Jürgen Schrajer lockte mit Hubert Arians – und viele kamen.

Nach der Begrüßung durch den Lehrgangsleiter Hubert Arians und den DPV Trainerbeauftragten Jürgen Schrajer wurden zunächst Erhebungsbögen an die Teilnehmer verteilt in denen statistische Daten wie Alter, persönliches Spielniveau und Niveau der bislang durch sie trainierte Gruppen abgefragt wurden. Darüber hinaus sollte aber auch jeder Einzelne seine positiven und eher negativen Erfahrungen im Rahmen seiner Arbeit als Trainer darstellen.

Anschließend bildeten jeweils frei gemischt zwei Teilnehmer ein Paar, wobei der eine Partner den anderen anhand des Bewertungsbogens und eines zuvor geführten kurzen Vier-Augen-Gespräches der gesamten Gruppe vorstellte.

Nach der Auswertung der Erhebungsbögen durch Friederike Stein-Arians wurde festgestellt, dass die Lehrgangsteilnehmer durchschnittlich 53,2 Jahre alt sind und allesamt schon an Deutschen Meisterschaften teilgenommen hatten. Darüber hinaus hatten alle Teilnehmer schon sowohl Spieler im eigenen als auch in fremden Vereinen trainiert.

Als am ehesten positive Trainererfahrungen wurde das erfolgreiche Ausbilden einer Ligamannschaft genannt, repräsentativ für die Antwort auf die Frage nach den eher negativen Erfahrungen war das Training im eigenen Verein. Als Thema für zukünftige Fortbildungen war der Wunsch nach einer gezielten Trainingsplanung/-anleitung und hier insbesondere nach einem eigenen Kapitel „Mentaltraining“ am größten.

Nachdem nun die theoretische „Chemie“ in der Gruppe abgestimmt war und es vor allen Dingen einen Überblick über den Ausbildungsstand und daraus resultierend den Fortbildungsbedarf der Teilnehmer gab, ging es nahtlos über in den ersten Teil des Programms von Hubert Arians: „Erläuterung der Grundlagen einer gezielten Trainingsplanung“.

Die Erstellung von Trainingsplänen erfolgt unter Berücksichtigung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielsetzungen und wird deshalb in Tages-, Wochen-, Monats- und Jahrespläne unterteilt. Vor diesem Hintergrund ist vom Trainer, vor der Aufstellung eines Trainingsplanes, gemeinsam mit den Sportlern eine Hierarchisierung von persönlichen Zielen vorzunehmen, um dann in einem zweiten Schritt wiederum gemeinsam passende Trainingspläne zu konstruieren, jeweils mit den individuellen Zielsetzungen. Das Erreichen jedes Einzelnen dieser Ziele bedarf einer regelmäßigen Kontrolle durch den Sportler und den Trainer. Bei allen Trainingsplänen müssen die Grundsätze der Trainingslehre beachtet werden.

Weitergehend bildete Hubert Arians, durch Losverfahren, vier Arbeitsgruppen.

Jede Arbeitsgruppen hatte die Aufgabe einen individuellen Jahres-, Monats- und Wochentrainingsplan zu erstellen, der sich dann im Rahmen der Weiterbildung jeweils auf ein anderes Mitglied aus der Arbeitsgruppe bezog. Jede Gruppe benannte einen Protokollanten und einen Sprecher, der abschließend die Gruppenergebnisse im Plenum vorträgt.

Für die Durchführung der Aufgabe stand den Teilnehmern aufgrund der insgesamt begrenzten Zeit ein Block von 2 Stunden zur Verfügung. Während der gesamten Arbeitsphase stand Hubert den Gruppen für Rückfragen zur Verfügung.

Unter der Leitung des Präsidenten des Landesverbandes RLP Jürgen Hatzenbühler schaffte es tatsächlich nur eine Gruppe, die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit fertig zu stellen und vorzutragen. Als Probantin in dieser Arbeitsgruppe hatte sich Gudrun Deterding freiwillig zur Verfügung gestellt. Sie stellte im Rahmen ihrer Ausführungen fest, dass ihr nach Definition ihrer persönlichen Ziele 2006 und eines gemeinsam darauf abgestimmten, individuellen Trainingsplanes, kaum Zeit für eine längere Geburtstagsfeier, geschweige denn für Urlaub, bleiben würde. Als professionelle Trainerin auch in anderen Sportarten, erkannte sie die erarbeiteten Trainingspläne allerdings als sehr gut und realitätsnah an.

