Ausführlicher Rückblick zum 1. Bundesliga-Spieltag 2026
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
In den Boulehallen von Saarbrücken-Gersweiler und Karben rollten und klackerten am vergangenen Wochenende, dem 18. und 19. April, endlich wieder die Kugeln beim Saisonauftakt der Deutschen Pétanque Bundesliga (DPB). Die ersten fünf Begegnungen der diesjährigen Saison standen am Samstag und Sonntag auf dem Programm.
In diesem Rückblick nehmen wir das ereignisreiche Wochenende genauer und zudem sehr ausführlich unter die Lupe, liefern alle Ergebnisse sowie die Zwischentabelle auf einen Blick und ziehen weiter unten ein ausführliches Fazit zu allen 16 Teams inklusive einiger Zitate von aktiven Spielern und Teamchefs. Wenn ihr zukünftig auch etwas zu diesen Bundesliga- oder anderen DPV-Artikeln beisteuern wollt, meldet Euch sehr gerne nach oder vor den Spieltagen bei mir und liefert mir Eure persönliche Sicht auf die Ereignisse:
robin.wendeler@petanque-dpv.de.
Es ist doch immer schön, ein paar Worte mit einer persönlichen Note bzw. aus erster Hand zu lesen.
Bevor wir mit dem eigentlichen Rückblick starten, zunächst noch ein kurzer Hinweis, da bei uns am Wochenende einige Fragen und Meldungen diesbezüglich eingegangen sind:
Leider kam es am Wochenende offenbar zu erheblichen Problemen mit dem DPV-Datenserver, sodass die Live-Ergebnisse der Bundesliga und einiger Landesverbände durch diese Störung zeitweise nicht aktualisierbar und einsehbar waren. Diese Störung betraf allerdings niemals die DPV-Website, sondern nur die hier verlinkten Tabellen und Spielpläne, die über den separat laufenden DPV-Datenserver gesteuert werden. Wir bitten dies zu entschuldigen, an der Behebung des Problems arbeiten unsere Datenbeauftragten aktuell mit Hochdruck!
In Saarbrücken-Gersweiler war zudem das DPV-Kommunikationsteam mit Joachim Busse, Matthias Karczewski, Ralf Müller und Thomas Schumann vor Ort und streamte fleißig über den DPV-YouTube-Kanal. Hier die Links zu den gestreamten 10 Einzel-Partien:
Runde 1: PUR Lintorf vs. PCB Horb (Triplette)
Runde 1: PUR Lintorf vs. PCB Horb (Doublette)
Runde 2: Siemens Mülheim vs. PF Saarbrücken (Triplette)
Runde 2: Siemens Mülheim vs. PF Saarbrücken (Doublette)
Runde 3: FV Diefflen vs. VfSK Oppau (Triplette)
Runde 3: FV Diefflen vs. VfSK Oppau (Doublette)
Runde 4: Diaboulo Bochum vs. PF Saarbrücken (Triplette)
Runde 4: Diaboulo Bochum vs. PF Saarbrücken (Doublette)
Alle Ergebnisse des 1. Spieltags
1. Runde ( T1 / TMix / D1 / D2 / DMix )
boule devant berlin – TV Mannheim Waldhof 2:3 ( 7:13 / 4:13 / 8:13 / 13:11 / 13:6 )
BC Mechenhard – 1. Frankfurter PC 3:2 ( 7:13 / 13:6 / 13:4 / 13:12 / 10:13 )
Lübecker BC – 1.PC 1984 Viernheim 1:4 ( 2:13 / 10:13 / 0:13 / 13:10 / 11:13 )
FV Diefflen – LFJ Tübingen 3:2 ( 8:13 / 13:0 / 8:13 / 13:8 / 13:1 )
Düsseldorf sur place e.V. – PF Saarbrücken 2:3 ( 13:0 / 11:13 / 11:13 / 10:13 / 13:8 )
Ratingen Lintorf – PC Burggarten Horb 0:5 ( 9:13 / 6:13 / 8:13 / 4:13 / 6:13 )
Diaboulo Bochum – VFSK Oppau 4:1 ( 13:11 / 13:8 / 9:13 / 13:10 / 13:4 )
SV Siemens Mülheim – BC Achern 0:5 ( 8:13 / 10:13 / 8:13 / 10:13 / 3:13 )
2. Runde ( T1 / TMix / D1 / D2 / DMix )
Lübecker BC – 1. Frankfurter PC 3:2 ( 13:0 / 5:13 / 5:13 / 13:5 / 13:11 )
BC Mechenhard – TV Mannheim Waldhof 2:3 ( 13:11 / 2:13 / 3:13 / 4:13 / 13:7 )
1.PC 1984 Viernheim – boule devant berlin 2:3 ( 13:0 / 4:13 / 0:13 / 13:7 / 7:13 )
LFJ Tübingen – VFSK Oppau 2:3 ( 13:8 / 9:13 / 7:13 / 13:4 / 7:13 )
SV Siemens Mülheim – PF Saarbrücken 2:3 ( 4:13 / 13:6 / 2:13 / 5:13 / 13:1 )
