Rückblick 2. Spieltag – Deutsche Pétanque Bundesliga 2026
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Der zweite Spieltag der Deutschen Pétanque Bundesliga (DPB) 2026 hatte am vergangenen Pfingstwochenende alles, was diese Liga ausmacht: Hochklassiges Pétanque, Spannung, Überraschungen, Emotionen, enge Entscheidungen – und diesmal auch echte Hitzeschlachten. In Oberhausen-Rheinhausen und Ratingen-Lintorf mussten die 16 Teams an diesem geteilten 2. Spieltag nicht nur sportlich an ihre Grenzen gehen, sondern auch körperlich einiges wegstecken. Sommerliche Temperaturen, lange Spiele und viele Begegnungen auf Messers Schneide machten das Wochenende zu einem echten Belastungstest.
Nach zehn von 15 Begegnungen nimmt die Tabelle nun deutlichere Konturen an. An der Spitze thront weiterhin der BC Achern, der als einziges Team noch ohne Niederlage ist und mit einer perfekten 10:0-Bilanz in den letzten Spieltag geht. Dahinter bleibt der Kampf um die Podestplätze jedoch völlig offen: Düsseldorf sur place, Viernheim, Mannheim-Waldhof und Mechenhard stehen allesamt bei 7:3, direkt dahinter lauern Horb, Diefflen und Lübeck mit 6:4. Die PF Saarbrücken sind das einzige Team, das mit einer ausgeglichenen Bilanz von fünf Siegen und fünf Niederlagen dasteht. Die obere Tabellenhälfte ist damit dicht gedrängt – und jeder Ausrutscher in Ludwigshafen könnte noch einmal Bewegung in die Medaillenvergabe bringen.
Alle Ergebnisse des 2. Spieltags
Samstag:
6. Runde (T1 / TMix / D1 / D2 / DMix)
Düsseldorf sur place – BC Mechenhard 2:3
(13:7 / 5:13 / 13:4 / 2:13 / 0:13)
PUR Lintorf – LFJ Tübingen 1:4
(9:13 / 9:13 / 9:13 / 12:13 / 13:9)
1. Frankfurter PC – Diaboulo Bochum 1:4
(4:13 / 13:0 / 7:13 / 7:13 / 4:13)
Lübecker BC – SV Siemens Mülheim 2:3
(4:13 / 10:13 / 13:6 / 9:13 / 13:8)
1. PC Viernheim – VfSK Oppau 4:1
(13:9 / 13:7 / 13:7 / 13:6 / 4:13)
boule devant berlin – PC Burggarten Horb 2:3
(0:13 / 6:13 / 13:2 / 6:13 / 13:4)
PF Saarbrücken – TV Mannheim-Waldhof 2:3
(4:13 / 6:13 / 13:12 / 7:13 / 13:8)
BC Achern – FV Diefflen 3:2
(13:8 / 7:13 / 13:6 / 13:4 / 1:13)
7. Runde (T1 / TMix / D1 / D2 / DMix)
PUR Lintorf – BC Mechenhard 2:3
(13:9 / 13:10 / 5:13 / 7:13 / 8:13)
Lübecker BC – Düsseldorf sur place 2:3
(10:13 / 13:9 / 12:13 / 13:4 / 8:13)
1. Frankfurter PC – SV Siemens Mülheim 3:2
(13:3 / 1:13 / 13:10 / 13:0 / 3:13)
Diaboulo Bochum – LFJ Tübingen 3:2
(13:5 / 13:8 / 12:13 / 3:13 / 13:7)
TV Mannheim-Waldhof – BC Achern 2:3
(8:13 / 8:13 / 13:8 / 7:13 / 13:2)
1. PC Viernheim – PF Saarbrücken 3:2
(13:2 / 13:7 / 10:13 / 12:13 / 13:8)
PC Burggarten Horb – VfSK Oppau 5:0
(13:2 / 13:12 / 13:4 / 13:7 / 13:9)
FV Diefflen – boule devant berlin 3:2
(13:4 / 4:13 / 5:13 / 13:8 / 13:8)
8. Runde (T1 / TMix / D1 / D2 / DMix)
PUR Lintorf – SV Siemens Mülheim 5:0
(13:12 / 13:6 / 13:3 / 13:3 / 13:5)
BC Mechenhard – LFJ Tübingen 2:3
(13:4 / 10:13 / 13:1 / 5:13 / 4:13)
Lübecker BC – Diaboulo Bochum 4:1
(13:10 / 13:4 / 13:5 / 13:0 / 2:13)
1. Frankfurter PC – Düsseldorf sur place 2:3
(13:12 / 11:13 / 13:7 / 7:13 / 7:13)
BC Achern – VfSK Oppau 4:1
(13:3 / 13:11 / 13:9 / 8:13 / 13:3)
boule devant berlin – PF Saarbrücken 2:3
(11:13 / 10:13 / 13:3 / 13:2 / 10:13)
TV Mannheim-Waldhof – FV Diefflen 2:3
(8:13 / 12:13 / 13:0 / 13:6 / 5:13)
1 .PC Viernheim – PC Burggarten Horb 4:1
(9:13 / 13:2 / 13:6 / 13:1 / 13:3)
Alle Ergebnisse des 2. Spieltags
Sonntag:
9. Runde (T1 / TMix / D1 / D2 / DMix)
Lübecker BC – LFJ Tübingen 4:1
(13:10 / 13:0 / 10:13 / 13:10 / 13:10)
BC Mechenhard – SV Siemens Mülheim 4:1
(13:10 / 13:6 / 9:13 / 13:7 / 13:6)
Düsseldorf sur place – Diaboulo Bochum 3:2
(13:4 / 13:8 / 13:8 / 3:13 / 11:13)
1. Frankfurter PC – PUR Lintorf 4:1
(13:12 / 13:12 / 13:8 / 13:0 / 7:13)
TV Mannheim-Waldhof – VfSK Oppau 5:0
(13:3 / 13:1 / 13:10 / 13:2 / 13:5)
1. PC Viernheim – FV Diefflen 3:2
(13:10 / 13:11 / 13:4 / 10:13 / 3:13)
PF Saarbrücken – PC Burggarten Horb 3:2
(0:13 / 13:10 / 9:13 / 13:7 / 13:11)
boule devant berlin – BC Achern 1:4
(13:5 / 2:13 / 5:13 / 2:13 / 8:13)
10. Runde (T1 / TMix / D1 / D2 / DMix)
Lübecker BC – PUR Lintorf 3:2
(13:9 / 6:13 / 13:4 / 10:13 / 13:10)
SV Siemens Mülheim – Düsseldorf sur place 1:4
(13:9 / 4:13 / 1:13 / 4:13 / 6:13)
BC Mechenhard – Diaboulo Bochum 4:1
(13:9 / 13:5 / 13:10 / 13:10 / 6:13)
1. Frankfurter PC – LFJ Tübingen 4:1
(12:13 / 13:7 / 13:6 / 13:10 / 13:10)
1. PC Viernheim – BC Achern 2:3
(0:13 / 13:3 / 11:13 / 7:13 / 13:10)
FV Diefflen – PF Saarbrücken 3:2
(8:13 / 13:0 / 13:7 / 5:13 / 13:2)
TV Mannheim-Waldhof – PC Burggarten Horb 3:2
(2:13 / 10:13 / 13:7 / 13:7 / 13:8)
boule devant berlin – VfSK Oppau 3:2
(10:13 / 13:9 / 13:5 / 9:13 / 13:12)
Noch dramatischer ist die Lage im unteren Tabellenbereich. Zwischen Platz zehn und Platz 16 liegen nur zwei Begegnungssiege. Diaboulo Bochum hat sich mit zwei wichtigen Erfolgen etwas Luft verschafft, boule devant berlin, der 1. Frankfurter PC und LFJ Tübingen stehen allesamt bei 3:7. Besonders Frankfurt sorgte für eine der Geschichten des Wochenendes: Nach einem sieglosen Auftakt holte der Aufsteiger in Ratingen-Lintorf die ersten drei Bundesliga-Siege seiner Vereinsgeschichte und sprang vom letzten Platz auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz.
Dahinter wird es richtig eng. PUR Lintorf, Siemens Mülheim und der VfSK Oppau gehen mit 2:8 in den letzten Spieltag und müssen in Ludwigshafen dringend punkten. Die Ausgangslagen sind unterschiedlich, die Aufgabe ist für alle gleich: In der langen Sommerpause Kräfte sammeln, Schwächen aufarbeiten, Selbstvertrauen zurückholen – und am 29. und 30. August beim entscheidenden dritten Bundesliga-Spieltag noch einmal alles auf den Platz werfen.
Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an das DPV-Übertragungsteam um Thomas Schumann, Matthias Karczewski und Newcomerin Annika Rotundo. In Oberhausen-Rheinhausen waren nicht nur die sportlichen Bedingungen fordernd: Hitze und Stromausfälle machten die Arbeit auch für unser DPV-Kommunikationsteam zusätzlich kompliziert. Trotzdem brachte das Team viele spannende Begegnungen zuverlässig und engagiert auf die Bildschirme – ein Einsatz, der nicht selbstverständlich ist und der die Bundesliga für viele Zuschauerinnen und Zuschauer erst richtig erlebbar macht.
Ebenso herzlich bedanken wir uns bei den vielen Aktiven, Mannschaftsführerinnen und Mannschaftsführern, Spielerinnen und Spielern, die für diesen ausführlichen Rückblick kurze Stimmen, Zitate oder Sprachnachrichten bei Autor Robin Wendeler eingereicht haben. Genau diese Einblicke machen die Liga greifbarer, persönlicher und lebendiger. Sehr gerne mehr davon – ausdrücklich auch von den Teams, die diesmal nicht persönlich zu Wort gekommen sind.
Bevor die Deutsche Pétanque Bundesliga nun in die lange Sommerpause geht, lohnt sich wie bereits nach dem 1. Spieltag der ausführliche Blick auf alle 16 Teams: Wer hat sich oben festgesetzt? Wer träumt noch vom Podium? Wer hat sich Luft im Abstiegskampf verschafft? Und wer braucht in Ludwigshafen ein echtes Comeback? Der zweite Spieltag hat schon einige Antworten geliefert – aber die letzten Entscheidungen fallen erst Ende August.
