Mit dem Engagement von Pascal Keller als Co-Trainer für den DPV-Herren-Senioren-Kader gewinnt der Verband einen weiteren erfahrenen Ex-Nationalspieler für den sportlichen Erfolg. Der 28jährige war bereits als Jugend-Spieler im DPV-Dress unterwegs, als Espoir und später bei den Senioren sammelte er Erfahrungen auf internationalem Parkett.

Bundestrainer Sebastian Lechner und Pascal Keller hatten sich eigentlich in einem völlig anderen Kontext verabredet, als es im Gespräch darum ging, den Trainerstab im DPV weiter zu verstärken. „Sebastian fragte mich eher beiläufig, ob ich mir vorstellen kann, hier mitzuarbeiten“, erinnert sich Pascal. „Und im Grunde habe ich das genauso beiläufig bestätigt.“ Das Ganze wurde nach zwei Wochen Bedenkzeit wesentlich konkreter und die sportliche Leitung im DPV freut sich nun über diese tolle Verstärkung.

Pascal hat bereits als Espoir an Europameisterschaften teilgenommen, für die Senioren ist er bei der Weltmeisterschaft in Madagaskar angetreten und bei der EM in Bulgarien holte sich sein Team die Goldmedaille im Nationencup. Seine Motivation nun die Aus- und Weiterbildung der Nationalspieler zu unterstützen, begründet er unter anderem damit, dass er dem Verband für seine vielen persönlichen Erlebnisse im Nationaltrikot „etwas wiedergeben“ möchte.

Der gebürtige Mannheimer hat bereits vor mehr einigen Jahren seine Ausbildung zum Pétanque-Trainer absolviert und seitdem regelmäßig aufgefrischt. Im Landesverband Baden-Württemberg engagiert er sich insbesondere in der Jugend-Arbeit – und er legt Wert darauf, dass er auch zukünftig in diesem Bereich sehr aktiv bleiben will. Aktuell lebt er mit seiner Freundin in Herxheim bei Landau, seine Spielerlizenz hat er ganz frisch beim TV-Waldhof-Mannheim. Im Team u.a. mit den Nationalspielern Sascha Koch, Leon Gotha, André Skiba und Mercedes Lehner wird er dort zukünftig sicher auch „an der Kugel“ erfolgreich bleiben. Denn auch Siegertreppchen sind ihm nicht fremd: gleich bei drei Deutschen Meisterschaften stand er als Zweitplatzierter neben den Siegern. Für die DPV-Teams verspricht er sich als Co-Trainer von Sebastian Lechner viel Potenzial zu weiteren Erfolgen, und wenn es nur eine Stufe höher auf dem Podest ist.

Ausbildung „Trainer/-in C – Leistungssport Petanque“

Im November2020 gibt es die Möglichkeit im nördlichen Teil Deutschlands an einer C-Trainer Ausbildung Leistungssport Pétanque teilzunehmen.

Der DPV bietet in diesem Herbst wieder eine fachliche Ausbildung
„Trainer/-in C – Leistungssport Petanque“ vom 16. bis 20.11.2020
(plus einem Prüfungslehrgang im Folgejahr) in Schüttorf an.

Bewerbungen können ab sofort an den Beauftragten für das Trainerwesen Martin Koch gerichtet werden:  trainerwesen@petanque-dpv.de.

Eine Liste mit Vormerkungen liegt schon vor.

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Struktur der Ausbildung „Trainer/-in C – Leistungssport Petanque“:
Die fachliche Gesamtausbildungsdauer umfasst 90 Lehreinheiten und wird in mehreren Modulen angeboten.

