieg auf dem Platz und in den Pausen Zeit für Spaß und Gute Laune. Hierauf lässt sich aufbauen und wir freuen uns auf das nächste Turnier.

Drei Espoirs-Kaderspieler schickte der DPV zum qualitativ – ebenso wie mit über 200 Teams quantitativ – anspruchsvoll besetzten Turnier ins französische Pont-á-Mousson. Für die beiden bereits international erfahrenen Spieler Marco Kowalski (Vize-Europameister Espoirs 2017) und Sebastian Junique (Jugend WM-Teilnehmer 2017) ging es gemeinsam mit Ron Reinert (Newcomer aus BaWü) um eine Standortbestimmung des Leistungsstandes im internationalem Umfeld. In Begleitung von DPV-Coach Daniel Dias ging es hier in ein Starterfeld, bei dem die schwächeren Teams diejenigen mit einer Treffer- und Lege-Quote unter 60% sind. Im DPV-Nationaldress und in Trainerbegleitung waren die drei jungen Spieler natürlich ein Eye-Catcher, trotzdem alle Equipes in einheitlichen Trikots angetreten sind und sich sehr sportlich präsentierten. Und so zeigten sich alle Gegner sehr fair dem Espoirsteam gegenüber,  auch wenn es selbstverständlich jeweils ein besonderes Anliegen war, eine „Equipe Nationale“ zu besiegen.
 
Die DPV-Mannschaft startete recht sicher in den Poule des Wettkampfs. Mit einem souveränen 13:6 besiegten sie im ersten Spiel ein Mixte-Team, das in seiner spielerischen Qualität alles andere als „Kanonenfutter“ war. Das klare Ergebnis spiegelt den Verlauf der Begegnung nicht angemessen wider. In der zweiten Partie gelingt es unserer Mannschaft hingegen nicht, das Spiel zu dominieren. Es waren wenige, aber entscheidende Fehler, die hier für eine Niederlage sorgten – und im Anschluss detailliert besprochen wurden. In der Barrage traf man anschließend auf einen Gegner, der seine Taktik fast ausschließlich auf die gelegten Kugeln aufbaute. Der Umgang mit unterschiedlichen Strategien war im Nachgang dieser leider ebenfalls verlorenen Partie ein zentrales Thema zwischen Coach und Spielern. 
 
Für die DPV-Espoirs ging es nun weiter im Begleit-Turnier. Das Feld war hier nur unwesentlich schwächer besetzt, aber die ausführlichen Gespräche zum Verlauf der ersten drei Partien und die Motivation einen starken Auftritt hinzulegen,  ließen das Team zusammenwachsen. Mit gestärktem Selbstbewusstsein und besserem Verständnis füreinander gewannen Marco, Ron und Sebastian die folgenden beiden Begegnungen des ersten Tages.
 
Tag zwei des B-Turniers startete mit dem 8tel-Finale für das DPV-Team im Carré d’Honneur, auf einem Boden, der wie für die drei Jungs geschaffen schien. Aber das, was das Spielfeld als Erleichterung bot, wurde durch eine Reihe interessierter und fachkundiger Zuschauer erschwert. Man spürte schon ein gesundes Maß an Anspannung bei unseren jungen Akteuren. Der Gegner in diesem ersten Spiel war eine routinierte Mannschaft, die zwischen ihren Aktionen nicht viel miteinander reden musste. Sehr solide stellten sie sich den DPV-Spielern entgegen, die aber durch sauber gelegte Kugeln und sichere Treffer den Sieg einfahren konnten – und damit das Ticket fürs Viertelfinale lösten.
 
Hier trafen Marco als Vorleger, Ron in der Mitte und Sebastian als Schießer auf einen sehr Carreaux-freudigen Gegner. Wieder eine ganz neue Taktik, dass auf jede Kugel, die sich im Umkreis von max. 40 cm der Zielkugel findet, geschossen wurde. Eine hohe Trefferquote der Franzosen sorgte schnell für einen 1:9-Rückstand aus deutscher Sicht. Nach Intervention des Coaches wurde nun gedreht, Ron legte vor, Sebastian ging in die Mitte und Marco wechselte auf die Schießer-Position. Zunächst machten die Gegner zwei weitere Punkte zum 1:11. Ab dann lief es allerdings sehr viel besser für das Nationalteam, aber der Gegner spielte natürlich auch noch mit, so, dass große Aufnahmen mit vielen Punkten nicht erzielt werden konnten. Marco Kowalski legte hierbei eine beeindruckende Serie hin: 5 Aufnahmen ohne Fehlschuss und mit vielen Carreaux. Stück für Stück kamen die Deutschen heran. Beim Stand von 8:11 gab es sogar die Chance, mit drei gelungenen Kugeln die Partie für uns zu entscheiden – hier leider das erste Loch von Marco, und auch beim Nachschiessen keine Treffer, nunmehr hieß es 9:11. Zwei satte Treffer der Gegner – davon ein SurPlace – sowie ein Fehlschuss zunächst auf eine Kugel unsererseits und schließlich auch auf die Zielkugel, sorgten in der nächsten Aufnahme für ein jähes Ende der Partie.
Die DPV-Espoirs verabschiedeten sich mit 9:13 aus dem Turnier, waren aber im Verlaufe der zweiten Hälfte dieses Spiels sehr gewachsen und – genau wie ihr Coach – nicht unzufrieden mit dem Gesamtergebnis. Auch die Reaktionen des Publikums bestätigten, dass sich Marco, Ron und Sebastian hier gut verkauft hatten.
 
