Das Boulespiel mit einem Mund-/Nasen-Schutz (MNS), wie er in der aktuellen Pandemie zum weltweiten Straßenbild gehört, ist keine wahre Freude. Grundsätzlich ist das Tragen von MNS auch in Deutschland ausschließlich in geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen verpflichtend. An der frischen Luft reicht es in der Regel, den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten, um eine Übertragung durch kleinste Tröpfchen, die insbesondere beim ausatmen und sprechen abgesondert werden, weitestgehened zu vermindern oder zu verhindern.

Die Medizinerin und Hygiene-Beauftragte des DBBPV, Dr. Miriam Zago, ist unentschlossen, wenn es darum geht, Empfehlungen pro oder contra Maskenpflicht auf dem Boule-Platz auszusprechen. Mund-/Nasenschutz dient in erster Linie dazu andere nicht anzustecken, wenn man zwar schon infektiös sein könnte, aber noch keine Krankheitssymptome verspürt. Der MNS sollte einen zusätzlichen Schutz zum 2 Meter Abstand gewährleisten, kann den Mindestabstand aber nicht ersetzen. Leider wiegen sich viele mit MNS in falscher Sicherheit und halten den Mindestabstand dann mit MNS nicht mehr ein.

„Wenn es um Prävention geht, gibt es in der Medizin kein ,zu viel‘ sondern nur ein ,zu wenig‘“, erklärt Miriam im Gespräch mit der DPV-Redaktion. „Deshalb ist ein MNS zusätzlich zum 2 Meter Mindestabstand insbesondere im Spiel mit Risikogruppen dringend empfohlen.“

„Ich bin mir sicher, dass es für die Mehrheit der Spielerinnen und Spieler in unserem Sport schwierig wird, sich darauf verpflichten zu lassen“, sagt die Medizinerin, die selbst leidenschaftlich gerne Boule spielt. „Eine Empfehlung meinerseits ist es jedenfalls, die Handlungsempfehlungen (siehe Blatt) und insbesondere die 2 Meter Sicherheitsabstand immer einzuhalten und zumindest für den Aufenthalt in geschlossenen Räumen, WC oder Clubräumen, die, wenn auch nur einzeln, betreten werden dürfen, oder Ähnlichem, einen MNS immer dabei zu haben.“

Grundsätzlich dringend ans Herz zu legen ist auch das ständige Tragen eines MNS auf jeden Fall im Spiel mit Risikogruppen, Boule-Begeisterte mit ernst zu nehmenden Vorerkrankungen und der Gruppe 60+ um diese zu schützen.