  • Ein Wochenseminar (Montag bis Freitag) = 45 Lerneinheiten.
  •  Eine Hospitation, die von zertifizierten Trainern angeboten wird, inkl. eines Berichtes, werden mit 10 Lerneinheiten anerkannt.
    Eine Liste mit Trainern wird zu Beginn der Ausbildung übermittelt.
  • Eine Hausarbeit mit einem trainingsspezifischen Thema. Die Themen und organisatorische Abwicklung der Hausarbeit wird in der Seminarwoche besprochen.  
    Die Hausarbeit wird mit 15 Lerneinheiten anerkannt.
  • Als Lernerfolgskontrolle nach Abschluss der genannten Module findet ein Abschluss-Lehrgang an einem Wochenende (Freitagsabend bis Sonntag-Mittag) im Folgejahr statt (Termin wird noch genannt). 20 Lerneinheiten.  
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  • Voraussetzungen für den Lizenzerwerb sind:
  • der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem überfachlichen Basismodul „Sportartübergreifendes Wissen Trainer C“ im Umfang von 30 Lerneinheiten.
    Solche Lehrgänge werden vom Landessportbund, den Kreis- und Stadtsportbünden oder Sportschulen angeboten und können wohnortnah absolviert werden.
  • Der aktuelle Nachweis eines „Erste-Hilfe-Kurses“ (nicht „Sofortmaßnahmen“!)
  • Vorlage des Ehrenkodex

Kosten:

  • Für das Wochenseminar, die Begleitung der Hausarbeit und die Lernerfolgskontrolle ist eine Teilnehmergebühr zu entrichten.
  • Die Kosten betragen:
    • Wochenseminar 180,00 €
    • Lernerfolgskontrolle als Wochenendseminar inklusive Begleitung der Hausarbeit 60,00 €
      Teilnehmergebühr (ohne Übernachtungen/Verpflegung)  
    • gesamt :    240,00 €    

 

Teilnehmer sollten ihre Vereine und Landesverbände auf entsprechende Zuschüsse anfragen,

Auskünfte zu Zuschüssen müssen von den Teilnehmern selbst initiiert werden.

Für Übernachtungsmöglichkeiten bitten wir individuell nachzufragen.

Die Teilnehmergebühr wird in 2 Raten fällig. Eine erste Rate von 180,00 € ist vor Beginn des Wochenseminars zu entrichten, der Rest wird vor dem Wochenendseminar fällig.

schriftliche Anmeldung per E-Mail bis 30.09.2020 an:
trainerwesen@petanque-dpv.de

Weitere Auskünfte erteilt: Martin Koch Tel.: 0177-7317804

Änderungen aus organisatorischen Gründen vorbehalten!

 

Der DPV-Leistungssportausschuss freut sich, mit Sönke Backens einen echten Hochkaräter zur Unterstützung – in erster Linie des Damen-Kaders – gewonnen zu haben.

Der Freiburger ist lizensierter B-Trainer, was dem höchsten Trainergrad im Pétanque-Sport entspricht. Neben dem Ausbilderzertifikat des Deutschen Olympischen Sportbundes ist er Dozent in den Fächern Anatomie und Physiologie. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Bereich Mentaltraining, insbesondere für den Boule- und Pétanquesport.

Sönke bringt persönliche Erfahrungen als DPV-Nationalspieler mit: 2011 trat er im Deutschen Trikot bei der Europameisterschaft in Göteborg an, 2012 bei der WM in Marseille und 2016 bei der WM in Antananarivo. National wurde er mehrfach Landesmeister im Saarland und in Baden Württemberg, sowie ebenfalls nicht nur einmal Sieger der DPV-Masters-Serie – und er stand auch schon ganz oben auf dem Siegertreppchen Deutscher Meisterschaften.

Das gesamte Team im DPV-Leistungssport freut sich über die Verstärkung – und auf eine spannende und erfolgreiche Zusammenarbeit in den kommenden Jahren!

Statement des DPV-Vizepräsidenten Sport, Martin Schmidt, zur Beendigung der Zusammenarbeit mit den Bundestrainern.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es wiederholt deutliche Unterschiede bzgl. der Bewertung von Rollen innerhalb des DPV-Leistungssports gegeben.

So gab es bei den Trainern der Senioren-Kader zunehmend stärkere Abkoppelungstendenzen bis hin zur Autonomie von den verantwortlichen Personen im DPV.  Der von mir im Auftrag des Präsidiums gesteckte Rahmen wurde immer wieder, sowohl in persönlichen Treffen als auch in späteren Videokonferenzen, in Frage gestellt.