Für die Bundestrainer des DPV sind solche Exkursionen wichtige Entscheidungshilfen, wenn es um die Team-Bildung für große, internationale Einsätze geht. Daniel Dias hat für den Espoir Kader und in Hinblick auf anstehende Nominierungen für die EM im Oktober wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Er bewertete aber auch Kriterien jenseits der Wettkampf-Felder. „Natürlich achten wir darauf – und besprechen das auch im Vorfeld – wie die DPV-Vertreter insgesamt bei solchen Turnieren auftreten“, so Dias. „Und hier bin ich sehr zufrieden mit einem extrem höflichen, eloquenten und seriösen Bild, das die drei jungen DPV-Kaderspieler über den gesamten Zeitraum abgegeben haben.“

Die Haupt- und Ehrenamtlichen haben bereits eine Menge Zeit in die Vorbereitungen der Teilnahme des DPV an den Weltmeisterschaften 2019 in Almeria investiert. Die jeweiligen Checklisten der einzelnen Ressorts wie „Reiseplanung“, „Betreuung der Aktiven“, „Kommunikation“, „Internationaler Austausch“ etc. füllen viele Seiten. Diese werden nun nach und nach abgehakt, bevor sich die Delegation auf den Weg macht. Ein riesiger Aufwand für eine ganze Reihe von Menschen, die dafür eine Menge Know-How und Zeit zur Verfügung stellen. In welchem Verhältnis kann das Ergebnis zu diesem Aufwand stehen? Christoph Roderig im Gespräch mit Michael Dörhöfer, Präsident des Deutschen Pétanque Verbandes.

CR: Mischa, die offizielle Delegation des DPV zur WM in Spanien besteht aus den vier Spieler*innen, dem DPV-Vize Sport und zwei Trainern. Tatsächlich sind doppelt so viele Verantwortliche aus unserem Nationalverband vor Ort. Was steckt dahinter, so eine große Gruppe zu dem Event zu schicken?

MD: Um bei Deinen Worten zu bleiben: der DPV „schickt“ die offizielle Delegation zur WM, plus meiner Person, der ich als Präsident den Verband in internationalen Angelegenheiten im Gespräch mit den Verantwortlichen der Dachverbände und den anderen Nationalverbänden vertrete. Alle anderen Mitreisenden tun dies aus einer eigenen Motivation heraus – Du ja auch. Insbesondere die Co-Trainer investieren einmal mehr ihre Freizeit und Geld um unsere gemeinsamen Ziele zu unterstützen.

CR: Und die gemeinsamen Ziele sind fünf WM-Titel, deshalb der ganze Aufwand?

MD: (lacht) Langsam! Das oberste Ziel ist es zunächst einmal, dass sich unsere Spieler und Spielerinnen zu jeder Zeit wohl fühlen. Dass sie Spaß an den Wettbewerben haben, dass sie befreit aufspielen können, dass sie jederzeit Ansprechpartner haben, sei es vor, während oder nach einer Partie. Und dass dieser Anspruch immer aufwändiger erfüllt werden muss, liegt unter anderem an Leuten wie Dir!

Die Ruhe vor dem Sturm am (noch) leeren Austragungsort der Pétanque-Weltmeisterschaften 2019

CR: An mir? Ich habe mit den Teams doch überhaupt nichts zu tun, wir sind doch nur zur Berichterstattung vor Ort?!

MD: Eben! Du hast Dir mit Heinz Zabel vorgenommen, möglichst dicht, möglichst umfangreich und vor allen Dingen zeitnah bis live von den Geschehnissen in Almeria zu berichten. Ihr habt umfangreiches technisches Equipment dabei, mit dem jede Kugel, die vom DPV geworfen wird, zeitgleich auf unsere Homepage, bei Youtube und Facebook übertragen wird.

Vor zwanzig Jahren, da kamen ein Sascha, Kim, Klaus und Andi aus Monaco zurück und 14 Tage später hatten die Vereine die Zeitschrift „Pétanque International“ in der Post, in der dann stand, wie es ungefähr gelaufen ist.

