Vorschau EuroCup 2026 – TV 1877 Mannheim-Waldhof vertritt Deutschland

32 Vereine aus 32 europäischen Nationen, vier Tage Pétanque auf höchstem Vereinsniveau und ein neuer Spielmodus: Vom 5. bis 8. November 2026 wird im Boulodrome du Douaisis in Sin-le-Noble nahe Douai zum 28. Mal der European Cup for Clubs – kurz EuroCup – ausgetragen. Bereits am Mittwoch, 4. November, findet am Abend die Auslosung der ersten Runde statt.

Deutschland wird in diesem Jahr vom TV 1877 Mannheim-Waldhof e.V. vertreten. Der Verein qualifizierte sich als Deutscher Mannschaftsmeister 2025 erstmals für den europäischen Vereinswettbewerb und reist nach einer weiteren starken Bundesliga-Saison nach Frankreich: 2026 musste sich Mannheim in der DPB lediglich dem neuen Deutschen Meister BC Achern geschlagen geben und wurde Vizemeister.

Mannheim mit neun Spieler*innen in Douaisis

Der TV Waldhof reist mit einem hochkarätig besetzten Neuner-Kader zum EuroCup. Für Deutschland gehen in Frankreich an den Start:

Manon Schaake
Jannik Schaake
Marvin Petzold
Pascal Keller
Fabian Vonberg
Gabriel Huber
Leon Gotha
Sascha Koch
Lara Koch

Coach: Pascal Lauer

Viele Mitglieder der Mannschaft verfügen bereits über reichlich Erfahrung aus der Deutschen Pétanque Bundesliga, Deutschen Meisterschaften und internationalen Wettbewerben. Mannheim hat sich seit dem Bundesliga-Aufstieg innerhalb kürzester Zeit in der nationalen Spitze etabliert: Auf die Vizemeisterschaft 2024 folgte 2025 der erste Deutsche Mannschaftsmeistertitel, 2026 bestätigte der Club seine Konstanz mit einem weiteren zweiten Platz.

Nun wartet auf die Mannheimer die europäische Bühne – und dort mit 31 weiteren Vereinsmeistern beziehungsweise nationalen Vertretern ein ausgesprochen starkes Feld.

Das DPB-Meisterteam von 2025

Neuer Modus: Vier Runden Schweizer System statt Vierergruppen

Eine der größten Neuerungen des EuroCups 2026 betrifft den Spielmodus. In den vergangenen Jahren wurden die 32 Mannschaften zunächst auf acht Vierergruppen verteilt. Dieses System gehört ab diesem Jahr der Vergangenheit an.

Stattdessen absolvieren alle 32 Clubs zunächst vier Runden im Schweizer System. Zwei Runden werden am Donnerstag, zwei weitere am Freitag gespielt. Erst danach wird das Feld geteilt: Die besten 16 Mannschaften ziehen in das Achtelfinale des EuroCups ein, während die übrigen 16 Vereine den Wettbewerb im FedCup fortsetzen.

Nach vier Schweizer Runden ergibt sich folgende Verteilung:

2 Mannschaften mit 4:0 Siegen
8 Mannschaften mit 3:1 Siegen
12 Mannschaften mit 2:2 Siegen
8 Mannschaften mit 1:3 Siegen
2 Mannschaften mit 0:4 Siegen

Damit ist klar: Drei Siege bedeuten sicher den Einzug ins Achtelfinale. Besonders spannend wird es für die zwölf Vereine mit einer 2:2-Bilanz. Nur sechs von ihnen schaffen den Sprung unter die besten 16. Hier können die weiteren Wertungskriterien – insbesondere die Buchholzpunkte – über den Verbleib im EuroCup oder den Wechsel in den FedCup entscheiden.

Auch die einzelnen Vereinsbegegnungen folgen einem besonderen Punktesystem. Zunächst werden sechs Tête-à-tête-Partien parallel ausgetragen, für deren Sieg jeweils zwei Wertungspunkte vergeben werden. Anschließend folgen drei Doublettes mit jeweils drei Wertungspunkten und zum Abschluss zwei Triplettes, die jeweils fünf Wertungspunkte einbringen.