Düsseldorf sur place – BC Achern 2:3 ( 13:11 / 13:3 / 0:13 / 5:13 / 6:13 )
PC Burggarten Horb – Diaboulo Bochum 4:1 ( 13:12 / 13:5 / 13:6 / 7:13 / 13:6 )
Ratingen Lintorf – FV Diefflen 1:4 ( 13:8 / 9:13 / 5:13 / 10:13 / 2:13 )
3.Runde ( T1 / TMix / D1 / D2 / DMix )
BC Mechenhard – Lübecker BC 3:2 ( 13:9 / 4:13 / 0:13 / 13:3 / 13:7 )
1. Frankfurter PC – boule devant berlin 1:4 ( 5:13 / 1:13 / 13:7 / 11:13 / 12:13 )
TV Mannheim Waldhof – 1.PC 1984 Viernheim 3:2 ( 13:4 / 1:13 / 13:8 / 13:8 / 11:13 )
FV Diefflen – VFSK Oppau 5:0 ( 13:6 / 13:4 / 13:10 / 13:10 / 13:7 )
LFJ Tübingen – PF Saarbrücken 3:2 ( 13:12 / 0:13 / 13:11 / 6:13 / 13:9 )
Diaboulo Bochum – BC Achern 2:3 ( 13:9 / 13:12 / 8:13 / 8:13 / 6:13 )
SV Siemens Mülheim – PC Burggarten Horb 1:4 ( 9:13 / 3:13 / 4:13 / 13:4 / 9:13 )
Düsseldorf sur place – Ratingen Lintorf 4:1 ( 13:5 / 13:4 / 13:7 / 13:3 / 11:13 )
4.Runde ( T1 / TMix / D1 / D2 / DMix )
1.Frankfurter PC – 1.PC 1984 Viernheim 2:3 ( 10:13 / 13:7 / 13:9 / 2:13 / 2:13 )
Lübecker BC – TV Mannheim Waldhof 3:2 ( 13:8 / 4:13 / 13:12 / 13:4 / 3:13 )
BC Mechenhard – boule devant berlin 3:2 ( 13:11 / 0:13 / 13:10 / 5:13 / 13:4 )
BC Achern – Ratingen Lintorf 4:1 ( 13:6 / 8:13 / 13:1 / 13:3 / 13:7 )
FV Diefflen – PC Burggarten Horb 2:3 ( 1:13 / 13:5 / 6:13 / 6:13 / 13:3 )
SV Siemens Mülheim – VFSK Oppau 2:3 ( 9:13 / 6:13 / 13:9 / 1:13 / 13:7 )
Düsseldorf sur place – LFJ Tübingen 5:0 ( 13:4 / 13:9 / 13:9 / 13:1 / 13:7 )
Diaboulo Bochum – PF Saarbrücken 1:4 ( 3:13 / 13:12 / 4:13 / 8:13 / 5:13 )
5.Runde ( T1 / TMix / D1 / D2 / DMix )
BC Mechenhard – 1.PC 1984 Viernheim 2:3 ( 6:13 / 13:4 / 7:13 / 13:5 / 10:13 )
1.Frankfurter PC – TV Mannheim Waldhof 2:3 ( 13:3 / 1:13 / 13:10 / 8:13 / 1:13 )
Lübecker BC – boule devant berlin 3:2 ( 13:1 / 13:2 / 6:13 / 13:4 / 4:13 )
Diaboulo Bochum – FV Diefflen 3:2 ( 13:4 / 10:13 / 13:2 / 13:4 / 11:13 )
BC Achern – PF Saarbrücken 5:0 ( 13:7 / 13:1 / 13:3 / 13:7 / 13:11 )
Düsseldorf sur place – PC Burggarten Horb 3:2 ( 8:13 / 13:10 / 5:13 / 13:10 / 13:11 )
Ratingen Lintorf – VFSK Oppau 3:2 ( 12:13 / 13:6 / 13:12 / 7:13 / 13:8 )
SV Siemens Mülheim – LFJ Tübingen 4:1 ( 8:13 / 13:5 / 13:11 / 13:9 / 13:7 )
Ausführliches Zwischenfazit nach dem 1. Spieltag –
Wie lief es für die 16 DPB-Teams im Einzelnen?
BC Achern (1. Platz / 5:0 / 20:5)
Letzte Saison kämpfte sich der BC Achern als Bundesliga-Aufsteiger nach einem Fehlstart noch mit einer positiven Bilanz (8:7) auf einen soliden achten Tabellenrang. Laut Achern-Spieler Tehina Anania ging man mit dem klaren Ziel in diese Saison, „eine positive Bilanz zu erzielen“. Dass es nun schon deutlich besser lief und Achern nach dem ersten DPB-Wochenende als einziges Team ohne Niederlage von der Tabellenspitze grüßt, hatte laut Tehina mehrere Gründe: „Das, was letztes Jahr gefehlt hatte, hat am ersten Spieltag einfach besser geklappt. Warscheinlich war es eine gute Kombi aus Teamarbeit und effektivem Coaching durch unseren Coach Jacques Pepin, der unsere Neuzugänge (Anm. d. Red.: u. a. Lasse Stentenbach und Dominique Tsuroupa) von Beginn an gut integriert hat.“ Mit einem „positivem Mindset und einem Quäntchen Glück“ gelang dem Team vom BC Achern am Samstag ein seltenes Kunststück gleich zwei Mal hintereinander: Gegen stark aufspielende NRW-Teams (Düsseldorf sur Place und Bochum Diaboulo) drehte man jeweils 0:2-Rückstände nach der Triplette-Runde durch drei gewonnene Doublettes um und entschied so die Begegnung noch für sich. Dazu drei hohe Siege gegen Siemens Mülheim (5:0), Ratingen-Lintorf (4:1) und gegen Saarbrücken (5:0) und der perfekte Saisonstart war geglückt.
