Jugend-WM 2026: Mit Rückenwind nach Santa Susanna
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Vom 30. Juli bis 2. August 2026 findet in Santa Susanna an der spanischen Mittelmeerküste die Jugend-Weltmeisterschaft 2026 statt. Ausgetragen werden die Weltmeisterschaften in den Disziplinen Triplette mixte, Doublette mixte und Tir de précision mixte.
Für die deutsche Pétanque Jugend (dpj) geht es damit erneut auf die große internationale Bühne. Nach starken Auftritten in den vergangenen Jahren, zahlreichen internationalen Erfahrungen und dem historischen WM-Gold im Tir de précision mixte 2025 reist das dpj-Team mit viel Rückenwind nach Spanien.
Die Vorfreude ist groß – und die Aufgaben werden anspruchsvoll.
Der deutsche Kader
Für Deutschland gehen folgende vier Juniors an den Start:
Betreut wird das Team von den beiden Coaches Leon Gotha-Jecle und Maurice Racz. Als Chef d’Équipe wird Mark-Oliver Fitz, DPV-Vizepräsident Jugend und Vorsitzender der deutschen Pétanque Jugend, vor Ort sein. Außerdem gehört erneut Hilde Winkler als Betreuerin zur deutschen Delegation.
Für die Berichterstattung aus Santa Susanna ist das DPV-Kommunikationsteam ebenfalls vor Ort. Robin Wendeler ist wie bereits im Vorjahr bei der Jugend-WM dabei und wird ab Mittwoch aus Santa Susanna berichten, Annika „Nika“ Rotundo stößt am späten Donnerstagabend zur Delegation. Nika wird den DPV nach ihrem Komm-Team-Debüt am zweiten Bundesliga-Spieltag in Oberhausen-Rheinhausen zum ersten Mal bei einer Berichterstattung auf der internationalen Bühne unterstützen.
Neues Format bei der Jugend-WM
Die Jugend-WM wird wie bereits im Vorjahr in drei Mixed-Wettbewerben ausgetragen. Allerdings wurde das Format im Doublette mixte und Tir de précision mixte nochmal leicht angepasst.
Im Triplette mixte werden zunächst vier Runden im Schweizer System gespielt. Anschließend folgt die KO-Phase ab dem Achtelfinale. Sollte ein Team die KO-Phase der Weltmeisterschaft nicht erreichen, wird zusätzlich eine Nations Cup-Runde ausgespielt.
Im Doublette mixte tritt pro Nation diesmal nur ein Team an. Allerdings können alle vier Athletinnen und Athleten eingesetzt werden. Während eines Spiels ist eine Auswechslung erlaubt, die Mixte-Zusammensetzung muss dabei jederzeit erhalten bleiben. Auch hier werden zunächst vier Runden Schweizer System gespielt, ehe ab Samstag die besten 16 Teams in die KO-Runde einziehen.
Auch der Tir de précision mixte wird in angepasster Form ausgetragen. Letztes Jahr wurden pro Durchgang insgesamt sechs Schüsse auf zwei Distanzen und nur drei verschiedene Ateliers abgegeben. Nun besteht der Tir-Wettbewerb aus allen fünf bekannten Ateliers auf alle vier Distanzen (6m – 9m). Die Nationen treten weiterhin als Mixte gemeinsam an. Beide Athlet*innen absolvieren je zwei Schüsse pro Atelier. Die insgesamt 20 Schüsse pro Tir-Durchgang werden also auf die beiden antretenden Tireure verteilt. Die besten acht Teams qualifizieren sich für das Viertelfinale, das laut Zeitplan bereits am Freitagvormittag im Anschluss an die Qualifikation vorgesehen ist. Die Halbfinals und das Finale im Tir de précision mixte folgen am Samstagabend.
Für Deutschland werden im Tir de précision mixte Maria Hein und Dario Kraleski antreten.
Kompakter Zeitplan
Die deutsche Delegation reist bereits am Dienstag nach Santa Susanna. Der Mittwoch wird zum Einspielen und Akklimatisieren genutzt. Spätestens Mittwoch treffen auch die anderen Nationen in Spanien ein.
Die Jugend-WM beginnt dann offiziell am Donnerstag, 30. Juli, um 9:00 Uhr mit Präsentation und Eröffnungszeremonie. Anschließend stehen die vier Schweizer Runden im Doublette mixte auf dem Programm. Am Donnerstagabend beginnt zudem bereits der Wettbewerb im Triplette mixte.
