Im Kampf gegen einen rapiden Anstieg der Infektionen mit dem Virus, der als „Corona-Krise“ die ganze Welt lähmt, steht Deutschland besser da, als viele andere Nationen. Ein Grund ist mit Sicherheit die konsequente Umsetzung des „Social Distancing“, also der Aufforderung, einander fern zu bleiben. Keine persönlichen Kontakte, keine Nähe von Menschen, die nicht ohnehin in einem Haushalt miteinander leben. Für die Verantwortlichen im Deutschen Pétanque Verband und in den zehn Landesfachverbänden ein ungewohnter Umgang miteinander. Persönliche Treffen und Gespräche finden über das Jahr verteilt sehr regelmäßig statt. Aber es geht natürlich auch anders: Telefon- und Video-Konferenzen erweisen sich als nicht allzu schlechte Alternative.

Das DPV-Präsidium tagte am 14. März 2020 in einer Telefonkonferenz, an der bis auf den DPV-Vizepräsident Jugend alle teilnehmen konnten. Ergänzt wurde diese Runde durch die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Schmidt und den Verbandssekretär Ulrich Reißer als Protokollführer. In dieser ersten Konferenz ging es natürlich auch um die Konsequenzen aus der Corona-Krise für den Pétanque-Sport in Deutschland. Es herrscht Einigkeit darüber, dass aktuell überhaupt nichts planbar ist. Ebenso einig sind sich die Verantwortlichen allerdings, dass jegliche Aktivitäten – seien es Zu- oder Absagen, Verschiebungen oder Verengung von Terminen – nur in enger Absprache mit den Landesverbänden entschieden werden können. Hier bedarf es vor allen Dingen einer einheitlichen Ansprache aller Gremien an die Spielerinnen und Spieler im DPV. Man nahm schnell Abstand von der Kristallkugel, die die Saison 2020 für den DPV nach wie vor ist, und widmete sich den Fakten.

Und diese Fakten sind erfreulich – insbesondere, wenn man sich die Entwicklung des Pétanque-Sports in Deutschland anschaut. Die aktuelle Statistik weist für das Jahr 2019 einen Anstieg von rund 3,4% bei den Mitgliedern der deutschen Boule- und Pétanque-Vereine aus. Waren es Ende 2018 noch 21747 Mitglieder insgesamt, so stieg diese Zahl zum Stichtag 31.12.2019 auf 22486. Deutschland bleibt stabil der zweitgrößte Pétanque-Verband in Europa. Weiterhin erfreulich ist der Anteil an weiblichen Aktiven im DPV – mit 6554 Spielerinnen entspricht dieser ebenfalls zumindest im europäischen Vergleich beeindruckenden 29%. Diese Zahlen und Entwicklungen verdankt der DPV den Aktivitäten in den einzelnen Vereinen, die wiederum tatkräftig von ihren Landesverbänden unterstützt werden. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle an alle ehrenamtlich Aktiven!

Auch der DPV wird sich verstärkt dem Thema „Breitensport“ widmen, denn genau hier haben die positiven Entwicklungen der Mitgliederzahlen ihren Ursprung. So ist aus NRW ein neues Boule-Sportabzeichen in Arbeit, dass sich erheblich vom bekannten Pétanque-Sportabzeichen unterscheidet, dieses aber nicht ersetzen soll. Der DPV unterstützt die Aktivitäten aus diesem Landesverband aktiv und wird im Umlaufbeschluss auch alle weiteren LV hierzu aufrufen.

Im Rahmen der Telefonkonferenz des DPV-Präsidiums wurde auch der neue Kommunikationsausschuss konstituiert. Gleich fünf weitere Mitstreiter haben der DPV-Vizepräsident Christoph Roderig und der Beauftragte für Live-Berichterstattung Heinz Zabel im Rahmen einer Klausurtagung gewinnen können: Martin Becker, Hein Fuhrmann, Martin Koch, Michael Regelin und Soeren Voigt. Mit dieser Mannschaft wird die Berichterstattung rund um das Pétanque in Deutschland und auf internationalem Parkett noch umfangreicher und vielfältiger.