Allez!
Ausführliches Zwischenfazit nach dem 2. Spieltag –
Wie lief es für die 16 DPB-Teams im Einzelnen?
BC Achern
1. Platz / 10:0 / 37:13
Bilanz 2. Spieltag: 5:0
Der BC Achern bestätigt am zweiten Bundesliga-Spieltag eindrucksvoll seine Rolle als bislang stärkste Mannschaft der Saison. Bereits vor der Saison wurde der stark besetzte und verstärkte Kader als Kandidat für die oberen Tabellenregionen gehandelt – nach zehn Begegnungen stehen die Badener als einziges Team weiterhin ohne Niederlage da und gehen als Tabellenführer in den entscheidenden letzten Spieltag nach Ludwigshafen.
Der Auftakt in Oberhausen-Rheinhausen zeigte jedoch direkt, dass Achern für seine Siege durchaus hart arbeiten muss. Gegen den FV Diefflen stand es nach den beiden Triplettes zunächst 1:1, ehe Achern in der Doublette-Runde zwei Partien für sich entschied und mit 3:2 gewann. „Gegen Diefflen war es schon eng“, fasste Robin Stentenbach den Start in ein insgesamt intensives und heißes Wochenende treffend zusammen.
Noch mehr Aufmerksamkeit zog anschließend das Spitzenspiel gegen den damaligen Tabellenzweiten und amtierenden Meister TV Mannheim-Waldhof auf sich. Achern legte mit zwei gewonnenen Triplettes den Grundstein, musste in den Doublettes aber noch einmal kämpfen. Das 13:7 in Doublette 2 erwies sich in der Endabrechnung als entscheidender dritter Punkt zum 3:2-Erfolg. Auch gegen den VfSK Oppau (4:1) und boule devant berlin (4:1) blieb das Team stabil und baute seine perfekte Bilanz weiter aus.
Zum Abschluss wartete mit dem 1. PC Viernheim ein weiterer harter Brocken. Hier stand Achern laut Stentenbach „kurz davor, die weiße Weste abzugeben“. Doch erneut bewies das Team in den wichtigen Situationen Nervenstärke und setzte sich auch in dieser Begegnung mit 3:2 durch. „Zum Glück konnten wir uns in den entscheidenden Momenten nochmal zusammenreißen und hatten hier und da auch das nötige (Schuss-)Glück“, so Stentenbach.
Fünf Siege aus fünf Begegnungen – und das bei, wie Stentenbach betont, „extremen Bedingungen“: Der Spieltag in Oberhausen-Rheinhausen war nicht nur sportlich anspruchsvoll, sondern auch körperlich fordernd. Trotzdem blieb Achern erneut ungeschlagen und baute die Tabellenführung auf eine perfekte Bilanz von 10:0 aus.
Die Verfolger befinden sich in Lauerstellung und gerade am letzten Spieltag warten mit Horb und weiteren starken Teams noch anspruchsvolle Aufgaben. Auch Robin Stentenbach ordnet die Situation entsprechend ein: „Die Ausgangslage ist natürlich nicht schlecht, aber wir sind noch lange nicht Meister. In Ludwigshafen warten noch fünf schwere Begegnungen auf uns, unter anderem gegen zwei direkte Verfolger, darunter der Meister der letzten Jahre Horb. Außerdem kann in dieser Liga jeder jeden schlagen. Deshalb werden wir den entscheidenden letzten Spieltag nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern mit der gleichen Motivation und Konzentration wie an den ersten beiden Spieltagen anreisen.“
Der BC Achern wird im August als Gejagter in Ludwigshafen auftauchen – die erste Hand am Meisterschaftspokal haben die Badener jedoch definitiv bereits angelegt.
Düsseldorf sur place
2. Platz / 7:3 / 31:19
Bilanz 2. Spieltag: 4:1
Nach einem soliden ersten Spieltag reiste Düsseldorf sur place mit einer guten Ausgangslage ins benachbarte Ratingen-Lintorf. Vor heimischem Publikum und mit kurzen Anreisewegen wollte sich das Team weiter oben festsetzen. Tabellenplatz zwei ist nach dem Wochenende zwar eine starke Ausbeute – ganz zufrieden wirkte man innerhalb der Mannschaft jedoch nicht.
Direkt zum Auftakt wartete mit dem BC Mechenhard ein unangenehmer Gegner. Düsseldorf gewann sowohl das Triplette-1 (13:7) als auch Doublette-1 (13:4), musste sich am Ende aber dennoch mit 2:3 geschlagen geben. Anschließend folgte gegen den Lübecker BC jedoch direkt die passende Antwort. Nach ausgeglichenen Triplettes und mehreren engen Partien setzte sich Düsseldorf knapp mit 3:2 durch. Entscheidend in dieser Begegnung sicherlich das 13:12 in Doublette-1.
Auch gegen den Frankfurter PC blieb es eng. Die Triplette-Runde gegen Frankfurt verlief denkbar knapp: Das Mixte gewann mit 13:11, das andere Triplette ging 12:13 verloren, ehe das Team zwei Doublettes mit jeweils 13:7 für sich entschied und sich so erneut einen 3:2-Erfolg sicherte. Gegen Bochum brachte Düsseldorf durch zwei gewonnene Triplettes und das 13:8 in Doublette 1 die entscheidenden drei Punkte auf die eigene Seite. Bochum hielt in der Doublette-Runde mit zwei Erfolgen dagegen, am 3:2-Sieg für Düsseldorf änderte das in der Endabrechnung jedoch nichts.
Zum Abschluss ließ Düsseldorf gegen den SV Siemens Mülheim beim 4:1-Erfolg wenig anbrennen und setzte mit drei deutlichen Erfolgen in den Doublettes (13:1, 13:4 und 13:6) einen gelungenen Schlusspunkt.
Trotz vier Siegen aus fünf Begegnungen fiel das Fazit von Mannschaftsführer Moritz Rosik eher selbstkritisch aus: „Wir haben leider nicht das abrufen können, was wir uns vorgenommen haben, haben uns in vielen Runden sehr schwer getan, aber immerhin dabei insgesamt trotzdem sieben Runden gewonnen.“ Die Ergebnisse spiegeln diese Einschätzung durchaus wider. Viele Begegnungen bewegten sich auf Messers Schneide und wurden erst spät entschieden. Spitzenteams zeichnet allerdings häufig genau das aus: Auch wenn nicht alles perfekt läuft, finden sie Wege, Spiele auf ihre Seite zu ziehen.
Mit Platz zwei und einer Bilanz von 7:3 befindet sich Düsseldorf weiterhin mittendrin im Rennen um die Spitzenplätze. Die Meisterschaft scheint nach Acherns perfekter Bilanz zwar in weite Ferne gerückt, dahinter bleibt jedoch alles offen. Rosik formuliert das Ziel deshalb klar: „Da Achern aus meiner Sicht durch ist, wird unser Ziel sein als Vizemeister die Saison zu beenden.“
Die Aufgabe in Ludwigshafen wird jedoch alles andere als leicht: Mit Mannheim-Waldhof, Berlin, Viernheim, Diefflen und Oppau wartet ein anspruchsvolles Restprogramm. Gerade die direkten Duelle gegen Viernheim und den amtierenden Meister Mannheim-Waldhof könnten entscheidenden Einfluss auf die Vergabe der Podestplätze haben.
1. PC Viernheim
3. Platz / 7:3 / 30:20
Bilanz 2. Spieltag: 4:1
Der 1. PC Viernheim bestätigt am zweiten Bundesliga-Spieltag eindrucksvoll seine Ambitionen auf eine Spitzenplatzierung. Nach einem ordentlichen Saisonstart in Karben wollte sich das Team in Oberhausen-Rheinhausen endgültig in der erweiterten Spitzengruppe festsetzen – und genau das gelang mit vier Siegen aus fünf Begegnungen.
Zum Auftakt gegen den VfSK Oppau ließ Viernheim beim 4:1-Erfolg nur wenig Zweifel aufkommen. Auch gegen die PF Saarbrücken (3:2) und den PC Burggarten Horb (4:1) blieb das Team stabil und sammelte wichtige Siege gegen direkte Konkurrenten im oberen Tabellendrittel. Besonders gegen Horb setzte Viernheim dabei ein kleines Ausrufezeichen: Nach einem verlorenen Triplette drehte das Team die Begegnung durch vier überzeugende Siege in den übrigen Partien noch deutlich auf seine Seite.
In Runde neun wartete mit dem FV Diefflen dann die nächste unangenehme Aufgabe. Auch hier wurde es noch einmal eng. Zwar gewann Viernheim beide Triplettes knapp mit 13:10 und 13:11, musste anschließend jedoch zwei Doublettes abgeben. Das 13:4 in Doublette-1 sicherte letztlich den knappen 3:2-Erfolg.
Zum Abschluss kam es dann zum großen Spitzenspiel gegen Tabellenführer BC Achern – eine Begegnung, die mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf enorme Bedeutung hatte. Ein Erfolg hätte Viernheim bis auf einen Sieg an die Tabellenspitze herangebracht und das Meisterschaftsrennen noch einmal deutlich enger gestaltet. Entsprechend intensiv verlief die Partie. Beide Teams schenkten sich kaum etwas: Nach den Triplettes stand es ausgeglichen 1:1, ehe Achern in den Doublettes die entscheidenden Punkte holte. Besonders bitter aus Viernheimer Sicht: Doublette-1 ging knapp mit 11:13 verloren. Statt den Abstand deutlich zu verkürzen, beträgt der Rückstand auf Achern nun drei Siege.
Trotzdem bleibt das Fazit klar positiv. Mit Platz drei und einer Bilanz von 7:3 spielt Viernheim bislang eine starke Saison und befindet sich weiterhin mittendrin im Rennen um die Spitzenplätze. Auch wenn die Meisterschaft inzwischen etwas weiter entfernt scheint, sind die Podestplätze weiterhin vollkommen offen.