Ein langer Tag ging dann mit eher geselligem Boule-Spiel im Krefelder „Palmenhaus“ zu Ende und die Teilnehmer fuhren in ihre Hotels.

Am nächsten Morgen beendeten zunächst alle Gruppen ihre Arbeiten zum Thema „Evaluation und Trainingsplanung“ und ließen die Ergebnisse durch ihren Sprecher vortragen.

In seinem anschließenden Fazit wies Hubert Arians die Arbeitsgruppen noch einmal nachdrücklich darauf hin, wie wichtig es ist, am Anfang eines jeden Trainingsabschnittes einen detaillierten Eingangstest und im weiteren Verlauf Kontrollverfahren in die Trainingsplanung der Sportler mit aufzunehmen.

Nach einer kleinen Pause loste Huber Arians erneut einzelne Arbeitsgruppen. Die Lehrgangsteilnehmer hatten hierzu von ihm eine „Hausaufgabe“ bekommen, deren Erledigung vorausgesetzt wurde.

Thema: „Erarbeitung und Vorstellung von Trainingsübungen für Kinder und Jugendliche“.

Diese Trainingsübungen sollten von den einzelnen Spielern in der Gruppe aufgestellt und durchgeführt werden, um sie gleich anschließend wiederum in der Gruppe zu diskutieren und zu bewerten. Im Ergebnis sollte festgestellt werden, ob die vorgestellte Übung zielgruppengerecht und angemessen ist – oder was man gegebenenfalls an dieser Trainingseinheit positiv verändern könnte.

Fast alle Teilnehmer konnten aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen und es wurden beeindruckend zielgruppengerechte Übungen erarbeitet. Luftballons, Kunststoff-Flaschen, Bonbons und Cochonnets in allen Farben fanden sich auf den Bahnen wieder. Da die Teilnehmer Anfänger- (also Kind-) gerecht mit der „falschen“ Hand werfen mussten, hatten die Übungen auch noch einen hohen Unterhaltungswert für jeden Einzelnen.

Zum Abschluss dieser Übungen sammelten sich alle noch einmal um Hubert Arians und es wurde ein Informations-Verteilungssystem für die erarbeiteten Seminar-Unterlagen für die Teilnehmer festgelegt.

DPV Trainerbeauftragter Jürgen Schrajer erläuterte noch einmal die Bestimmungen des Deutschen Sportbundes im Zusammenhang mit der Trainer-C-Lizenz. Er wies auf die Notwendigkeit einer fachspezifischen Fortbildung zur Erlangung einer Trainerlizenzverlängerung hin und das der DPV in Zukunft ausreichend Fortbildungen zur Qualifizierung und Verbesserung seiner Trainer anbieten wird.

Erste klare Vorstellungen zu Fortbildungsthemen liegen nun auch aus dieser Seminargruppe vor: Mentales Training, Coaching, gezielte Trainingsplanung und Pétanque-Sport für spezielle Gruppen wie Kindern oder Menschen deutlich fortgeschrittenen Alters.

Die Trainerlizenzen der Teilnehmer wurden vom DPV-Verantwortlichen nach dieser Fortbildung um weitere 4 Jahre verlängert.

Nach einem Schlusswort von Hubert Arians kam es noch zu einem emotional bewegenden Abschiedswort von Ludwig Schudt, der sich in aller Form von der „Trainerschaft der ersten Stunde“ verabschiedete. Ludwig erklärte, er habe seine Trainerlizenz jetzt noch einmal um 4 Jahre verlängert um noch in seinem Verein in Rastatt zu arbeiten, aber es sei für ihn wohl an der Zeit „in Rente zu gehen“. Die Verbandsarbeit im BBPV Baden Württemberg in ihren schwierigen Anfängen und mittlerweile Erfolgen habe ihn soviel Kraft gekostet, dass er es sicherlich verdient habe, nach so viel Jahren, den Ruhestand zu genießen und das Feld jüngeren Leuten zu überlassen. Der Applaus der Lehrgangsteilnehmer bestätigte ihm, dass sein Engagement über viele Jahre eine angemessene Anerkennung findet.

Nach einem Dankeswort von Erich Braun an Hubert Arians für die interessante Fortbildung traten die Teilnehmer ihre lange Heimreisen in alle Teile der Republik an: nach Hannover, Braunschweig, Ludwigshafen, Freiburg, Rastatt und Berlin.