Zweite Runde im Europa-Cup

Als Turnierleiter und Delegierter der CEP in Montlucon

Vor zwei Monaten wurde in Saarwellingen die erste Vorrunde der Gruppe C des EuroCups ausgetragen. Der BC Saarwellingen belegte damals hinter Les Amicale des Marais Montluçon und vor den Schweden Platz 2.
An diesem Wochenend ging es nun in die zweite Runde. Gastgeber für den Sieger aus Gruppe A P.U.K. Haarlem und Gruppe B Léman Pétanque Genève war diesmal der Sieger aus Gruppe C Montluçon. Zeitgleich trafen sich in Italien in Valle Maira die Sieger der Vorrundengruppen D, E und F: DUC de Nice,  PC Joli-Bois Bruxelles und Bocciofila Valle Maira.

Mittelpunkt der Altstadt von Montluçon ist das Schloß

Montluçon hat rund 40.000 Einwohner und ist wie Vichy Sous-Préfecture des Département Allier. Der Club les Amicale des Marais wurde 1969 gegründet und hat derzeit 130 Mitglieder, darunter solch klingende Namen wie Christian Fazzino, Frédéric Perrin, David Winterstein, Vincent  Demuth, Eric Dasnias und Denis Olmos. Die beiden erstgenannten konnten in Saarwellingen leider nicht dabei sein, weil sie zur gleichen Zeit beim Masters de Pétanque spielten. Jedes Jahr im  Januar findet in der Messehalle das weithin bekannte International de Montluçon statt, begrenzt auf 512 Herrentriplettes und 128 Damenteams.

Das das eigene Spielgelände nicht allen Anforderungen für einen EuroCup-Austragungsort entsprach, richtete der Club die Veranstaltung im Stade de Diénat aus. Auf einer Asphaltfläche war Split aufgebracht, gespickt mit ein paar Schottersteinen.

Rund um das Terrain waren Absperrgitter für die Zuscauer und an einer Seite eine Tribühne mit 5 Sitzreihen. Ab Samstagmittag war die Veranstaltung gut besucht, zumal das Wetter nicht schöner hätte sein können.

Präsentation der Teams. Der junge Mann mit dem französischen Schild ist der amtierende Meister Triplette im Département Allier.

Standesgemäß setzte sich in der ersten Tripletterunde Montluçon mit jeweils 2:0 durch. Eine kleine Überraschung war da schon das 2:0 der Holländer gegen die Schweiz. In der anschließenden Doubletterunde schaffte die Schweiz einen klaren  (Mixte) und einen hart umkämpften Sieg gegen Petanque Union Kennemerland Haarlem. So wird also die 3. Runde erst eine endgültige Entscheidung bringen.
Den Schwung aus diesem entscheidenden Sieg nahmen Jean-Maurice Schnegg und Luc Camelique mit gegen Perrin und Winterstein, die nach fünf Aufnahmen 3:9 hinten lagen. Dann, beim 4:9 wechselten sie die Distanz und ließen den Schweizern keine Chance mehr.
Überhaupt zeigten die Schweizer in der Doubletterunde, dass sie den Franzosen nicht  einfach das Feld überlassen wollten. Alle drei Partien endeten mit knappen Siegen, aber es reichte für ein 5:0 für Montluçon.

Perrin, Winterstein und Fazzino hatten viel Zeit für Gespräche beim 13:1 gegen die holländische Triplette

Die dritte Doubletterunde musste wegen der hereinbrechenden Dunkelheit und fehlendem Licht auf den Sonntagmorgen, um 9 Uhr zeigte das Thermometer gerade mal 8 Grad, verlegt werden. Die Holländer witterten eine Chance und drehten richtig auf. Vinke und Vanema zogen gegen Olmos und Demuth auf 11:0 davon, bis diese endlich aufwachten. Nur Perrin und Fazzino führten durchgängig klar zu 2 und holten schnell den dritten Sieg für Montluçon,  Olmos-Demuth beendeten ihr Spiel mit 4 wunderschönen Carreaux und die Triplette ging 13:12 an Holland.

In Saarwellingen nicht mit dabei aber am Samstag im Einsatz, Megane Brea, ein junges Talent in Montluçon. Am Sonntag war sie nich mehr dabei, weil sie zu einer Sichtung eingeladen war.

Damit ist Frankreich mit zwei gewonnenen Begegnungen erster der Gruppe H und qualifiziert für die Finalrunde in Nizza.

Etwas ungläubig schauen Demuth und Olmos, als Holland bis auf 11:0 davon zieht

Der Gruppenzweite entscheidet sich in der Tripletterunde am Sonntag zwischen P.U.K. und Léman. Nach zwei Runden haben die Holländer mit 3:2 die besseren Voraussetzungen für die abschließende Tripletterunde. Nach gut einer Stunde Spielzeit steht es im Mixte 12 beide. Ein Schuss auf die Sau in der Aufnahme zuvor bot Holland die Möglichkeit zum Sieg, aber die Sau bleibt 10 cm vor der Auslinie liegen. Dann beim 12 Beide kamen zwei Aufnahmen, in denen ein Holländischer Sauschuss jeweils das Aus für Oranje verhinderte. In der letzten Aufnahmen entfernen die Schweizer bei Kugelvorteil 3 holländische Kugeln, für die letzte bleiben noch zwei Schuss. Ein Loch von Tamburini und ein zweites von der Legerin Muriset brachte Holland Platz zwei hinter Montlucon. Riesenjubel bei den einen, Bestürzung bei den andern.

Beim abschließenden Foto nach Turnierende konnten die Spielrinnen und Spieler von Léman Petanque (links) schon wieder etwas lächeln. Das fiel P.U.K. Haarlem nach dem Erreichen der Finalrunde besonders leicht.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass der Gastgeber Montluçon immer wieder begeistert über die Vorrunde in Saarwellingen erzählte und dem Gastgeber BC Saarwellingen höchstes Lob zollte.

Fühlten sich sichtlich wohl, Christian Fazzino und seine Frau. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass es bei Amical des Marais Montluçon recht familiär zugeht.


Eric Dasnias  ist mir zwei Tage lang als guter Spieler und liebevoller Vater aufgefallen

Als Delegierter der CEP hatte ich in Montluçon die Turnierleitung.

Fotos: Sukjai Eschbach

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