Internationales Pétanque Turnier für Jugend und Frauen

… endlich, nach Jahren, mal keine Franzosen als Turnier-Sieger in Kayl …!

… war nach Turnierende die beinahe schon zufriedene Aussage von Fabio Focacetti, seit Jahren Hauptorganisator und Ansprechpartner des gesamten Teilnehmerfeldes des „INTERNATIONALEN PETANQUE TURNIERES FÜR JUGEND & DAMEN DER GEMEINDE KAYL“, das mittlerweile seine 12 Auflage fand:
„… ein verdienter Turniersieg Deutschlands gegen Frankreich …“.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte Temur Kurbanov (Hessen), als inzwischen erfahrener Kaderspieler, immer mehr seine beiden „Neulinge in Rot“ Dominique Probst (Bayern) und Sebastian Junique (Berlin) mit ins Turnier nehmen und zunehmend eine Sicherheit im Team (DPV 2) herstellen. Im Laufe des Samstags fanden die 3 immer mehr zueinander und jeder Einzelne funktionierte pünktlich zum Finale nahezu perfekt.
Um Einiges reibungsloser und von Beginn an überlegener agierte DPV 1 mit Leon Gotha (BaWü), Jenal Eileen (Saar) und Luzia Beil (Bayern) über sämtliche Vorrundenspiele am Samstag. Ohne Niederlage spielten sie sich als Gruppenerster ins Viertelfinale am Sonntag gegen ein Team aus Belgien, während DPV 2 zeitgleich ihr Viertelfinale gegen Spanien spielen musste.

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Eileen, Leon und Luzia vor dem Viertelfinale gegen Belgien

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Sebastian, Temur und Dominique vor dem Viertelfinale gegen Spanien

 

Nachdem beide Teams ihre Viertelfinalbegegnungen gewonnen hatten, ergab es der Zufall (!?), dass beide französische Nationalteams nach ihren gewonnenen Viertelfinalspielen, ebenso wie die deutschen Nationalteams ihr Halbfinale gegeneinander spielen mussten.

Beide deutschen Teams setzten sich erwartungsgemäß unter Druck: Leon, Eileen und Luzia wollten natürlich ihre bisherige Überlegenheit weiter behaupten, während Temur, Dominique und Sebastian nicht gewillt waren, sich ihre erarbeitete Selbstsicherheit als „2. Team“ streitig machen zu lassen.
Nach einem spannenden Halbfinale überwiegte schließlich etwas mehr Unbekümmertheit beim Team DPV 2, so dass Temur, Dominique und Sebastian durchaus verdient das Finale gegen Frankreich bestreiten durften. Auch hier hatte sich Frankreich 2 gegenüber Frankreich 1 durchsetzen können – Finale um Platz Eins: DPV 2 gegen Frankreich 2 und das kleine Finale um Platz 3: DPV 1 gegen Frankreich 1.

Wie so oft konnte beim kleinen Finale um Platz 3 nach der verlorenen Halbfinalbegegnung keine rechte Siegermentalität mehr aufgebaut werden und das Spiel ging mit einigen sehenswert spektakulären Aufnahmen in eher freundschaftlicher Atmosphäre an Frankreich: Platz 4 für Leon, Eileen und Luzia.
Beflügelt und weiter in ihrem Selbstvertrauen bestärkt, setzten Temur, Dominique und Sebastian im Finale um den 1. Platz das Team aus Frankreich zunehmend unter Druck, so dass sich die Franzosen mehr und mehr gezwungen sahen, ihre übliche Taktik (ihre Trefferquote, wenn sie ohne Druck IHR Spiel aufziehen können, ist hinreichend bekannt) nach jeder gespielten Kugel mit ihren Coaches zu besprechen – ein sicheres Zeichen bei den Franzosen, dass ihre Überzeugung schwindet.
Mit sehr konzentriert gelegten Druckkugeln von Dominique, schönen Schuss- und auch Legekugeln von Sebastian und einem mit Spielfreude und Spielwitz agierenden Temur, der sowohl auf Schuss, als auch im Legen durchweg sicher wirkte und damit auch seinen Mitspielern die nötige Ruhe vermitteln konnte, übernahm DPV 2 die Führung und gab sie auch gegen völlig verunsichert wirkende Franzosen bis zum 13:9 nicht mehr ab.

Zusätzlich zum verdienten Turniersieg konnte sich Temur schon am Samstag souverän mit 43 Punkten beim parallel organisierten Schuss-Wettbewerb als Vorrunden-Zweiter für das Halbfinale qualifizieren.
Am Sonntagmorgen war die gesamte Jugenddelegation bereits um 8.30 Uhr auf dem Spielgelände – pünktlich zum Halbfinalschießen von Anita-Dolores Barthelemy, die sich ebenfalls knapp vor Jenny Schüler bei den Frauen qualifizieren konnte. Auch sie wurde, wie selbstverständlich von der anwesenden Jugend lautstark unterstützt und motiviert und schloss in einem spannenden Finale gegen Frankreich mit dem 2. Platz ab.
Temur hatte das Halbfinale gegen Jasper Schlüpen zu schießen, der zwar hier für den Landesverband NRW antrat, aber als Kadermitglied der dpj dennoch ebenso wie Temur von Allen angefeuert wurde.
Lange konnten sich die 2 Schützen kaum voneinander absetzen, bis sich dann schließlich die Erfahrung von Temur (schließlich ist er amtierender Vize-Weltmeister-Tireur) durchsetzten konnte, so dass er gegen den „Neuling“ Jasper das Finale erreichte.
Nach einem (nur) von den Schiedsrichtern gesehenen „Fußfehler“ unterlag Temur im Finale gegen Frankreich denkbar knapp mit einem Punktestand von 35:41.

Für uns Trainer bedeutet Kayl immer sehr viele Spiele zur Vorbereitung auf ein jährliches Großereignis (in diesem Jahr die EM-Jugend in Monaco),
zusätzlich die Möglichkeit, „neue“ Spielerinnen/Spieler und unter Wettbewerbsbedingungen
und ebenso unterschiedliche Team-Konstellationen zu testen:

• 7 Vorrundenspiele
• Viertel-, Halb- und Finale = 10 Spiele
• 2. Platz beim Tireur-Wettbewerb,
• einen 4. Platz beim eigentlichen Turnier
• und einen 1. Platz beim eigentlichen Turnier

es geht immer noch besser,
aber Unzufriedenheit sieht sicher anders aus.

Bernd Wormer

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