In Ludwigshafen wartet nun folgendes Restprogramm: Die Teams aus Bochum, Tübingen, Frankfurt und Ratingen kämpfen allesamt um den Klassenerhalt und werden den Südhessen wenig schenken. Besonders das direkte Duell gegen Düsseldorf sur place in Runde 13 könnte zudem noch entscheidenden Einfluss auf die Vergabe der Medaillenplätze haben.
TV Mannheim-Waldhof
4. Platz / 7:3 / 29:21
Bilanz 2. Spieltag: 3:2
Als amtierender Deutscher Meister gehört der TV Mannheim-Waldhof auch 2026 automatisch zu den Teams, die in der oberen Tabellenregion erwartet werden. Nach dem starken Meisterjahr 2025 läuft es in dieser Saison jedoch nicht ganz so dominant wie gewohnt. Auch Jannik Schaake ordnet den bisherigen Verlauf ehrlich ein: „Wir sind alle nicht ganz so in der Form der Vorsaison – aus verschiedenen Gründen.“
Schon der erste Spieltag mit einer 4:1-Bilanz sei laut Schaake etwas glücklicher verlaufen, als es die nackten Zahlen vermuten lassen: „Das hätte durchaus auch 2:3 ausgehen können. Da hätten wir definitiv auch schlimmer wegkommen können.“ In Oberhausen-Rheinhausen spielte Mannheim „gefühlt zwar etwas besser, dennoch reichte es am Ende einfach nicht ganz“ für die Spiele gegen Achern und Diefflen.
Der Auftakt gegen die PF Saarbrücken war zunächst vielversprechend: Mannheim gewann beide Triplettes deutlich mit 13:4 und 13:6 und legte damit den Grundstein für den 3:2-Erfolg. In den Doublettes wurde es jedoch noch einmal enger, unter anderem durch ein knapp verlorenes 12:13 in Doublette-1.
Im Spitzenspiel gegen Tabellenführer BC Achern erwischte Mannheim dagegen keinen guten Start und lag nach zwei verlorenen Triplettes mit 0:2 zurück. Zwar kamen die Mannheimer in den Doublettes noch einmal heran, doch Doublette-2 ging mit 7:13 an Achern – am Ende stand eine knappe 2:3-Niederlage.
Danach wartete mit dem FV Diefflen die nächste enge Partie. Wieder gingen beide Triplettes verloren – besonders bitter das 12:13 im Mixte. Die beiden klar gewonnenen Doublettes (13:0 und 13:6) reichten am Ende nicht, weil Diefflen das entscheidende Doublette Mixte mit 13:5 für sich entschied. So musste Mannheim die zweite 2:3-Niederlage des Wochenendes hinnehmen. Gegen den VfSK Oppau folgte am Sonntagmorgen ein klares 5:0, bei dem Mannheim nur im ersten Doublette beim 13:10 etwas mehr Gegenwehr bekam.
Ein echtes Ausrufezeichen setzte der Titelverteidiger dann aber in der letzten Runde gegen den PC Burggarten Horb. Nach zwei verlorenen Triplettes lag Mannheim erneut mit 0:2 zurück, zeigte dann aber große Moral und gewann alle drei Doublettes mit 13:7, 13:7 und 13:8. Für Schaake war genau dieses Spiel das Highlight des Wochenendes: „Richtig cool war der Comeback-Sieg gegen Horb, denn gegen Horb haben wir in unseren ersten beiden Bundesliga-Saisons noch nicht gewinnen können.“
Mit 7:3 steht Mannheim-Waldhof weiterhin in der Spitzengruppe, auch wenn die Titelverteidigung angesichts des Achener Durchmarschs nur noch schwer realistisch erscheint. Schaake blickt entsprechend nüchtern auf die Tabelle: „Achern kann man wohl schon gratulieren. Das würde mich sehr wundern, wenn sie das noch abgeben. Die sind dieses Jahr schon stark aufgestellt und spielen auch verdammt gut.“
Für Ludwigshafen bleibt dennoch ein klares Ziel: „Wir wollen nochmal angreifen. Vielleicht ein schönes 4:1 am letzten Spieltag wäre natürlich gut. Wir wollen als Deutscher Meister jetzt nicht unbedingt im Mittelfeld enden.“ Mit Düsseldorf sur place, Ratingen-Lintorf, Siemens Mülheim, Tübingen und Bochum wartet ein NRW-lastiges Restprogramm, in dem für Mannheim sicher noch viele Punkte möglich sind – und damit auch weiterhin ein Spitzenplatz.
BC Mechenhard
5. Platz / 7:3 / 29:21
Bilanz 2. Spieltag: 4:1
Der BC Mechenhard setzt seinen positiven Saisonverlauf eindrucksvoll fort und bleibt nach dem zweiten Spieltag mittendrin im Rennen um die Spitzenplätze. Nach Platz sieben in den vergangenen beiden Jahren scheint die junge Mannschaft in dieser Saison den nächsten Schritt gehen zu wollen. Schon am ersten Spieltag bewegte sich Mechenhard fast durchgehend auf Messers Schneide – in Ratingen-Lintorf folgte nun ein starkes 4:1-Wochenende.
Trotz der längeren Anreise aus Bayern erwischte Mechenhard einen wichtigen Start. Gegen Düsseldorf sur place stand es nach den Triplettes zunächst 1:1. Mechenhard holte zwei der übrigen Doublettes deutlich mit 13:2 und 13:0 und setzte sich mit 3:2 durch. DPV-Espoir Oskar Fitz ordnete diesen Auftakt entsprechend positiv ein: „Unser zweiter Spieltag lief sehr gut. Ein 5:0 wäre auch drin gewesen nach dem starken Sieg gegen Düsseldorf.“
Noch eindrucksvoller war anschließend der 3:2-Erfolg gegen Ratingen-Lintorf. Nach zwei verlorenen Triplettes lag Mechenhard bereits mit 0:2 zurück, drehte die Begegnung aber durch drei gewonnene Doublettes noch komplett. Genau diesen Moment hob Fitz besonders hervor: „Es war ein tolles Wochenende, das den Teamgeist und den Zusammenhalt der Mannschaft widerspiegelt, da wir unter anderem ein 0:2 noch aufgeholt haben.“ Auch die taktische Steuerung spielte dabei eine Rolle: „Das lag auch an der individuellen Aufstellung durch unseren Teamcoach Alexander.“
In Runde acht folgte dann der einzige Rückschlag des Wochenendes. Gegen LFJ Tübingen stand es nach den Triplettes 1:1, anschließend gewann Mechenhard das erste Doublette klar mit 13:1. Die beiden übrigen Doublettes gingen jedoch an Tübingen – und damit auch die Begegnung knapp mit 2:3. Besonders bitter aus Mechenharder Sicht: „Wir hatten einen Schuss für Schluss und verlieren danach leider“, so Fitz.
Die Reaktion fiel dafür umso souveräner aus. Gegen den SV Siemens Mülheim gewann Mechenhard am Sonntag mit 4:1, legte mit zwei gewonnenen Triplettes den Grundstein und entschied auch zwei der drei Doublettes für sich. Zum Abschluss folgte ein weiterer 4:1-Erfolg gegen Diaboulo Bochum, bei dem Mechenhard erneut beide Triplettes gewann und die Begegnung früh in die richtige Richtung lenkte.
Mit vier Siegen aus fünf Begegnungen ist Mechenhard nun endgültig in der oberen Tabellenhälfte angekommen. Die junge Truppe wirkt hungrig, geschlossen und bereit, in Ludwigshafen noch einmal anzugreifen.
Das Restprogramm hat es allerdings in sich: Besonders mit Horb, Diefflen und Achern, dazu noch Oppau und Saarbrücken warten einige echte Prüfsteine. Oskar Fitz sieht das selbstbewusst: „Wir wissen natürlich, dass wir noch ein paar Brecher vor uns haben. Nichtsdestotrotz haben diese auch schon Niederlagen – außer Achern. Also: Alles ist möglich!“
PC Burggarten Horb
6. Platz / 6:4 / 31:19
Bilanz 2. Spieltag: 2:3
Nach einem starken Saisonauftakt und Platz zwei nach dem ersten Spieltag (4:1) reiste der PC Burggarten Horb mit viel Selbstvertrauen nach Oberhausen-Rheinhausen. Der mehrfache Deutsche Meister und Vize-Meister der Vorsaison zählt seit Jahren zu den konstantesten Teams der Deutschen Pétanque Bundesliga und gehört selbstverständlich auch 2026 wieder zum Favoritenkreis. Der zweite Spieltag verlief allerdings deutlich wechselhafter als noch der Auftakt in Gersweiler. Tobias „Tobse“ Müller brachte es passend auf den Punkt: Horb habe „nicht konstant gut gespielt und insgesamt Höhen und Tiefen erlebt.“ Zudem habe man nach seiner Aussage durchaus gemerkt, dass Matthias Laukart diesmal fehlte.
Der Auftakt gegen boule devant berlin gelang dennoch: Horb gewann beide Triplettes klar mit 13:0 und 13:6 und legte damit früh den Grundstein für den 3:2-Erfolg. In der Doublette-Runde kam Berlin zwar noch einmal zurück, doch das 13:6 in Doublette 2 lieferte in der Endabrechnung den dritten Horber Punkt.
Anschließend wartete mit dem VfSK Oppau eine Pflichtaufgabe, die Horb souverän meisterte. Beim klaren 5:0-Erfolg wurde es lediglich im Triplette-Mixte beim 13:12 richtig eng, alle übrigen Partien gingen sicher an den PCB.
Dann folgte jedoch ein deutlicher Dämpfer gegen den 1. PC Viernheim. Horb gewann zwar das Triplette 1 mit 13:9, gab anschließend aber vier Partien in Folge ab. Das 1:4 fiel auch in den Einzelresultaten deutlich aus – Doublette 2 ging sogar mit 1:13 verloren. Für Müller war diese Niederlage entsprechend klar einzuordnen: „Verdiente Niederlage, Viernheim war einfach sehr stark“.