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben und den bevorstehenden 2. Spieltag in Oberhausen-Rheinhausen ergänzt Tehina: „Wir haben einen vielversprechenden Start hingelegt, sind uns aber bewusst, dass noch zehn Begegnungen bevorstehen. Dazu zählen auch die vier Erstplatzierten der letzten Saison: Mannheim, Horb, Viernheim und Diefflen. Drei dieser Partien kommen in Oberhausen auf uns zu. Unser Fokus liegt darauf, uns jeweils auf das nächste Spiel zu konzentrieren und unser Bestes zu geben.“
PC Burggarten Horb (2. Platz / 4:1 / 18:7)
Der PCB Horb hatte mit Sicherheit die beste DPB-Bilanz der letzten fünf Jahre mit im Reisegepäck zum Saisonauftakt in Gersweiler. Dass sie den Erfolgsdruck gut meistern können, haben die Horber durch drei Meistertitel in Folge (2022 bis 2024) und die zwei Vize-Meisterschaften (2021 und 2025) bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nicht umsonst ist der Kader gespickt mit Spieler*innen, die regelmäßig bei internationalen Turnieren für den DPV an den Start gehen. Die Marschrichtung war nach dem knapp verpassten Titel in der Vorsaison somit allen klar, als es am Samstag endlich wieder losging. Am Samstag konnte man diesen Favoritenstatus mit drei hohen Siegen gegen die NRW-Teams Ratingen-Lintorf (5:0), Diaboulo Bochum (4:1) und Siemens Mülheim (4:1) souverän untermauern und grüßte vorerst freudig von der Tabellenspitze der Bundesliga. Gegen den FV Diefflen musste man sich am Sonntagmorgen schon etwas mehr strecken, um den 3:2-Erfolg einzufahren, ehe es in die letzte Partie gegen Düsseldorf sur Place ging. Nach einer ausgeglichenen Triplette-Runde sah es zunächst auch während der Doublette-Runde sehr gut aus für Horb. Der fünfte Sieg und das perfekte Wochenende war zum Greifen nah, doch Düsseldorf steckte nicht auf und Horb gab zwei sicher geglaubte Siege etwas überraschend noch aus der Hand. So steht man nach dem ersten Spieltag mit vier Siegen und einer knappen Niederlage zunächst hinter der BaWü-Konkurrenz aus Achern auf dem zweiten Tabellenrang. Weiter geht es an Pfingsten beim nächsten Spieltag in Oberhausen-Rheinhausen, wo in der letzten Begegnung des Wochenendes wiederum ein heißer Tanz zwischen dem Titelverteidiger Mannheim und Vize-Meister Horb erwartet wird.
TV MA-Waldhof (3. Platz / 4:1 / 14:11)
Als amtierender Deutscher Meister und dominantes Team der vergangenen beiden Jahre ging der TV Mannheim-Waldhof als einer der großen Favoriten in die neue Saison. Nach Platz zwei 2024 und dem Titelgewinn 2025 mit einer mehr als eindrucksvollen Bilanz von 28 Siegen bei nur zwei Niederlagen in zwei Jahren Bundesliga war die Zielsetzung klar: Erneut ganz vorne angreifen. Der Auftakt in Karben verlief dabei erfolgreich, wenn auch nicht ganz so souverän wie in der Vorsaison. Gegen boule devant berlin setzte sich Mannheim zum Start mit 3:2 durch, ehe man auch gegen den BC Mechenhard (3:2) die Oberhand behielt. Im Topspiel gegen Viernheim folgte ein weiterer knapper 3:2-Erfolg – drei Siege, aber dreimal äußerst knapp.
Am Sonntag zeigte sich dann, wie eng es in der Bundesliga auch in diesem Jahr zugehen kann: Gegen den Lübecker BC musste sich Mannheim etwas überraschend mit 2:3 geschlagen geben. Auch gegen Aufsteiger Frankfurt tat man sich schwer, gewann am Ende aber erneut mit 3:2.
Somit stehen am Ende des ersten Bundesliga-Wochenendes vier Siege aus fünf Spielen zu Buche – das ist eine solide Ausgangslage. Gleichzeitig zeigt sich: Die Konkurrenz ist etwas näher dran als noch im Vorjahr. Mannheim bleibt ein Topfavorit, wird aber an den kommenden Spieltagen (u. a. gegen Saarbrücken, Diefflen und im Spitzenspiel gegen Horb) nochmal zulegen müssen.
Düsseldorf sur Place (4. Platz / 3:2 / 16:9)
Das Team von Düsseldorf sur Place gehört seit Jahren zu den konstantesten Teams und den Platzhirschen der Pétanque-Bundesliga und ging mit dem klaren Ziel in die Saison, wieder um die Meisterschaft mitzuspielen. Nach mehreren Podestplatzierungen sollte für den Deutschen Rekordmeister 2026 der nächste Angriff auf den Titel erfolgen. Der Düsseldorfer Spieler und amtierende Europameister für den DPV, Moritz Rosik, äußerte sich zur Zielsetzung: „Wir versuchen diese Saison Konstanz in die Besetzung des Teams zu bringen und somit eingespielter zu sein als im vergangenen Jahr.“
Der Start in Gersweiler verlief jedoch zunächst alles andere als nach Plan. Gegen Saarbrücken unterlag Düsseldorf knapp mit 2:3, ehe auch gegen den BC Achern eine bittere 2:3-Niederlage folgte. Besonders schmerzhaft: „Gegen Saarbrücken verspielen wir zwei hohe Führungen und bei der zweiten Partie wurden wir nach einem 2:0 nach den Triplette-Partien in den Doubletten von Achern überrannt“, beschreibt Moritz Rosik die schwierige Anfangsphase am Samstag. Der Frust war spürbar, doch das Team zog die richtigen Schlüsse und kämpfte sich stark ins Wochenende zurück. „Wir haben uns dann gesagt: Alles auf null – und mit guten Leistungen kommen wir zu unseren Siegen“, so Rosik weiter.
