EM Frauen 2018 – Fazit zum ersten Tag

Die deutsche Mannschaft wird nicht nur hoch gehandelt sondern zeigt auch warum!

Der erste Tag der Europameisterschaft 2018 im Triplette Frauen ist vorbei und die deutsche Mannschaft schließt die 5 Runden Schweizer System auf dem 3. Platz ab.

Als das Team am Morgen den „Midi Libre“, die Zeitung für Südfrankreich aufschlägt, ist natürlich auch über den Nationalsport Pétanque und die stattfindende EM ein großer Artikel zu finden. Es wird zwar hauptsächlich aus Sicht des französischen Teams berichtet, aber eine bemerkenswerte Stelle in diesem Artikel macht auch unser Team stolz.

Als es nämlich darum geht, wer der Equipe aus dem Mutterland des Pétanque, Steine auf dem Weg zum Titel in den Weg legen könnte, wird dort als erstes unser Team genannt. Wie man sieht sind die Erfolge unserer Frauen bei den Turnieren in Palavas aber auch bei der letztjährigen EM U23 Espoirs im kollektiven Gedächtnis der französischen Boulewelt.

Und unser Team zeigte, dass sich das nicht nur in der Zeitung gut liest, sondern auch auf dem Platz mit deutlichen Spuren zeigt.

Die erste Runde begann zwar noch etwas hakelig, aber nach einem befreienden und erfolgreichen Schuß von unserer Legerin Verena wird aus einem 1:6 gegen Wales ein dann ungefährdeter Auftaktsieg.

Die zweite Runde bringt uns dann England als Gegner, die aber nach einer kurzen „Einspielphase“ mit 13:2 das Nachsehen haben.

In der dritten Runde gegen die Ukraine entspinnt sich dann eine sehr schön anzuschauende Partie, die für die Zuschauer unseres Teams schon für einen gewisse Thrill sorgen. Trotz sehr guten Spiels unserer Mannschaft gibt sich das ukrainische Team zu keinem Zeitpunkt geschlagen und es gehört eine ganze Portion wichtiger Kugeln dazu, um auch dieses Spiel zu unseren Gunsten zu wenden. Ein verdienter und schwer erarbeiteter 13:10 Sieg steht am Ende auf der Scorecard.

In der vierten Runde dann unsere Nachbarn aus Österreich, die ebenfalls 3 Siege bis dahin aufweisen konnten.
Am Morgen noch gab der deutsch-österreichische Prsäident Ralf Kremer, auf Nachfrage nach einem Ziel, aus, dass man so lange wie möglich im Turnier spielen wolle, egal ob EM oder Nationscup. Die Siegesserie hatte aber hier für sie ein Ende. Unsere Mannschaft kam ungefährdet zu einem 13:2 Sieg, der den Gegner der 5. Runde dann vorprogrammierte.

Frankreich war nach einem Sieg über die Schweiz, die zweite Mannschaft mit 4 Siegen.

Mit ernsten Gesichtern ließen es sich alle Delegationsangehörigen der Franzosen nicht nehmen mit einem „Bonne partie“ uns zu begrüßen. Und man spürte deutlich, dass hier ein Treffen auf Augenhöhe stattfinden würde.
Aus taktischen Gründen entschloß sich unser Team mit einer völlig neuen Aufstellung aufzulaufen, um eine weitere Formation zu testen. Denn an dieser Stelle war ein Sieg kein Muss, sondern nur eine gewünschte Möglichkeit.

Das Spiel, welches im Livestream der EM zu sehen war, entwickelte sich dann zu einer eng geführten Partie, bei der unsere Mannschaft natürlich auch mit der ungewöhnlichen Aufstellung etwas probieren konnte, aber gleichzeitig keine übermächtige Dominanz der Französinnen zuließ. Nach Ablauf des Zeitlimits entschieden dann nur sehr wenige Kugeln zu Gunsten der Französinnen das Match für diese. Der Erkenntnis- und Selbstbewußtseins-Gewinn für unsere Mannschaft ist dabei aber viel höher einzuschätzen. Die Sieger jedenfalls hatten doch auch die eine oder andere Miene aufgesetzt, die man normalerweise bei einem Sieg nicht sieht. Auch die Gratulations-Kur hatte nichts von Überlegenheit sondern war mit Respekt und Achtung gepaart.

Unsere Spielerinnen haben sich selbst bei dieser Niederlage weiter Respekt verschafft und Kenner der Szene haben uns nach dieser Niederlage zu unserem Spiel gratuliert. Manches ist vieleicht ohne Hintergründe und mit Blick auf den sehr beschränkten Fokus der Übertragung nicht so leicht nachzuvollziehen, aber diejenigen seien gewarnt vor Kommentaren, die diese Leistung auf Grund des Gesehenen und dieser einen Niederlage schmälern. Die Kenner jedenfalls sehen das Potential, die gute Ausbildung, die technischen Fähigkeiten und das wohl ausgebildete und, vom Coach mit dem Team gut ausbalacierte, taktische Kalkül.

Ich denke wir können jetzt schon ein bisschen stolz auf diese Team sein.

Aber…

Die EM und unser Team hat nur eine erste Etappe hinter sich gebracht. Weitere Aufgaben folgen und sind:

Die Poulephase mit Polen, Dänemark und der Schweiz.

Jetzt heißt es ab Samstag 14:00 Uhr wieder volle Konzentration um mit weiter guten und sehr guten Leistungen das Viertelfinale zu erreichen.

Das Team weiß um seine Stärken und wird sich jetzt neu fokussieren um auch diese Aufgabe zu meistern.

Wir werden euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten und versuchen soviel wie möglich Live zu zeigen.

Die Poules der EM sind:

Poules 1:
(im Viertelfinale über Kreuz gegen Poules 2)
Frankreich
England
Schweden
Finnland

Poules 2:
(im Viertelfinale über Kreuz gegen Poules 1)
Tschechien
Holland
Österreich
Italien

Poules 3:
(im Viertelfinale über Kreuz gegen Poules 4)
Deutschland
Polen
Dänemark
Schweiz

Poules 4:
(im Viertelfinale über Kreuz gegen Poules 3)
Belgien
Israel
Ukraine
Türkei

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