Am 22. November 2020 fand der ordentliche Verbandstag der DPV-Landesverbände statt – natürlich in virtueller Form. Vertreter/innen aller Landesverbände sowie das vollständige DPV-Präsidium, versammelten sich vor den heimischen Monitoren. Ergänzt wurde die Runde durch einige Beauftragte des DPV: Susanne Schmidt (Gleichstellung), Herbert Dressbach (Bundesliga und Länderpokal), Heinz Zabel (Video- und Live-Berichterstattung) sowie Volker Hübchen (Lager und Archiv). Der DBBPV-Präsident Joachim Kamrad und das DPV-Ehrenmitglied Peter Blumenröther nahmen ebenfalls als Gäste an diesem Verbandstag teil. Etwa 30 Menschen gleichzeitig in einer Video-Konferenz, das erfordert eine Menge Disziplin und Organisationstalent.

DPV-Präsident Michael Dörhöfer eröffnete pünktlich den Verbandstag und berichtete von dem Stand der „Hausaufgaben“, die nach dem letzten Hauptausschuss durch die Landesverbände aufgegeben wurden.

  1. Der Geschäftsverteilungsplan wurde gendergerecht umgestellt, alle anderen Dokumente werden nach und nach angepasst. Es wird noch kleine Korrekturen geben zur Verdeutlichung der Aufgaben.
  2. Die Entwicklung der Fördermittel und der eingesetzten Eigenmittel wurden graphisch dargestellt. Es konnte ein deutlicher Fördermittelzuwachs ohne Steigerung der eingesetzten Eigenmittel verzeichnet werden. Offensichtlich werden dadurch die Aktivitäten im Bereich DBBPV respektive die Hygienekonzepte des DPVs und des DBBPVs honoriert.
  3. Ein Hygienekonzept ist derzeit in Abstimmung mit dem DOSB / TÜV Rheinland und soll im Dezember im Grobkonzept fertiggestellt sein. Dies soll Vereine und Verbände bei der Verhandlung mit den zuständigen Behörden unterstützen.

Der DPV-Präsident bedankte sich bei allen Funktionären für die geleistete Arbeit in einem vermeintlich ruhigem Geschäftsjahr 2020. Natürlich waren die sportlichen Events in 2020 rar gesät, allerdings die überregionalen Aufwände und die organisierten Maßnahmen deutlich aufwendiger.

Der Präsident des LV Nord, Andreas Creutzberg, unterstrich dies und bedankte sich im Namen aller Landesverbände beim Präsidium und den Beauftragten für die hervorragende Arbeit in 2020.

Die Berichte der Präsidiums-Mitglieder waren den Landesverbänden im Vorfeld zur Verfügung gestellt worden.

Das „nichts los“ war, wurde auch durch den Tätigkeitsbericht des DPV-Vizepräsidenten Kommunikation nicht bestätigt. Über 120 Mitteilungen und Berichte, über 50 Spielreportagen, finden sich auf der neu aufgesetzten Homepage des DPV seit Anfang 2020. Hier natürlich der durch den Landesverband NRW dominierte Länderpokal 55+, als vorläufig letztem organisiertem Wettkampf im DPV. Es finden sich dann aber halt auch eine ganze Reihe von Informationen über das „Boule in der Pandemie“ – und breiten Raum greift darüber hinaus die „Fête de la Pétanque“ in Fürth. Hier waren sich auf dem Verbandstag alle einig, dass diese Tage des Breitensports, eingerahmt vom „Deutschland-Cup 55+“ am ersten und dem „Deutschland-Cup Espoirs und Senioren“ am zweiten Wochenende keine Eintagsfliege bleiben sollen. Ein herzlicher Dank ging an dieser Stelle noch einmal an die Verantwortlichen vor Ort, allen voran Klaus Junge und Ulrich Blendinger vom TSV 1860 Fürth e.V.

Die größte Aufmerksamkeit bekam naturgemäß der Bericht des DPV Vizepräsidenten Hartmut Lohß, der wiederum wie gewohnt keine Gründe zur Beanstandung lieferte. Selbiges bestätigten auch die Kassenprüfer Klaus-Dieter Kielgast, Heiko Kastner, René Franke und Achim Fischer. Im Anschluss an deren Berichte wurde der DPV-Vorstand einstimmig durch die Landesverbände entlastet.

Bei den anschließenden Wahlen ging es um die Bestätigung des DPV-Vizepräsidenten Inneres, Dirk Engelhard, der in der laufenden Periode als Ersatz für die aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Bettina Tittes eingesprungen war. Dirk Engelhard hat in der noch kurzen Zeit seines Wirkens bereits enorm viel im Zusammenhang mit DPV-Breitensport-Aktivitäten auf den Weg gebracht. So war zum Beispiel die gesamte „Themenwoche Breitensport“ in Fürth unter seiner Ägide ins Leben gerufen und durchgeführt worden. Nicht nur hierfür erntete er reichlich Komplimente und wurde entsprechend einstimmig vom Verbandstag in seinem Amt für die kommenden drei Jahre bestätigt.