In Runde neun wurde es gegen die PF Saarbrücken dann besonders bitter. Horb gewann Triplette 1 deutlich mit 13:0 und auch Doublette 1 mit 13:9, musste aber die übrigen drei Partien abgeben. Vor allem das 11:13 im entscheidenden Doublette-Mixte tat weh – eine Begegnung, die laut Müller „unnötig“ verloren ging.
Zum Abschluss des Wochenendes wartete mit der Begegnung gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Mannheim-Waldhof ein absolutes Spitzenspiel, auf das sich viele Pétanque-Insider bereits vor der Saison gefreut hatten. Nach zwei gewonnenen Triplettes führte Horb mit 2:0 und hatte den Sieg vor Augen. Doch Mannheim zeigte große Moral und drehte die Begegnung durch drei gewonnene Doublettes noch zum 3:2 um. Gerade diese Niederlage schmerzte, denn, so Müller, eine Niederlage gegen Mannheim dürfe „nach einer 2:0-Führung eigentlich nicht passieren“.
Aus Horber Sicht stehen damit zwei Siege und drei Niederlagen an einem Spieltag, der durchaus mehr hätte bringen können. Mit Platz sechs bleibt der PCB zwar weiterhin in Schlagdistanz zu den Podestplätzen, die Ausgangslage ist nach diesem wechselhaften Wochenende aber komplizierter geworden.
Für Ludwigshafen bleibt die Zielsetzung dennoch offensiv. Müller formuliert klar, dass Horb „alles dafür geben“ werde, noch Platz zwei zu erreichen. Dafür bräuchte es aus eigener Sicht möglichst ein „starkes 5:0-Wochenende – und gleichzeitig den einen oder anderen Fehler der Konkurrenz“.
Das Restprogramm hat es allerdings in sich: Mit Mechenhard, Achern, Frankfurt, Tübingen und Lübeck warten direkte Duelle aus der oberen Tabellenhälfte beziehungsweise unangenehme Aufgaben aus der unteren Tabellenregion. Gerade die Begegnungen gegen Mechenhard und Achern könnten noch einmal entscheidenden Einfluss auf die Vergabe der Medaillenplätze haben.
FV Diefflen
7. Platz / 6:4 / 29:21
Bilanz 2. Spieltag: 3:2
Der FV Diefflen bleibt auch in seiner zweiten Bundesliga-Saison eines der spannendsten Teams der Liga. Nach Platz vier im Premierenjahr 2025 schien zunächst die Frage im Raum zu stehen, ob man dieses Niveau dauerhaft bestätigen kann – spätestens nach dem zweiten Spieltag dürfte diese Frage aber beantwortet sein. Die Saarländer mischen erneut ganz oben mit und zeigen dabei, dass sie längst in der Bundesliga angekommen sind.
Dabei hatte es das Programm in Oberhausen-Rheinhausen durchaus in sich. Schon zum Auftakt wartete mit Tabellenführer BC Achern ein echter Brocken. Diefflen hielt stark dagegen und ging nach den Triplettes mit einem 1:1-Zwischenstand in die Doublettes, musste sich am Ende aber knapp mit 2:3 geschlagen geben.
Die passende Antwort folgte gegen boule devant berlin. In einer erneut engen Begegnung setzte sich Diefflen mit 3:2 durch und hielt sich damit zunächst auf Kurs. Es folgte eine der Überraschungen des Wochenendes: Gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Mannheim-Waldhof gelang ein knapper 3:2-Erfolg – ein Ergebnis, das selbst innerhalb des Teams nicht unbedingt eingeplant war.
Maurice Racz blickte entsprechend zufrieden auf den Spieltag zurück:
„Sehr guter Spieltag von unserer Truppe. Bei einem super schwierigen Programm konnten wir mit 3:2 Siegen aus dem Wochenende gehen. Vor allem der Sieg gegen Waldhof war nicht unbedingt eingeplant.“
Auch gegen den 1. PC Viernheim zeigte Diefflen am Sonntag erneut, wie unangenehm die Mannschaft inzwischen zu bespielen ist. Zwar gingen beide Triplettes knapp mit 10:13 und 11:13 verloren, dennoch hielt das Team die Begegnung bis zum Ende offen und verlangte einem weiteren Spitzenteam alles ab. Zum Abschluss folgte im Lokalderby gegen die PF Saarbrücken dann ein wichtiger 3:2-Erfolg, durch den Diefflen erneut mit einer positiven Bilanz nach Hause fahren konnte.
Besonders bemerkenswert erscheint dabei ein Blick auf die bisherigen Niederlagen der Saison: Viermal musste sich Diefflen geschlagen geben und Maurice Racz blickt deshalb nicht ohne ein kleines Schmunzeln auf die Tabelle: „Vor allem ist es auch echt bitter – wir haben vier Niederlagen und alle vier Spiele verlieren wir knapp 2:3. Da hätte auch echt noch mehr drin sein können.“
Und tatsächlich: Mit etwas mehr Spielglück könnte Diefflen aktuell sogar noch deutlich weiter vorne stehen. Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag in Ludwigshafen bleibt jedenfalls hochinteressant. Trotz Platz sieben scheint der Abstand nach oben kleiner als die Platzierung vermuten lässt. Racz macht daraus keinen Hehl: „Natürlich schielen wir am letzten Spieltag noch auf einen Podiumsplatz. Es ist alles möglich und wenn wir einen guten letzten Spieltag absolvieren, ist vielleicht der Podestplatz drin.“
Mit Siemens Mülheim, Mechenhard, Lübeck, Düsseldorf und Frankfurt wartet zwar erneut ein anspruchsvolles Restprogramm – doch eines scheint Diefflen inzwischen eindrucksvoll bewiesen zu haben: Gegen diese Mannschaft spielt aktuell niemand besonders gerne.
Lübecker BC
8. Platz / 6:4 / 27:23
Bilanz 2. Spieltag: 3:2
Die Nordlichter der Bundesliga bleiben auch nach dem zweiten Spieltag voll auf Kurs. Nach dem ordentlichen Auftakt in Karben reiste der Lübecker BC erneut mit weiter Anfahrt zum Bundesliga-Wochenende – diesmal nach Ratingen-Lintorf. Schon vor der Saison war klar: Nach Platz elf im Vorjahr sollte der Blick 2026 möglichst früh weg vom Tabellenkeller gehen. Nach zehn von 15 Begegnungen lässt sich festhalten: Dieses Ziel ist bislang mehr als realistisch.
Dabei begann der zweite Spieltag für Lübeck zunächst alles andere als optimal. Gegen den SV Siemens Mülheim gingen beide Triplettes verloren, sodass der LBC mit einem 0:2-Rückstand in die Doublette-Runde startete. Dort kämpfte sich das Team zwar noch einmal stark zurück und gewann Doublette 1 mit 13:6 sowie das Doublette Mixte mit 13:8. Weil Doublette 2 jedoch mit 9:13 an Mülheim ging, stand am Ende eine knappe 2:3-Niederlage.
Auch gegen Düsseldorf sur place wurde es anschließend eng. Nach ausgeglichenen Triplettes blieb Lübeck in den Doublettes voll im Spiel. Besonders bitter war dabei das 12:13 in Doublette 1, denn genau diese Partie hätte die Begegnung in eine andere Richtung kippen lassen können. Das klare 13:4 in Doublette 2 reichte am Ende nicht, da Düsseldorf das Doublette Mixte mit 13:8 für sich entschied. Wieder 2:3 – wieder knapp – und plötzlich war der starke erste Spieltag etwas unter Druck geraten.
Die Antwort fiel dafür umso deutlicher aus. Gegen Diaboulo Bochum zeigte Lübeck eine seiner stärksten Begegnungen des Wochenendes. Beide Triplettes gingen mit 13:10 und 13:4 an den LBC, anschließend folgten zwei klare Doublette-Erfolge mit 13:5 und 13:0. Einzig das Doublette Mixte ging noch an Bochum, der Rundenerfolg war da aber längst gesichert. Gerade nach zwei knappen Niederlagen zum Auftakt war dieser Sieg ein wichtiger Befreiungsschlag.
Am Sonntag bestätigte Lübeck diesen Aufwärtstrend direkt. Gegen LFJ Tübingen gewann das Team erneut beide Triplettes – das Mixte sogar deutlich mit 13:0. In den Doublettes wurde es dann noch einmal enger, doch Lübeck brachte sowohl Doublette 2 als auch das Doublette Mixte jeweils mit 13:10 nach Hause. Das 4:1 gegen den Aufsteiger war sportlich enorm wertvoll, weil Tübingen selbst mitten im Kampf um den Klassenerhalt steckt und am zweiten Spieltag bereits einige starke Resultate eingefahren hatte.
Zum Abschluss wartete mit Gastgeber Ratingen-Lintorf eine weitere unangenehme Aufgabe. Auch diese Begegnung verlief bis zum Ende offen. Nach den Triplettes stand es 1:1, anschließend gewann Lübeck Doublette 1 klar mit 13:4, musste Doublette 2 aber mit 10:13 abgeben. Die Entscheidung fiel damit im Doublette Mixte – und dort behielt der LBC mit 13:10 die Nerven. Aus zwei Niederlagen zum Start wurden so noch drei Siege aus fünf Begegnungen.
Damit steht Lübeck nun bei 6:4 und hat sich eine gute Ausgangsposition für den letzten Spieltag erarbeitet. Für einen Verein, der in den vergangenen DPB-Spielzeiten häufig in der unteren Tabellenhälfte unterwegs war, ist das ein beachtlicher Zwischenstand. Gleichzeitig bleibt die Liga eng: Zwischen dem oberen Mittelfeld und dem Abstiegskampf liegen nur wenige Begegnungen. Sicher ist also noch nichts – aber Lübeck hat sich vor dem Finale in Ludwigshafen ein wichtiges Polster erarbeitet.
Das Restprogramm bleibt anspruchsvoll. Mit Saarbrücken, Oppau, Diefflen, Horb und Tabellenführer Achern warten ganz unterschiedliche Aufgaben: direkte Duelle gegen Teams aus dem unteren und mittleren Tabellenbereich, aber auch echte Härtetests gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Gerade die Begegnungen gegen Saarbrücken und Oppau könnten mit Blick auf den endgültigen Klassenerhalt besonders wichtig werden.