Dies betraf Entscheidungen, wie konkret die Zuständigkeiten einzelner Trainer für bestimmte Kader (Frauen, Herren, Senioren 55+) definiert sein und eingehalten werden müssten. Darüber hinaus wurde beansprucht, Entscheidungen über die Teilnahme an Turnieren überwiegend eigenverantwortlich im Trainerstab zu fällen. Hier gab es den klaren Trend, fast nur noch international, und hier am liebsten in Frankreich, anzutreten. Meine Vorschläge (weniger Frankreich, mehr Deutschland/Belgien/Niederlande/Dänemark usw.) verhallten ungehört und wurden im Nachgang zusätzlich wissentlich verkehrt wiedergegeben. Ebenso gab es keine Reaktion auf den Vorschlag, französische Spitzenspieler nach Deutschland zum Training einzuladen.

Die Trainer sind lt. ihren Verträgen individuelle „Auftragnehmer“ und haben jederzeit auch die Freiheit, Aufträge abzulehnen. Vom Leistungssportausschuss ist ausdrücklich gewünscht, dass die Trainer in einem klar strukturierten Team arbeiten. Dies bedeutet, dass einzelne Trainer auch Kadergruppen übergreifend eingesetzt werden (z.B. in Sachen Athletik, Ernährung, Mental) und dass andere Trainer festen Kadergruppen zugeordnet sind.

Gerade in Bezug auf die Verantwortlichkeiten gab es keine Anzeichen, aus denen sich eine Bewegung aufeinander zu erkennen ließ. Der O-Ton eines Bundestrainers in einem Interview: „…haben wir auf Bitten des DPV Namen zu den Kadergruppen geschrieben“, zeigte, dass über eine Umsetzung nicht ernsthaft nachgedacht wurde.

In den Differenzen, die sich aus dieser unterschiedlichen Sicht zwischen DPV-Leistungssport-Ausschuss und Trainerstab auf die beschriebenen Aspekte ergaben, standen die nun betroffenen Bundestrainer als Wort- und Meinungsführer im Vordergrund. Nicht nur der Ton wurde in diesen Auseinandersetzungen immer schärfer, auch der Druck, den die Trainer in Richtung der Verantwortlichen aufzubauen versuchten, nahm zu.

Die komplette Kommunikation mit den Trainern wurde dem Präsidium vorgelegt inkl. deren Vorhaltungen dem DPV-Vizepräsident Sport gegenüber, die an Verunglimpfungen grenzten.

Auf der erreichten Eskalationsstufe blieb dem gesamten DPV-Vorstand keine andere Möglichkeit, als sich in letzter Konsequenz von den beiden betroffenen Trainern zu trennen. Eine weitere, vertrauensvolle Zusammenarbeit konnte ab einem bestimmten Zeitpunkt ausgeschlossen werden. Der DPV bedauert dies zutiefst, sieht sich aber dem sportlichen Erfolg des Verbandes deutlich mehr verpflichtet, als dem Wohlwollen einzelner Personen oder einzelner Gruppen im Pétanque-Sport Deutschlands.

Bei der Bekanntgabe dieser Entscheidung des DPV-Vorstandes wurden zunächst die betroffenen Trainer – vor der entsprechenden Meldung auf der DPV-Homepage – schriftlich informiert, anschließend gab es durch den Sportdirektor eine detailliertere Darstellung der Umstände für die Kaderspieler – und parallel hierzu wurden alle anderen Bundestrainer in persönlichen Gesprächen über den Stand der Dinge informiert. Dies alles geschah innerhalb eines Tages.

Abschließend stelle ich fest: es soll zukünftig der Team-Geist dominieren, nämlich der eines Teams, bestehend aus den Verantwortlichen im Leistungssport-Ausschuss, allen Trainern und allen Spielerinnen und Spielern. Getragen von gegenseitigem Respekt, übergreifender Leistungsbereitschaft und einem der Sache angemessenen Ton im Umgang miteinander und gegenüber Dritten. Das verspricht Erfolg.

