Der Sportausschuss hat sich seit der im März 2019 im Hauptausschuss des DPV begonnenen Debatte um die Einführung einer zweiten Bundesliga intensiv mit verschiedenen Vorschlägen aus den Reihen der Landesverbände und einzelner Boulefreunde befasst. Im Ergebnis legt der Sportausschuss dem Hauptausschuss zwei Varianten zur Diskussion vor. Variante I (in Form der Varianten Ia und Ib) richtet vorerst keine zweite Bundesliga ein, stattdessen wird die erste Bundesliga um vier Mannschaften erweitert. Variante II sieht die Einführung einer eingleisigen zweiten Bundesliga vor.

Verworfen wurden im Laufe der Diskussion Überlegungen, eine zweite Bundesliga mehrgleisig einzurichten, d.h. in verschiedene Regionalligen (Nord/Süd oder Nord/Mitte/Süd) zu unterteilen. Solche Modelle würden die Zahl der Mannschaften, die in der Bundesliga gebunden sind, von heute 12 auf mindestens 32 Mannschaften steigern. Dies erscheint mit Blick auf den mit einer Bundesligateilnahme verbundenen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand für die Spielerinnen und Spieler und ihre Vereine unrealistisch und würde die Landesligen in nicht vertretbarem Maße schwächen. Darüber hinaus erfordert ein so großes Feld bei gleichzeitiger Regionalisierung eine deutlich höhere Anzahl an Schiedsrichtern und DPV-Verantwortlichen.

Sowohl die bisherigen Diskussionen im Hauptausschuss des DPV als auch die Befragung der Bundesliga-Mannschaften der Saison 2019 zeigen, dass die grundsätzliche Idee der Einführung einer zweiten Bundesliga mehrheitlich befürwortet wird. Gleichzeitig wird es dabei aber als wichtig erachtet, die finanziellen Belastungen und den Reiseaufwand für die Vereine im Blick zu behalten.

Der reguläre Spielbetrieb einer zweiten Bundesliga könnte (frühestens) mit der Saison 2022 starten. Mit einem Beschluss zur Einführung und der neuen Bundesliga-Richtlinie auf dem Verbandstag 2020 würde die Bundesliga-Saison 2021 zur „Übergangssaison“, an deren Ende die Zusammenstellung der zweiten Bundesliga erfolgt. Der Sportausschuss schlägt den Landesverbänden vor, die vorgelegten Varianten im Jahr 2020 zu diskutieren und auf der Sitzung des DPV-Hauptausschusses im Oktober 2020 eine Entscheidung über die Varianten herbeizuführen, so dass zum Verbandstag im November 2020 eine entsprechende Bundesliga-Richtlinie zur Beschlussfassung vorbereitet werden kann.

VARIANTE 1a: AUFSTOCKUNG DER 1. DPB AUF 16 MANNSCHAFTEN

  • Aufstockung der ersten Bundesliga auf 16 Mannschaften
  • Regionalisierung in zwei Bundesliga-Gruppen
    (Bundesliga Nord und Bundesliga Süd)
  • Änderung des Modus: drei Spieltage in Gruppen
    Jeder gegen Jeden (Vorrunde = sieben Begegnungen), am vierten Spieltag Halbfinals und Finals der vier Gruppenersten und Gruppenzweiten
    (Finalrunde = zwei Begegnungen)

Als langfristige Entwicklungsperspektive ist die Einführung einer zweiten Bundesliga möglich. Dabei setzt sich mit je acht weiteren Mannschaften pro Region die Struktur der ersten Bundesliga nach unten fort (-> 2 x 8 = 16 Mannschaften in 1. DPB plus 2 x 8 = 16 Mannschaften in 2. DPB). Zwischen erster und zweiter Bundesliga erfolgen die Auf- und Abstiege direkt, für den Aufstieg aus den Landesverbänden in die zweite Bundesliga wird wie gewohnt eine Aufstiegsrunde durchgeführt.

VARIANTE 1b: AUFSTOCKUNG DER 1. DPB AUF 16 MANNSCHAFTEN

  • Aufstockung der ersten Bundesliga auf 16 Mannschaften
  • Regionalisierung in zwei Bundesliga-Gruppen
    (Bundesliga Nord und Bundesliga Süd)
  • Änderung des Modus: drei Spieltage in Gruppen
    Jeder gegen Jeden (Vorrunde = sieben Begegnungen), am vierten Spieltag Halbfinals und Finals der vier Gruppenersten und Gruppenzweiten (Finalrunde = zwei Begegnungen)

UMGANG IM ÜBERGANGSJAHR 2021 (Variante 1a)

UMGANG IM ÜBERGANGSJAHR (Variante 1b)

–> wie oben, der PV Ost wird der Gruppe DPB-Nord zugeordnet.

VARIANTE 2: EINFÜHRUNG EINER ZWEITEN BUNDESLIGA

  • Einführung einer eingleisigen (nicht regionalisierten) zweiten Bundesliga analog zur ersten Bundesliga
  • Beibehaltung des Modus in der ersten Bundesliga, außer Anzahl der Auf- / Absteiger:
  • aus der ersten Bundesliga steigen zwei (statt bisher drei) Mannschaften in die zweite Bundesliga ab, um stabile Entwicklung an der Spitze zu ermöglichen
  • aus der zweiten Bundesliga steigen vier Mannschaften (statt drei) ab, um dynamische Entwicklung in den Landesverbänden zu ermöglichen.

UMGANG IM ÜBERGANGSJAHR 2021

Option 1

  • im Übergangsjahr 2021 erfolgt in der 1. DPB kein Abstieg
  • im Übergangsjahr 2021 wird keine Bundesliga-Aufstiegsrunde gespielt
  • die 2. DPB wird aus den Landesmeistern gebildet (10), die beiden übrigen Startplätze gehen an die Vizemeister aus den beiden lizenzstärksten Landesverbänden BaWü und NRW.

Option 2

  • im Übergangsjahr 2021 steigen zwei (drei / vier) Mannschaften aus der 1. DPB in die 2. DPB ab
  • im Übergangsjahr 2021 wird wie gewohnt eine Bundesliga-Aufstiegsrunde gespielt 
  • die zwei (drei/vier) bestplatzierten Teams der Aufstiegsrunde steigen in die 1. DPB auf, die übrigen Landesmeister in die 2. DPB, die verbleibenden Startplätze in der 2. DPB gehen an die Vizemeister aus BaWü und NRW.

Es wurde ein Online-Forum eingerichtet, in dem jede/r die Varianten diskutieren kann, der oder die sich mit Klarnamen dort anmeldet – hier klicken.