Heute kleben hunderte von Menschen vor den Monitoren und sind live dabei. Ich kann von der Tribüne aus während der laufenden Spiele schon auf meinem Handy lesen, wer alles in den Kommentaren bei Facebook moniert „Warum haben die nicht geschossen, warum haben die nicht gelegt, warum drehen die nicht?“ – die Spielerinnen und Spieler lesen das spätestens eine Viertelstunde nach der Partie. Und um das gleich vorweg zu nehmen: natürlich lesen die auch die „Bravo! Weiter so! Toll gemacht!“ usw. usf. – aber sie stehen halt heute auf dem Platz und wissen ganz genau, wer in diesem Moment alles zuschaut. Das hat eine ganz andere Qualität als in der Vergangenheit, selbst vor 10 Jahren standen noch nur im Nachgang Ergebnisse auf der DPV-Homepage – heute bist du als Aktive/r in der laufenden Partie vor einer Kulisse, die zehnmal größer ist, als die Zuschauer, die in der Halle das Spiel verfolgen.

Also: eine dichte Begleitung und Betreuung der Spieler und Spielerinnen ist heute wichtiger denn je, insofern bin ich froh und dankbar, dass wir mit Susanne Schmidt eine Frau – insbesondere als Ansprechpartnerin für die Spielerinnen – im Team haben. Und auch Susanne hat niemand vom DPV dahin „geschickt“, sondern sie begleitet auf eigenen Wunsch ihren Mann und freut sich, wenn sie darüber hinaus als Ansprechpartnerin für die Teams einen Beitrag zum Erfolg leisten kann.

CR: Bleiben wir beim Thema „Erfolg“ – welche Chancen rechnest Du Dir für den DPV aus?

MD: Da muss ich mich leider zunächst wiederholen: das hängt vor allen Dingen von der mentalen Disposition unserer Teams ab. Wir alle wissen, dass Luzia Beil, Carsta Glaser, Robin Stentenbach und Manuel Strokosch zu den talentiertesten und besten Pétanque-Spielern Deutschlands zählen. Insbesondere der Auftritt von Manuel bei der letzten Têt-EM ist allen noch in guter Erinnerung und für jedermann – siehe oben – auch jederzeit noch einmal online zu betrachten. Seine sensationellen Spiele gegen den Belgier Joel Merchandise, sein extrem selbstbewusster Auftritt selbst gegen einen mehrfachen Weltmeister wie den Franzosen Henry Lacroix, das waren Partien, die deutsche Pétanque-Geschichte geschrieben haben. Das weiß ein Manuel Strokosch auch, das hat der auch im Hinterkopf. Und dass eine Partie Pétanque zu über 90% „im Kopf“ gewonnen wird, das wissen wir alle.

Wie geht nun ein Manuel bei der Têt-WM in Spanien damit um, wenn er gegen Joel Merchandise gelost wird? Er weiß, dass ganz Pétanque-Deutschland denkt: „Ach, den hat er doch im letzten Jahr zweimal locker geschlagen!“ Das ist doch dann nachvollziehbar, dass es extrem anspruchsvoll für die Coaches wird, diesen Spieler von all dem befreit auf den Platz zu schicken. Manuels Lockerheit ist es vor allen Dingen, die ihn so erfolgreich macht – und die muss unbedingt beschützt und erhalten werden! Gleiches gilt für einen Robin Stentenbach, nach seinem Sensationserfolg mit der Nationalmannschaft bei der letzten Triplette-WM in Kanada, als die „auf dem Papier“ haushoch überlegenen Madegassen ebenso haushoch mit 13:1 geschlagen wurden. Carsta und Luzie kann man ohne Weiteres mit einbeziehen, wenn es darum geht, welche Erwartungshaltung den Teams gegenüber herrscht, angesichts ihrer Erfolge aus den Vorjahren.

Soll heißen: wir werden bei den Weltmeisterschaften in Spanien genau so erfolgreich sein, wie es uns gelingt, unsere Teams locker und befreit in die Wettbewerbe zu schicken. Und was die technische und taktische Qualität des DPV-Kaders angeht, braucht sich hier auch auf internationalem Niveau niemand mehr verstecken – das sollte jederzeit zumindest für einen Platz auf den Siegertreppchen reichen.

Die offizielle Präsentation der Deutschen Delegation zu den Weltmeisterschaften 2019 in Spanien.

CR: Worauf freust Du Dich persönlich am meisten bei diesen Weltmeisterschaften?

MD: Ich selbst freue mich am meisten, wenn es mir gelingt, das eine oder andere Spiel – nicht nur des DPV-Kaders – selbst anschauen zu können. Die Termine zu den Meetings des Internationalen und des Europäischen Pétanque-Verbandes sind bei diesen Weltmeisterschaften dicht auf dicht. Und es werden keine Kleinigkeiten besprochen, das dürften zum Teil recht zähe Besprechungen werden. Aber so etwas weiß man ja, bevor man Verantwortung in so einem dynamischen Verband wie dem DPV übernimmt – insofern möchte ich das nicht als Beschwerde verstanden wissen, sondern nur als Antwort auf Deine Frage danach, worauf ich mich freue!

