DPV beim ersten CEP-Trainingscamp für Nachwuchsspielerinnen
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Vom 6. bis 9. Februar 2026 kamen im luxemburgischen Belvaux junge weibliche Pétanque-Spielerinnen aus ganz Europa zum ersten „CEP Junior / Espoirs Women’s Training Camp“ zusammen. Acht Nationen – Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Tschechien, Ukraine, Finnland und Ungarn – entsandten jeweils zwei Juniors- und zwei Espoirs-Spielerinnen zu dieser besonderen Trainingsmaßnahme des europäischen Verbandes CEP.
Als besondere Botschafterinnen waren zwei erfolgreiche Spielerinnen vor Ort: die vierfache Europameisterin Charlotte Darodes (Frankreich) und die frisch gebackene deutsche Espoirs-Europameisterin Silvana Lichte.
Auftakt mit Begegnungen und ersten Gesprächen
Bereits am Freitagabend wurden die Delegationen vom CEP-Generalsekretär Michael Regelin herzlich empfangen. Nach der Anreise ließen die Teilnehmerinnen den Abend gemeinsam in der Jugendherberge ausklingen – eine erste Gelegenheit, sich kennenzulernen.
Für Silvana Lichte war dieser Austausch ein besonderer Moment:
„Ein Highlight war für mich das persönliche Kennenlernen von Charlotte Darodes. Wir konnten uns direkt intensiv austauschen und haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden.“
Training in internationalen Gruppen
Am Samstag startete das offizielle Programm im Boulodrome National in Belvaux (Luxemburg). Nach einer Begrüßung durch den CEP-Präsidenten Dr. Barnabas Novak begann der Tag mit einem gemeinsamen Aufwärmtraining, das von Charlotte Darodes und Silvana Lichte angeleitet wurde.
Anschließend arbeiteten die Spielerinnen in international gemischten Gruppen an verschiedenen Trainingsstationen. Besonders die Lege-Ateliers sorgten für viele neue Eindrücke: Vom Sauwerfen über Portée-Übungen bis hin zu spielerischen Legesituationen war alles dabei.
Die deutschen Teilnehmerinnen Maya Gwenner und Anna Timmer erlebten die Übungen als abwechslungsreich und inspirierend:
„Die Legeateliers waren sehr unterschiedlich aufgebaut und haben uns viel Spaß gemacht. Gleichzeitig haben wir viele Ideen für unser eigenes Training zu Hause mitgenommen.“
Ein wichtiger Bestandteil des Camps war dabei bewusst der Austausch zwischen den Nationen. Die Spielerinnen trainierten, spielten und diskutierten in immer wieder neu gemischten Gruppen.
Austausch über den Sport
Neben den praktischen Trainingseinheiten gab es auch Raum für Gespräche und Fragen. In gemeinsamen Diskussionsrunden und bei einem Pétanque-Quiz konnten die Teilnehmerinnen über ihr Spiel, Taktik, ihre Erfahrungen im Wettkampfsport und ihre Perspektiven im Pétanque sprechen. Nach einer Pause folgte eine theoretische Diskussionsrunde mit intensiven Gesprächen: Alle waren beteiligt, niemand war zurückhaltend, jede Frage durfte gestellt werden – und wurde auch gestellt. Dabei standen Charlotte Darodes und Silvana Lichte den jungen Spielerinnen auch für Fragen zur Verfügung.
Für Silvana Lichte war dieser Moment besonders eindrucksvoll:
„Es war spannend zu sehen, mit welchem Interesse die jungen Spielerinnen Fragen gestellt haben. Dieser Austausch war für mich ein sehr schöner Moment.“
Der Samstag endete mit weiteren Spielen – unter anderem in Doublettes gemischter Nationen, die bei gutem Wetter teilweise sogar draußen ausgetragen wurden.
Techniktraining und Wettbewerbe
Am Sonntag ging es erneut früh ins Boulodrome. Nach dem gemeinsamen Warm-up folgte ein Tête-à-Tête-Wettbewerb, bei dem die Spielerinnen in kurzen Spielen zu je 3 Aufnahmen gegeneinander antraten.
„Das hat uns Spaß gemacht, da wir unsere eigene Leistung gut mit der Leistung anderer Spielerinnen vergleichen konnten. Allerdings waren die Spiele leider sehr kurz“, berichten Maya Gwenner und Anna Timmer.
Im Anschluss standen Schuss-Übungen mit verschiedenen Ateliers und angepasste Schuss-Wettbewerbe auf dem Programm. Dabei arbeiteten die Spielerinnen in drei Gruppen an Technik und Präzision. Die Trainer, darunter die DPV-Coaches Maurice Racz und Pascal Verbregue, nahmen sich Zeit für individuelle Hinweise und unterstützten die Spielerinnen bei der Verbesserung ihrer Wurftechnik.