Die Reaktion folgte prompt: Gegen Ratingen-Lintorf gelang mit einem 4:1 der Befreiungsschlag. Am Sonntag zeigte Düsseldorf dann seine ganze Klasse – zunächst mit einem klaren 5:0 gegen Tübingen, ehe im Topspiel gegen Horb ein umkämpfter 3:2-Erfolg gelang. „So war’s dann auch – auch wenn es diesmal Horb getroffen hat, die zwei hohe Führungen gegen uns verspielt haben“, fasst Moritz die geglückte Wende zusammen.
Mit drei Siegen in Folge ist Düsseldorf zurück im Rennen. Der kleine Fehlstart ist zumindest teilweise korrigiert – und mit Blick auf die kommenden Spieltage dürfte mit diesem Team weiterhin ganz oben zu rechnen sein.
FV Diefflen (4. Platz / 3:2 / 16:9)
Der FV Diefflen gehört spätestens seit der starken Premierensaison 2025 (4. Platz) zu den aufstrebenden Teams im oberen Leistungsdrittel der Bundesliga. Nach der positiven Bilanz im ersten Jahr war die Zielsetzung klar: sich weiter festigen – und im Idealfall erneut oben angreifen.
Der Heim-Auftakt im Saarland begann gegen drei Aufsteiger vielversprechend: Gegen Tübingen setzte sich Diefflen zum Start knapp mit 3:2 durch, ehe man auch gegen Ratingen-Lintorf einen überzeugenden 4:1-Erfolg feiern konnte. Spätestens nach dem deutlichen 5:0 gegen Oppau in der dritten Runde war klar, dass Diefflen auch in dieser Saison wieder ein ernstzunehmender Faktor ist.
Am Sonntag warteten dann jedoch zwei echte Prüfsteine: Gegen den Vizemeister PC Burggarten Horb lieferte sich Diefflen ein intensives Duell, musste sich am Ende aber knapp mit 2:3 geschlagen geben. Auch in der letzten Begegnung gegen Diaboulo Bochum hatte das Team das Nachsehen und verlor erneut mit 2:3.
Drei Siege aus fünf Spielen – darunter ein beeindruckender Kantersieg und mehrere enge Partien – sind dennoch ein gelungener Start in die Saison. Diefflen zeigt erneut, dass man mit den Topteams mithalten kann. Mit Blick auf die kommenden Aufgaben (u. a. gegen Achern, Berlin und Mannheim) wird entscheidend sein, die knappen Spiele künftig noch häufiger auf die eigene Seite zu ziehen.
1. PC Viernheim (6. Platz / 3:2 / 14:11)
Nach dem dritten Platz in der Saison 2025 zählt der 1. PC Viernheim auch in diesem Jahr wieder zum erweiterten Favoritenkreis der Bundesliga. Mit viel Erfahrung, eingespielter Mannschaft und einigen Neuzugängen war die Zielsetzung sicher klar und schnell formuliert: erneut im oberen Tabellendrittel mitmischen – und wenn möglich noch einen Schritt weiter gehen.
Der Auftakt in Karben begann ebenfalls sehr vielversprechend. Gegen den Lübecker BC setzte sich Viernheim zum Start souverän mit 4:1 durch und unterstrich direkt seine Ambitionen. In den beiden folgenden Begegnungen musste man jedoch zwei knappe Rückschläge hinnehmen: Sowohl gegen boule devant berlin (2:3) als auch im Topspiel gegen Mannheim (2:3) fehlten am Ende nur wenige Punkte zum Erfolg.
Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Gegen Aufsteiger Frankfurt behielt Viernheim in einer engen Partie am Sonntag mit 3:2 die Oberhand, ehe man auch gegen den BC Mechenhard ein weiteres knappes 3:2 folgen ließ und den Spieltag damit positiv abschloss. Drei Siege aus fünf Spielen halten Viernheim voll im Soll. Die vielen engen Begegnungen zeigen, wie ausgeglichen die Liga besonders im Mittelfeld ist – und dass Viernheim weiterhin ein ernstzunehmender Faktor im Titelrennen bleibt. Die kommenden Duelle in Oberhausen/Rheinhausen (u. a. gegen Horb, Diefflen und Achern) werden zeigen, ob sich das Team weiter stabilisieren kann.
BC Mechenhard (7. Platz / 3:2 / 13:12)
Der BC Mechenhard geht inzwischen in seine sechste Bundesliga-Saison und hat sich nach dem starken dritten Platz im Jahr 2021 längst in der Liga etabliert. Nach zwei soliden Spielzeiten mit jeweils Platz sieben (2024 und 2025) war die Zielsetzung klar: sich im Mittelfeld festsetzen – mit Blick nach oben vielleicht sogar den nächsten Schritt machen. Mit namhaften Verstärkungen im Winter (u. a. Silvana Lichte und Tobias Moritz) durfte man zudem gespannt sein, ob das Team noch einmal an Qualität gewinnen würde.