CR: Letzte Frage: was könnte bei solchen internationalen Events wie diesen Weltmeisterschaften aus Deiner Sicht besser gemacht werden?

MD: Zunächst einmal wird es immer schwieriger, Ausrichter für Europa- oder Weltmeisterschaften zu finden, weil dies wirklich sehr arbeits- und kostenintensiv ist. Insofern würde ich mir niemals ein Urteil darüber erlauben, wie „gut“ oder „weniger gut“ solche Events organisiert sind oder waren. Alle geben sich die allergrößte Mühe – und für das Engagement und die Ergebnisse muss man vor allen Dingen erst einmal dankbar sein.

Was mir tatsächlich ein bisschen fehlt und wo ich mir mehr versprechen würde, ist die Präsenz deutscher Fans bei Einsätzen des DPV-Kaders. Bei vielen anderen Nationen, wie z.B. den Niederlanden oder den Teams aus dem hohen Norden Europas, reisen ganze Gruppen zu Unterstützung ihrer Mannschaften von den Tribünen aus mit. Bei uns sieht es da doch regelmäßig sehr dünn aus, das finde ich schade. Gleichzeitig habe ich natürlich auch Verständnis dafür, dass nicht jeder „mal eben“ quer durch Europa reist um sich vier Tage lang Pétanque-Sport anzusehen. Andererseits verpassen die Leute viel mehr, als ein paar Spiele. Welt- und Europameisterschaften sind auch immer gute Gelegenheiten, neue Pétanque-Verrückte kennenzulernen, sich auszutauschen, gegenseitig einzuladen usw. – und zum Ende der jeweiligen Wettkampftage geht es in dieser Community auch immer um einen gemeinsamen geselligen Teil, den man mal erlebt haben sollte.

Andererseits sinkt mit einem Engagement wie dem von Heinz und Dir auch noch mehr die Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen, wenn man bequem alles von zu Hause aus auf dem Monitor verfolgen kann. Nicht falsch verstehen: ich finde das toll, was Ihr leistet – aber es widerspricht natürlich ein ganz kleines bisschen meinem Wunsch nach mehr deutschen Fans vor Ort!

Darf ich Dich in diesem Zusammenhang jetzt auch einmal etwas fragen?

CR: Bitte!

MD: Warum machst Du das? Ich meine, letztes Jahr habe ich Dich an einem Mittwoch angerufen und gefragt, ob Du am folgenden Montag zur Berichterstattung für eine Woche mit nach Kanada fliegen würdest. Du hast Dich in Deiner Firma und bei Deiner Familie kurz abgemeldet und warst unterwegs.

Jetzt setzt Du Dich mit Heinz Zabel in ein Wohnmobil, weil Ihr Euer ganzes Equipment nicht in einen Flieger bekommt, und fährst über 5000 km hin und zurück für eine Woche durch Europa, um die Pétanque-Szene in Deutschland auf dem Laufenden zu halten und das Abschneiden des DPV bei diesen Weltmeisterschaften zu dokumentieren.

Ich finde das toll, ganz viele Leute finden das toll – trotzdem interessiert es mich, was Dich antreibt, diese Strapazen in Kauf zu nehmen, die mit solchen Einsätzen auch einher gehen.

CR: Weißt Du, ich habe mich immer schon darüber geärgert, wenn von internationalen Pétanque-Events zu wenig oder gar nichts berichtet wurde. Wenn man ewig hinter Ergebnissen herrennt oder verzweifelt versucht herauszufinden, wann der DPV gegen wen als nächstes spielen muss. Aber es nutzt ja nichts, über schlechte Zustände nur zu meckern, man sollte zumindest auch einmal vormachen, wie es vielleicht besser geht. Und das ist es, was mich antreibt. Natürlich habe ich auch eine Idee, dass unser Engagement von heute: Deines, meines, das von Heinz Zabel, das der Trainer, Coaches und Begleiter, einen Beitrag zu einer verstärkten „Mitmach“-Kultur im DPV leisten können. Vielleicht gelingt es uns durch unseren Einsatz, Menschen zu motivieren, ebenfalls im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Förderung des Pétanque in Deutschland beizutragen. Ich freue mich in meiner Kernkompetenz „Kommunikation“ z.B. riesig über das Engagement von Jannik Schaake mit seiner Internetseite „Pétanque aktuell“. Das ist ein junger Mann, ein aktiver Spieler im DPV-Kader, der ein Stück weit vielleicht auch irgendwann die Zukunft der Kommunikation im DPV aktiv mitgestalten wird. Von Menschen dieses Kalibers brauchen wir mehr. Und wenn man Engagement einfordert, dann sollte man es – zumindest eine Zeit lang – auch einmal vorgelebt haben.

