Am Wochenende kamen die beiden Mannschaften für die Weltmeisterschaften vom 4. bis 11. November 2017 zusammen. Weiterlesen

Die inzwischen lange Tradition des Austausches zwischen dpj und dem französischen Verband im Rahmen des (und gefördert durch das) Deutsch-Französische Jugendwerkes fand in diesem Jahr seine Fortsetzung mit einer Begegnung von Spielerinnen im Espoirs-Alter.
Der Begriff Espoirs füllt in diesem Austausch natürlich eine doppelte Bedeutung aus. Das französische Wort „Espoir“ bedeutet im Deutschen „Hoffnung“ und drückt an dieser Stelle natürlich den mit dieser Veranstaltung verbundenen Wunsch aus, dass die Begegnung von jungen Erwachsenen das Verständnis voneinander festigt und darüber hinaus eine nachhaltige und nach vorne gerichtete Bindung wachsen lässt, die unser aller Wunsch nach gemeinsamer und fortschrittlicher Entwicklung der Völkerverständigung erfüllt.

Dass im sportlichen Sinn der Begriff „Espoir“ darüber hinaus in unserer Sportart auch den Wunsch ausdrückt, dass die weiblichen „Hoffnungen“ sich für sie und unseren Sport erfüllen, ist hier eine schöne doppelte Sinn-Besetzung.

Der Austausch war in diesem Jahr in enger Absprache in Palavas-les-Flots geplant worden. Palavas-les-Flots liegt etwa zehn Kilometer südlich von Montpellier am Golfe du Lion am Mittelmeer. Sie ist eine typische Stadt im Süden, gelegen auf einer Landzunge zwischen Mittelmeer und naturbelassenen Binnenseen und geprägt von einer über dreihundertjährigen Geschichte.
Im 18. Jahrhundert ließen sich einige Fischer im Schutz der Redoute de Ballestras nieder.
Der Kanal ist schon immer in den Händen der Fischer, denn Palavas ist vor allem ein Hafen! Morgens kann man an den Ständen frisch gefangenen Fisch kaufen und dabei die große Tradition der Fischer bewundern, die die schwierige Arbeit ihrer Väter fortsetzen.

Heute ist Palavas natürlich voll für den Tourismus erschlossen, aber neben wunderschönen Sandstränden, die zum Baden und Sonnen einladen, gibt es natürlich auch viele Stätten zu entdecken, an denen man die Geschichte und Tradition gerade für junge Menschen wieder lebendig werden lassen kann.
Dazu gehören neben eines Besuches des Albert Dubout Museums, eines französischen Künstlers und Karikaturisten in dieser Region, der in unnachahmlicher Weise neben den Lebensgewohnheiten der Südfranzosen (von Corrida bis Boule) auch für viele schöne Plakate bekannt ist. Auch das Jean-Arisitide Rudel Heimatmuseum, in dem man in ganzer thematischer Breite den Wandel der kleinen Stadt Palavas entdecken kann, ist ein Besuch wert.

Schon am Montag nach der Anreise zeigte sich, dass diese Truppe von jungen Frauen ganz schnell Verbindungen finden wird. Natürlich gehört in einer solchen Gruppe das Fachsimpeln über den Sport dazu, aber was kann es Besseres geben, als ein gemeinsames Thema, dass alle Hemmungen des „Unbekanntseins“ ganz schnell überwinden lässt. Die traditionelle Hauptmahlzeit der Franzosen, das Abendessen, zeigte den jungen Deutschen schon gleich den ersten Aspekt französischer Kultur mit vielen traditionellen Köstlichkeiten.

Nach diesem ersten Kennenlernen stand der nächste Tag mit sportlichen Aspekten im Vordergrund.
Bei einem gemeinsamen Pétanquetraining wurden Ateliers mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und als besondere Herausforderung Donnees auf sehr harten Böden gespielt. Immer wieder wurden auch die unterschiedlichen Trainingsmethoden in einem intensiven fachlichen Austausch mit Spielerinnen und Trainern diskutiert und auch taktische Spielweisen besprochen.
Austausch heißt natürlich auch in gemischten Französisch-Deutschen Formationen neue Kontakte knüpfen und den Austausch intensivieren. Auch die Trainer brachten sich bei diesem Austausch intensiv ein, durch das Vorstellen der unterschiedlichen Konzepte zum Aufwärmen oder durch Bewegungsspiele mit Musik fand man sich immer mehr als Gruppe zusammen.
Auch bei den Mahlzeiten wurde die Sitzordnung davon bestimmt die beiden Nationen so eng wie möglich zu verknüpfen.

Dass trotzdem auch ein Wettkampf zwischen den Nationen bei einem solchen Programm dazu gehört, ist natürlich selbstverständlich. Dass das „Mutterland“ unserer Sportart dabei den Kürzeren zog tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch.

Dass am nächsten Tag auch ein Strandausflug eine gelungene Abwechslung zu den sportlichen Aktivitäten war, steht außer Frage und war eine schöne Einstimmung auf die Geburtstagsfeier einer französischen Spielerin am Abend.

Auch in den folgenden Tagen standen neben dem sportlichen Austausch immer wieder Programmpunkte im Freizeit und Kulturbereich auf der Tagesordnung. So wurden kulturelle Sehenswürdigkeiten vor Ort sowie der in der Kleinen Camargue liegenden Stadt Aigues Mortes besichtigt. Der frühe Siedlungsort war schon im Jahr 102 v.Chr. bekannt und seit dem 10. Jahrhundert auch unter dem Namen Ayga Mortas („Totes Wasser“) bekannt. Hauptsehenswürdigkeiten sind die vollständig erhaltene Stadtmauer, die Altstadt und der Tour de Constance. Dieser und andere Türme der Stadtmauer dienten zur Zeit der Hugenottenkriege als Gefängnis für Protestanten.
Nach diesem gelungenen Ausflug in dieser grandiosen Umgebung waren dann auch wieder die sportlichen Herausforderungen angesagt.
Für alle Teilnehmerinnen waren diese Tage ein intensives Erlebnis, das vor allem zwischenmenschliche Beziehungen brachte und auch tiefe Einblicke in kulturelle Traditionen und Geschichte brachte.
Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren französischen Partnern, die ein abwechslungsreiches Programm, ganz im Sinne der Deutsch-Französischen Freundschaft und Partnerschaft, gestaltet haben.

 

Bilder von Daniel Dias.

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