 

Wer irgendwas zu verwalten oder zu managen hat, der kennt das mittlerweile zur Genüge: Arbeiten und konferieren im virtuellen Raum. Cloud-Space lässt sich aber auch ganz praktisch im Sport einsetzen, so Jürgen Hatzenbühler, Sportdirektor des DPV. Die Bundestrainer und Nationalspieler sind auch jetzt schon fleißig auf der Cloud unterwegs.

Beschleunigt wird das natürlich durch die derzeit Corona-bedingte Einschränkung konkreter, physischer Trainingsmöglichkeiten. Aber auch ohne die Not der Pandemie war es an der Zeit, die digitale Ergänzung der Trainingsmöglichkeiten zu intensivieren. Daher stellt Hatzenbühler das Kaderwesen digital neu auf.

Die erweiterte Plattform wird vor allem die Kommunikation innerhalb des Kaders und zwischen den Trainern und Spielern ausbauen und vereinfachen. Statt vieler Wege wie mit E-Mail, SMS, WhatsApp, Facebook oder was auch immer wird es dann nur noch einen Ort geben, auf dem Nachrichten, Bilder, Videos ausgetauscht werden, sowohl vom PC wie auch vom Handy. Zum Beispiel kann sich eine Gruppe in einer virtuellen Konferenz gemeinsam ein Video anschauen und darüber diskutieren. Zudem lassen sich Lehrmaterialien hinterlegen, die dann bei Bedarf von den Teilnehmern allein oder in Gruppen genutzt werden können. Nützliche Anwendungen gibt es viele.

Natürlich werden durch die neuen technischen Möglichkeiten die physischen Trainings der Nationalspieler nicht überflüssig, betont Hatzenbühler, doch die Maßnahmen können unabhängig von Ort und Zeit vertieft und begleitet werden. Die neue Plattform basiert auf dem Messaging-Dienst Slack. Es läuft gerade die Einführung für die Trainer, danach sind die Spieler dran. 

Mit Datum vom 4. Mai 2020 hat der DPV die Bundestrainer Martin Peter und Philipp Zuschlag darüber informiert, dass die Zusammenarbeit beendet ist.

Der Dank der sportlich Verantwortlichen gilt insbesondere Philipp Zuschlag, der mit seinem Einstieg in das Team im Jahr 2018 maßgeblich an einer Kurskorrektur im Leistungssport des DPV mitgewirkt hat. Von ihm, genauso wie von Martin Peter, kamen wichtige Impulse, das Team-Building und die Förderung individueller Leistungsstärke zielgerichteter im Entwurf erster Leitlinien zu formulieren.

Der aktuelle Stillstand im internationalen Wettbewerb gibt dem DPV-Leistungssportausschuss viel Raum für einerseits eine Fortführung dieser Strategien, andererseits für ein seit längerer Zeit notwendiges „Feintuning“ einzelner Instrumente und Maßnahmen. Insbesondere der letztere Punkt machte eine personelle Zäsur erforderlich, da es naturgemäß nicht nur einen „richtigen“ Weg gibt, allerdings über den, für den sich der DPV-Leistungssportausschuss entschieden hat, kein Einvernehmen erzielt werden konnte.

Der DPV wünscht den ausscheidenden Bundestrainern für ihre Zukunft alles Gute und viele persönliche Erfolge.

Die weltweite Corona-Pandemie hat einen Mann das Leben gekostet, um den nun das weltweite Pétanque trauert: Daniel Voisin.

Als Spieler war er ein absoluter Champion, als Berater war sein Wissen und seine Souveränität grenzenlos, als Trainer war er ebenso väterlicher Freund wie zielstrebiger Ausbilder, insbesondere für die ganz jungen Athleten. Nun ist er tot. Im Alter von 81 Jahren hat auch er den Kampf gegen das Covid 19-Virus verloren.

Mehr als fünf Jahre lang hat Daniel Voisin als Bundestrainer des Deutschen Pétanque Verbandes diesen Sport in unserem Land bereichert. Diejenigen, die mit ihm arbeiten durften, haben nicht nur seine Expertise, sondern auch seine Leidenschaft, gepaart mit großer Gelassenheit, bewundert. Seine Arbeit gehört heute noch zu den Fundamenten des Trainings und der Ausbildung der Deutschen Nationalmannschaften.