Ebenfalls neu gewählt werden musste der Vorsitzende des DPV-Verbandsgerichtes. Über lange Jahre hatte Michael Fey (NRW) diesen Posten inne, der allerdings bereits vor geraumer Zeit angekündigt hatte, hierfür nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Der DPV bedankte sich u.a. mit einem kleinen Geschenk bei Michael Fey für die geleistete Arbeit. Es war klar, dass es nicht einfach werden würde, einen annähernd ähnlich kompetenten Menschen zur Neubesetzung dieses Amtes zu finden. Dies ist aber gelungen. Mit Simon Bergmann erreichte den DPV-Verbandstag aus Berlin eine Bewerbung, die es nicht schwierig machte, auch ihn einstimmig in diese Position zu wählen. Simon Bergmann bringt umfangreiche Erfahrung als Justiziar im Dienst des Sportes mit in das Amt. Unter anderem gehören der DOSB, die FIFA, weitere nationale und internationale Verbände, Vereine und Spitzensportler zu seinen Klienten.  Der DPV freut sich, solch einen hochkarätigen Nachfolger für die großen Fußabdrücke, die Michael Fey hinterlassen hat, gewonnen zu haben.

Den Wahlen folgte die Vorstellung des Rekord DPV-Etats für die Saison 2021.  Sowohl der DOSB als auch das Bundesministerium für Inneres haben wegen der Pandemie zusätzliche Budgets zur Verfügung gestellt, um den Spitzensport in Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. Der Anteil dieser Mittel darf allerdings auch nur an diesen Zweck gebunden verwendet werden. Dieser Posten hat zwar einen beachtlichen Anteil von etwa 40 %, es bleiben aber auch ausreichend Mittel zur besonderen Förderung von Leistungen, die nicht direkt dem Spitzensport zugeordnet werden. Drei wesentliche Punkte zur Investition in die Zukunft hat der DPV-Verbandstag in diesem Zusammenhang aufgegriffen: eine höhere Förderung der Breitensport-Aktivitäten, dasselbe für die Jugendarbeit und den Auftrag zur Entwicklung einer leistungsstarken Verbandssoftware. Ziel ist es neue sportliche Angebote für die Mitglieder, Vereine und Landesverbände zu schaffen und gleichzeitig den administrativen Aufwand bei der Organisation deutlich zu senken.

Die DPV-Verbandssoftware wird eine zentrale Lösung für alle Landesverbände und deren angeschlossenen Vereine sein. Hier werden regional und national die Mitglieder mit und ohne Lizenz, genauso wie die von LV zu LV unterschiedlichen Gebühren, verwaltet. Die Liga-Ergebnisse, quer über alle Landesverbände, von der Kreisliga bis zur Landes- und Bundesliga werden hier erfasst, verwaltet und veröffentlicht. Die Ergebnisse der Deutschen Meisterschaften und Masters-Turniere werden hier ebenso zentral verwaltet und veröffentlicht, wie die jeweils aktuelle DPV-Rangliste und die regionalen Ranglisten aus den Landesverbänden. Diese Software-Lösung wird modular aufgebaut und zunächst in Baden-Württemberg und dem Saarland in einen Testbetrieb genommen, bevor sich weitere Landesverbände anschließen. Im ersten Jahr hat der DPV-Verbandstag hierfür einen Etat-Posten von 30.000,– Euro beschlossen. In den Folgejahren ist geplant die laufenden Kosten zur Hälfte vom DPV und zur anderen Hälfte – abhängig von der jeweiligen Mitgliederzahl –  von den Landesverbänden getragen. Auch das Leistungsportfolio dieser gemeinschaftlichen Software-Lösung soll regelmäßig erweitert werden. In der Spitze ist es das Ziel, mit Hilfe der Software eine vollständig kontaktlose Turnierleitung zu realisieren. Keine Warteschlangen oder Aufläufe bei der Auslosung, Ergebnismeldung oder Bekanntgabe der nächsten Runde mehr. Weder bei Deutschen Meisterschaften noch bei Veranstaltungen der Landesverbände – am Ende soll dieses Leistungsmerkmal von jedem Verein genutzt werden können.

Die Software bringt darüber hinaus den wichtigen Effekt, den Aufwand der Ehrenamtlichen in den verschiedenen Gremien wesentlich zu reduzieren. Dies kann ein wichtiges Instrument dazu sein, die Hemmschwelle bei der Entscheidung für die Übernahme eines Ehrenamtes wesentlich zu senken. Diese Lösung ist gleichzeitig so ausgelegt, dass bestehende, funktionierende und bewährte Systeme, mit denen in einzelnen Landesverbänden teilweise schon lange gearbeitet wird, integriert werden können. Es soll ausdrücklich nicht das ganze „Rad neu erfunden“ werden.

Der DPV-Verbandstag startete um 10:00 Uhr morgens und endete gegen 16:30 Uhr, nur unterbrochen von einer einstündigen Mittagspause. Die Ergebnisse können sich sehen lassen – in schwierigen Zeiten wie diesen gilt es, besonders kreativ zu sein, neue Impulse zu setzen und sich für die Zukunft stabil zu positionieren. Die DPV-Landesverbände haben sich selbst und ihr Präsidium an diesem Sonntag hierfür bestens ausgestattet.