Es ist ein strammer Zeitplan, der die Spieler*innen und Verantwortlichen des DPV bei den insgesamt fünf Weltmeisterschaften im spanischen Almeria erwartet. Insbesondere für Carsta Glaser und Manuel Strokosch, die in den Têt-Wettkämpfen antreten, kann es mitunter „Schlag auf Schlag“ gehen. Spätestens ab den 1/8-Finale wird es richtig „knackig“. Hier laufen Samstags die ersten Partien im Tête von 9.00 bis 10.15 Uhr, gleich anschließend geht es von 10.15 bis 11.30 Uhr weiter mit den Doublette der Damen und Herren. Direkt danach folgen von 11.30 bis 12.45 Uhr noch die Doublette Mixte-Begegnungen.

Eine Herausforderung nicht nur für die Aktiven auf dem Platz. Auch DPV-Vize Martin Schmidt und Bundestrainer Philipp Zuschlag werden längst nicht in der gewohnten Ruhe die Spieler*innen auf Begegnungen vorbereiten und nach den Spielen die wichtigen Besprechungen durchführen können. Ein schwacher Trost ist es, dass es ja allen teilnehmenden Nationen so gehen wird.

Der Zeitplan der fünf Wettbewerbe im spanischen Almeria.

Etwas beherrschbarer wird dieser stramme Zeitplan durch die umfangreiche Unterstützung, die die Delegation vor Ort erfährt. Alle drei Co-Trainer, Andreas Kreile, Sebastian Lechner und Frank Lückert, nehmen sich die Zeit, ebenfalls dabei zu sein. Susanne Schmidt, die Frauenbeauftragte des DPV, begleitet ihren Mann Martin und steht natürlich ebenfalls allen mit Rat und Tat zur Seite. Ergänzt wird die Gruppe durch Christoph Roderig und Heinz Zabel, die zur Berichterstattung für die daheim gebliebenen vor Ort sind. Bis auf die Tatsache, dass Christoph und Heinz mit einem großen Wohnmobil anreisen, das der Delegation auch als Rückzugsort dienen wird, werden die beiden aber aufgrund ihrer eigenen Aufgaben kaum einen Beitrag zur Unterstützung des Teams leisten können. 

Last but not least muss natürlich auch DPV-Präsident Michael Dörhöfer den Verband vor Ort repräsentieren. Der Vorsitzende würde ganz sicher auch lieber dort im Kreis stehen als im Kreis zu sitzen, aber letzteres wird es wohl werden. Es sind nämlich eine ganze Reihe von Themen zu besprechen und Fragen zu klären, die das weltweite Pétanque insgesamt und jeden einzelnen Nationalverband individuell betreffen.

Am meisten freuen sich die DPV-Vertreter*innen allerdings auf die deutschen Fans, die ihr Kommen angekündigt haben. Auch wenn die Zeit hierzu denkbar knapp werden wird, ist das gemütliche Beisammensein zum Ausklang der jeweils anstrengenden Tage im Wettbewerb ein wesentlicher Bestandteil der Regeneration für alle Beteiligten!

Vom 1. bis 3. März 2019 nahm eine DPV-Nationalmannschaft bestehend aus André Skiba, Jannik Schaake und Sascha Koch in Begleitung von DPV-Coach Sebastian Lechner am hochkarätig besetzten „International de Sète“ in Süd-Frankreich teil. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes „Supra-National“, limitiert auf 512 Triplette-Mannschaften, eine Teilnahme ist nur nach Voranmeldung möglich. Ein Sammelbecken von Top-Spielern aus dem Mutterland des Pétanque – hier entsprechen die sportlichen Herausforderungen für die deutsche Equipe schon ab der ersten Partie einem Finale bei heimischen großen Turnieren.

Auf dem Place Stalingrad mitten in Sête verlor das deutsche Team um Sascha Koch in der Runde der letzten 256.
Wer jetzt aber annehmen würde, dass das wohl zu erwarten war, den belehrte die Mannschaft doch eines Besseren.
Den Poule absolvierten sie in herausragender Manier. 2 Spiele, 2 Siege – das war nach jeweils hohen Rückständen das Ticket für die KO-Runde.
 
Und wer da denken möchte, dass dies gegen No-Names geschah, sei wiederum eines Besseren belehrt. Einer der Gegner erreichte das Sechzehntelfinale, der andere sogar das Achtelfinale.
 