Unter dem selbst gewählten Motto „Knallhart – Mechenhard!“ verlief der Auftakt in Karben dabei zunächst wechselhaft. Zum Start gelang ein wichtiger 3:2-Erfolg gegen Aufsteiger Frankfurt, ehe man sich gegen den amtierenden Deutschen Meister Mannheim knapp mit 2:3 geschlagen geben musste. Auch gegen den Lübecker BC entwickelte sich am Samstagnachmittag eine enge Begegnung, die Mechenhard mit 3:2 für sich entscheiden konnte.
Am Sonntag setzte sich dieser Trend fort: Gegen boule devant berlin gewann das einzige Team aus Bayern erneut mit 3:2, bevor es in der letzten Partie des Wochenendes zum Duell mit Viernheim kam. Auch hier war Mechenhard nah dran, musste sich am Ende jedoch knapp mit 2:3 geschlagen geben.
Drei Siege, zwei Niederlagen – und alle fünf Begegnungen endeten mit 3:2 bzw. 2:3: Kaum ein Team bewegte sich so häufig auf Messers Schneide wie Mechenhard an diesem ersten Spieltag. Das vorhandene Potenzial ist deutlich erkennbar, nun gilt es, die engen Spiele künftig noch häufiger auf die eigene Seite zu ziehen und vielleicht auch mal klare Erfolge einzufahren.
PF Saarbrücken (8. Platz / 3:2 / 12:13)
Die Pétanquefreunde Saarbrücken gehören seit Jahren zu den festen Größen der Bundesliga und haben sich insbesondere zwischen 2022 und 2024 mit starken Platzierungen im Vorderfeld der Tabelle einen Namen gemacht. Nach dem eher durchwachsenen achten Platz in der Vorsaison war die Zielsetzung klar: wieder konstanter auftreten und möglichst früh Anschluss an die obere Tabellenhälfte finden. Der Auftakt in Gersweiler begann dabei vielversprechend. Auch Saarbrücken-Spielführer (gemeinsam mit Torsten Lay) und DPV-Kaderspieler Manuel Strokosch zieht insgesamt ein positives Fazit: „Wir sind soweit zufrieden. Der Spieltag hat ja für uns super angefangen mit dem knappen Sieg gegen Düsseldorf. Auch das zweite Spiel haben wir gegen Mülheim relativ souverän, wenn auch nur mit 3:2 gewonnen. Leider ist der erste Tag dann nicht ganz so gut geendet und wir verlieren gegen den Aufsteiger Tübingen mit 2:3. Die Spiele waren sehr knapp und wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt – also 12:13, 11:13 und 9:13 verloren. Was mich aber stolz gemacht hat: Dass wir es gemeinsam geschafft haben, diese Niederlage zu verdauen und am Sonntag 4:1 gegen Bochum zu gewinnen. Das letzte Spiel ist nicht mehr so gut gelaufen und Achern hat sehr verdient gewonnen.“
Drei Siege aus fünf Begegnungen sind für die PF Saarbrücken ein ordentlicher Start in die neue Saison. Vor allem die drei Erfolge gegen die NRW-Teams aus Düsseldorf, Mülheim und Bochum zeigen, dass das Team absolut konkurrenzfähig ist. Auch Manu Strokosch schaut positiv auf den Rest der Saison: „Vor allem der 2. Spieltag wird sehr entscheidend und schwer, da wir gegen Top-5 Mannschaften spielen. Horb, Mannheim, Diefflen, Berlin und Viernheim. Wir wissen, dass wir gegen jeden gewinnen können und versuchen das Beste rauszuholen und diesmal frühzeitig, den Sack in den richtigen Situationen zuzumachen.“
Lübecker BC (8. Platz / 3:2 / 12:13)
Die „Nordlichter der Bundesliga“ vom Lübecker BC nahmen auch an diesem Spieltag wieder die weiteste Anreise aller Teams auf sich – und hatten nach dem 11. Platz in der Vorsaison ein klares Ziel: In Karben möglichst früh Punkte sammeln und sich vom Tabellenkeller fernhalten.
Der Start in Karben verlief dabei zunächst holprig. Gegen den 1. PC Viernheim musste sich Lübeck zum Auftakt mit 1:4 geschlagen geben. In der zweiten Begegnung folgte dann aber direkt die passende Antwort: Gegen Aufsteiger Frankfurt setzte sich der LBC knapp mit 3:2 durch und holte sich den ersten wichtigen Saisonsieg. Auch in der dritten Partie gegen den BC Mechenhard war Lübeck nah dran, musste sich am Ende jedoch mit 2:3 geschlagen geben.
Am Sonntag setzte das Team dann ein echtes Ausrufezeichen: Gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Mannheim-Waldhof gelang ein überraschender 3:2-Erfolg – erst die dritte Niederlage überhaupt für Mannheim-Waldhof in der Bundesliga. Auch in der letzten Begegnung gegen boule devant berlin behielt Lübeck mit 3:2 die Oberhand und machte damit ein insgesamt starkes Wochenende und einen lupenreinen Sonntag perfekt: Drei Siege aus fünf Spielen und dazu ein Prestigeerfolg gegen den Titelverteidiger – der Lübecker BC hat sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für die kommenden Spieltage erarbeitet. Besonders die Moral nach dem schwierigen Start und die Nervenstärke in engen Begegnungen dürften den Norddeutschen zusätzlich Rückenwind geben.
