[img:50:rechts]Seit Jahren bestehen ein intensiver Erfahrungsaustausch und freundschaftliche Beziehungen zum schwedischen Jugendcoach Bengt Ydnäs. So bereitete sich das schwedische Team schon 2000 in Ettenheim auf die Europameisterschaft vor. Seit dieser Zeit gab es auch immer wieder Einladungen nach Schweden, die jetzt realisiert wurden. Zwei Teams aus dem Jugendkader reisten mit Jugendwart Axel Berger im gecharterten Kleinbus nach Malmö. Da Ryan-Air ab Frankfurt-Hahn eine sehr günstige Flugverbindung anbietet, konnte ich ebenfalls mit dabei sein. Unsere Teams. Stehend: Jugendwart Axel Berger, das Team D1 mit Patrick Beton, Richard Glattfelder, Julien Gasc. Kniend das Team D2: Kati Schweiger, Florian Kemmer, Tillmann Gottwald

Direkt neben dem Stadion von Malmö in einem riesigen Sportareal mit Rasenplätzen, Hartplätzen, Tennis, Eissporthalle und Mehrzweckhallen,waren auf einem Hartplatz die Spielfelder [img:38:links]abgesteckt. Der erste Blick auf das Terrain war überwältigend: in einer Reihe von rot-weißen, optisch sehr schön anzusehenden Zelten der Stadt Malmö waren die Turnierleitung und die ganzen Verpflegungseinrichtungen untergebracht; drei Tribünen am Spielfeldrand boten den zahlreichen Zuschauern die Möglichkeit, die Spiele bequem zu begutachten; ein recht professioneller Sprecher kommentierte, wie bei der letzten WM in Grenoble, die interessantesten Spiele für die Zuschauer; sogar eine deutsche Fahne war an der Straße am Eingang zum Terrain gehisst. Alles in allem machte dieses Turnier rein äußerlich einen besseren Eindruck als die meisten DM’s, die ich bisher kennenlernte. Veranstalter waren übrigens zwei Klubs aus Malmö: „Quatre Boule” und „Nobel Pétanque”, unterstützt durch die Stadt Malmö und 21 lokale Sponsoren.

[img:44:rechts]Außer für die Jugend war auch für die Damen-Nationalteams am Sonntag ein Ländervergleichskampf angesetzt. Daneben lief ein drittes offenes Turnier, alles in allem tummelten sich rund 80 Triplettes auf dem Terrain. An dem Jugendturnier nahmen außer Gastgeber Schweden und uns die Nationalteams aus Dänemark und Großbritannien teil. Jede Nation stellte zwei Teams – als D 1 und D 2 usw. bezeichnet. Unser erster Gegner war Großbritannien, das mit 3:1 besiegt werden konnte. Das gleiche Ergebnis erreichten unsere Juniors auch gegen Dänemark. In jeder Runde spielte zunächst jeweils Team 1 gegen Team 2, dann die beiden Einzer- und Zweierteams gegeneinander. Bei drei oder vier gewonnenen Spielen gab es 2 Punkte, bei einem Unentschieden 1 Punkt. Nach den ertsen beiden Runden lag Deutschland also mit 4 Punkten vor Schweden mit 3, Dänemark mit 2 und Großbritannien mit einem Punkt. Ein Unentschieden gegen Schweden würde uns also zum Gesamtsieg reichen, weil Schweden nach einem 10:0 Vorsprung gegen Dänemark noch eine zweite Partie in dieser Runde verloren hatte.

