Masters de Pétanque: Équipe Allemagne vor den letzten beiden Etappen

Der historische Masters-Sommer der Équipe Allemagne geht in die entscheidende Phase. Am 18. und 19. August steht in Rognac im Département Bouches-du-Rhône die sechste und damit vorletzte Etappe der Masters de Pétanque 2026 auf dem Programm.

Für die deutsche Mannschaft mit Matthias Laukart, Tobias Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik bleiben damit nur noch zwei Etappen: Rognac und anschließend Nevers. Die gute Nachricht: Bei den beiden abschließenden Etappen werden alle vier Spieler gemeinsam an den Start gehen. Danach endet eine außergewöhnliche Turnierserie, in der erstmals überhaupt ein deutsches Team Teil des wohl prestigeträchtigsten Einladungsturniers im internationalen Pétanque ist.

Die Équipe Allemagne hat sich im Kreis der Weltklasse längst Respekt erspielt. Bei den bisherigen fünf Etappen hat Deutschland immer wieder gezeigt, dass es auf diesem Niveau mithalten kann. Mehrfach war der erste Sieg greifbar nah, zuletzt in Santa Susanna sogar gleich zweimal. Wieder führte die deutsche Équipe, wieder fehlten am Ende nur wenige Kugeln.

Natürlich war die Enttäuschung danach spürbar. Wer auf diesem Niveau antritt, will gewinnen. Matthias Laukart, Tobias Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik sind vor allem bei uns in Deutschland nicht als Spieler bekannt, die sich mit der Rolle des freundlichen Underdogs zufriedengeben. Sie wollen auch auf dem Carré d’Honneur und vor dieser beeindruckenden Kulisse beim Masters sportlich bestehen, die großen Namen ärgern und sich nach ihren Leistungen gerne auch mit einem Sieg belohnen.

Gleichzeitig ist es längst bei allen angekommen: Dieser Masters-Sommer ist schon jetzt ein großer Erfolg für das deutsche Pétanque!

Rückblick auf Santa Susanna: zweimal ganz nah dran

Bei der fünften Etappe in Santa Susanna kehrte die Équipe Allemagne selbstbewusst und vollgetankt mit schönen Erinnerungen an den Ort zurück, an dem Matthias Laukart, Tobias Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik im vergangenen Jahr den Europameistertitel gewonnen hatten. Auch diesmal wurde Santa Susanna wieder zu einem emotionalen Ort für das deutsche Team.

Zum Auftakt traf Deutschland auf die Équipe Rocher, die in Santa Susanna ohne Dylan Rocher antrat. Für ihn spielten Stéphane Robineau, Jean-Michel Puccinelli und Diego Rizzi. Deutschland führte in dieser Partie bereits verdient mit 10:5 und hatte in der Schlussphase sogar gute Möglichkeiten, die Partie zu beenden.

Zwei Schüsse für Schluss von Daniel Reichert und Moritz Rosik trafen zwar, doch das Cochonnet sprang jeweils unglücklich. Bei Daniels Treffer sprang die Sau zu den verlegten gegnerischen Kugeln, bei Moritz’ anschließendem Treffer ging sie ins Aus – Null-Aufnahme. Robineau, Puccinelli und Rizzi ließen sich diese Chance nicht zweimal nehmen und machten ihrerseits den Deckel auf das Spiel. Aus deutscher Sicht blieb erneut eine bittere Niederlage nach starker Leistung.

Am Folgetag zeigte sich gegen die Équipe Zigler ein ähnliches Bild. Deutschland führte verdient mit 9:4, ehe eine schwächere Aufnahme und ein Fünferpäckchen des Gegners das Spiel wieder ausglichen. Zu diesem Zeitpunkt standen für die Équipe Zigler Elie Benmergui, Mayron Baudino und Maison Durk auf dem Platz. Nelson Zigler hatte sich nach wenigen Aufnahmen für Baudino auswechseln lassen.

Beim Stand von 9:12 lagen für Deutschland drei Punkte am Boden, dazu hatte die Équipe Allemagne noch drei Kugeln auf der Hand. Die Équipe Zigler hatte nur noch zwei Kugeln und entschied sich für rettende Sauschüsse. Maison Durk verpasste zunächst knapp, doch Mayron Baudino, der nach seiner Einwechslung kaum eine Fehlkugel gespielt hatte und im Spiel mehrfach als Retter in der Not zur Stelle war, traf die Sau auf 9,5 Meter perfekt und beförderte sie so ins Aus.