BD Berlin (10. Platz / 2:3 / 13:12)
Das Team von boule devant berlin hat sich seit dem Wiederaufstieg 2023 Schritt für Schritt in der Bundesliga etabliert und konnte sich in der Vorsaison mit Platz sechs erstmals klar im oberen Mittelfeld festsetzen. Mit einem ausgewogenen Kader, bestehend aus einigen jüngeren und einigen Bundesliga-erfahrenen Spieler*innen war die Zielsetzung für 2026 klar: diese Entwicklung bestätigen – und sich dauerhaft im vorderen Tabellendrittel festspielen. Der Auftakt in Karben begann dabei durchaus vielversprechend. Gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Mannheim-Waldhof zeigte das Team eine starke Leistung, musste sich am Ende aber knapp mit 2:3 geschlagen geben. In der zweiten Runde folgte dann ein erster Erfolg: Gegen den 1. PC Viernheim setzte sich Berlin in einer intensiven Partie mit 3:2 durch und unterstrich seine Qualität gegen ein weiteres Topteam. In der dritten Begegnung ließ boule devant berlin nichts anbrennen und gewann gegen Aufsteiger Frankfurt souverän mit 4:1. Am Sonntag warteten dann jedoch zwei enge und umkämpfte Partien: Gegen den BC Mechenhard unterlag das Team knapp mit 2:3, ehe man auch in der letzten Begegnung gegen den Lübecker BC mit 2:3 den Kürzeren zog. Zwei Siege, drei Niederlagen – und gleich vier Begegnungen, die mit 3:2 oder 2:3 endeten: Berlin bewegte sich am ersten Spieltag konstant auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Das Potenzial, erneut im oberen Mittelfeld mitzuspielen, ist klar erkennbar. Entscheidend wird in den kommenden Begegnungen sein, die knappen Spiele noch häufiger auf die eigene Seite zu ziehen – dann ist auch in dieser Saison wieder einiges möglich. Mit Horb, Diefflen, Saarbrücken, Achern und Oppau wartet in Oberhausen-Rheinhausen jedoch kein einfaches Programm auf das Team der Hauptstädter.
Bochum Diaboulo (11. Platz / 2:3 / 11:14)
Diaboulo Bochum geht nach einer durchwachsenen Vorsaison (Platz 12 und Klassenerhalt in letzter Sekunde) in seine dritte Bundesliga-Spielzeit und wollte sich 2026 vor allem stabilisieren und frühzeitig vom Tabellenkeller absetzen. Der Kader blieb weitestgehend zusammen, sodass man auf mehr Eingespieltheit und Konstanz hoffte. Gegen den VfSK Oppau setzte sich Bochum zum Start mit 4:1 durch und holte sich direkt den wichtigen ersten Sieg. Teamchef Bernd Lubitz zeigte sich dementsprechend zufrieden: „Wir hatten einen perfekten Start mit einem recht souveränen 4:1 gegen Oppau.“ In der zweiten Runde wartete mit dem PC Burggarten Horb jedoch direkt ein Schwergewicht der Liga. Bochum musste beide Triplettes abgeben – eines davon denkbar knapp mit 12:13 – und hatte dadurch eine schwierige Ausgangslage für die Doublettes. Am Ende stand eine 1:4-Niederlage, die Bernd Lubitz nüchtern einordnet: „Schlechte Ausgangslage für die Doublettes gegen ein so stark besetztes Team.“
Noch enger wurde es in der dritten Begegnung gegen den BC Achern. Überraschend gewann Bochum beide Triplettes und ging mit einer 2:0-Führung in die Doublettes. Doch dort kippte die Partie noch: „Wir konnten in zwei Doublettes gut mithalten, mussten aber beide noch beim Stand von 8:9 jeweils mit einer Vierer-Aufnahme abgeben. Dann geht man etwas frustriert in den Feierabend…“ – am Ende stand eine bittere 2:3-Niederlage.
Am Sonntag folgte gegen die PF Saarbrücken ein klarer Rückschlag. „Da waren wir nicht gut, das 1:4 geht voll in Ordnung“, so Lubitz ehrlich. In der letzten Partie gegen den FV Diefflen zeigte Bochum dann jedoch noch einmal Moral: Trotz zweier verlorener Mixte-Partien gewann das Team die übrigen drei Begegnungen deutlich und sicherte sich so einen verdienten 3:2-Erfolg. „Wir gewannen drei Partien sehr deutlich mit wirklich starkem Spiel“, beschreibt Lubitz den versöhnlichen Abschluss.
Zwei Siege aus fünf Spielen – nach dem 0:5-Auftakt im Vorjahr ist man in Bochum damit durchaus zufrieden: „Wir freuen uns über den tollen Einstand unserer neuen Mitspieler und gehen zuversichtlich in die nächsten Spiele.“ Auffällig war vor allem, dass das Team in engen Begegnungen mithalten konnte, sich aber nicht immer belohnte. Mit Blick auf die kommenden Aufgaben in Ratingen-Lintorf wird es darauf ankommen, die Konstanz über alle fünf Partien hinweg zu erhöhen. Gelingt das, dürfte Bochum im weiteren Saisonverlauf den Anschluss an das Mittelfeld herstellen können.