Der Lübecker BC hat sich bislang als unangenehm zu bespielende, widerstandsfähige Mannschaft präsentiert. Nach der langen Anreise, zwei knappen Niederlagen zum Auftakt und drei Siegen zum Abschluss dürfte das Fazit in Lübeck entsprechend positiv ausfallen. Der Klassenerhalt ist noch nicht rechnerisch gesichert – aber die Nordlichter haben sich vor Ludwigshafen in eine Position gebracht, aus der sie die Saison nicht mehr nur verwalten, sondern aktiv bestätigen können.
Pétanque-Freunde Saarbrücken
9. Platz / 5:5 / 24:26
Bilanz 2. Spieltag: 2:3
Die PF Saarbrücken wussten bereits vor dem zweiten Bundesliga-Spieltag, dass in Oberhausen-Rheinhausen ein echtes Prüfprogramm auf sie warten würde. Nach dem ordentlichen Auftakt in Gersweiler mit drei Siegen aus fünf Begegnungen ging es nun gegen Mannheim-Waldhof, Viernheim, Berlin, Horb und Diefflen – also genau gegen jene Gegner, die Manuel Strokosch schon nach dem ersten Spieltag als besonders entscheidend und schwer eingeordnet hatte.
Am Ende des 2. Spieltags steht für Saarbrücken eine 2:3-Bilanz, die auf den ersten Blick nach einem leichten Rückschritt aussieht. Bei genauerem Hinsehen erzählt dieses Wochenende jedoch eine andere Geschichte: Alle fünf Begegnungen endeten 3:2 oder 2:3. Saarbrücken war also nie weit weg – weder von einem deutlich besseren Wochenende noch von einer noch gefährlicheren Ausgangslage.
Der Auftakt gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Mannheim-Waldhof begann schwierig. Beide Triplettes gingen mit 4:13 und 6:13 an Mannheim. In der Doublette-Runde hielt Saarbrücken die Begegnung jedoch offen und gewann sowohl Doublette 1 knapp mit 13:12 als auch das Doublette Mixte mit 13:8. Weil Doublette 2 mit 7:13 verloren ging, stand am Ende dennoch eine knappe 2:3-Niederlage.
Ein ähnliches Bild zeigte sich anschließend gegen den 1. PC Viernheim. Wieder musste Saarbrücken beide Triplettes abgeben, diesmal mit 2:13 und 7:13. In den Doublettes kam das Team erneut zurück: Doublette 1 ging mit 13:10 an die PFS, Doublette 2 sogar knapp mit 13:12. Das Doublette Mixte entschied Viernheim jedoch mit 13:8 für sich – wieder 2:3, wieder eine Begegnung, in der Saarbrücken in der Endabrechnung nur ein Punkt fehlte.
Umso wichtiger war danach die Partie gegen boule devant berlin. Hier drehte Saarbrücken den Ablauf gewissermaßen um: Beide Triplettes gingen mit 13:11 und 13:10 knapp an die PFS. In der Doublette-Runde kamen die Berliner durch zwei deutliche Erfolge zurück, doch das Doublette Mixte brachte mit 13:10 den dritten Saarbrücker Punkt. Gerade nach zwei knappen Niederlagen war dieser 3:2-Sieg enorm wertvoll, um nicht tiefer in den Tabellenstrudel zu geraten.
Das sportliche Ausrufezeichen des Wochenendes folgte am Sonntag gegen den PC Burggarten Horb. Gegen den mehrfachen Deutschen Meister und Vize-Meister der Vorsaison erwischte Saarbrücken zwar mit einem 0:13 in Triplette 1 einen denkbar harten Einzelstart, hielt die Begegnung aber durch das 13:10 im Triplette Mixte sofort offen. In der Doublette-Runde gingen zwei weitere Punkte an die PFS: Doublette 2 mit 13:7 und das Doublette Mixte mit 13:11. Der 3:2-Erfolg gegen Horb zeigte eindrucksvoll, dass die Saarländer auch gegen absolute Spitzenmannschaften jederzeit gefährlich bleiben.
Zum Abschluss wartete dann das Saarland-Duell gegen den FV Diefflen. Saarbrücken gewann zwar Triplette 1 mit 13:8 und Doublette 2 mit 13:5, musste die übrigen drei Partien jedoch abgeben. Besonders deutlich fielen dabei das 0:13 im Triplette Mixte und das 2:13 im Doublette Mixte aus. So ging auch diese Begegnung mit 2:3 verloren – ein bitterer Abschluss eines Wochenendes, an dem sehr viele Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entschieden.
Mit 5:5 steht Saarbrücken nun auf Platz neun und damit in einer Tabellenregion, in der der Blick automatisch auch nach unten geht. Für ein so erfahrenes Bundesliga-Team ist das sicher nicht die Wunschposition. Gleichzeitig zeigt der zweite Spieltag aber auch: Die PFS ist weit davon entfernt, sportlich auseinanderzufallen. Gegen Mannheim und Viernheim kam das Team nach verlorenen Triplettes jeweils in der Doublette-Runde zurück, gegen Berlin wurde ein Pflichtsieg in enger Form geholt, und gegen Horb gelang ein echter Achtungserfolg.
Trotzdem ist die Lage vor Ludwigshafen nicht ganz ungefährlich. Saarbrücken hat zwar ein kleines Polster auf die Abstiegsränge, doch die Tabelle ist eng und die Spielbilanz von 24:26 zeigt, wie schmal die Trennlinie in dieser Saison verläuft. Jeder einzelne Punkt kann am Ende Bedeutung bekommen – und genau deshalb dürfte der letzte Spieltag für die Pétanquefreunde noch einmal ein echter Nerventest werden.
Das Restprogramm bietet dabei Chancen und Risiken zugleich. Mit Lübeck, Frankfurt, Oppau und Ratingen-Lintorf warten mehrere Begegnungen, die direkten Einfluss auf die endgültige Platzierung in der unteren Tabellenhälfte haben können. Zum Abschluss kommt mit dem BC Mechenhard noch ein schwerer Prüfstein aus der oberen Tabellenregion hinzu. Saarbrücken hat den Klassenerhalt und auch eine bessere Platzierung im Tabellenmittelfeld damit weiterhin klar selbst in der Hand – muss in Ludwigshafen aber genau jene engen Spiele wieder auf die eigene Seite ziehen, die am zweiten Spieltag mehrfach nur knapp verloren gingen.
Bochum Diaboulo
10. Platz / 4:6 / 22:28
Bilanz 2. Spieltag: 2:3
Diaboulo Bochum bleibt nach dem zweiten Bundesliga-Spieltag mitten im Kampf um den Klassenerhalt, hat sich in Ratingen-Lintorf aber wichtige Punkte gesichert. Nach Platz fünf im Jahr 2024 und Platz zwölf in der vergangenen Saison war bereits vor dieser Spielzeit klar: Bochum möchte 2026 möglichst früher für Ruhe sorgen und nicht bis zum letzten Spieltag zittern müssen. Ganz erledigt ist diese Aufgabe noch nicht – doch die Ausgangslage ist nach zehn Begegnungen weiterhin absolut intakt.
Der Start ins Wochenende gelang direkt mit einem wichtigen 4:1-Erfolg gegen den 1. Frankfurter PC. Bochum gewann das erste Triplette deutlich mit 13:4, musste im Triplette Mixte zwar ein 0:13 hinnehmen, sammelte in der Doublette-Runde aber drei weitere Punkte. Besonders wertvoll war dieser Sieg, weil Frankfurt als Aufsteiger ebenfalls in jener Tabellenregion unterwegs ist, in der jeder direkte Erfolg doppelt Gewicht haben kann.
Auch gegen LFJ Tübingen blieb Bochum auf Kurs. Beide Triplettes gingen mit 13:5 und 13:8 an Diaboulo. In der Doublette-Runde holte Tübingen zwar zwei Punkte, darunter ein knappes 13:12 in Doublette 1, doch das Doublette Mixte ging mit 13:7 an Bochum. Der zweite 3:2-Erfolg des Wochenendes war damit perfekt – und nach zwei Begegnungen hatte sich Diaboulo bereits eine wertvolle Basis für den Spieltag geschaffen.
Anschließend wurde das Programm allerdings spürbar schwerer. Gegen den Lübecker BC musste Bochum eine 1:4-Niederlage hinnehmen. Lübeck gewann beide Triplettes und holte auch zwei Punkte in der Doublette-Runde. Der Bochumer Zähler kam durch ein deutliches 13:2 im Doublette Mixte. Nach den beiden Auftaktsiegen war diese Niederlage zwar ein Dämpfer, änderte aber zunächst nichts daran, dass Bochum das Wochenende weiterhin positiv gestalten konnte.
Gegen Düsseldorf sur place zeigte Diaboulo trotz der 2:3-Niederlage, dass das Team auch gegen eine Mannschaft aus der Spitzengruppe konkurrenzfähig ist. Düsseldorf gewann beide Triplettes und Doublette 1, Bochum holte in der Doublette-Runde zwei Punkte: Doublette 2 mit 13:3 und das Doublette Mixte mit 13:11. In der Endabrechnung fehlte damit erneut nur ein Einzelspiel zu einem weiteren Überraschungserfolg.
Zum Abschluss wartete mit dem BC Mechenhard ein weiteres Team aus der oberen Tabellenhälfte. Bochum verlor beide Triplettes und musste auch zwei Doublettes jeweils mit 10:13 abgeben. Das Doublette Mixte ging mit 13:6 an Diaboulo, mehr war gegen die stabil auftretenden Mechenharder an diesem Tag jedoch nicht drin. So stand am Ende eine 1:4-Niederlage – und insgesamt eine 2:3-Bilanz für den zweiten Spieltag.
Mannschaftsführer und Spieler Bernd Lubitz ordnete das Wochenende dennoch positiv ein: „Wir sind zufrieden, wieder zwei Begegnungen gewonnen zu haben und gehen optimistisch in das letzte Wochenende in Ludwigshafen.“ Genau diese Einschätzung passt zur Tabellenlage. Bochum hat keine riesigen Sprünge gemacht, aber wichtige Arbeit im unteren Mittelfeld erledigt. Zwei Siege aus fünf Begegnungen sind in dieser engen Tabellenregion wertvoll – gerade, weil sie gegen Teams geholt wurden, die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfen.