Damit sind in einer Begegnung insgesamt 31 Wertungspunkte zu vergeben. Wer mindestens 16 Punkte erreicht, hat das Vereinsduell bereits gewonnen. Das kann dazu führen, dass eine Begegnung schon nach den Doublette-Runden entschieden ist und die abschließenden Triplettes nicht mehr ausgetragen werden müssen – eine Möglichkeit, im langen Turnierverlauf auch Kräfte zu sparen.

32 Clubs aus ganz Europa

Folgende Vereine nehmen am 28. EuroCup teil:

Andorra: Andorra La Vella
Belgien: PC Pachy Waterloo
Bulgarien: DSKPP
Dänemark: Boule Hedebo KIF
Deutschland: TV 1877 Mannheim-Waldhof e.V.
England: Meadow PC
Estland: TK Kärdla
Finnland: Riemukaari Kärkölä
Frankreich: Pétanque Arlancoise
Griechenland: Palaio Faliro PC
Italien: Vita Nova Savigliano
Jersey: Liberation PC
Kroatien: PK Dalmatino Šibenik
Lettland: SK Kangars
Litauen: PSC Šiauliai
Luxemburg: BP Riganelli
Monaco: Club Bouliste Monégasque
Niederlande: JBC ’t Dupke
Norwegen: Stord PK
Österreich: Petanque Sport Verein Freistadt
Polen: Osiedlowy Klub Sportowy „Sokol“ Wroclaw
Rumänien: CSP Bucarest
Schottland: Inverleath PC
Schweden: Club la Boule de Trix, Skövde
Schweiz: La Pétanque Genevoise
Slowakei: CAP Bratislava
Slowenien: Vila Ana PC
Spanien: C.P. Gran Via
Tschechien: 1. KPK Vrchlabí
Ukraine: Fair Play
Ungarn: Balaton Sportegyesület
Wales: Vale PC

Als offizielle CEP-Schiedsrichter sind Bernard Peironne, Lydie Mallet und Maciek Ziolkowski im Einsatz.

Hier geht es zur offiziellen Sonderseite der CEP mit allen Teamfotos und weiteren Informationen zum EuroCup 2026:
https://www.cep-petanque.com/eurocup.html

Frankreich prägt die Geschichte des EuroCups

Der European Cup for Clubs wurde 1998 erstmals ausgetragen. Bei der Premiere waren lediglich fünf Vereinsmannschaften dabei. Inzwischen ist der Wettbewerb zu einem festen Höhepunkt des europäischen Pétanque-Kalenders geworden.

Kaum ein Land hat seine Geschichte so geprägt wie Frankreich. Von den bislang 27 ausgetragenen EuroCups gingen 18 Titel an französische Vereine. Italien und Belgien kommen jeweils auf drei Erfolge, Monaco, die Schweiz und Schweden auf jeweils einen.

2020 wurde der Wettbewerb während der Corona-Pandemie nicht ausgetragen.

Die bisherigen Sieger:

1998 – Nobel Pétanque Malmö (Schweden)
1999 – La Pétanque Genevoise (Schweiz)
2000 – PC Elite Bruxelles (Belgien)
2001 – Groupe Nicollin Montpellier (Frankreich)
2002 – Groupe Nicollin Montpellier (Frankreich)
2003 – Groupe Nicollin Montpellier (Frankreich)
2004 – D.U.C. Nice (Frankreich)
2005 – Star Masters Barbizon (Frankreich)
2006 – PC Joli-Bois Bruxelles (Belgien)
2007 – ANPI Molassana-Casellese (Italien)
2008 – D.U.C. Nice (Frankreich)
2009 – D.U.C. Nice (Frankreich)
2010 – D.U.C. Nice (Frankreich)
2011 – Club Bouliste Monégasque (Monaco)
2012 – RP Metz (Frankreich)
2013 – Metz Ronde Pétanque (Frankreich)
2014 – A.S. Bocciofila Taggese (Italien)
2015 – A.S. Bocciofila Taggese (Italien)
2016 – PC Pachy Waterloo (Belgien)
2017 – ABC Draguignan (Frankreich)
2018 – C.A.S.E. Nice (Frankreich)
2019 – Lyon Canuts (Frankreich)
2020 – keine Austragung
2021 – Fréjus International Pétanque (Frankreich)
2022 – Pétanque Arlancoise (Frankreich)
2023 – CP Bron Terraillon (Frankreich)
2024 – Fréjus International Pétanque (Frankreich)
2025 – Pétanque Arlancoise (Frankreich)