VfSK Oppau (12. Platz / 2:3 / 9:16)
Nach zwei Jahren Abstinenz ist der VfSK Oppau zurück in der Bundesliga – und bringt eine spannende Mischung aus Erfahrung und vielversprechender Jugend mit. Mit DPV-Kaderspieler*innen wie Leander Becker, Hannes Eberspach und Tir-de-Précision-Weltmeisterin Maria Hein verfügt das Team über viel Entwicklungspotenzial. Die Zielsetzung war klar: in der Liga ankommen – und möglichst früh wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammeln. Der Auftakt in Gersweiler begann allerdings mit einem Dämpfer. Gegen Diaboulo Bochum musste sich Oppau zum Start mit 1:4 geschlagen geben. In der zweiten Runde folgte dann jedoch die passende Antwort: Gegen den Mitaufsteiger und direkten Konkurrenten Tübingen setzte sich das Team knapp mit 3:2 durch und holte sich so den ersten wichtigen Bundesliga-Sieg der Saison. In der dritten Begegnung folgte dann ein herber Rückschlag. Gegen den FV Diefflen geriet Oppau deutlich unter die Räder und musste eine klare 0:5-Niederlage hinnehmen. Am Sonntag zeigte das Team aber erneut Moral: Gegen SV Siemens Mülheim gelang in einer engen Partie ein knapper 3:2-Erfolg. In der letzten Begegnung gegen Aufsteiger Ratingen-Lintorf war Oppau dann erneut nah dran, musste sich live vor den DPV-Kameras am Ende aber mit 2:3 geschlagen geben. Zwei Siege aus fünf Spielen bedeuten aktuell Platz 12. Oppau ist somit vorerst der beste Aufsteiger und belegt gleichzeitig den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Für die Aufsteiger aus Rheinland-Pfalz ist das ein ordentlicher Zwischenstand, auch wenn dieser nach nur einem Spieltag natürlich noch wenig Aussagekraft besitzt. Oppau hat gezeigt, dass das Team in engen Begegnungen mithalten und punkten kann. Entscheidend wird nun sein, die Schwankungen zu verringern und gerade gegen direkte Konkurrenten im Tabellenkeller weiter zu liefern.
Siemens Mülheim (13. Platz / 1:4 / 9:16)
Der SV Siemens Mülheim gehört seit einigen Jahren zum erweiterten Kreis der etablierten Bundesliga-Teams, auch wenn die Platzierungen zuletzt eher im unteren Mittelfeld lagen. Nach Rang 9 im Jahr 2023, Platz 12 im Jahr 2024 und einem soliden 10. Rang in der Vorsaison war die Zielsetzung für 2026 klar: möglichst früh Punkte sammeln und sich vom Tabellenkeller fernhalten. Der weitgehend eingespielte Kader sollte dabei für die nötige Stabilität sorgen, auch wenn im Winter einige Zu- und Abgänge zu verzeichnen waren. Der Auftakt in Gersweiler verlief jedoch deutlich schwieriger als erhofft. In der ersten Runde geriet Siemens Mülheim gegen den BC Achern direkt deutlich ins Kreuzfeuer und musste sich mit 0:5 geschlagen geben. Auch in der zweiten Begegnung gegen die PF Saarbrücken sprang beim knappen 2:3 trotz phasenweise ordentlicher Leistung noch nichts Zählbares heraus. In Runde drei wartete mit dem PC Burggarten Horb direkt das nächste Topteam – und auch hier hatte Mülheim beim 1:4 letztlich das Nachsehen.
Am Sonntag boten sich dann zwei Chancen, das Wochenende noch zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen. Gegen Mitkonkurrent Oppau entwickelte sich zunächst ein enges Duell, doch gelang nicht der erhoffte Befreiungsschlag und die Partie endete mit 2:3 in der Endabrechnung. In der letzten Begegnungen gegen Aufsteiger Tübingen gelang dem Team dann doch noch die passende Reaktion: Mit einem 4:1-Erfolg sicherte sich Mülheim den ersten Saisonsieg und verhinderte dadurch einen komplett misslungenen Auftakt. Ein Sieg aus fünf Spielen ist natürlich nicht das Ergebnis, das man sich zum Start erhofft hatte. Dennoch zeigte Siemens Mülheim vor allem in den engen Begegnungen gegen Saarbrücken und Oppau, dass das Team durchaus konkurrenzfähig ist. Entscheidend wird nun sein, beim kommenden Spieltag in NRW (Ratingen-Lintorf) die knappen Spiele häufiger auf die eigene Seite zu ziehen. Der Anschluss ans untere Mittelfeld und somit der Klassenerhalt sind also weiterhin absolut möglich und realistisch.
LFJ Tübingen (14. Platz / 1:4 / 8:17)
Mit „La Fanny Joyeuse“ Tübingen kehrte in dieser Saison ein traditionsreicher Name in die Bundesliga zurück. Als erster Deutscher Mannschaftsmeister der Geschichte (1995) und nach vielen Jahren Abstinenz wollte sich das Team aus Baden-Württemberg nun auch auf höchstem nationalen Niveau wieder etablieren. Die Zielsetzung für die Saison war entsprechend klar: ankommen in der Bundesliga und möglichst früh Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sichern.
Der Auftakt in Gersweiler begann dabei denkbar knapp. Gegen den FV Diefflen musste sich Tübingen zum Start mit 2:3 geschlagen geben, ehe auch in der zweiten Begegnung gegen Mitaufsteiger Oppau eine weitere enge 2:3-Niederlage folgte. Trotz der beiden Niederlagen zeigte das Team bereits hier, dass man in der Bundesliga absolut konkurrenzfähig ist.
In der dritten Runde gelang dann der herbeigesehnte erste Erfolg für Tübingen in der Bundesliga-Geschichte: Gegen die Platzhirsche der PF Saarbrücken setzte sich LFJ Tübingen mit 3:2 durch und holte sich damit den verdienten Lohn für die engagierten Leistungen. Am Sonntag warteten jedoch zwei weitere schwere Aufgaben und es lief nicht mehr viel zusammen. Gegen die NRW-Teams Düsseldorf sur Place musste man sich klar mit 0:5 geschlagen geben, bevor es in der letzten Partie gegen den SV Siemens Mülheim ging. Auch hier war Tübingen nah dran, musste sich am Ende aber durch drei verlorene Doubs mit 1:4 geschlagen geben.
