Offener Brief an die Pétanquespieler in Deutschland

Von DPV-Jugendwart Ulrich Stratmann

[f]Ist der Petanqueverband ein Sportverband?[/f]

In unserem Verband stellt sich die Frage, sind wir ein Sportverband oder ein Verband, der nur Freizeitaktivitäten unterstützt?

Wenn wir ein Sportverband sein wollen, so müssen wir auch die Pflichten eines solchen Verbandes erfüllen. Wie sehen diese Strukturen und Pflichten aus?

Der Verein soll das Bindeglied zum Bürger sein. Er spricht die Menschen an und versucht sie, für den Petanquesport zu interessieren. In einem Verein sollte der Breitensport demzufolge vorrangig zum Leistungssport sein.

Der Landesverband hat die Aufgabe, die Vereine zu einer Gemeinschaft zusammenzuführen, wobei Breitensport und Leistungssport gleichrangig sein sollten. Er unterstützt den Breitensport, indem er den Vereinen Geld und Fachwissen zur Verfügung stellt. Er unterstützt den Leistungssport, indem er Bezirks- und Landesmeisterschaften ausrichtet, eine Liga betreibt und einen Kader benennt, der zu Veranstaltungen des Hauptverbandes entsandt wird, z.B. Länderpokal.

Der Bundesverband hat die Aufgabe, die verschiedenen Landesverbände in ihren Bemühungen zu unterstützen. Der Bundesverband muss sich aber auch international in sportlicher und sportpolitischer Hinsicht präsentieren. Das bedeutet, dass man an Veranstaltungen, sportlichen sowie sportpolitischen, die im Europäischen- oder Weltverband stattfinden, teilnehmen muss.

Nach der letzten Delegiertenversammlung stellt sich nun die Frage, ob wir so ein Sportverband sein wollen. Wenn keine Gelder zur Verfügung gestellt werden, um diese Aufgaben und Verpflichtungen zu erfüllen, kann man eigentlich keine qualitativ gute Arbeit leisten. Man wird sportlich wie sportpolitisch immer das „Schlusslicht“ des europäischen Verbandes und des Weltverbandes sein und hat somit kaum Einfluss auf die Entscheidungen, die dort getroffen werden, z.B. Europameisterschaften Herren. Ist das der Wille unserer Mitglieder? Wenn ja, denke ich, sollten wir uns auflösen, denn mit Sport hat das wenig zu tun. Ich glaube allerdings nicht, das dass der Wille der Mehrheit der Mitglieder ist. Wenn dies so wäre, bestände auch kein Interesse an irgendwelchen Meisterschaften, am Ligabetrieb oder Kaderarbeit. Wie wollen wir Kinder und Jugendliche für unseren Sport begeistern, wenn es keine Möglichkeit gibt, dass sie ihre Spielkunst mit anderen Gleichgesinnten im In- und Ausland messen können.

Ist es also notwendig das am Nordseecup nicht mehr teilgenommen wird?

Wie wollen wir Firmen und Privatleute bewegen, uns Sponsorengelder zu geben, wenn wir als Verband nur unteres Mittelmaß sind?

Wie wollen wir Berichte in Presse, Funk und Fernsehen platzieren, wenn sich der Sport wegen fehlenden Geldes nicht entwickeln kann?

Wenn wir den Ergeiz haben, aus unserem Verband einen funktionierenden und aufstrebenden Sportverband zu machen, müssen wir alle dazu beitragen und darauf hinarbeiten und das kostet nun mal Geld!!!

Ich hoffe, dass mit meinen Ausführungen eine Diskussion in Gang kommt, die nicht in Polemik ausartet, sondern sachlich geführt wird.

Ulrich Stratmann

DPV-Jugendwart

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