Daniel Voisin lebt nicht mehr, aber in den Geschichtsbüchern des Deutschen Pétanque Verbandes und des internationalen Pétanque bleibt er lebendig. Wir verneigen uns, dankbar für die Zeit mit ihm, und wünschen seinen Angehörigen viel Kraft und Tapferkeit in diesen schweren Stunden.

DPV-Sportdirektor Jürgen Hatzenbühler begrüßt die Sportler/innen beim ersten Hauptlehrgang zum DPV-Kader 2020.

Mitte Januar 2020 fand in der Boulehalle im saarländischen Gersweiler der Hauptlehrgang aller DPV-Kader – von den U18-Junioren bis hin zu den Senioren der 55+ Kategorie – statt. Die Direktive der Trainerstäbe aller Kader, rund um Sportdirektor Jürgen Hatzenbühler, lautete: Prüfung, Abgleich und Ergänzung der Instrumente und Methodik in der Wettkampf-Vorbereitung. Der internationale Pétanque-Sport gewinnt immer mehr an Athletik. Faktoren wie Fitness, Kondition, gezielte Koordination und mentale Disposition haben heute ein viel größeres Gewicht, als es noch vor fünf bis zehn Jahren war. Mit Jürgen Hatzenbühler sprechen wir über die Vorbereitung, Durchführung und die Ergebnisse des Lehrgangs.

DPV: Jürgen, mehr als 50 Spielerinnen und Spieler der unterschiedlichsten Altersklassen, vom Teenager bis zum Aktiven, in einer für unsere Sportart auch relevanten Gruppe, der Ü55 unter einem Dach. Und das alles gleichzeitig und das alles mit der Maßgabe, den Ansprüchen aller Teilnehmenden individuell genauso wie denen einzelner Teams gerecht zu werden – geht das?

JH: Natürlich funktioniert das – und hier hatten wir auch nicht die geringsten Bedenken. Es funktioniert, weil es dem DPV über die knapp zwei Jahre gelungen ist, einen personell und mit Bezug auf die Kompetenzen entsprechend leistungsstarken Kreis an Trainerinnen und Trainern, der sich immer noch weiterentwickelt und selbst fort- und weiterbildet, aufzubauen. Hier sind die Strukturen und Aufgaben in den einzelnen Bereichen definiert und dies führt zu einer sehr zielgerichteten Arbeit, die schneller messbare Ergebnisse liefert. Trotz des breit aufgestellten Teams hatten alle – insbesondere im Zusammenhang mit den neueren Trainingsmethoden – drei Tage lang ein extrem volles Programm mit ihren Leistungskadern. Die Aufgaben sind dabei klar zugeordnet: Stefanie Schwarzbach und Martin Kuball betreuen die Junioren, Daniel Dias und Marco Kowalski die Espoirs. Die Arbeit rund um die Kader der Senioren Damen und Herren koordiniert Philipp Zuschlag. Einen besonderen Fokus auf das Damen-Team hat Sebastian Lechner, bei den Senioren-Herren ist Martin Peter der Ansprechpartner für die Spieler. Die Themen „Fitness und Athletik“ bekommen mehr Aufmerksamkeit im Kadertraining, diese Schwerpunkte betreuen Andreas Kreile und Fritz Gerdsmeier.

Trotz dieser Zuordnungen wollen wir hier die „Systemkomponente Trainer“ noch offener über die hier gemachten Zuordnungen weiter entwickeln und noch mehr zwischen diesen Gruppen Synergien schaffen.

In der Summe stehen hier also 10 Trainer und Coaches einer Gruppe von fast 60 Spieler/innen zur Verfügung. Das ist ein Verhältnis, das in Ordnung ist, aber am ehesten noch „Luft nach oben“ hat, als in die andere Richtung.

Die Video-Analyse ist fester Bestandteil der Trainings und Sichtungen.

DPV: Nun hast Du alle Kader genannt, bis auf das neue, die Altersklasse 55+. Wer steht dieser Gruppe als Coach zur Seite?