Nicht zuletzt berief der Vorstand in dieser Runde Volker Hübchen zum Beauftragten für Lager und Logistik des DPV-Archivs. Volker verwahrt und verwaltet zukünftig Unterlagen, Trophäen, Bilder und vieles mehr aus der über 35jährigen Geschichte des Nationalverbandes. Außerdem wird Martin Koch das Amt des Beauftragten für Trainerwesen von Jürgen Hatzenbühler übernehmen, der dadurch mehr Freiraum für andere Positionen gewinnt, die er im DPV bekleidet.

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Eine Woche nach der Besprechung des DPV-Präsidiums fand eine weitere Telefonkonferenz statt, an der zusätzlich die Vertreter der Landesverbände sowie der Präsident des DBBPV, Joachim Kamrad, teilnahmen. Entschuldigt fehlten die LV Hessen, Nord und Saarland.

Zunächst einmal war es beeindruckend, wie diszipliniert insgesamt vierzehn Teilnehmer/innen gleichzeitig miteinander telefonieren können. Befürchtungen, dass es zu Stimmen-Wirrwarr und Missverständnissen kommen könnte, erfüllten sich nicht. Trotzdem werden solche Konferenzen zukünftig per Video über die Software „Zoom“ durchgeführt, hiermit lassen sich Diskussionen noch besser koordinieren.

Ein erstes Thema dieser großen Runde waren die Fördermittel, die dem DBBPV als Dachverband durch die staatlichen Töpfe in der Saison 2020 zur Verfügung gestellt werden. Joachim Kamrad berichtete, dass diese Mittel gemäß den Zahlen des Vorjahres bewilligt wurden. Als Reaktion auf die schwere Planbarkeit des organisierten Wettkampfsportes weltweit wird diese Unterstützung – anders als in 2019 – nicht projektbezogen gewährt, sondern als Gesamtbetrag, der flexibel genutzt werden kann.

Der DPV Vizepräsident Finanzen, Hartmut Lohß, erfreute die Teilnehmer/innen mit einer durchweg positiven Haushaltslage. Der Verband verfügt über sehr stabile bis komfortable Möglichkeiten die Saison 2020 auch unter den erschwerten Umständen der weltweiten Situation, mit Terminverschiebungen, neu zu bewertenden Teilnahmen an Wettkämpfen, Absagen und spontan neu ins Leben gerufenen Events zu bestreiten. DPV-Präsident Michael Dörhöfer betonte im Kreis der Vorstandsmitglieder der Landesverbände, dass dies eine gemeinsame Leistung aller sei und bedankte sich hierfür sehr herzlich.

Der wohl wichtigste Beschluss, der in dieser Konferenz gefasst wurde, ist es, dass der Länderpokal 2020 auf jeden Fall wieder in Deutschland stattfinden wird. Die Boulehalle im niederländischen Heerlen ist ein toller Ausrichtungsort mit ebensolchen Gastgebern, aber man ist sich einig, dass dieses Highlight der Saison wieder in heimischen Gefilden stattfinden soll. Verschiedene Modelle, an welchem Ort in welcher Form ausreichend überdachte Spielfläche zur Verfügung gestellt werden kann, hat der DPV-Sportausschuss in Arbeit.

Aus dem Sportausschuss, unter der Leitung von DPV-Vizepräsident Sport, Martin Schmidt, wurde auch ein neues Konzept für die Deutsche Pétanque-Bundesliga erarbeitet und vorgestellt. Es wird in einer der nächsten Veröffentlichungen auf der DPV-Homepage präsentiert und es ist in Planung, ein Online-Forum einzurichten, innerhalb dessen dann alle Interessierten die Möglichkeit bekommen, das Modell zu diskutieren – weitere Einzelheiten hierzu folgen.

Zum Abschluss der knapp einstündigen Telefonkonferenz wurde unter allen Teilnehmer/innen vereinbart, einheitliche Vorgehensweisen zu erarbeiten und auch nur diese zu kommunizieren. Mit Alleingängen ist in Zeiten wie diesen niemandem geholfen – und so bleiben das DPV-Präsidium und die Landesverbände über einen regelmäßigen „Jour Fix“ ebenfalls mit Hilfe der „Zoom“-Software im Kontakt und Austausch. Der nächste Termin ist als „loser Austausch“ am 01. April, zum Folgetermin am 08. April werden konkrete Themen besprochen, hier sind alle Landesverbände gebeten, für eine Präsenz in der Runde zu sorgen.