Mit 4:6 steht Diaboulo auf Platz zehn. Das ist noch keine Komfortzone, aber auch keine akute Notlage. Die Spielbilanz von 22:28 zeigt allerdings, dass Bochum in Ludwigshafen weiter punkten muss, um nicht doch noch in gefährliche Nähe zu den Abstiegsplätzen zu geraten.
Das Restprogramm bietet dafür mehrere direkte Chancen. Mit Siemens Mülheim, Ratingen-Lintorf und boule devant berlin warten wichtige Begegnungen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Dazu kommen mit Viernheim zum Auftakt und Mannheim-Waldhof zum Abschluss zwei schwere Aufgaben gegen Mannschaften aus der Spitzengruppe. Für Bochum dürfte deshalb klar sein: Die Punkte für den Klassenerhalt müssen vor allem in den direkten Duellen geholt werden. Gelingt das, kann Diaboulo die Saison aus eigener Kraft ruhig und erfolgreich zu Ende bringen.
boule devant berlin
11. Platz / 3:7 / 23:27
Bilanz 2. Spieltag: 1:4
Für boule devant berlin ist der zweite Bundesliga-Spieltag zu einem Wochenende der verpassten Möglichkeiten geworden. Nach Platz sechs in der Vorsaison wollte das Team aus der Hauptstadt seine Entwicklung eigentlich bestätigen und sich erneut im oberen Mittelfeld festsetzen. Nach zehn Begegnungen sieht die Realität nun deutlich angespannter aus: Platz elf, 3:7 Siege – und damit ein Platz mitten im Kampf um den Klassenerhalt.
Dabei erzählt die reine Bilanz von 1:4 nur einen Teil der Geschichte. Berlin war auch in Ratingen-Lintorf in mehreren Begegnungen absolut konkurrenzfähig, bekam die engen Spiele aber zu selten auf die eigene Seite. Schon der Rückblick auf den ersten Spieltag hatte gezeigt, dass boule devant häufig auf Augenhöhe agierte, damals aber ebenfalls mehrere 2:3-Niederlagen einstecken musste. Dieses Muster setzte sich nun leider fort.
Zum Auftakt gegen den PC Burggarten Horb geriet Berlin nach zwei verlorenen Triplettes zunächst unter Druck. In der Doublette-Runde holte das Team jedoch zwei deutliche Punkte: Doublette 1 ging mit 13:2, das Doublette Mixte mit 13:4 an Berlin. Weil Horb Doublette 2 mit 13:6 für sich entschied, blieb am Ende dennoch eine knappe 2:3-Niederlage gegen den mehrfachen Deutschen Meister.
Auch gegen den FV Diefflen bewegte sich Berlin nah an einem Begegnungssieg. Das Triplette Mixte ging deutlich mit 13:4 an die Hauptstädter, dazu kam ein klares 13:5 in Doublette 1. Die übrigen drei Partien holte jedoch Diefflen – darunter zwei 13:8-Erfolge in der Doublette-Runde. Wieder 2:3, wieder kein Lohn für eine insgesamt ordentliche Leistung.
Besonders bitter wurde es anschließend gegen die PF Saarbrücken. Beide Triplettes gingen knapp mit 11:13 und 10:13 verloren. In der Doublette-Runde zeigte Berlin dann eine starke Reaktion und gewann Doublette 1 mit 13:3 sowie Doublette 2 mit 13:2. Das Doublette Mixte ging jedoch knapp mit 10:13 an Saarbrücken. Damit stand die dritte 2:3-Niederlage des Wochenendes – und erneut fehlte nur ein Einzelspiel zu einem ganz anderen Tabellengefühl.
Genau diesen schmalen Grat fasste Berlin-Spieler Michael Kitsche treffend zusammen: „Wir haben gegen stark aufspielende Teams erneut gut mitgehalten, es jedoch verpasst, knappe Begegnungen zu unseren Gunsten zu entscheiden.“
Gegen Tabellenführer BC Achern konnte Berlin immerhin ein kleines Ausrufezeichen setzen: Das erste Triplette ging mit 13:5 an boule devant. Danach holte Achern allerdings die übrigen vier Partien und setzte sich insgesamt mit 4:1 durch. Gegen das weiterhin ungeschlagene Topteam der Liga war das Ergebnis damit deutlich, aber auch diese Begegnung zeigte zumindest punktuell, dass Berlin Qualität im Kader hat.
Umso wichtiger war der abschließende 3:2-Erfolg gegen den VfSK Oppau. In einem direkten Duell aus der unteren Tabellenregion holte Berlin das Triplette Mixte, Doublette 1 und das Doublette Mixte. Besonders das 13:12 im letzten aufgeführten Einzelspiel erwies sich in der Endabrechnung als enorm wertvoll. Dieser Sieg verhinderte, dass Berlin noch tiefer in den Tabellenkeller rutscht.
Mit 3:7 steht boule devant berlin nun unter Zugzwang. Die Spielbilanz von 23:27 zeigt zwar, dass das Team keineswegs chancenlos durch die Saison geht. Doch in der Tabelle zählen am Ende Begegnungssiege – und genau dort fehlen nach zwei Spieltagen die entscheidenden Punkte.
Für Ludwigshafen bleibt die Aufgabe klar. Mit Ratingen-Lintorf, Tübingen, Bochum und Siemens Mülheim warten mehrere direkte oder sehr wichtige Duelle im Kampf um die untere Tabellenhälfte. Dazu kommt mit Düsseldorf sur place ein schwerer Gegner aus der Spitzengruppe. Kitsche formuliert das Ziel entsprechend offensiv: „Für den letzten Spieltag ist es unser klares Ziel, enge Begegnungen in Siege umzuwandeln und damit einen Platz unter den Top-Ten der Tabelle zu erreichen.“
Genau dort liegt der Schlüssel. Berlin spielt bislang nicht wie ein klarer Abstiegskandidat, steht tabellarisch aber gefährlich nah an dieser Zone. Wenn es in Ludwigshafen gelingt, die engen Partien endlich häufiger zu gewinnen, ist der Sprung in die Top Ten weiterhin absolut möglich.
1. Frankfurter PC
12. Platz / 3:7 / 23:27
Bilanz 2. Spieltag: 3:2
Es gibt Spieltage, die verändern eine Tabelle. Und es gibt Spieltage, die verändern das Gefühl einer ganzen Saison. Für den 1. Frankfurter PC dürfte der zweite Bundesliga-Spieltag in Ratingen-Lintorf genau so ein Wochenende gewesen sein.
Nach dem ersten Spieltag standen die Hessen noch am Tabellenende. Fünf Begegnungen, fünf Niederlagen, kein einziger Sieg – und trotzdem hatte der Aufsteiger in Karben bereits gezeigt, dass er in der Deutschen Pétanque Bundesliga mithalten kann. Mehrere knappe 2:3-Niederlagen hatten angedeutet, dass der erste Erfolg vielleicht nur eine Frage der Zeit sein würde. In Ratingen-Lintorf wurde diese Frage gleich dreimal beantwortet.
Dabei begann auch der zweite Spieltag zunächst mit einem Rückschlag. Gegen Diaboulo Bochum verlor Frankfurt mit 1:4. Zwar setzte das Triplette Mixte mit einem deutlichen 13:0 ein Ausrufezeichen, die übrigen vier Partien gingen jedoch an Bochum. Gerade gegen einen direkten Konkurrenten im unteren Tabellenbereich war dieser Auftakt bitter – und kurzzeitig drohte sich das Bild des ersten Spieltags fortzusetzen: ordentlich mitspielen, aber am Ende ohne Begegnungssieg bleiben.
Doch diesmal kippte das Wochenende in die andere Richtung. Gegen den SV Siemens Mülheim gelang Frankfurt der historische Durchbruch. Das erste Triplette ging klar mit 13:3 an den 1. FPC, in der Doublette-Runde folgten zwei weitere Punkte: Doublette 1 mit 13:10 und Doublette 2 sogar mit 13:0. Der 3:2-Erfolg war nicht nur der erste Sieg des Wochenendes, sondern auch der erste Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte.
Dass dieser Erfolg kein einmaliger Befreiungsschlag bleiben musste, zeigte Frankfurt anschließend sogar in der Niederlage gegen Düsseldorf sur place. Gegen den späteren Tabellenzweiten hielt der Aufsteiger stark dagegen und verlor nur knapp mit 2:3. Das erste Triplette ging mit 13:12 an Frankfurt, dazu kam ein 13:7 in Doublette 1. Am Ende fehlte ein weiteres Einzelspiel zur großen Überraschung – sportlich war diese Leistung dennoch ein deutliches Zeichen.
Noch wichtiger wurden am Sonntag die direkten Duelle gegen PUR Lintorf und LFJ Tübingen. Gegen Lintorf gewann Frankfurt beide Triplettes jeweils hauchdünn mit 13:12 und holte in der Doublette-Runde zwei weitere Punkte. Besonders das klare 13:0 in Doublette 2 unterstrich, wie viel Selbstvertrauen nach dem ersten historischen Sieg inzwischen im Team steckte. Der 4:1-Erfolg war tabellarisch enorm wertvoll.
Zum Abschluss legte Frankfurt gegen LFJ Tübingen direkt nach. Zwar ging das erste Triplette mit 12:13 verloren, doch das Triplette Mixte sowie alle drei Doublettes gingen an den 1. FPC. Aus dem Tabellenletzten ohne Sieg wurde so innerhalb eines Wochenendes ein Aufsteiger mit drei Bundesliga-Erfolgen – und plötzlich stand Frankfurt nicht mehr unter dem Strich, sondern auf Platz zwölf, dem ersten Nicht-Abstiegsplatz.
Dieser Sprung dürfte für die Mannschaft enorm viel bedeuten. Frankfurt hat am zweiten Spieltag nicht nur Punkte gesammelt, sondern auch den Beweis geliefert, dass die knappen Resultate aus Karben keine Zufälle waren. Die Hessen können in dieser Liga Begegnungen gewinnen. Sie können direkte Konkurrenten schlagen. Und sie können auch gegen Teams aus der Spitzengruppe mithalten.