Am Freitag, 31. Juli, findet vormittags die Qualifikation und das Viertelfinale im Tir de précision mixte statt, anschließend folgen die weiteren Schweizer Runden im Triplette mixte.
Der Samstag steht im Zeichen der KO-Phase. Im Triplette mixte beginnen die Achtelfinals um 9:00 Uhr, im Doublette mixte folgen die Achtelfinals um 11:00 Uhr. Nach den Viertelfinals in beiden Wettbewerben sind am Abend noch die Halbfinals und Finals im Tir de précision mixte vorgesehen.
Am Sonntag, 2. August, fallen dann die letzten Entscheidungen. Auf dem Programm stehen die Halbfinals und Finals im Doublette mixte und Triplette mixte sowie die Endspiele im Nations Cup. Die Medaillenzeremonie ist für 19:00 Uhr geplant.
Titelverteidigung im Tir de précision mixte
Besondere Aufmerksamkeit liegt aus deutscher Sicht natürlich auf dem Tir de précision mixte. Im vergangenen Jahr sorgten Maria Hein und Tobias Moritz für einen historischen Moment: Mit ihrem WM-Titel gewannen sie das erste Gold bei einer Weltmeisterschaft in der Geschichte des DPV. Hier geht es nochmal zum Re-Live-Video des Triumphs in Isla Cristina.
In Santa Susanna wird Maria Hein nun als Titelverteidigerin erneut im Tir de précision mixte antreten. An ihrer Seite steht diesmal Dario Kraleski. Tobias Moritz ist inzwischen altersbedingt nicht mehr bei den Juniors startberechtigt und gehört weiterhin zum Nationalkader in der Kategorie Espoirs.
DPV-Vizepräsident Jugend und dpj-Vorsitzender Mark-Oliver Fitz blickt mit Vorfreude auf die kommenden Tage:
„Die anstehende Junioren-Weltmeisterschaft vom 30. Juli bis 2. August in Santa Susanna verspricht viele spannende Wettkämpfe auf höchstem internationalen Niveau. Nachdem wir im vergangenen Jahr den Weltmeistertitel im Tir de Précision gewinnen konnten, wollen wir diesen natürlich auch in diesem Jahr verteidigen – auch wenn die Schussdisziplin leicht abgewandelt wurde.“
Gleichzeitig richtet sich der Blick nicht allein auf die Schussdisziplin. Für Fitz steht besonders das Triplette im Fokus:
„Ich bin zudem sehr gespannt auf die neue Variante der Weltmeisterschaft, nur noch mit einem Doublette anzutreten, dafür mit Auswechslung. Die Königsdisziplin, das Triplette, ist ganz klar im Fokus unserer deutschen Nationalmannschaft, da man hier die Teamqualität sehr gut sehen kann.“
Starker Jahrgang mit internationaler Erfahrung
Die deutsche Pétanque Jugend kann in Santa Susanna auf eine Mannschaft setzen, die in den vergangenen Monaten und Jahren teilweise bereits mehrfach internationale Erfahrungen sammeln konnte. Auch deshalb reist die Delegation mit Selbstvertrauen nach Spanien.
Mark-Oliver Fitz betont die Entwicklung der deutschen Nachwuchsarbeit:
„Die hervorragende Jugendarbeit der dpj und der Landesverbände trägt seit Jahren Früchte und wir können auf tolle Spielerinnen und Spieler bauen, die ihre Qualität bereits mehrfach im internationalen Vergleich unter Beweis gestellt haben. Als Chef d’Équipe freue ich mich ganz besonders darauf, Teil dieser Delegation zu sein und mich mit voller Überzeugung in den Dienst unserer deutschen Nationalmannschaft zu stellen.“
Vorbereitung in Frankreich
Ein wichtiger Baustein der WM-Vorbereitung war die Turnierwoche in Frankreich. Beim internationalen Jugendturnier in Le Thor nahe Avignon sammelte der deutsche Kader vor einigen Wochen wertvolle Spielpraxis gegen starke Nachwuchsteams aus mehreren Nationen.
Die Woche war laut Bericht des Trainerteams erneut hervorragend organisiert und bot allen teilnehmenden Nationalteams einen echten Mehrwert. Neben den sportlichen Wettkämpfen standen auch der internationale Austausch und gemeinsame Erfahrungen im Mittelpunkt.