Nach der Mittagspause kam es zum Showdown gegen eine „très bonne équipe“ aus Montpellier, deren Tireur ausser einem Loch Carreaux am laufenden Band schoss. Die Deutschen hielten nervenstark und ebenso technisch versiert dagegen. Hier ist an erster Stelle André Skiba zu erwähnen, der Neuling auf diesem Parkett, dessen Coolness wohl so nicht zu erwarten war. Über die Fähigkeiten eines Sascha Koch oder Jannick Schaake erübrigt sich eine Einordnung. Nach einer Stunde und vierzig Minuten musste man sich denkbar knapp gegen die „Montpellieraner“ mit 12:13 geschlagen geben.
 
Mit ein klein wenig mehr Losglück wäre in diesem Jahr wohl mehr drin gewesen bei diesem „Internationalen“ Turnier, das mal wieder mit tollen Namen (Henry Lacroix, Christian Fazzino, Tyson Molinas, Dylan Rocher usw.) aufwarten konnte.
 
Die DPV-Nationalmannschaft hat allerdings – mal wieder – eine beeindruckende Visitenkarte hinterlassen. Die Zeiten, in denen man sich bei den großen Turnieren in Frankreich „freute“ als nächste Gegner „nur“ ein deutsches Team zu haben, sind definitiv vorbei.
 
Im Finale unterlag das Top-Team Dubois, Fazzino und Molinas dem französischen Espoirs-Team Desport, Balliere und Monros mit 5:13. Technisches Fanny nach 5:0 für das Team Fazzino inklusive – der Altmeister in dieser Partie absolut chancenlos.
 
Team Fazzino handelte sich noch kurz vor Schluß in diesem Spiel eine gelbe Karte ein, weil sie während der letzten drei gespielten Kugeln des Gegners ihre eigenen, die weit verstreut hinten lagen, einsammelten. In vergangenen Zeiten wurde bei gleicher Gelegenheit charmant über so etwas hinweg gesehen (nach dem Motto: geschenkt). Heute ist das aber eben nicht mehr erlaubt.
 
Text mit freundlicher Unterstützung durch Klaus Tröstrum, Frontignan, Frankreich.

Vom 1. bis 3. März 2019 nimmt eine DPV-Nationalmannschaft am „2. International Pétanque de Sète“ in Südfrankreich teil.

Das Turnier ist nicht nur quantitativ (512 Triplette-Mannschaften) sondern auch in diesem Jahr wahrscheinlich qualitativ extrem stark besetzt. Neben Altmeister Christian Fazzino („Pétanque-Spieler des 20. Jahrhunderts“) trifft die DPV-Auswahl voraussichtlich auch auf die mehrfachen Weltmeister Dylan Rocher und Henry Lacroix.

André Skiba, Jannik Schaake, Sascha Koch – Coach Sebastian Lechner

Für Deutschland treten André Skiba, Jannik Schaake und Sascha Koch an, begleitet wird das Team von Coach Sebastian Lechner.

Wenige Kilometer von Sète entfernt lebt seit einigen Jahren der ehemalige Chefredakteur der Zeitschrift „Pétanque International“, Klaus Tröstrum, der die DPV-Redaktion (neben Coach Sebastian Lechner) mit aktuellen Informationen versorgen wird. Das Team der DPV-Berichterstattung ist gleichzeitig bei der Premiere des Länderpokal 55+ im saarländischen Gersweiler und wird von dort informieren.

Wir wünschen unserem Team viel Erfolg in diesem hochkarätig besetzten Wettbewerb!

Die deutsche Delegation zum Star Masters in Pattaya/Thailand

Hinten von links nach rechts:
DPV-Ehrenpräsident Klaus Eschbach (hier als Schiedsrichter im Einsatz)
der „Colonel“ Prarop, Coach der thailändischen Nationalmannschaften
Raphael Gharany, Vincent Probst, DPV-Bundestrainer Philipp Zuschlag

Vorne von links nach rechts:
Sascha Löh, Pascal Keller, Marco Lonken, Moritz Rosik

Beide DPV-Teams schaffen es bis zum Viertelfinale, Team Keller/Lonken/Rosik im A- und Team Gharany/Löh/Probst im B-Turnier.

Insgesamt kann ein positiver Schlussstrich unter die Beteiligung der deutschen Teams beim Starmasters gezogen werden. Deutschland erzielt einige Erfolge gegen Top-Mannschaften und glänzt immer wieder mit geschlossenen Mannschaftsleistungen – und dies war eines der Hauptziele bei diesem internationalen Wettkampftraining.

Vincent Probst, Raphael Gharany und Sascha Löh vor einer Partie gegen eine thailändische Mannschaft.

