dpj – Ein hochklassiges Jugendländermasters 2026 in Chemnitz
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Am 25. und 26. April 2026 traf sich die deutsche Pétanque-Nachwuchselite in Chemnitz zum Jugendländermasters. Erstmals war die Deutsche Pétanque Jugend (dpj) mit dieser Veranstaltung im Landesverband Ost zu Gast – und erlebte ein rundum gelungenes Wochenende mit beeindruckendem sportlichen Niveau und hervorragenden Gastgebern von der SpVgg Blau-Weiß Chemnitz.
Über neun Runden hinweg wurde in allen drei Altersklassen auf konstant hohem Niveau gespielt. Präzision, taktisches Verständnis und mentale Stärke waren bei vielen Spieler*innen bereits so ausgeprägt, dass selbst erfahrene Aktive sich hier noch einiges abschauen und von unseren jungen Pétanque-Talenten lernen könnten.
Live aus Chemnitz – neun Spiele im Re-Live
Das DPV-Kommunikationsteam war mit Axel Lemcke, Robin Wendeler und dem Hospitanten Lukas Weber (Stahlball Leipzig) vor Ort und produzierte an beiden Turniertagen auf dem Carré d’honneur insgesamt neun Live-Übertragungen für den DPV-YouTube-Kanal. Ein wenig Glück bei der Spielauswahl bescherte uns neun enge Spiele auf der Live-Bahn, von denen einige erst über die Zeit bzw. in den Zusatzaufnahmen entschieden wurden. Im Anschluss an die Live-Übertragungen haben wir in den meisten Spielen einige beteiligte Personen für ein paar kurze Statements vor die Kameras bzw. an die Mikrofone geholt.
Alle Spiele stehen euch weiterhin im Re-Live zur Verfügung – ein perfekter Einblick in das hohe Niveau des deutschen Nachwuchs-Pétanque:
Warm-Up – kurze Vorschau auf das Wochenende mit Axel und Robin
1. Runde ESPOIRS: LV Ost vs. LV Bayern – Top-Auftaktspiel der Gastgeber gegen die späteren Titelgewinner aus Bayern, die stark ins Turnier starten und in der letzten Aufnahme ein echtes Highlight produzieren
2. Runde JUNIORS: LV Berlin vs. LV BaWü – Enges Spiel zwischen BaWü und den Berlinern, die hier den Grundstein für den perfekten Turnierstart an Tag 1 legen
3. Runde CADETS: LV NiSa vs. LV Hessen – Zum ersten Mal die Jüngsten auf dem Feld – auch hier sehen wir ein knappes Spiel mit vielen Wendungen
4. Runde ESPOIRS: LV NRW vs. LV Hessen – Zum Zeitpunkt des Spiels noch nicht abzusehen: Hier spielen der Turnierzweite NRW gegen die später drittplatzierten Hessen. Das spannende Spiel wird erst mit der allerletzten Kugel in der zweiten Zusatzaufnahme entschieden
5. Runde JUNIORS: LV Nord vs. LV Bayern – Tag 1 hat zum Abschluss nochmal ein Highlight zu bieten: Besonders die letzte Aufnahme mit einer sehr unerwarteten Wendung und einem Sechser zum 13:12!
6. Runde CADETS: LV RhPf vs. LV Saar – Die Cadets von Rheinland-Pfalz und Saarland kämpfen in einem engen Spiel mit insgesamt 14 Aufnahmen um eine gute Ausgangsposition für das Halbfinale
7. Runde JUNIORS: LV Berlin vs. LV Hessen – Das „vorgezogene Finale“ bei den Juniors ist ebenfalls ein sehenswertes Highlight an diesem Wochenende – viele Wendungen führen am Ende zu einem 13:12. Im Anschluss zeigen wir noch die letzten Aufnahmen zwischen Saarland und NRW bei den Cadets um den Einzug ins Halbfinale
8. Runde ESPOIRS: LV NRW vs. LV Bayern – NRW versucht den Bayern, den vorzeitigen Titelgewinn streitig zu machen: Erneut ein Top-Spiel mit vielen starken Kugeln, das erst in den Zusatzaufnahmen entschieden wird. Auch das gewisse Quäntchen Glück spielt hier an einigen Stellen eine Rolle
Finale CADETS: LV NRW vs. LV Saarland – Wie schon 2025 stehen sich in der jüngsten Altersklasse im Finale des Jugendländermasters erneut die Cadets von NRW und aus dem Saarland gegenüber
CADETS – NRW verteidigt Titel nach dramatischem Turnierverlauf
Bei den Cadets entwickelte sich über das gesamte Wochenende hinweg ein besonders spannendes Turnier mit vielen engen Begegnungen. Lange Zeit sah dabei alles nach einem Durchmarsch des Teams aus Baden-Württemberg aus. Die junge Mannschaft spielte erfrischend auf, blieb am Samstag ungeschlagen und sicherte sich mit fünf Siegen aus fünf Spielen souverän den ersten Platz – das Halbfinale war damit frühzeitig gebucht.