JH: Zunächst einmal bin ich froh, dass wir im DPV nun den Schritt getan habe, ein Kader der Altersklasse 55+ ins Leben zu rufen. Wenn wir uns die letzten Europameisterschaften der sogenannten „Veteranen“ anschauen, dann stellen wir fest, dass sogar Frankreich diesen Wettbewerb inzwischen so ernst nimmt, dass sie den „Jahrhundertspieler“ Christian Fazzino und eine weitere Legende – die Bezeichnung hat er verdient – wie Marco Foyot ins Rennen schickt. Das ist nicht der einzige Grund, warum es sich kein Nationalverband mehr erlauben will, die jeweiligen Meister eines Jahres als Vertreter dort hin zu schicken. Und, machen wir uns nichts vor, diese Altersklasse ist auch im DPV zahlenmäßig beachtlich vertreten.

Für uns als sportlich Verantwortliche, ist dieses Kader natürlich Neuland. Wir haben es hier mit extrem erfahrenen Spielern zu tun, die alle gleich mehrere nationale Titel aufeinander summieren. Wir stehen hier am Anfang eines Prozesses, der dann auch klare Zuordnungen noch bringen wird.

DPV: Ist denn schon abschließend geklärt, welche Spielerinnen und Spieler in welchem Kader den DPV ab, bzw. im Jahr 2020 auf internationalem Parkett vertreten?

JH: Nein. Die Nominierungen sind ein Prozess, in den nicht nur die Trainer, sondern auch die Spieler/innen involviert sind. Man darf eines nicht vergessen: neben den technischen Qualitäten, der mentalen und taktischen Stärke, müssen die DPV-Kaderspieler/innen auf lange Sicht vor allem eines zur Verfügung stellen – und das ist Zeit. Nach wie vor ist auch die Teilnahme an Welt- oder Europameisterschaften aus Sicht der Sportler/innen ein – natürlich anspruchsvolles – „Hobby“. Das heißt, sie opfern hierfür Freizeit und Urlaubstage. Manch eine/r bekommt auch von seinem Arbeitgeber nicht die passenden Zeitfenster zur Verfügung gestellt, um „mal eben“ in Europa oder interkontinental für den DPV im Kreis zu stehen. Und das ist ein Faktor, der viel zu wenig berücksichtigt wird, wenn es aus den Reihen der Interessierten und Fans rund um den DPV heißt: „Wieso haben die den- oder diejenigen aufgestellt?“ Nicht selten haben solche Entscheidungen damit zu tun, ob die Personen Zeit haben, bzw. sich die Zeit nehmen können.

Also nochmal: sicher wissen wir schon zu 80%, wer in den einzelnen Kadern zu einer festen Größe werden wird. Aber: es ist noch nicht spruchreif, es muss noch abgewogen – und aus den beschriebenen Gründen mit den betreffenden Spieler/innen abschließend geklärt werden. Da sind nicht immer alle Kalender griffbereit, wenn es darum geht, wer denn überhaupt die Zeit zu den jeweiligen Terminen opfern kann.

Die Espoirs bei einer Zwischenbesprechung zum Stand der Dinge.

DPV: Beim Hauptlehrgang war von „neuer Methodik, neuen Instrumenten“ in der sportlichen Vorbereitung die Rede, was darf man sich darunter vorstellen.

JH: Das Trainer-Team hat hier die Hinweise aus den Kreisen der sportlichen Führung und die eigenen Erkenntnis aus eigenen Antrieb und mit sehr guten neuen Ansätzen entwickelt und eine sehr gute Blaupause für die weitere Arbeit geschaffen, die sich nun Stück für Stück erweitert und konkret umgesetzt wird.

Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich hier nur mit Stichworten konkreter werde  – und das fängt ganz harmlos an: „Fitness / Kondition“. Es ist nicht so, dass da in der Vergangenheit überhaupt kein Wert darauf gelegt wurde, aber nach unserer Beobachtung – insbesondere bei den letzten internationalen Einsätzen unserer Teams – ist auch hier noch „Luft nach oben“. Es ist nichts Neues, dass man bei einer WM oder EM bis gleich mehrere Spiele an einem Tag bestreitet, aber es ist eine sehr junge Entwicklung, dass einige Teams deutlich schneller abbauen, als andere. Und wir wollen halt mit den DPV-Mannschaften zukünftig zu denen gehören, die einen längeren Atem mitbringen. Ob und wie sich das im Einzelfall realisieren lässt, haben wir an diesem Wochenende getestet und kommen mit belastbaren Ergebnissen zurück.