Trotzdem bleibt die Lage vor Ludwigshafen angespannt. Mit 3:7 ist Frankfurt noch lange nicht gerettet, und die Spielbilanz von 23:27 zeigt, wie eng alles beieinanderliegt. Der zweite Spieltag war ein großer Schritt – aber noch kein Zielstrich.
Das Restprogramm hat es zudem in sich. Direkt zum Auftakt wartet mit dem VfSK Oppau ein enorm wichtiges Duell im Kampf um den Klassenerhalt. Danach folgen die PF Saarbrücken, der PC Burggarten Horb, Tabellenführer BC Achern und der FV Diefflen. Leichte Aufgaben sehen anders aus.
Doch Frankfurt fährt nun mit einem völlig anderen Gefühl nach Ludwigshafen. Nach dem ersten Spieltag ging es vor allem darum, endlich den ersten Bundesliga-Sieg zu holen. Nach dem zweiten Spieltag geht es darum, eine historische Aufholjagd zu vollenden. Der 1. Frankfurter PC hat bewiesen, dass Bundesliga geht – nun soll diese Erkenntnis auch zum Klassenerhalt führen.
LFJ Tübingen
13. Platz / 3:7 / 19:31
Bilanz 2. Spieltag: 2:3
Für LFJ Tübingen bleibt die erste Bundesliga-Saison ein intensiver Lernprozess – und ein echter Kampf um jeden Punkt. Nach dem Auftakt in Gersweiler stand der Aufsteiger bei 1:4, hatte aber bereits gezeigt, dass er in mehreren Begegnungen absolut konkurrenzfähig sein kann. In Ratingen-Lintorf folgte nun ein wechselhafter zweiter Spieltag: zwei wichtige Siege, drei Niederlagen – und am Ende trotzdem weiter ein Platz unter dem Strich.
Dabei begann das Wochenende aus Tübinger Sicht nahezu ideal. Gegen Mitaufsteiger PUR Lintorf gelang ein enorm wichtiger 4:1-Erfolg. Beide Triplettes gingen an LFJ, dazu kamen zwei weitere Punkte in der Doublette-Runde. Gerade im direkten Duell gegen ein Team aus der unteren Tabellenregion war dieser Sieg tabellarisch Gold wert – und ein deutliches Signal, dass Tübingen im Kampf um den Klassenerhalt nicht nur mitspielen, sondern auch Begegnungen klar auf die eigene Seite ziehen kann.
Gegen Diaboulo Bochum folgte anschließend eine 2:3-Niederlage, die deutlich schmerzhafter war. Beide Triplettes gingen an Bochum, in der Doublette-Runde holte Tübingen jedoch zwei Punkte: ein knappes 13:12 in Doublette 1 und ein deutliches 13:3 in Doublette 2. Das Doublette Mixte ging an Diaboulo. Damit blieb die Begegnung in der Endabrechnung eng – für Tübingen war es aber eine verpasste Chance gegen einen direkten Konkurrenten.
Das sportliche Ausrufezeichen des Wochenendes setzte LFJ dann gegen den BC Mechenhard. Gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte gewann Tübingen mit 3:2 und zeigte damit, dass der Aufsteiger nicht nur auf direkte Kellerduelle angewiesen ist. Das Triplette Mixte sowie zwei Doublettes gingen an LFJ, darunter ein klares 13:4 im Doublette Mixte. Dieser Sieg dürfte für das Selbstvertrauen besonders wichtig gewesen sein: Tübingen kann auch Mannschaften schlagen, die deutlich weiter oben in der Tabelle stehen.
Am Sonntag wurde es dann allerdings bitter. Gegen den Lübecker BC stand am Ende eine 1:4-Niederlage, die in den Einzelresultaten knapper war, als es das Gesamtergebnis vermuten lässt. Drei Partien gingen jeweils mit 10:13 verloren, dazu kam ein deutlich verlorenes Triplette Mixte. Der Tübinger Punkt durch das 13:10 in Doublette 1 zeigte zwar, dass LFJ weiter dagegenhielt – tabellarisch brachte diese Begegnung aber keinen Ertrag.
Noch schwerer wog zum Abschluss das 1:4 gegen den 1. Frankfurter PC. Frankfurt war als Tabellenletzter ins Wochenende gestartet und sprang durch den Sieg gegen Tübingen auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. LFJ gewann zwar das erste Triplette hauchdünn mit 13:12, musste die übrigen vier Partien jedoch abgeben. Auch hier waren zwei Doublettes mit 10:13 eng, doch in der Endabrechnung blieb eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.
So bleibt nach dem zweiten Spieltag ein gemischtes Fazit. Einerseits hat Tübingen mit zwei Siegen einen Erfolg mehr geholt als am ersten Spieltag und damit wichtige Entwicklungsschritte gemacht. Der Erfolg gegen Lintorf war ein Pflichtpunkt mit hoher Bedeutung, der Sieg gegen Mechenhard ein echter Mutmacher. Andererseits tun die Niederlagen gegen Bochum, Lübeck und Frankfurt weh, weil genau solche Begegnungen über den Klassenerhalt entscheiden können.
Mit 3:7 steht LFJ Tübingen nun auf Platz 13. Die Situation ist ernst, aber keineswegs hoffnungslos. Der Aufsteiger hat in dieser Saison bereits drei Begegnungen gewonnen und mehrfach gezeigt, dass er auf Bundesliga-Niveau mithalten kann. Was jetzt zählt, ist die Konsequenz in den engen Momenten – denn mit 19:31 Einzelspielen ist die Spielbilanz aktuell der schwierigste Punkt im Vergleich zu den Teams knapp über dem Strich.
Das Restprogramm in Ludwigshafen hat es allerdings in sich. Mit Achern, Viernheim, Mannheim-Waldhof und Horb warten vier absolute Hochkaräter. Dazu kommt das direkte Duell gegen boule devant berlin, das im Kampf um den Klassenerhalt enorme Bedeutung haben dürfte.
Tübingen fährt also mit Druck nach Ludwigshafen – aber auch mit Beweisen im Gepäck. Der Aufsteiger hat gezeigt, dass Bundesliga-Siege möglich sind. Jetzt braucht es gegen ein schweres Restprogramm Mut, Nervenstärke und vielleicht den einen oder anderen Coup. Der Klassenerhalt ist schwierig geworden, aber noch nicht verloren. Und genau dafür lohnt es sich, am letzten Spieltag noch einmal alles auf den Platz zu werfen.
PUR Lintorf
14. Platz / 2:8 / 17:33
Bilanz 2. Spieltag: 1:4
Für die Pétanque-Union Ratingen-Lintorf war der zweite Bundesliga-Spieltag in mehrfacher Hinsicht besonders. Zum ersten Mal richtete der Verein einen eigenen Bundesliga-Spieltag aus, die Bedingungen auf heimischem Boden passten – organisatorisch war das Wochenende ein gelungenes Zeichen dafür, wie schnell sich PUR Lintorf auch neben den Bahnen in der Bundesliga angekommen zeigt.
Sportlich blieb allerdings ein Gefühl zurück, das deutlich zwiespältiger ausfallen dürfte. Ein Sieg aus fünf Begegnungen ist für einen Aufsteiger grundsätzlich kein Weltuntergang. In der konkreten Tabellenlage und mit Blick auf mehrere direkte Duelle war es aber wohl weniger, als man sich in Ratingen-Lintorf vorgenommen hatte.
Dabei begann der Spieltag mit einer schmerzhaften Niederlage gegen LFJ Tübingen. Gegen den Mitaufsteiger und direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt musste sich PUR mit 1:4 geschlagen geben. Das Doublette Mixte ging zwar mit 13:9 an Ratingen-Lintorf, doch die übrigen vier Partien holte Tübingen. Besonders das knappe 12:13 in Doublette 2 zeigte, dass durchaus mehr möglich gewesen wäre.
Noch deutlicher wurde dieses Gefühl gegen den BC Mechenhard. Ratingen-Lintorf gewann beide Triplettes mit 13:9 und 13:10 und ging damit mit einer starken Ausgangslage in die Doublette-Runde. Dort fehlte jedoch der entscheidende dritte Punkt. Alle drei Doublettes gingen an Mechenhard, die Begegnung endete 2:3. Gerade gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte war das einerseits ein starkes Signal – andererseits aber auch eine verpasste große Chance.
Der positive Höhepunkt folgte in Runde acht. Gegen den SV Siemens Mülheim zeigte PUR Lintorf, was möglich ist, wenn die Mannschaft über alle fünf Partien Stabilität auf den Platz bringt. Beim 5:0-Erfolg gewann Ratingen-Lintorf sämtliche Einzelspiele, darunter mehrere Partien sehr deutlich. Dieser Sieg war nicht nur tabellarisch enorm wichtig, sondern auch ein echter Mutmacher: Die junge Truppe kann in der Bundesliga nicht nur mithalten, sondern Begegnungen auch klar auf ihre Seite ziehen.
Umso bitterer war am Sonntagvormittag die Niederlage gegen den 1. Frankfurter PC. Frankfurt war vor dem Spieltag noch Tabellenletzter, legte in Ratingen-Lintorf jedoch ein starkes Wochenende hin und sprang später auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. PUR verlor die beiden Triplettes jeweils hauchdünn mit 12:13, holte in der Doublette-Runde nur noch das Doublette Mixte mit 13:7. Das 1:4 war in der Endabrechnung deutlich – in den Einzelresultaten aber wieder ein Beispiel dafür, wie wenig manchmal fehlt.
Zum Abschluss gegen den Lübecker BC blieb Ratingen-Lintorf erneut dran. Das Triplette Mixte ging mit 13:6 an PUR, dazu kam ein 13:10 in Doublette 2. Die übrigen drei Partien holte Lübeck, darunter das Doublette Mixte knapp mit 13:10. Wieder 2:3, wieder eine Begegnung, die nicht weit weg war – aber eben erneut ohne zählbaren Ertrag blieb.