Dieser Sau-Treffer war gegen Schluss – dennoch gab es durch die verbleibenden Kugeln drei Punkte für Deutschland zum 12:12. Wieder war der erste Masters-Sieg ganz nah. Doch die letzte Aufnahme gehörte erneut der Équipe Zigler, die das Spiel am Ende mit 13:12 gewann.

Der Frust bei den deutschen Spielern saß zunächst verständlicherweise tief. Wieder geführt, wieder stark gespielt, wieder nur um wenige Kugeln gescheitert. Doch genau in diesen Momenten zeigte sich auch, welchen Respekt sich das deutsche Team im Laufe dieser Masters-Serie erarbeitet hat.

Nach der Partie kamen unter anderem Diego Rizzi und David „Ligan“ Doerr auf die deutschen Spieler zu. Rizzi rekapitulierte nahezu die gesamte Partie mit Moritz Rosik, erinnerte sich an einzelne Kugeln und Aufnahmen, obwohl er selbst zeitgleich auf der Nebenbahn in einem engen Spiel gefordert war. Er sprach dem deutschen Team Mut zu. David Doerr erinnerte daran, dass Deutschland im vergangenen Jahr genau in Santa Susanna den Europameistertitel gewonnen hatte – und dass ein solcher Titel am Ende viel größer und bleibender sei als ein einzelner Masters-Sieg.

Wenig später wurden Matthias Laukart, Tobias Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik noch zum offiziellen Interview mit Franck Polo und Michel Loy auf die Bühne und vor die Kameras gebeten. Auch dort präsentierte sich die Équipe Allemagne trotz der Enttäuschung kämpferisch und mit Blick nach vorne.

Die Équipe Allemagne hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie auf absolutem Weltklasse-Niveau konkurrenzfähig ist. Auch vom Veranstalter wurde im Rahmen des Interviews in Santa Susanna hervorgehoben, dass die deutschen Spieler in den Statistiken mitten im Konzert der Großen angekommen sind.

Dazu kommt etwas, das man von außen vielleicht nicht immer sieht: Die Aufnahme des deutschen Teams in den Kreis der Masters-Spieler ist herzlich, respektvoll und wertschätzend. Weltklassespieler suchen immer wieder den Austausch mit den deutschen Spielern, geben wertvolle Tipps, sprechen Mut zu und zeigen dadurch deutlich, dass die Leistungen der Équipe Allemagne positiv wahrgenommen werden.

Besonders in Santa Susanna war dieser Respekt deutlich zu spüren. Dort stand die deutsche Mannschaft nach zwei bitteren Niederlagen so nah vor dem ersten Sieg wie nie zuvor – und wurde gerade in diesen Momenten von vielen Seiten aufgebaut.

Santa Susanna war damit ein weiterer Beleg: Deutschland ist beim Masters längst angekommen!

Die beiden letzten Etappen: Rognac und Nevers

Sportlich steht für die Équipe Allemagne in Rognac und Nevers nicht mehr die Qualifikation für das Final Four im Mittelpunkt. Für andere Teams beginnt nun der große Sprint um die letzten Plätze für das Finale auf Korsika. Für Deutschland geht es vor allem darum, den starken Eindruck der bisherigen Etappen zu bestätigen – und sich im besten Fall noch mit dem ersten Masters-Sieg zu belohnen.

Étape 1 – Romans-sur-Isère
3./4. Juni, Département Drôme
Sieger: Les Étoiles du Sud

Étape 2 – Saint-Gilles-Croix-de-Vie
24./25. Juni, Département Vendée
Sieger: Équipe Rocher

Étape 3 – Montluçon
15./16. Juli, Département Allier
Sieger: Équipe Bonetto

Étape 4 – Saint-Étienne
22./23. Juli, Département Loire
Sieger: Équipe Bonetto

Étape 5 – Santa Susanna
4./5. August, Spanien
Sieger: Dream Team / Équipe Quintais

Étape 6 – Rognac
18./19. August, Département Bouches-du-Rhône

Étape 7 – Nevers
26./27. August, Département Nièvre

Final Four – L’Île-Rousse
16./17. September, Nordkorsika

Nach fünf Etappen steht die Équipe Allemagne mit fünf Punkten auf Rang sieben der Gesamtwertung. An der Spitze liegen Les Étoiles du Sud vor Équipe Bonetto, Équipe Zigler und Équipe Rocher.

Gesamtwertung nach Etappe 5

1. Les Étoiles du Sud – 40 Punkte
2. Équipe Bonetto – 37 Punkte
3. Équipe Zigler – 32 Punkte
4. Équipe Rocher – 29 Punkte
5. Dream Team / Équipe Quintais – 25 Punkte
6. Équipe Doerr – 20 Punkte
7. Équipe Allemagne – 5 Punkte

In Rognac und Nevers sind insgesamt noch 24 Punkte zu vergeben. Für die Teams im oberen und mittleren Tabellenbereich geht es damit weiterhin um die Qualifikation für das Final Four, das am 16. und 17. September in L’Île-Rousse auf Korsika ausgetragen wird.

