Der aktuellen Situation ist es geschuldet, dass auch die DPV-Kader in die virtuelle Welt umziehen mussten, um Kontakt und den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten. Auf einer gelungenen Plattform, die sicher auch nach den Krisen-Zeiten erhalten bleibt, werden Videos ausgetauscht, taktische Diskussionen geführt, Korrekturen weitergegeben und neue Aufgaben und Ziele verteilt.

Aber der Sport und Umgang miteinander am heimischen PC ersetzt noch nicht einmal ansatzweise die persönliche Begegnung. Zunächst für vier Spieler aus dem Senioren-Kader gab es nun ein Treffen mit Bundestrainer Sebastian Lechner, bei dem man sich endlich mal wieder direkt in die Augen schauen konnte.

Die Wahl zum Wiedersehen fiel auf die Weltstadt München. Der legendäre Hofgarten bietet reichlich Gelegenheit Abstand zu halten – und das Drumherum dieser tollen Stadt ist bestens für ein Beisammensein jenseits der Boule-Kugeln für die Aktiven geeignet.

Fast sportlich ging es dann bereits am Freitag-Abend los, nachdem André Skiba, Sascha Koch, Matthias Laukart und Vincent Probst eingetroffen waren. Der Wahl-Schwede Raphael Gharany konnte seine neue Heimat leider noch nicht verlassen und fehlte in mancherlei Hinsicht.

DPV-Präsident Michael Dörhöfer liess es sich nicht nehmen, mit den Spielern per E-Scooter einige interessante Plätze seiner Heimatstadt zu besuchen. Vom Chinesischen Turm ging es über das innerstädtischen Surfer-Paradies, der „Eisbach-Welle“, weiter entlang diverser Kirchen bis zum Marienplatz und dem Viktualien Markt. Ein gemeinsames Abendessen rundete den Empfang in Bayerns Hauptstadt ab.

Am Samstag ging es dann bei durchwachsenem Wetter in die Sparrings gegen eine Auswahl von Aktiven des Mechenharder Boule-Clubs. Dominique Probst, Vincent Behrens, Gabriel Huber und Paul Möslein hatten sich auf den Weg in den Münchener Hofgarten gemacht. Den aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass auch hier eine Reihe von Nationalspielern genannt wurden. 

Gabriel Huber im T-Shirt der Internet-Plattform Petanque-aktuell.de, auf der er dem Betreiber Jannik Schaake seit Wochen tatkräftig bei diversen Aktivitäten zur Seite steht.

Es wurden die unterschiedlichsten Formationen ausprobiert, taktische Varianten durchgespielt und besondere Wettkampf-Situationen simuliert. Die überwiegend jüngeren Mechenharder schlugen sich dabei tapfer, durften aber auch erkennen, dass ihnen noch ein paar Jahre technischer und taktischer Erfahrungen fehlen, um auf Augenhöhe mit den DPV-Senioren mithalten zu können.

Nichts desto trotz waren auch die Leistungen dieser Teams beachtlich und sorgten für eine ganze Reihe interessierter Zuschauer – am Ende wurde sogar Prominenz aufmerksam. Der Fernsehkoch Johann Lafer war zufällig mit einem Kamera-Team im Hofgarten unterwegs und wurde Zeuge des hohen technischen Niveaus.

Zunächst einmal musste der prominente Küchenchef eingestehen, dass er bis zu diesem Tag glaubte, zu wissen, was „Boule spielen“ bedeutet. Angesichts der Präzision, die er hier sowohl beim Legen als auch beim Schießen beobachten konnte, gestand er aber ein, dass er das „in dieser Form“ nicht kannte.

Interessiert ließ er sich darüber aufklären, dass es sich hier tatsächlich um eine Deutsche National-Mannschaft handelt, und dass es in der Tat Welt-, Europameisterschaften und weitere internationale Pétanque-Wettbewerbe gibt, bei denen der DPV „gar nicht mal so schlecht“ abschneidet.

Am Ende nahm er dann selbst (frisch desinfizierte) Kugeln in die Hand, um sich mit den Profis für ein Foto ablichten zu lassen, dass in seinem aktuellen Buch verwendet werden soll – wir sind gespannt.

Johann Lafer ließ es sich nicht nehmen, für ein Foto, das in seinem nächsten Buch erscheinen soll, auch eine Kugel mit den „Profis“ zu werfen.

Der Sonntag gehörte dann bis in die Mittagsstunden wieder den Senioren allein mit Bundestrainer Sebastian Lechner. Hier wurden technische Details besprochen und Bewegungsabläufe auf Verbesserungspotenzial hin überprüft. Ein weiterer wichtiger Punkt waren Diskussionsrunden über taktische Vorgehensweisen – und darüber wie wichtig es ist, sich auf ein Modell von Gegner zu Gegner zu einigen.

Nach dem Mittagessen ging es dann für alle Protagonisten wieder in Richtung Heimat. Es herrschte große Einigkeit darüber, dass die elektronischen Medien weiter einer wichtige Rolle in der Kaderarbeit spielen werden. Genauso einig war man sich aber auch über den Wert der persönlichen Begegnung, des Austauschs und des unmittelbaren Empfindens, wie sich das jeweilige Gegenüber gerade fühlt.

Rund heraus: schön war es – schön, Euch zu sehen!

Selbstverständlich waren alle Teilnehmenden für die entsprechenden Situationen auch mit einem DPV-Mund-Nasen-Schutz ausgestattet.