Auch nach sieben Runden stand Baden-Württemberg weiterhin ohne Niederlage an der Tabellenspitze. Dahinter entwickelte sich jedoch ein enges Rennen um die weiteren Halbfinalplätze. Erst in der Schlussphase der Vorrunde fiel die Entscheidung: Neben BaWü qualifizierten sich das Saarland (4:2 Siege), Rheinland-Pfalz (3:3 Siege) und Nordrhein-Westfalen (3:3 Siege) für die Runde der letzten vier. Hessen verpasste das Halbfinale ebenfalls mit drei Siegen nur aufgrund einer schlechteren Punktedifferenz.
Im Halbfinale kam es dann zur entscheidenden Wendung: Die Titelverteidiger aus Nordrhein-Westfalen erwischten einen furiosen Start gegen Baden-Württemberg und setzten mit einer schnellen 7:0-Führung den Grundstein für den Finaleinzug. Am Ende stand ein 13:8 für NRW – und die beeindruckende Siegesserie des BaWü-Teams war beendet.
Im zweiten Halbfinale setzte sich das Saarland souverän gegen Rheinland-Pfalz durch. Bemerkenswert dabei: Am Sonntagmorgen in der Vorrunde hatte Rheinland-Pfalz die gleiche Begegnung auf der TV-Bahn noch für sich entschieden – die Revanche im Halbfinale gelang nun jedoch dem Saarland.
So kam es am Sonntagnachmittag zur Neuauflage des Finals von 2025 – Nordrhein-Westfalen gegen das Saarland, live übertragen auf dem DPV-YouTube-Kanal. In einer erneut hochklassigen Partie behielten die vier jungen Spieler*innen aus NRW die Nerven und sicherten sich mit einer starken Teamleistung zum zweiten Mal in Folge den Titel bei den Cadets.
Die Medaillengewinner bei den CADETS:
JUNIORS – Hessen triumphiert hauchdünn vor Berlin
Bei den Juniors ging ein hochklassiges Teilnehmerfeld mit neun Teams an den Start – gespickt mit zahlreichen Top-Talenten aus den DPV-Jugendkadern. Gespielt wurde im Liga-Modus „jeder gegen jeden“ über insgesamt neun Runden, was für ein besonders aussagekräftiges Gesamtbild sorgte.
Einen perfekten Auftakt erwischte das Team aus dem LV Berlin, der ausschließlich mit einem Juniors-Team angereist war. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen sicherten sich die Berliner am Samstag verdient die Tabellenführung. Ebenfalls ungeschlagen blieb Hessen, das mit vier Siegen und einem Freilos stark ins Turnier startete.
Am Sonntag kam es dann in Runde sieben zum vermeintlich vorgezogenen Finale – live auf der YouTube-Bahn: Berlin gegen Hessen, beide Teams bis dahin ohne Niederlage. In einer dramatischen und hochklassigen Partie mit vielen Wendungen setzte sich Hessen am Ende denkbar knapp mit 13:12 durch und verschaffte sich damit einen Vorteil im Titelrennen.
Doch die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde. Hessen musste überraschend seine erste Niederlage gegen den LV Nord hinnehmen, während Berlin parallel gegen Rheinland-Pfalz auf Zeit einen wichtigen 12:8-Erfolg einfuhr. Am Ende standen beide Teams mit einer identischen Bilanz von acht Siegen und einer Niederlage da.
Somit entschied die Punktedifferenz über Gold- und Silbermedaille bei den Juniors – und hier hatte Hessen hauchdünn mit zwei Punkten Vorsprung die Nase vorn. Ein denkbar knapper, aber verdienter Turniersieg für den LV Hessen vor einem ebenfalls überragend aufspielenden Team aus Berlin.
Zum drittplatzierten Team aus dem Saarland, welches das Turnier mit einer ausgeglichenen Bilanz von 4:4 Siegen abschloss, entstand am Ende bereits eine deutliche Lücke – ein Zeichen dafür, wie herausragend die Leistungen der Teams aus Hessen und Berlin waren, die sich vom Rest des sehr ausgeglichenen Teilnehmerfeldes im Turnierverlauf so deutlich absetzten.
Die Medaillengewinner bei den JUNIORS:
ESPOIRS – Bayern souverän zum Titel, NRW und Hessen stark im Verfolgerfeld
Bei den Espoirs präsentierte sich das Teilnehmerfeld von Beginn an auf hohem Niveau. Die Gastgeber vom Landesverband Ost waren nur bei den Espoirs mit einem Team vertreten und eröffneten das Turnier direkt mit einer sehenswerten Partie auf der TV-Bahn gegen das favorisierte Team aus Bayern.
Die Bayern setzten sich in dieser Begegnung durch und unterstrichen im weiteren Verlauf des Samstags ihre Ambitionen eindrucksvoll: Ohne Niederlage beendete das Team den ersten Turniertag an der Tabellenspitze und ging mit entsprechend viel Selbstvertrauen in den Finaltag.
