Mannheim – Bundesliga-Spieltag der kurzen Wege

Der Titelverteidiger ist in der letzten Runde aufgewacht

Beneidenswert, das große Platzangebot bei Waldhof-Mannheim und ein großes Lob an den Ausrichter, der die Plätze hervorragend hergerichtet hat. Jede der Begegnung fand in einem eigenen, durch Balken gut getrennten Carree statt. Die gleiche Fläche steht nochmals bereit für alle, um sich warm- oder einzuspielen. Der TV Waldhof ist einer der größten Sportvereine in Mannheim, gegründet vor 131 Jahren – die Abteilung Boule vor 16 Jahren. Abteilungsleiter Dieter Albrecht begrüßte die Sportler,  natürlich ganz besonders den Nachbarverein Sandhofen, die Nachbarn Viernheim, Lützelsachsen, Heidelberg und Tromm und die am weitesten angereisten Saarwellinger. Ein Gruß galt auch dem Vorsitzenden des TV 1877 e.V. Mannheim-Waldhof Fred Hauser, dem Vertreter der Stadt und jugendpolitischen Sprecher Roland Weiß, der Turnierleitung mit Klaus Eschbach und Fred Snella sowie den beiden Schiedsrichtern Holger Franke und Michael Weber.

Pünktlich 10:30 ertönte der Pfiff zur ersten Runde, in der es gleich die ersten Überraschungen gab. Der Tabellendritte Saarwellingen setzte sich in beiden Triplettes gegen Heidelberg durch und  baute den Vorsprung in der Doubletterunde auf 4:1 aus.  Titelverteidiger Mannheim erwischte einen schlechten Start und kam gegen Lützelsachsen mit 1:4 unter die Räder. Die beiden hessischen Vertreter schenkten sich nichts, der EuroCup-Vertreter von 2007 Viernheim konnte jedoch nur seine beiden Mixte-Begegnungen gewinnen. Hier also ein 3:2 für Tromm.

Gespannt wartete man auf die Ergebnisse der ersten Runde aus Hannover, wo sich wie erwartet die Favoriten durchsetzten.

In der zweiten Runde das Nachbarschaftsduell Mannheim gegen Viernheim: Gleichstand nach der Tripletterunde, aber am Ende hatte Viernheim mit 3:2 die Nase vorn. Bei  Saarwellingen gegen Lützelsachen ebenfalls zuerst Gleichstand, in der Doubletterunde konnte sich Saarwellingen zweimal durchsetzen und die Führung im Süden weiter ausbauen. Auch bei Heidelberg und Tromm mussten die Doublettes die Entscheidung bringen. In der einzigen Hängepartie des Tages konnte Tromm den dritten 3. Punk holen.

Um 18 Uhr startete die dritte Runde. Nachdem den ganzen Tag über angenehme Temperaturen herrschten, setzte nach 20 Minuten ein leichter Regen ein, der sich aber glücklicherweise schon nach kurzer Zeit verzog. Mit besonderem Interesse verfolgten die Zuschauer die Begegnung Mannheim gegen Heidelberg. Beide Teams brauchten dringend Punkte. Mannheim gewinnt das Mixte 13:9, aber verliert das zweite Spiel nach langer, verbissener Aufholjagd. Also Punktegleichstand.

Saarwelligens Triplette fertigte Tromm mit 13:0 ab. Gleichzeitig steht es bei der Mixte 4 beide. Punkt um Punkt  wird erkämpft – beim Stand von 11:9 nutzen die Saarländer zwei Löcher von Tromm zum 2. Sieg aus. Auch Viernheim ist jetzt aufgewacht, zwei Siege in den Triplettes sind eine gute Basis für die letzte Runde.

Zur Doubletterunde musste dann doch schon das Licht eingeschaltet werden. Es war ein langer Tag aber gerade in dieser letzten Runde kam es zu hochklassigen Spielen. Ohne die Leistungen anderer zu schmälern – besondere Leckerbissen waren bei Saarwellingen gegen Tromm die Begegnung von Sönke Backens und Jo Neu gegen Klaus Mohr und seinem jungen Tireur Daniel Reichert. Nebenan im Mixte lagen die Nerven offen und es war gut, dass die Schiedsrichter in der Nähe blieben. Bei Viernheim gegen Lützelsachsen lieferten sich Jan Behrend und  Heiko Meckler eine carraureiche Partie gegen Cedric Schubert und Steven Hoffmann. Und Lara Koch mit Sascha konnten auch des 6. Mixte am heutigen Tage gewinnen. Die Mannheimer sind endlich aufgewacht. Das Mannheimer Mixteteam Susi Fleckenstein und Michel Lauer zogen auf 10:0 gegen Heide Loebers und Jürgen Kaske davon. Dann 3 Punkte für die Heidelberger und eine Spielunterbrechung, weil im Spiel Detlev Krieger und Gerrit Halbach gegen Christian Groß und Berthold Wocher beim 11:3  die Zielkugel auf das Nachbarfeld geriet. Zeit zum Luftholen. Susi und Michel beenden in der nächsten Aufnahme das Spiel für sich.

Es ist schade, dass man in der Turnierleitung tagsüber kaum Zeit hat zum Zuschauen. Aber diese letzte Runde entschädigte wirklich. Tolle Legeleistungen, glänzend aufgelegte Tireure. und an der Tabelle bei der Einschreibung – die Partien in Nord sind schon beendet – heiße Diskussionen um die Platzierungen. So macht Bundesliga Spass.

Die Begegnung Saarwellingen-Tromm ist zuerst fertig, mit einem 3:2 gewinnt Saarwellingen auch die dritte Begegnung. Viernheim gegen Lützelsachen meldet als nächstes das einzige 5:0 des Tages.

Nur Heidelberg kämpft noch gegen Mannheim. Die Youngsters Philipp Geis und Jannik Schaake gegen Salvatore Salerno und Hanafi Boumghar. Es ist das letzte Spiel das noch läuft und es steht 11 beide. Philipp und Jannik holen endlich den dritten Punkt für Mannheim. Die Freude ist groß.

Ein Großteil der Spieler ist bereits abgereist. Eine Halbe Minute nach der letzten gespielten Kugel kann die Turnierleitung die aktuelle Tabelle nach dem 2. Spieltag präsentieren. Klaus Eschbach bedankte sich zum Schluss der Veranstaltung bei den Spielern für das faire Umgehen miteinander, bei Fred Snella für sein Mitwirken in der Turnierleitung ind am , bei den beiden Schiedsrichtern und vor allem bei dem Ausrichter. Waldhof-Mannheim war ein hervorragender Gastgeber mit einer Verpflegung zu äußerst angenehmen Preisen. Vor allem die große Salattheke möchte ich als hervorragend bezeichnen. Einziger Wermutstropfen – durch die externe Lage des Platzes gab es bei der Veranstaltung kein Laufpublikum wie z.B. in Hannover oder letztes Jahr in Karlsruhe vor dem Schloss. Aber viele Boulespieler aus der Region ließen sich diesen Leckerbissen nicht entgehen und applaudierten den ganzen Tag über kräftig den Akteuren.

Vielen Dank nochmals an den Ausrichter, der sich bestens für zukünftige Aufgaben empfohlen hat.

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