Natürlich freut man sich auch über die sportlichen Erfolge: Sascha Löh gewinnt das Sponsoren Triplette-Turnier. Marco Lonken und Vincent Probst erreichen das Finale im Doublette Vorbereitungs-Turnier – und müssen sich erst hier einem ehemaligen Weltmeister geschlagen geben. Im Hauptturnier Doublette erreichen die deutschen Mannschaften das 1/8 Finale. Sogar die bärenstarke Pétanque-Nation Thailand wird im eigenen Land geschlagen. Weitere Siege gab es auch gegen andere starke Teams wie denen aus La Réunion, Malaysia, Indonesien…

Die beiden deutschen Teams zeigen immer wieder, dass Sie auf diesem internationalen Top-Niveau auch gewinnen können. Als Beobachter stellt man fest, dass die Leistungen mit den Herausforderungen wachsen. Je stärker und präziser die jeweiligen Gegner auftraten, umso hochklassiger wurden auch die Kugeln unserer Nationalspieler. Ganz wichtig hierbei: die mentale Disposition stimmt, die Nerven sind da, die deutschen Teams zeigen starke spielerische Leistungen auch auf schwerem Untergrund und teils extremen Bedingungen. Der Eindruck reiht sich auch ein wenig ein in die Ergebnisse bei den letzten WM & EM.

DPV-Bundestrainer Philipp Zuschlag mit Moritz Rosi, Marco Lonken und Pascal Keller – vor einem Spiel gegen Mauritius.

Die „beiläufigen“ Bedingungen, die bei internationalen Fern-Einsätzen dazu gehören, wie die frühzeitige Anreise, ungewohnte Ernährung, Jetlag, Klima etc., werden von unseren Spielern inzwischen eindrucksvoll gemeistert. An dieser Stelle muss sich der DPV einmal mehr bei allen Teilnehmern bedanken, die nicht nur diese Strapazen auf sich nehmen, sondern immer auch Freizeit und Urlaubstage opfern – und in einem gewissen Umfang private Kosten in Kauf nehmen.

Fest steht für die Verantwortlichen im DPV-Leistungssport jedenfalls, dass solche internationalen Wettkampftrainings unabdingbar sind, wenn sich Deutschland mit seinen Mannschaften auf den Sieger-Podesten von Europa- und Weltmeisterschaften wiederfinden will. Das Niveau, auf dem hier um Punkte gekämpft wird, bietet sich unseren National-Teams nicht auf heimischem Boden. Bei Turnieren wie dem Star Masters in Pattaya trifft man vom ersten Spiel an auf Gegner, die durchaus das Potenzial haben, das Gesamt-Turnier zu gewinnen. Abschließend sei noch das Kompliment der vermeintlich „größeren“ Pétanque-Nationen an den DPV weitergegeben, das von allen Seiten immer wieder zu hören war: „Ihr seid auf dem richtigen Weg!“

Im Kampf gegen Jetlag und die extremen klimatischen Unterschiede sind die sechs Nationalspieler mit Coach Philipp Zuschlag bereits einige Tage vor dem Start des 9. Star Masters-Turnier in Thailand angekommen. Vom 20. bis 26. Februar 2019 lockt dieses Event Spitzensportler aus aller Welt nach Pattaya . Die Delegation wurde von DPV-Ehrenpräsident Klaus Eschbach in Empfang genommen, der bereits seit einigen Jahren in dem wunderschönen asiatischen Land lebt. Drei Doublette- und zwei Triplette-Teams formt der Bundestrainer aus dem Kreis der Kaderspieler, die im Kampf um die vorderen Plätze am Ende auf die Siegertreppchen sollen.

Und der Weg auf das Podest wird mit Sicherheit kein Spaziergang – unter den teilnehmenden Nationen finden sich reichlich Weltmeister: Frankreich, Thailand mit 5 Teams, Belgien und Madagaskar. Hinzu kommen in diesem Jahr auch neue Mannschaften wie Kambodscha, Reunion, Senegal (Halbfinalisten der letzten WM), Mauritius, Australien und Japan – sowie diverse Sponsoren-Teams (MS, Team Boulenciel, Team Toro)

 

Die DPV-Delegation,
hinten von links nach rechts: 
Raphael Gharany, Coach Philipp Zuschlag, Marco Lonken, Moritz Rosik
vorne von links nach rechts:
Vincent Probst, Pascal Keller, Sascha Löh, Tanja Löh (als bewährte „gute Seele“) und DPV-Ehrenpräsident Klaus Eschbach.

 

Konzeptionell verfolgen die DPV-Verantwortlichen im nationalen Spitzensport eine Strategie, die sich vor allem darauf stützt, dass die Sportler in den einzelnen Teams einen sehr guten Bezug zueinander haben. „Team-Building“ ist für die Coaches das Thema Nr. 1 um auf internationalem Parkett bestehen zu können. Alle Spieler sind in Sachen Technik und Taktik auf demselben hohen Niveau zuhause – wichtig ist es also, dass sie sich innerhalb einer Mannschaft auf allen Positionen perfekt ergänzen – dass die „Chemie“ stimmt.

