Impressionen aus Marseille
von Hein Fuhrmann · Veröffentlicht · Aktualisiert
Was war das für eine Geschichte in Marseille! Der pure Wahnsinn. Das Kommunikationsteam ist schon wieder zu Hause, Gelegenheit um in aller Ruhe einige Eindrücke dieses Megaevents zu schildern und vor allem noch einige Bilder sprechen zu lassen.
Für uns im Kommunikationsteam hieß es zum ersten mal Mondial la Marseillaise à Pétanque. Leider konnten wir erst am Freitag anreisen, so dass wir den ersten Tag des Damen Wettbewerbes nicht übertragen konnten. Nach 14 stündiger Autofahrt wurden wir freudig begrüßt und alle freuten sich auf die beiden 16tel Finales am Samstag. Wir waren früh am Platz und bereiteten alles vor, unsere Damen mussten erst mal die Nachricht verarbeiten, dass unsere beiden Teams gegeneinander gelost wurden. Unsere erste Übertragung ging über Handy nach Deutschland, das ganze noch im kleinem Kreis. Wann es dann gegen wen weiter geht ist bei der Marseillaise nicht zu erfahren. „Gegen Mittag“…….
Wir nutzten die Zeit um uns mal umzusehen und trafen dabei auf einige bekannte Gesichter, die sich alle bereitwillig für ein Foto Zeit nahmen. Insgesamt herrscht einfach eine schöne und freundschaftliche Atmosphäre. Mehrfach wurden wir als Belgier angesprochen und mussten aufklären, dass wir Allemagne sind und es dort tatsächlich viele Petanque Spieler gibt.
Am Nachmittag ging es dann Schlag auf Schlag. 8tel, 4tel, Semi. Wir erfahren die Platznummer („gleich geht es los“), bauen auf, übertragen, fiebern mit, das Interesse an unserem Team steigt von Spiel zu Spiel. Und dann ist es vollbracht, Finale!!
Zusammenpacken, alle ins Hotel, frisch machen, gemeinsames Abendessen, dann alle früh ins Bett zur Vorbereitung. Bei uns bedeutet das Technik überprüfen und alle Geräte durchladen.
Sonntag, Finaltag. Ab 9:15 spielen die Espoir Herren ihr erstes Spiel. Um 10:15 die Damen ihr Finale. Wir teilen uns auf, Mike und ich gehen mit den Herren, Heinz geht ins Stadion, Live Bilder gibt es ja von den französischen Kollegen. Aber nur im Pay TV. Als wir mit den Herren den Außenplatz gefunden haben, kommt noch eine Idee aus der Heimat. „Filmt doch den Livestream im Hotel“. Gute Idee, ich laufe zurück ins Hotel, bereite die zweite Kamera (meine) vor, sende einen Teststream in die Heimat, muss dann leider feststellen, dass das Hotel den benötigten F3 Côte d’Azur Lokal Sender nicht im Angebot hat. Merde…
Also per Pedes und Shuttle Bus zum Stadion. Bei 0:1 erreiche ich die Tribüne. Ab da nur noch Daumen drücken, anfeuern und zittern (erst vor Spannung, dann vor Kälte, denn auch ich bin naß bis auf die Unterhose). Ich fachsimpel mit den Franzosen per Handzeichen und Mimik und bedaure den Schiedsrichter, der wie ein begossener Pudel im strömenden Regen steht.
Bei 13:7 ist dann alles egal. Gewonnen, den schwierigen Umständen getrotzt, eine tolle Teamleistung auf den Platz gebracht. Wer sich die Farben des Pokals ansieht, der erkennt, dass hier alles angerichtet war. Ich habe am Samstagmorgen vor dem 16tel mit Eileen gesprochen. Mit Blick auf das Stadion meinte sie, „ich will da rein und das Ding rocken“. Gesagt getan, bravo.
Für das Team und den Trainerstab hieß es dann erstmal trocken werden, umkleiden und dann alle Ehren genießen, die uns entgegengebracht wurden.
Für Mike und mich ging es mit den Herren (die mittlerweile als weitere Supporter eingetroffen waren) zurück ins Hotel. Duschen, aufwärmen, umziehen, denn Runde 2 stand an. Zurück zum Park, Team aus dem Bus, Mike sucht den Parkplatz, ich laufe mit dem Team einmal quer durch den Park zur Pferderennbahn. Die einen spielen sich ein, ich baue auf und teste die Handyverbindung auf der Zielgeraden. Danach 2 Stunden warten auf den Gegner, der sich als kein Stolperstein auf dem Weg in Runde 3 erweist. Wir freuen uns auf die nächste Runde nach einer vereinbarten Pause. Leider verlieren sich Spieler und Reporter auf dem Rückweg zum Park. Die Jungs holen ihre neue Spielkarte und wollen sofort weiterspielen. Mein Handy ist noch im Übertragungsmodus, die Tele-Kommunikation miteinander klappt erst bei 0:7, das Spiel läuft schon. Wir hasten quer durch den Park, suchen das Team und finden nur noch Gabriel, der gerade die unterschriebene Karte abgeben möchte. Wir konnten weder das Spiel übertragen, noch unser Team unterstützen. Wir lernen alle daraus, das passiert uns nicht mehr.
Was bleibt ist ein sensationeller und verdienter Erfolg des Teams Domino, Eileen und Luzi sowie das tolle Erreichen des 16tel des Teams Fabienne, Laura und Lea und die 2 gewonnenen Runden von Ben, Gabriel und Sebastian. Und viele Erfahrungen, Emotionen und Eindrücke.
Text und Fotos Hein Fuhrmann