„Die Tipps haben uns sehr geholfen“, erklären Maya Gwenner und Anna Timmer. „Besonders gut fanden wir, dass sich die Trainer wirklich Zeit für jede Spielerin genommen haben.“
Nach dem Mittagessen standen schließlich mehrere Spiele in internationalen Teams auf dem Programm. Dabei wurde bewusst darauf geachtet, dass Spielerinnen verschiedener Nationen gemeinsam auf dem Platz standen.
„Wir haben mit Spielerinnen aus anderen Ländern, zum Beispiel aus Tschechien und Ungarin, gespielt und uns schnell verstanden. Das hat uns besonders gefallen“, so die beiden deutschen Teilnehmerinnen. Neben den beiden Juniors Anna Timmer und Maya Gwenner waren für den DPV die beiden Espoirs Nele Vollert und Tatjana Löffler in Luxemburg. Dazu die beiden DPV-Coaches Pascal Verbregue und Maurice Racz sowie Silvana Lichte als CEP-Botschafterin.
Eine Idee der CEP
Die Initiative für das Trainingscamp entstand im vergangenen Jahr innerhalb des europäischen Verbandes CEP. Ziel war es, gezielt junge Spielerinnen zu fördern – eine Gruppe, die im Pétanque weiterhin vergleichsweise klein ist.
CEP-Generalsekretär Michael Regelin erklärt den Hintergrund:
„Die Idee war, etwas für junge Spielerinnen zu tun. Wir wollten ihnen nicht nur Training anbieten, sondern auch die Möglichkeit geben, voneinander zu lernen, Freundschaften zu schließen und Teil der europäischen Pétanque-Familie zu werden.“
Dabei setzte das Camp bewusst auf ein offenes Konzept.
„Wir wollten keinen starren Trainingsplan vorgeben. Die Spielerinnen sollten miteinander trainieren, kommunizieren und ihre Erfahrungen austauschen – genau das hat hervorragend funktioniert.“
Ein Premieren-Wochenende mit bleibenden Eindrücken
Am Ende des gelungenen Trainings-Wochenendes stand für alle Beteiligten fest: Die intensive Trainingszeit hatte Spuren hinterlassen – sportlich und menschlich.
„Wir haben viel Neues gelernt, nette Gespräche geführt und viele schöne Spiele erlebt“, fassen Maya Gwenner und Anna Timmer ihre Eindrücke zusammen. Auch Silvana Lichte zieht ein positives Fazit: „Ich nehme viele schöne Eindrücke mit. Für mich persönlich und auch für den DPV war diese Veranstaltung auf jeden Fall ein großer Mehrwert.“
Ihr ganz persönlicher Moment kam allerdings erst nach dem Training: „Nach dem Wochenende kamen einige der jungen Spielerinnen zu mir und wollten Autogramme und Fotos. Das war wirklich ein unvergesslicher Moment.“
Zum Abschluss des Wochenendes brachte CEP-Generalsekretär Michael Regelin nach den Siegerehrungen der Wettbewerbe die Stimmung treffend auf den Punkt:
„Wir hatten gehofft, viele glückliche Gesichter zu sehen. Dass jetzt alle ein bisschen erschöpft sind, ist sogar noch besser – das zeigt, wie engagiert alle dabei waren.“
Um das Camp auch für kleinere Föderationen und Verbände mit geringeren finanziellen Möglichkeiten attraktiv zu machen, übernahm die CEP den Großteil der Kosten. So wurde die Veranstaltung für die Teilnehmerinnen zu einem hochklassigen, aber zugleich kostengünstigen Event. Möglich wurde dies auch dank der Unterstützung der Fédération Luxembourgeoise de Boules et de Pétanque, die ihr Boulodrome National in Belvaux zur Verfügung stellte.
Und eine Frage stand am Ende ebenfalls im Raum: Wird es eine Fortsetzung geben?
Die positive Resonanz auf das Trainingscamp bleibt natürlich auch innerhalb der CEP nicht ohne Folgen. Nach dem Feedback der Teilnehmerinnen hat der europäische Verband bereits beschlossen, das Konzept weiterzuführen.
So soll vom 19. bis 21. Februar 2027 in Gersweiler (Saarland) erstmals ein vergleichbares Trainingscamp für männliche Nachwuchsspieler stattfinden. Organisiert wird die Veranstaltung mit Unterstützung des Deutschen Pétanque Verbands und mit Hilfe des Saarländischen Boule-Verbands. Weitere Details dazu sollen in Kürze bekannt gegeben werden.