Im Doublette-Wettbewerb kam es in Le Thor aus deutscher Sicht bereits im Achtelfinale zu einem direkten Duell der beiden deutschen Teams. Dadurch war zwar ein deutscher Platz im Viertelfinale gesichert, gleichzeitig musste aber auch ein deutsches Team früh aus dem A-Turnier ausscheiden. Im anschließenden Viertelfinale unterlag das verbliebene deutsche Team dem Gastgeber Frankreich.
Auch im Triplette zeigte die deutsche Auswahl eine überzeugende Leistung. Mit zwei Siegen aus drei Vorrundenspielen gelang der Einzug ins Viertelfinale. Dort traf das Team auf Italien und musste sich in einer engen und umkämpften Partie knapp und auf Zeit geschlagen geben.
Die intensive Turnierwoche mit umfangreichem Programm und hohen Temperaturen verlangte dem Team viel ab. Ursprünglich war anschließend noch die Teilnahme an der Jugend-Marseillaise geplant, nach den Belastungen der Woche entschied sich die Mannschaft jedoch für eine frühere Rückreise nach Deutschland.
Der Blick auf diese Vorbereitung fällt dennoch sehr positiv aus: Internationale Spielpraxis, anspruchsvolle Gegner, enge Partien und wertvolle Erfahrungen – all das soll nun in Santa Susanna helfen.
Teilnehmende Nationen
Für die Jugend-WM in Santa Susanna wurden bislang folgende Nationen bestätigt:
Belgien, Kanada, Dänemark, England, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Japan, Malaysia, Monaco, Norwegen, Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz, Thailand, Türkei und Französisch-Polynesien.
Die Teilnahme von Madagaskar und Tunesien war zuletzt noch abhängig von der finalen Visa-Bestätigung.
Damit wartet auf das deutsche Team ein starkes und vielfältiges internationales Teilnehmerfeld mit etablierten Pétanque-Nationen aus allen Kontinenten.
Santa Susanna als gutes Pflaster für den DPV
Santa Susanna ist für den Deutschen Pétanque-Verband kein unbekannter Ort – und durchaus ein gutes Pflaster.
Im vergangenen Jahr gewannen Matthias Laukart, Tobias Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik dort den viel umjubelten Europameistertitel. Dieser Erfolg war nicht nur ein sportlicher Meilenstein, sondern öffnete letztlich auch die Tür zur historischen Einladung des deutschen Teams zum Masters de Pétanque 2026.
Nun hofft die deutsche Pétanque Jugend, an diesem Ort ebenfalls besondere Momente schreiben zu können.
Masters-Anschluss in Santa Susanna
Direkt im Anschluss an die Jugend-WM bleibt Santa Susanna im Fokus des internationalen Pétanque-Sports. Am 4. und 5. August findet dort die fünfte Etappe des Masters de Pétanque 2026 statt.
Große Teile der deutschen Jugend-Delegation werden vor Ort bleiben oder ihren Aufenthalt in Spanien verlängern, um die Équipe Allemagne beim Masters anzufeuern. Damit verbinden sich in Santa Susanna gleich zwei besondere internationale Höhepunkte aus deutscher Sicht: die Jugend-WM und der nächste Auftritt des deutschen Masters-Teams.
Berichterstattung aus Santa Susanna
Der DPV wird aus Santa Susanna berichten und die deutsche Delegation medial begleiten. Geplant sind aktuelle Informationen, Eindrücke, Live-Übertragungen der Spiele und Ergebnisse über die DPV-Website, die DPV-Facebook-Seite sowie den DPV-YouTube-Kanal.
Ob und in welchem Umfang offizielle Livestreams des Veranstalters angeboten werden, wird rechtzeitig über die DPV-Kanäle kommuniziert. Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass der spanische Verband FEP auch in Santa Susanna wieder Live-Übertragungen anbieten wird.
Mit Rückenwind nach Spanien
Die deutsche Pétanque Jugend (dpj) reist mit einem starken Kader, viel internationaler Erfahrung und gut vorbereitet nach Santa Susanna. Die Aufgaben werden anspruchsvoll, das Teilnehmerfeld ist stark – doch genau auf solchen Bühnen entstehen bekanntlich die besonderen Geschichten.
Der DPV wünscht allen Spielerinnen und Spielern, den Coaches und der gesamten Delegation eine gute Anreise, viel Erfolg und eine unvergessliche Weltmeisterschaft.