[img:46:links]Von der Turnierleitung wurden die Spiele immer auf direkt nebeneinanderliegende Plätze gelegt. So konnten wir als Betreuer und Coach die SpielerInnen bestens beobachten. Für drei der Spieler war dies der erste große internationale Einsatz. Im Team D 1 spielten Julien Gasc, Konstanz, Richard Glattfelder, Rastatt, und Patrick Beton, Bühl. In D 2 Katrin Schweiger, Dietfurt, Tillman Gottwald, Marl, und Florian Kemmer, Bacherach. Beide Teams kamen nach anfänglicher Nervosität immer besser ins Spiel. Die Auslosung hatte ergeben, dass die Gegner von Runde zu Runde stärker wurden. Vor der letzten Runde konnte Schweden durch einen Sieg den Gesamtsieg erringen, uns reichte ein Unentschieden. Ich beobachte Deutschland 2 gegen Schweden 1. Kati legte zwingend vor, was beim schwedischen Tireur zu immer mehr Löchern führte. Die Trefferquote von Florian steigerte sich von Spiel zu Spiel und Tillmann war seiner Rolle als Milieu voll gewachsen. Das Ergebnis von 13:6 unterstreicht dies deutlich. Ein wichtiger Sieg war geschafft. Etwas schwieriger und sehr eng gestaltete sich das Spiel von Deutschland 1. Nach anfänglicher Führung kamen die Schweden bis auf 10:10 heran.

[img:40:rechts]Dann kam ein Wolkenbruch mit Gewitter, die Schiedsrichter mussten abrechen und binnen 5 Minuten stand alles unter Wasser. Selbst in den Zelten gab es nasse Füße. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Besuch in Malmö beim Nordseecup 1990 erinnern. Auch damals gab es diesen sintflutartigen Gewitterregen, mit dem, wie mir ein Schwede sagte, der schwedische Sommer stets beginnt. Also Abbruch und vertagen auf Sonntagmorgen 9.30 Uhr. Ab ins Hotel und nach dem Abendessen ins Bett, die lange Anreise steckte allen doch noch in den Knochen. Übrigens, das Hotel (Ibis) war nur rund 300 m vom Bouleplatz entfernt, ideal für solche internationalen Großturniere. Interessant war auch, dass ein Teil der Spieler aus Nordschweden eine weitere Anreise hatten als manche von uns.

[img:32:links]Nach dem ausgezeichneten Frühstück und dem Einspielen wurde die Partie fortgesetzt. Schweden legte die erste Kugel 15 cm hinter die Sau. Nach zwei Löchern von Patrick versuchte Richi den Punkt zu erlegen. Deutlich zu lang. Die zweite überkorrigiert und zu kurz. Julien legt seine Kugel rechts neben die schwedische, aber um ein paar Millimeter zu lang. Mit der letzten bleibt er 10 cm vor der Sau und macht den Punkt. Aber die Schweden haben noch 5 Kugeln. Der erste Schuss ein Loch, dem zweiten passiert die denkbar schlechteste aller Möglichkeiten: ein Konter auf die eigene beschert D 1 zwei Punkte am Boden und da die nächsten 3 schwedischen Kugeln nicht kamen, auch den Sieg in der Gesamtwertung. Glückwunsch. Ein zwar kurioses Ende der vertagten Partie, aber durch das Unentschieden wurden die beiden letzten Partien nicht mehr ausgetragen, zumal für Sonntag ein zweites offenes Doublette-Turnier angesetzt war, an dem außer den National-Teams auch viele schwedische und Dänische Jugendteams teilnahmen.

[img:48:rechts]Am Sonntag fand dann die offizielle Jugendsichtung der Schweden statt. Es wurde ein Doublette-Turnier ausgerichtet. Auch unsere sechs sowie die noch anwesenden Dänen nahmen teil. Bei insgesam 34 Doublettes schafften Tillmann Gottwald und Florian Kemmer im Endspiel gegen Schweden 1 einen Sieg und konnten so das Turnier für sich entscheiden. Patrik und Julien kamen bis ins 1/4-Finale, nachdem Sie zuvor im 1/8-Finale das dritte deutsche Team Kati und Richard besiegten.

Parallel dazu liefen zwei weitere Turniere für Erwachsene mit vielen bekannten schwedischen, dänischen und finnischen Spitzenteams. Das andere Turnier war Senioren über 50 vorbehalten und meiner Einschätzung nach waren dies rund 30 Teams.

Zwei Dinge sind mir, außer der guten Organisation, noch positiv aufgefallen. Alle Teams spielten in einheitlicher Kleidung – ein wunderschönes, farbenfrohes Bild einer Sportveranstaltung, bei der es an beiden Tagen nirgendwo alkoholische Getränke gab – weder für Spieler noch für Zuschauer!

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