Im Rahmen dieses internationalen Wettkampftrainings sollen folgende Team-Zusammenstellungen getestet werden:

Doublette-Teams 1:
Raphael Gharany und Pascal Keller
Sascha Löh und Moritz Rosik
Marco Lonken und Vincent Probst

Doublette-Teams 2:
Raphael Gharany und Moritz Rosik
Vincent Probst und Pascal Keller
Sascha Löh und Marco Lonken

Triplette:
Sascha Löh, Raphael Gharany und Vincent Probst
Marco Lonken, Moritz Rosik und Pascal Keller

Die frühe Anreise ermöglichte natürlich auch diverse sportliche Begegnungen jenseits des Masters, um mit dem Klima und den örtlichen Bedingungen vertrauter zu werden. Gerne hätte die Nationalmannschaft in Begleitung von Klaus Eschbach das „Indoor-Stadium“ besucht, den Sitz des Thailändischen Pétanque-Verbandes, der den einheimischen Sportlern fast ein Tempel ist. Diese Visite scheiterte leider am „Makha Bucha“, einem der drei höchsten thailändischen Feiertage, an dem solche Institutionen geschlossen sind.

Einige Partien auf den Boulebahnen im örtlichen Lumphini-Park sorgten hier aber für adäquaten Ersatz.

Von Bangkok aus ging es dann mit dem PKW für die Delegation weiter nach Pattaya, an den Ort des Geschehens, wo bereits am Donnerstag, dem 21. Februar, mit einem „Gentleman“-Turnier im Supermelée-Modus der Auftakt der sportlichen Begegnungen stattfand.

Unter den 6 Spielern, die sich am Ende aus den 66 Teilnehmern für das Finale qualifiziert hatten, waren mit Klaus Eschbach und Sascha Löh zwei aus der DPV-Delegation vertreten. Und prompt spielten die beiden, ergänzt um einen Spieler aus dem paradiesischen Mauritius namens Sulin, in einem Team. Eschbach und Löh kennen sich schon über 20 Jahre, Klaus war bereits DPV-Funktionär, als es Sascha im Jahr 2000 als erstem Spieler überhaupt gelang, gleich drei der damals noch insgesamt vier Deutschen Meistertitel zu erkämpfen. Hier stimmt jedenfalls die Chemie – und so war es kaum verwunderlich, dass sich das DPV-Team mit einem souveränen 13:4 den Turniersieg sicherte. 

 

Die Turniersieger: Sulin, Sascha und Klaus

Auch zum ersten Doublette-Turnier vor Ort gibt es erfreuliches zu berichten. Hier siegten sich Marco Lonken und Vincent Probst souverän durch vier Runden – und mussten sich erst in der letzten Partie dem Team des Belgiers Claudy Weibel geschlagen geben – der übrigens auch im Jahr 2000 seinen größten sportlichen Erfolg feiern konnte, als er mit der belgischen Nationalmannschaft Weltmeister wurde.

Marco und Vincent im Spiel gegen Claudy Weibel.

Bei den ebenfalls gestarteten Tireur-Wettbewerben war die Betriebstemperatur für die DPV-Teilnehmer Sascha Löh und Marco Lonken leider noch nicht so optimal. Beide schafften es nicht, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Umso mehr Potenzial bleibt unseren Nationalspielern nun, sich auf Siege in den kommenden Turnieren des Star Masters zu konzentrieren.

Natürlich bleiben wir an der Kugel und werden weiter berichten!

Der DPV beim Star Masters Thailand Pétanque 2019

Im Februar startet das 9. Star Masters Thailand de Pétanque in Pattaya. Hier erwarten uns vier Tage Pétanque auf absolutem Spitzenniveau. Noch fehlen alle Angaben zu den Teilnehmern der einzelnen Nationen, aber es ist davon auszugehen, dass sich wieder unzählige Weltmeister-Titel unter den Spielern finden werden.

Coach Philipp Zuschlag hat gerade die Namen aus dem National-Kader veröffentlicht, die den DPV bei diesem international hochkarätigen Turnier vertreten werden.

Mit Raphael Gharany, Moritz Rosik und Sascha Löh reisen drei der vier Pétanque-Asse nach Asien, die bereits bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Kanada einen tollen 5. Platz für Deutschland erkämpfen konnten.

Außerdem werden Vincent Probst, Marco Linken und Pascal Keller in Thailand die deutschen Farben vertreten. Ebenfalls zur Delegation gehört Bundestrainer Philipp Zuschlag selbst, der noch darüber informieren wird, welche Spieler jeweils in den beiden Triplette miteinander antreten.

Zu den Weltmeisterschaften im Tête und Doublette, die im April in El Ejido/Spanien stattfinden, wurden bereits Manuel Strokosch und Robin Stentenbach als Vertreter des DPV genannt. Die Namen der Spielerinnen, die dort für Deutschland antreten werden, stehen noch nicht fest.