Sechzehn neue DPV-Trainer*innen mit DOSB B-Lizenz
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Autor: Henry Jürgens (DPV-Beauftragter Trainerwesen)
Den Schwung aus den großen internationalen Erfolgen 2025 mitnehmen und nachhaltige leistungssportliche Strukturen aufbauen. So könnte die Agenda im DPV für das Jahr 2026 lauten. Der „DPV Ausschuss für Training und sportliche Qualifizierung“, bestehend aus den B-Trainer*innen Lisa Kamrad, Tom Schmieder-Jappe, Michael Weise, Henry Jürgens und Cheftrainer Sebastian Lechner, hat ein Jahr daran gearbeitet, eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu konzipieren und anzubieten. DOSB B-Leistungssport Trainer*innen werden einerseits in den Trainerstäben der Bundes- und Landeskader dringend benötigt, auf der anderen Seite werden diese Trainer*innen auch für das DPV Lehrteam gebraucht, damit an der Basis viele neue Trainer*innen eine gute Grundausbildung in Form einer DOSB C-Lizenz absolvieren können.
Im ersten Block im Oktober 2025 lagen die Schwerpunkte bei der wissenschaftlichen Analyse der Wurftechnik, detaillierter Schwunganalyse mit digitalen Tools, physikalischen Parametern beim Pétanque, physischen Voraussetzungen und deren Trainierbarkeit, einem tieferen Einstieg in die weite Welt der mentalen Komponenten des Pétanque und der Kommunikation und Teamentwicklung als einen ganz wichtigen Punkt in unserem Sport.
Der zweite Block vom 26.2 – 1.3.2026 wurde wieder in Schüttorf durchgeführt. Dort fanden wir im Seminarraum des FC Schüttorf 09 und der angrenzenden Boulehalle optimale Bedingungen vor. In diesem Block stand der Leistungssport im Fokus. Nach einem sehr interessanten Einblick in die verschiedenen Formen der modernen Trainingsmethodik beschäftigten wir uns am ersten Tag mit der Leistungsstrukturanalyse.
Am zweiten Tag ging es um Taktik. Dass es nicht die richtige oder die falsche Taktik gibt, ist hinlänglich bekannt. Aber wie finden wir die optimale Taktik für jedes Team und jede Situation? Um uns Antworten auf diese Fragestellungen anzunähern, müssen Spieler*innen, Trainer*innen und Coaches genau wissen, was in der jeweiligen Spielsituation technisch und mental realisiert werden kann. Um sich hier nicht nur auf das Bauchgefühl zu verlassen, haben wir uns ausgiebig mit Bewertungssystemen, mathematischen Berechnungen zu „Expected Points“ und dem Prognosetraining auseinandergesetzt. Bei bestem Wetter und vielen praktischen Übungen ergaben sich auch einige Punkte, über die unter den Trainer*innen kontrovers diskutiert wurde. Genau diese Momente machen eine Ausbildung in Präsenz so wertvoll. Gerade im Bereich der digitalen Bewegungsanalyse und von Prognose- und Bewertungstools, ergaben sich viele gute Ideen. Einige Trainer*innen haben sich bereits informell zu einer innovativen Zusammenarbeit in diesen Bereichen gefunden.
Der dritte Tag lief unter der Überschrift „Technik advanced“. Mit Leon Gotha-Jecle und Sebastian Lechner hatten wir zwei Dozenten, die aufgrund ihrer Positionen im DPV über viel Wissen im Bereich Kader und Sichtung verfügen und zusätzlich ein hohes technisches Niveau mitbringen. Leon demonstrierte die Vermittlung von schwierigen Würfen, wie Effét- oder Plombée. Auch hier zeigte sich, dass die wissenschaftliche Herangehensweise über Bewegungsanalysen, Physik und Release-Points nur Sinn macht, wenn sich ein intensiver Austausch mit dem Leistungssportbereich realisieren lässt. Diese Chance haben wir genutzt.
Am letzten Tag haben wir die Erkenntnisse aus Prognosetools, Bewertungssystemen, sowie taktischer Analyse in einem simulierten Sichtungstraining angewandt. Von der Aufstellung der Teams, über die Aufgabenverteilung im Sichtungsteam, Kriterien zur Sichtung, Begründung der Auswahl, bis zum abschließenden Athlet*innengespräch wurden alle Schritte an einem Vormittag exemplarisch durchgespielt.
Im ausführlichen Abschlussgespräch ging es unter anderem darum, wie wir in Zukunft mit dem noch kleinen Kreis aktiver B-Trainer*innen zusammenarbeiten und uns weiter fortbilden. Die „Schwarmintelligenz“ der neuen Trainer*innen mit ihren jeweiligen Spezialgebieten gilt es so zu vernetzen und zu nutzen, dass das gesamte Trainer*innenwesen des DPV davon profitiert und Fortbildungen auf einem adäquaten Niveau durch diese Trainer*innen angeboten werden.
Für den Ausschuss für Training und sportliche Qualifizierung beginnt nun eine Phase der Reflektion und Aufarbeitung dieser Ausbildung. Ziel ist es, Inhalte und Methoden zu optimieren, um für die nächste B-Leistungssport Ausbildung einen Leitfaden zu erstellen. Diese wird voraussichtlich 2027 stattfinden.
Denn um für eine erste DOSB A Leistungssport Ausbildung einen Pool von geeigneten Trainer*innen zu finden, brauchen wir eine breitere Basis an aktiven B-Trainer*innen.
Interesse am Einstieg in die DPV Trainer*innenwelt? Dieses Jahr beginnen Kurse in BaWü und in Schönebeck bei Magdeburg.
Weitere Informationen gerne bei Eurem Ausschuss für Training und sportliche Qualifizierung:
trainerwesen@petanque-dpv.de