Die Titelverteidiger von 2025: Pétanque Arlancoise

Arlanc führt ein starkes Favoritenfeld an

Auch 2026 dürfte der Weg zum Titel wieder über den französischen Vertreter führen. Pétanque Arlancoise gewann bereits 2022 und 2025 und reist somit als Titelverteidiger nach Sin-le-Noble. Mit international herausragenden Namen wie Philippe Suchaud, Christian Fazzino und Angélique Colombet bringt Arlanc erneut enorme Erfahrung und Qualität mit. Frankreich stellt traditionell den erfolgreichsten Vertreter dieses Wettbewerbs und gehört auch diesmal zu den großen Favoriten.

Doch das Feld der Anwärter auf die Podestplätze ist deutlich größer. Besonders viel EuroCup-Erfahrung bringt Pachy PC aus Belgien mit. 2016 gewann der Club aus Waterloo als bislang letzter nicht-französischer Verein den Wettbewerb, 2017 folgte Bronze und 2018 sogar noch einmal Silber. Auch der Club Bouliste Monégasque weiß, wie man bei diesem Wettbewerb ganz vorne landet: Monaco gewann den EuroCup 2011 und stand auch in den vergangenen Jahren mehrfach auf dem Podest – unter anderem als Zweiter 2021 und 2022 sowie als Dritter 2023.

Ebenfalls große EuroCup-Tradition besitzt der Schweizer Vertreter La Pétanque Genevoise. Der Club gewann bereits 1999 die zweite Austragung des Wettbewerbs und erreichte 2022 noch einmal das Halbfinale. Besonders aufmerksam dürfte man außerdem auf JBC ’t Dupke aus den Niederlanden schauen: 2022 erreichten die Niederländer Bronze, ein Jahr später ging es sogar bis ins Finale.

Auch der spanische Vertreter C.P. Gran Via kommt mit einer ganz aktuellen Erfolgsgeschichte nach Frankreich. Erst im vergangenen Jahr erreichten die Spanier das EuroCup-Finale und mussten sich dort lediglich Pétanque Arlancoise geschlagen geben. Zum erweiterten Favoritenkreis zählt zudem der italienische Vertreter Vita Nova Savigliano. Italien gehört mit insgesamt drei EuroCup-Titeln zu den erfolgreichsten Nationen hinter Frankreich und hat regelmäßig Mannschaften auf den vorderen Plätzen des europäischen Vereinswettbewerbs gestellt.

Auch die skandinavischen Teilnehmer sollten nicht unterschätzt werden. Boule Hedebo KIF aus Dänemark stand bereits 2016 auf dem EuroCup-Podium und ist auch 2026 wieder dabei. Schweden wird vom Club la Boule de Trix aus Skövde, Norwegen vom Stord PK vertreten.

Ein weiterer Club mit bemerkenswerter jüngerer EuroCup-Bilanz ist BP Riganelli aus Luxemburg. Die Luxemburger standen innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehrfach auf dem Podest: 2015 und 2019 holte Riganelli Bronze, 2024 gelang erneut der Sprung ins Halbfinale und damit auf Rang drei.

Wie schwer es gleichzeitig ist, den französischen Vertreter zu bezwingen, zeigte sich auch im vergangenen Jahr. Der PC Burggarten Horb spielte 2025 einen hervorragenden EuroCup und erreichte das Halbfinale. Dort verlangten die Horber dem späteren Sieger aus Arlanc alles ab. Unter anderem besiegte Abdoulaye Diol Christian Fazzino mit 13:6, Kevin Krohmer setzte sich mit 13:11 gegen Philippe Suchaud durch. Erst im weiteren Verlauf kippte die Begegnung zugunsten der Franzosen. Für Horb blieb am Ende eine starke Bronzemedaille – und damit eines der besten deutschen Ergebnisse in der Geschichte des Wettbewerbs.