Zweites Stichwort: „Taktik und Spielzüge“. Hier bringen alle Kaderspieler – ein paar Jugendliche vielleicht weniger – eine Menge eigener Erfahrung und Einschätzungen mit. Aber: das ist halt nicht einheitlich. Durch eine gemeinsame Arbeit an diesen Themen wird es dem Trainerstab gelingen, eine „DPV“-Taktik zu etablieren, entlang derer sehr klar und ohne großes Grübeln umzusetzen ist, wie sich unsere  Nationalspieler/innen in bestimmten spielerischen Situationen verhalten. Das reduziert Unsicherheiten, das reduziert Diskussionen – und das wirkt vor allen Dingen mental in Richtung der gegnerischen Teams, wenn eine Mannschaft ebenso ge- wie entschlossen agiert.

DPV: Wann können wir mit Informationen der einzelnen Trainer über deren individuelle Erkenntnisse in ihren Kadern rechnen?

JH: Wenn es nach mir geht: gar nicht! Sorry, wenn ich das so deutlich sage, ich weiß, Ihr seid als „Sprachrohr des DPV“ immer heiß darauf, möglichst zeitnah und möglichst detailliert zu berichten – aber auf dem Niveau wäre das eher kontraproduktiv. Denn: die Informationen, die Ihr über einzelne Spieler und Team-Zusammenstellungen verbreitet, die lesen diese Personen auch selbst. Und das ist nicht immer besonders erbauend. Darüber hinaus haben wir – wie in allen Sportarten in Deutschland – eine Menge Experten, die sich auf solche Informationen stürzen, diese bewerten und wenig hilfreiche Vorschläge machen, was man mit wem wo besser machen kann. Und das braucht kein Mensch, vor allen Dingen nicht unsere Spieler/innen, wenn sie befreit und erfolgreich aufspielen sollen.

Außerdem laufen da auch noch eine ganze Zeit lang die Auswertung der Berichtsbögen, der Zeitlupen-Video-Mitschnitte, der taktischen und strategischen Erkenntnisse. Auch unsere Coaches und Trainer/innen erledigen diese Aufgaben neben ihrem normalen Berufsleben – und da wäre es schlicht unangemessen, Informationen einzufordern, bevor sie für den sportlichen Erfolg dann gebraucht werden.

DPV: Ein schönes Schlusswort – Danke für das Gespräch.

Am Wochenende des 18./19. Januar 2020 fand in der Boulehalle Saarbrücken/Gersweiler ein Hauptlehrgang des DPV-Kaders statt.

Pünktlich um 9:00 Uhr begann am Samstag, dem 18. Januar 2020 der Lehrgang aller Kadergruppen des DPV. Die Kader der Jugend, Espoirs, Senioren und der Altersgruppe 55+ (alle w/m) und ihre Trainer und Coaches wurden kurz von Sportdirektor Jürgen Hatzenbühler begrüßt. Er gab in seiner Ansprache einen Ausblick auf die diesjährigen Welt- und Europameisterschaften, verwies aber auch schon auf das nächste Jahr, in dem die World Games in Birmingham/USA stattfinden.

Die erfolgreichen DPV-Espoirs von 2019 durften sich jeweils über einen neuen Satz Kugeln aus dem Angebot der Firma Boule-Paradies freuen. Ebenso erhielt der DPV-Jugendspieler Justin Neu diese Anerkennung.