Für Deutschland bleibt die Aufgabe klar, wie auch Diego Rizzi es formuliert hat: Weiter Erfahrungen sammeln, weiter selbstbewusst auftreten – und vielleicht genau dann zuschlagen, wenn man selbst am wenigsten damit rechnet.

Auftakt gegen Équipe Bonetto

Die Auslosung für Rognac hat der Équipe Allemagne direkt zum Auftakt eine große Aufgabe beschert. Deutschland trifft in der ersten Poule-Runde auf die Équipe Bonetto.

Poule A:

Équipe Doerr
Dream Team / Équipe Quintais
Équipe Allemagne
Équipe Bonetto

Die erste Runde in Poule A:

Équipe Doerr – Dream Team
Équipe Allemagne – Équipe Bonetto

Poule B:

Équipe Locale Rognac
Équipe Rocher
Équipe Zigler
Les Étoiles du Sud

Die erste Runde in Poule B:

Équipe Locale Rognac – Équipe Rocher
Équipe Zigler – Les Étoiles du Sud

Für die lokale Équipe in Rognac wurden Gianni Signouret, Christophe Malbec, Jacques Fernandez und Yohan Haziza nominiert.

Zeitplan der 6. Etappe in Rognac

Dienstag, 18. August:

14:00 Uhr
Halbfinals Masters Féminin und Masters Jeunes

15:30 Uhr
Finale und Spiel um Platz drei Masters Féminin
Finale Masters Jeunes

18:00 Uhr
Präsentation der Teams und 1. Partie Masters de Pétanque

Mittwoch, 19. August:

09:00 Uhr
2. Partie Masters de Pétanque

11:00 Uhr
Barrage um die Qualifikation für die Halbfinals

14:00 Uhr
Halbfinals

17:00 Uhr
Finale

18:00 Uhr
Siegerehrung

Die genauen Zeiten können vor Ort angepasst werden.

Livestream

Die Spiele der Masters de Pétanque werden auch in Rognac über den offiziellen YouTube-Kanal „Masters de Pétanque“ übertragen.

Offizieller YouTube-Kanal Masters de Pétanque

Ein Masters-Sommer, der bleibt

Bei all der sportlichen Spannung darf eines nicht vergessen werden: Für die vier deutschen Spieler ist diese Masters-Serie eine enorme Herausforderung. Reisen, Beruf, Familie, Organisation und die sportliche Belastung müssen immer wieder miteinander vereinbart werden.

Viele internationale Topspieler kennen diesen Rhythmus seit Jahren. Für sie gehören Reisen, große Turnierserien und Auftritte auf dem Carré d’Honneur längst zum Alltag. Für die Équipe Allemagne ist dieser Sommer dagegen ein neues Kapitel – und genau deshalb ist die bisherige Leistung umso höher einzuschätzen.

Matthias Laukart, Tobias Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik haben sich auf dieser Bühne stark präsentiert und die deutsche Pétanque-Szene damit stolz gemacht. Sie haben Spiele offen gehalten, Favoriten unter Druck gesetzt, Respekt gewonnen und gezeigt, dass Deutschland in diesem Kreis nicht nur dabei ist, sondern sportlich ernst genommen wird.

Gleichzeitig ist auch nach fünf Etappen der Kampfgeist spürbar. Niemand in dieser Mannschaft tritt an, um nur dabei zu sein. Die vier wollen den ersten Sieg – nicht verkrampft, nicht um jeden Preis, aber mit dem klaren sportlichen Anspruch, auch in Rognac und Nevers weiter alles zu versuchen.

In Santa Susanna machte in der französischen Berichterstattung bereits ein kleiner „Siegesfluch der Deutschen“ die Runde. Die französische Pétanque-Welt hat ihre Story gefunden. Vielleicht ist es an der Zeit, dieses Narrativ auf den letzten Etappen noch einmal umzuschreiben.

Vielleicht fällt der erste Sieg genau dann, wenn man ihn nicht mehr erzwingen will. Vielleicht endet der viel zitierte „Siegesfluch“ schon in Südfrankreich. Und selbst wenn nicht: Dieser Masters-Sommer 2026 bleibt ein Meilenstein für das deutsche Pétanque.

Wir drücken der Équipe Allemagne für die letzten beiden Etappen die Daumen.

Allez Matze, Tobse, Daniel und Moritz – Allez Équipe Allemagne!