Ein Sieg aus fünf Spielen – auf den ersten Blick ein durchwachsener Start, bei genauerem Hinsehen jedoch mit vielen positiven Ansätzen. Gleich drei enge Begegnungen zeigen, dass Tübingen auf Augenhöhe agieren kann. Mit dieser Leistung ist im weiteren Saisonverlauf durchaus möglich, den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze herzustellen und es warten zudem noch viele Begegnungen gegen direkte Konkurrenten auf die Tübinger.
PUR Lintorf (15. Platz / 1:4 / 6:19)
Die Pétanque-Union Ratingen-Lintorf gehört zu den spannendsten Aufsteigern der Saison. Das junge Team, das sich erst vor wenigen Jahren formiert hat, spielte sich mit starken Leistungen durch die NRW-Ligen bis in die Bundesliga und wollte dort nun vor allem eines: ankommen, lernen und sich Schritt für Schritt etablieren. Der Auftakt in Gersweiler zeigte direkt, wie hoch das Niveau in der Bundesliga ist. In der ersten Runde bekam es Ratingen direkt mit dem Vizemeister PC Burggarten Horb zu tun und musste sich live vor den YouTube-Kameras und Mikrofonen klar mit 0:5 geschlagen geben. Auch in der zweiten Begegnung gegen den FV Diefflen blieb das Team beim 1:4 ohne Punkte – auch wenn laut Ratingen-Spieler Marvin Lisner „vor allem gegen Diefflen noch ein bisschen mehr drin gewesen“ wäre.
In der dritten Partie wartete mit Düsseldorf sur Place direkt der nächste Hochkaräter. Auch hier hielt Ratingen phasenweise ordentlich mit, es reichte am Ende trotzdem nur zu einem gewonnenen Doublette Mixte. Am Sonntag stand dann zunächst das Duell mit dem BC Achern auf dem Programm. Gegen den späteren Spitzenreiter gelang immerhin ein gewonnenes Triplette, insgesamt war der Favorit jedoch zu stark. Marvin Lisner bringt es hier ehrlich auf den Punkt: „Gegen Achern ein Triplette gewonnen, beim Rest wenig Chancen gehabt leider.“
In der letzten Begegnung gegen die Aufsteigerkollegen aus Oppau wurde es dann richtig eng. Ratingen setzte sich am Ende mit 3:2 durch und sicherte sich damit den ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte. „Das hätte auch ein 4:1 werden können, die sind aber sehr bissig“, beschreibt Lisner augenzwinkernd die umkämpfte Partie.
Ein Sieg aus fünf Spielen – das ist für einen Aufsteiger ein erwartbarer, aber keineswegs enttäuschender Start. Vor allem gegen direkte Konkurrenten wie Oppau konnte Ratingen direkt punkten. „Alles in allem sind wir halt vielleicht noch eine Ebene unter ganz oben, aber mitspielen in der Bundesliga können wir schon“, fasst Lisner den ersten Spieltag treffend zusammen. Genau darum wird es auch in den kommenden Begegnungen gehen: weiter lernen, enger dranbleiben und die wichtigen Spiele im Kampf um den Klassenerhalt für sich entscheiden.
1. Frankfurter PC (16. Platz / 0:5 / 9:16)
Den bittersten Saisonstart legte sicher der amtierende Hessen-Meister und Sieger der Aufstiegsrunde am vergangenen Wochenende in Karben hin. Der 1. Frankfurter PC um Pascal Sittmann, den Deutschen Meister im Tête-à-tête, und seine Mitspieler*innen, verpasste den ersten Bundesliga-Sieg gleich in der ersten Begegnung in Karben gegen Mechenhard hauchzart. Die Begegnung endete insgesamt mit 2:3, ein Doublette mit 12:13. Gegen den Lübecker BC fast das gleiche Bild: Wieder eine knappe 2:3-Niederlage und erneut ist ein enges 11:13 in der Doublette-Runde dabei, das am Ende den Ausschlag gibt. Zum Abschluss des Samstags folgte noch eine 1:4-Niederlage gegen boule devant berlin.
Am Sonntag standen mit Viernheim und dem Titelverteidiger aus Mannheim zwei weitere harte Brocken auf dem Programm der Frankfurter. Gegen beide Teams konnte man die Begegnung mit jeweils 1:1 nach der Triplette-Runde offen gestalten, doch erneut wollte es leider noch nicht ganz klappen mit dem ersten Bundesliga-Sieg der Vereinshistorie. Beide Spiele gingen wiederum denkbar knapp mit 2:3 an die vermeintlichen Favoriten und so wartet Frankfurt dieses Jahr als einziges Team der DPB weiterhin auf den ersten Sieg. Doch verstecken muss man sich mit dieser Leistung am ersten Bundesliga-Wochenende trotzdem keineswegs. 9 von 25 Einzelpartien konnten gewonnen werden und alle fünf Partien hatten gegen starke Gegner im Endresultat einen knappen Ausgang. Zudem waren die übrigen Aufsteiger alle in Gersweiler unterwegs, sodass viele wichtige Duelle gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt noch ausstehen bei den Spieltagen zwei und drei in Ratingen-Lintorf und Ludwigshafen. Abschreiben sollte man den 1. Frankfurter PC deshalb keineswegs und man darf gespannt sein, wann endlich der Knoten platzen und somit der erste Bundesliga-Sieg eingetütet wird.