In den anschließenden Begrüßungen durch den DPV Vizepräsidenten Sport Martin Schmidt und den DPV Vizepräsidenten Jugend Linus Schilling wurde dann auch noch einmal das Jahr 2019 mit den tollen sportlichen Erfolgen gefeiert. Die Spielerinnen und Spieler der U23 und der Trainer Daniel Dias aus dem letzten Jahr durften sich über ein tolles Kugelgeschenk aus den Händen der Vizepräsidenten freuen und zusammen mit dem anwesenden Kader noch einmal das „Gold, Silber, Bronze, Bronze“ nachvollziehen. Darüber hinaus wurde Justin Neu geehrt, der für die Jugend bei der letztjährigen Tireur-Weltmeisterschaft in Phnom Penh/Kambodscha eine ausgezeichnete Performance hingelegt hatte. Sein „Lauf“ wurde dort leider durch ein zwischenzeitliches leichtes Unwohlsein eingetrübt, sonst wäre für diesen jungen Spieler auf dieser großen Bühne sicher noch mehr drin gewesen.

Natürlich ist der Hauptlehrgang auch und insbesondere durch zwei Neuerungen geprägt. Zum einen wird aktuell das Fundament für ein Senioren-Kader 55+ gelegt. Die Herausforderungen in dieser Altersklasse haben inzwischen ein Niveau erreicht, dem die ursprüngliche Vorgehensweise des DPV, jeweils die Deutschen Meister zu internationalen Events zu entsenden, nicht mehr gerecht wird. Hier gibt es nun analog zu den anderen Kadern gezielte Vorbereitungen der Spieler und Spielerinnen auf die entsprechenden Einsätze. Der DPV freut sich, für das Leistungssport-Konzept der Altersklasse 55+ einen Sponsor aus der freien Wirtschaft gefunden zu haben, der sein Engagement ausdrücklich zweckgebunden für diese Gruppe einbringt.

Mit umfangreichen Unterlagen sorgt der DPV-Trainerstab für die nötige Stringenz im Ablauf des Lehrgangs.

Zum anderen kommen Veränderungen auf das DPV-Jugend-Kader zu. Hier wird es zukünftig ebenfalls nach Geschlechtern getrennte Wettbewerbe geben. Parallel zu den Triplette-Europameisterschaften der Espoirs (w/m), wird in St. Elbeuf/Frankreich, in diesem Jahr auch eine Triplette-Meisterschaft der Jugend (w/m) durchgeführt. Begleitet werden beide Turniere durch Tireur-Wettbewerbe. Auch im DPV-Jugend-Kader müssen also die Vorbereitungen auf internationale Einsätze entsprechend angepasst werden.

Nach der Begrüßung durch die Offiziellen begannen die Programme der Kadergruppen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten, die den ganzen Tag alle Energien den Spielerinnen und Spielern abverlangten. Weitere Informationen folgen in einem Nachbericht zum Hauptlehrgang.

 

 

C-Trainer verlängern ihre Lizenz am 7. und 8. Dezember in Hamburg

Coaching und Training überschneiden sich oft in der Praxis, trotzdem ist Coaching eine eigene Disziplin.

Auch im Pétanque wird sie immer wichtiger, zum Beispiel bei der Betreuung von Ligamannschaften oder Teams, die bei großen Turnieren und Meisterschaften unterwegs sind. Daher widmete sich der Workshop in Hamburg ausführlich diesem Thema.

Zehn C-Trainer aus der ganzen Republik kamen in die Hansastadt, um einerseits ihre Lizenz zu verlängern und andererseits Erfahrungen auszutauschen, die Materie zu beleuchten und zu diskutieren. Da die Veranstaltung in der Hamburger Boule-Halle stattfand, wurde die theoretische Diskussion immer wieder durch praktische Übungen ergänzt.

Die Teilnehmer brachten sich alle sehr gut ein, die Stimmung war prächtig und die Arbeit zeitigte gute Ergebnisse. Als am Sonntag-Nachmittag das Seminar zu Ende war, fuhren die Teilnehmer mit einem individuell zugeschnittenen, schriftlich fixierten „Leitfaden für Coaching im Pétanque“ nach Hause.

Teilnehmer waren David Mielchen (Dresden), Michael Schille-Schumacher (Alfeld), Heinz Kamp (Hameln), Claus-Dieter Bach (Idstein), Hermann Tetiwa (Rodgau), Christian Kunz (München), Ingrid Steep (Braunschweig), Thomas Schmieder-Jappe (Berlin), Michael Rieck (Legden), Renate Bäßmann (Hannover). Referent: Martin Koch (Hamburg)