Zeitplan: Vier Tage bis zum europäischen Vereinsmeister

Bereits am Mittwoch, 4. November, beginnt das offizielle Programm mit der Anreise der Delegationen und der Registrierung im Boulodrome du Douaisis. Am Abend folgen die Eröffnungszeremonie und die Auslosung.

Donnerstag, 5. November

Ab ca. 08:30 Uhr: Schweizer System Runde 1
– Tête-à-tête
– Doublette
– Triplette

Ab ca. 14:30 Uhr: Schweizer System Runde 2
– Tête-à-tête
– Doublette
– Triplette

Freitag, 6. November

Ab ca. 08:30 Uhr: Schweizer System Runde 3
– Tête-à-tête
– Doublette
– Triplette

Ab ca. 14:30 Uhr: Schweizer System Runde 4
– Tête-à-tête
– Doublette
– Triplette

Anschließend steht fest, welche 16 Teams den EuroCup erreichen und welche 16 Mannschaften im FedCup weiterspielen.

Samstag, 7. November

Ab 08:30 Uhr: Achtelfinale EuroCup und FedCup
Nach der Mittagspause ab ca. 14:30 Uhr: Viertelfinale EuroCup und FedCup

Sonntag, 8. November

Ab 08:30 Uhr: Halbfinale EuroCup und FedCup
Nach der Mittagspause ab ca. 14:30 Uhr: Finale EuroCup und FedCup
anschließend Medaillenzeremonie

Die im offiziellen CEP-Programm angegebenen Uhrzeiten sind Richtwerte und können sich abhängig vom Turnierverlauf verschieben.

Offizieller Zeitplan der CEP (Anklicken zum Vergrößern und Download)

Alle Ergebnisse live über Pétanque-Online

Eine weitere Neuerung gibt es in diesem Jahr bei der Ergebnisdarstellung. Der EuroCup 2026 wird erstmals über die deutsche Turnierplattform Pétanque-Online abgewickelt.

Die von Markus Himken entwickelte Plattform kommt inzwischen bei immer mehr nationalen Turnieren zum Einsatz und wird beim EuroCup nun auch von der CEP als Turniersoftware genutzt. Damit können alle Pétanque-Fans den gesamten Wettbewerb von zuhause aus verfolgen – mit Auslosungen, aktuellen Ergebnissen und Tabellen.

Live-Ergebnisse EuroCup 2026:
https://petanque-online.de/eurocup2026

Livestreams und DPV-Berichterstattung

Ein offizieller Livestream wird während des EuroCups über den YouTube-Kanal der Confédération Européenne de Pétanque angeboten:

https://www.youtube.com/@Europeanpetanque/live

Das DPV-Kommunikationsteam kann den TV 1877 Mannheim-Waldhof diesmal leider nicht vor Ort begleiten. Derzeit wird jedoch geprüft, ob die Mannheimer Delegation selbst zusätzliche Livebilder anbieten kann. Auch über Pétanque-Aktuell könnten weitere Übertragungen entstehen. Sobald dazu konkrete Informationen vorliegen, werden wir darüber informieren.

Aktuelles zum deutschen Team und zum Turnierverlauf gibt es während des Wochenendes über die DPV-Website, unsere Facebook-Seite und den DPV-WhatsApp-Info-Kanal.

Allez Mannheim!

Für den TV 1877 Mannheim-Waldhof wartet damit die nächste große Herausforderung nach drei außergewöhnlich erfolgreichen Jahren in der Deutschen Pétanque Bundesliga.

Vom Aufstieg 2023 über die Vizemeisterschaft 2024 und den Deutschen Meistertitel 2025 bis zum erneuten zweiten Platz 2026 hat sich Mannheim in kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten deutschen Vereine entwickelt. Nun darf sich die Mannschaft erstmals mit den besten Clubs Europas messen.

Mit einem erfahrenen Neuner-Kader, viel nationaler Qualität und zahlreichen Spieler*innen mit internationaler Erfahrung muss sich der deutsche Vertreter in Douaisis keineswegs verstecken.

Der DPV wünscht dem gesamten Team des TV 1877 Mannheim-Waldhof eine gute Anreise, viel Erfolg und viele besondere Momente beim EuroCup 2026.