Die Titelverteidiger aus Rheinland-Pfalz konnten an diesem Wochenende nicht an die starken Leistungen des Vorjahres anknüpfen und spielten im Rennen um die vorderen Plätze keine entscheidende Rolle.
Hinter Bayern entwickelte sich jedoch ein spannender Kampf um die Podestplätze. Besonders die Teams aus Hessen und Nordrhein-Westfalen überzeugten mit konstant starken Leistungen – unter anderem im direkten Duell in Runde 4, das auch live auf dem DPV-YouTube-Kanal verfolgt werden konnte.
Am Sonntagnachmittag bot sich Bayern im Spitzenspiel gegen Nordrhein-Westfalen die Chance, den Titel vorzeitig perfekt zu machen. Doch die stark aufspielenden NRW-Espoirs hielten dagegen und entschieden die Partie nach Verlängerung mit 9:6 für sich. Damit sicherte sich Nordrhein-Westfalen mit einer Bilanz von 6:2 Siegen verdient den zweiten Platz.
Den dritten Rang belegte das Team aus Hessen, das ebenfalls ein überzeugendes Turnier spielte und mit einer positiven Bilanz von 5:3 Siegen das Podium komplettierte.
An der Spitze blieben die Bayern jedoch über das gesamte Wochenende hinweg das konstanteste Team und krönten ihre starke Leistung verdient mit dem Titelgewinn bei den Espoirs.
Die Medaillengewinner bei den ESPOIRS:
Starkes Teamwork – dpj und Chemnitz als perfekte Gastgeber
Ein besonderer Dank gilt der Deutschen Pétanque Jugend (dpj) und dem ausrichtenden Verein Blau-Weiß Chemnitz, die gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf und eine außergewöhnlich angenehme Turnieratmosphäre sorgten.
Mit lediglich sieben aktiven Mitgliedern stellte Blau-Weiß Chemnitz ein beeindruckendes Organisationsteam auf die Beine. Von hervorragend präparierten Bahnen über ein durchweg gelobtes und preislich faires Catering bis hin zu eigenen Team-Bereichen für die Landesverbände unter den Zelten – es fehlte den Teilnehmer*innen an nichts. Die Gastfreundschaft und Leidenschaft der Chemnitzer waren an diesem Wochenende überall spürbar.
Auch dpj-Vorsitzender und DPV-Vizepräsident Jugend Mark-Oliver Fitz, der das gesamte Wochenende vor Ort begleitete, lobte bei der abschließenden Siegerehrung insbesondere das Engagement der Gastgeber.
Zu Sichtungszwecken besucht wurde das Turnier zudem vom DPV-Cheftrainer Sebastian Lechner sowie den beiden DPV-Juniors-Coaches Maurice Racz und Leon Gotha-Jecle, die den Nachwuchs intensiv beobachteten und zwischendurch auch mal in den Live-Streams vorbeischauten.
Die Turnierleitung lag wie gewohnt in den erfahrenen Händen von dpj-Jugendsekretär Jan Mensing, der gemeinsam mit dpj-Jugendsprecher Pascal Neu für einen reibungslosen Ablauf der insgesamt neun Runden sorgte. Alle Ergebnisse des Wochenendes wurden nach jeder Runde zeitnah in das Online-Ergebnistool übertragen und waren so deutschlandweit für alle Fans und Eltern mitzuverfolgen.
Auch Schiedsrichter Thomas Schnurr begleitete die Spiele mit viel Ruhe, Übersicht und besonnenen Entscheidungen und trug damit wesentlich zu einem sportlich fairen Turnierverlauf bei. Gegenseitiger Respekt und freundschaftliche Anerkennung waren bei allem Ehrgeiz auf dem Platz ohnehin bei allen Spielerinnen und Spielern über das ganze Wochenende zu spüren.
Das Wetter spielte ebenfalls mit: Kein Regen und viel Sonne, lediglich ein kühler Start in den Sonntagmorgen bei 5 Grad – ideale Bedingungen für ein intensives Turnierwochenende.
Fazit und Ausblick
Das Jugendländermasters 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie stark sich der deutsche Pétanque-Nachwuchs entwickelt. Die Leistungen, die Intensität der Spiele und das ausgereifte technische Niveau machen Lust auf die Zukunft.
Wir freuen uns schon jetzt auf die Jugendländermasters im kommenden Jahr – denn es ist immer wieder etwas Besonderes, die Jugend auf dem Platz zu erleben.
Zuvor steht mit der Deutschen Meisterschaft Jugend im September in Steinegg bereits das nächste große Highlight der dpj an.
Zum Abschluss folgen für euch noch ein paar Impressionen und Eindrücke aus Chemnitz.
Für die schnelle Bereitstellung zahlreicher hochwertiger Fotos bedanken wir uns herzlich bei Christian Schiele (BC Rheinau, Baden-Württemberg)!