DPV-Kaderspielerin Kerstin Lisner ordnete den Spieltag entsprechend ehrlich ein: „Viel gekämpft – zu häufig nicht geschafft, bis zum Ende durchzuziehen. Das letzte Quäntchen hat zu oft gefehlt. Das war sehr frustrierend. Wir sind mit höheren Erwartungen an uns in den Spieltag gegangen, auch wenn wir wussten, dass es schwer wird. Es gibt noch einiges, was wir lernen müssen.“
Genau darin liegt wohl die zentrale Erkenntnis dieses Wochenendes. Ratingen-Lintorf steht auf einem Abstiegsplatz, spielt aber nicht wie ein Team, das in dieser Liga chancenlos wäre. Gegen Mechenhard wurden beide Triplettes gewonnen, gegen Frankfurt gingen beide Triplettes 12:13 verloren, gegen Lübeck fehlte beim 2:3 ebenfalls nicht viel. Dazu kommt der klare 5:0-Sieg gegen Siemens Mülheim als Beweis, dass das Potenzial absolut vorhanden ist.
Trotzdem bleibt die Lage ernst. Mit 2:8 steht PUR Lintorf auf Platz 14, die Spielbilanz von 17:33 ist im engen Tabellenkeller kein Vorteil. Gerade die Niederlagen gegen Tübingen und Frankfurt wiegen schwer, weil dort direkte Konkurrenten wichtige Punkte sammelten.
Doch abgeschrieben ist Ratingen-Lintorf noch lange nicht. Das Restprogramm in Ludwigshafen ist schwer, aber nicht unmöglich: boule devant berlin, Mannheim-Waldhof, Diaboulo Bochum, PF Saarbrücken und Viernheim. Vor allem die Begegnungen gegen Berlin und Bochum können im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal richtig Gewicht bekommen.
Für die Sommerpause gibt Kerstin Lisner eine klare Richtung vor: „Wieder mehr Fokus auf Leichtigkeit und Spaß am Spiel.“ Vielleicht ist genau das der Schlüssel. Weniger Last, mehr Mut. Weniger Frust über verpasste Chancen, mehr Vertrauen in die eigene Qualität.
Ratingen-Lintorf hat in seiner ersten Bundesliga-Saison bereits bewiesen, dass es mithalten kann. Jetzt geht es darum, die engen Begegnungen in Ludwigshafen endlich konsequenter zu Ende zu spielen. Der Klassenerhalt ist schwierig geworden – aber für diese junge Mannschaft ist er weiterhin drin. Und manchmal beginnt ein großes Comeback genau dort, wo es vorher wehgetan hat.
SV Siemens Mülheim
15. Platz / 2:8 / 16:34
Bilanz 2. Spieltag: 1:4
Für den SV Siemens Mülheim ist der zweite Bundesliga-Spieltag in Ratingen-Lintorf zu einem schweren Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt geworden. Nach dem schwierigen Auftakt in Gersweiler hatte der 4:1-Erfolg gegen LFJ Tübingen zum Abschluss des ersten Spieltags zumindest Hoffnung gemacht. Und auch in Ratingen begann das Wochenende eigentlich genau so, wie Siemens es gebraucht hatte.
Gegen den Lübecker BC gelang zum Auftakt ein wichtiger 3:2-Sieg. Mülheim gewann beide Triplettes mit 13:4 und 13:10 und holte in der Doublette-Runde durch das 13:9 in Doublette 2 den dritten Punkt. Gegen ein Team aus dem unteren Mittelfeld war das ein wertvoller Erfolg – und für einen Moment sah es so aus, als könnte Siemens den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze direkt herstellen.
Doch dieser Schwung hielt nicht lange. Gegen den 1. Frankfurter PC musste Siemens eine schmerzhafte 2:3-Niederlage hinnehmen. Zwar gingen das Triplette Mixte deutlich mit 13:1 und das Doublette Mixte mit 13:3 an Mülheim, doch die übrigen drei Partien holte Frankfurt. Besonders das 0:13 in Doublette 2 war in der Endabrechnung bitter. Für Frankfurt war es der erste Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte – für Siemens hingegen eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten, die tabellarisch schwer wog.
Noch härter traf das anschließende 0:5 gegen PUR Ratingen-Lintorf. Gegen den Gastgeber, ebenfalls mitten im Kampf um den Klassenerhalt und mit einigen vertrauten Gesichtern auf der anderen Seite, fand Siemens nicht den nötigen Zugriff. Alle fünf Partien gingen an Ratingen-Lintorf. Gerade weil es sich um ein direktes Duell aus der unteren Tabellenregion handelte, war diese Niederlage sportlich wie emotional ein Tiefpunkt des Wochenendes, sodass es im Team deutlich spürbar kriselte.
Am Sonntag gelang leider keine echte Trendwende mehr. Gegen den BC Mechenhard musste sich Mülheim mit 1:4 geschlagen geben. Ganz ohne Ansatzpunkte war diese Begegnung nicht: Das erste Triplette ging nur knapp mit 10:13 verloren, Doublette 1 holte Siemens mit 13:9. In der Summe war Mechenhard jedoch stabiler und entschied die übrigen vier Partien für sich.
Zum Abschluss wartete mit Düsseldorf sur place ein Team aus der Spitzengruppe. Siemens gewann das erste Triplette mit 13:9 und setzte damit zumindest noch einmal ein kleines Zeichen. Danach gingen das Triplette Mixte und alle drei Doublettes an Düsseldorf, in der Doublette-Runde sogar deutlich mit 1:13, 4:13 und 6:13. So endete der Spieltag mit einer weiteren 1:4-Pleite.
Die Bilanz fällt entsprechend ernüchternd aus. Ein Sieg aus fünf Begegnungen, dazu Niederlagen gegen Frankfurt und Ratingen-Lintorf – genau solche Ergebnisse tun im Tabellenkeller besonders weh. Mit 2:8 steht Siemens nun auf Platz 15, die Spielbilanz von 16:34 ist ebenfalls eine schwere Hypothek für den letzten Spieltag.
Und trotzdem sollte man Siemens Mülheim nicht voreilig abschreiben. Dieses Team kennt die Bundesliga, kennt Drucksituationen und hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder in diesem starken Feld behauptet. Platz neun 2023, Platz zwölf 2024 und Platz zehn 2025 zeigen: Siemens weiß, wie man sich durch schwierige Bundesliga-Saisons arbeitet.
Genau diese Erfahrung wird nun gebraucht. Denn in Ludwigshafen wartet ein schweres, aber nicht völlig hoffnungsloses Restprogramm. Gegen Diefflen, Bochum, Mannheim-Waldhof, Viernheim und Berlin muss Mülheim noch einmal alles mobilisieren. Besonders die Begegnungen gegen Bochum und Berlin könnten im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend werden.
Für Siemens geht es jetzt darum, den zweiten Spieltag möglichst schnell hinter sich zu lassen. Die Enttäuschung ist verständlich, die Tabellenlage ernst – aber die Saison ist noch nicht vorbei. Wenn es in der Sommerpause gelingt, den Kopf freizubekommen, die eigenen Stärken wiederzufinden und in Ludwigshafen mit neuer Geschlossenheit aufzutreten, ist der Klassenerhalt weiterhin möglich. Mülheim braucht nun keine schönen Rechnungen, sondern eine Trotzreaktion. Und genau dafür ist ein bewährtes Bundesliga-Team manchmal gefährlicher, als es die Tabelle gerade vermuten lässt.
VfSK Oppau
16. Platz / 2:8 / 13:37
Bilanz 2. Spieltag: 0:5
Für den VfSK Oppau ist der zweite Bundesliga-Spieltag in Oberhausen-Rheinhausen zu einem bitteren Rückschlag geworden. Nach dem Auftakt in Gersweiler standen die Athleten-Bouler noch auf Platz zwölf, waren bester Aufsteiger und lagen auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Zwei Siege aus fünf Begegnungen hatten gezeigt: Oppau kann in dieser Liga mithalten, direkte Duelle gewinnen und im Kampf um den Klassenerhalt eine ernsthafte Rolle spielen.
Nach Oberhausen-Rheinhausen sieht die Tabelle nun deutlich anders aus. Fünf Begegnungen, fünf Niederlagen – und plötzlich steht der VfSK mit 2:8 am Tabellenende. Das ist hart, zumal die Spielbilanz von 13:37 im Tabellenkeller zusätzlich schwer wiegt.
Ganz fair muss man allerdings auch sagen: Das Programm hatte es in sich. Zum Auftakt wartete mit dem 1. PC Viernheim direkt ein Team aus der Spitzengruppe. Oppau holte durch ein deutliches 13:4 im Doublette Mixte zwar einen Einzelpunkt, musste die übrigen vier Partien aber abgeben. Gegen einen der stärksten Gegner der Liga war das kein überraschendes Ergebnis – für den Start in ein wichtiges Wochenende aber natürlich trotzdem nicht hilfreich.
Anschließend wurde es gegen den PC Burggarten Horb noch schwerer. Gegen den mehrfachen Deutschen Meister und Vize-Meister der Vorsaison musste Oppau ein 0:5 hinnehmen. Das Triplette Mixte ging mit 12:13 nur hauchdünn verloren, alle übrigen Partien holte Horb. Auch hier zeigte sich: Einzelne Ansätze waren da, doch in der Endabrechnung blieb kein Punkt hängen.
Gegen Tabellenführer BC Achern gelang Oppau immerhin wieder ein kleiner sportlicher Lichtblick. Doublette 2 ging mit 13:8 an den VfSK, dazu hielt das Team im Triplette Mixte beim 11:13 und in Doublette 1 beim 9:13 ordentlich dagegen. Der ungeschlagene Tabellenführer war am Ende dennoch zu stabil und gewann die Begegnung mit 4:1.
Auch gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Mannheim-Waldhof blieb Oppau ohne Begegnungspunkt. Beim 0:5 war Doublette 1 mit 10:13 noch die engste Partie, ansonsten gingen die Einzelspiele recht klar an den Titelverteidiger. Nach Viernheim, Horb und Achern war damit bereits der vierte Hochkaräter des Wochenendes gespielt – und die Lage in der Tabelle immer schwieriger geworden.
Besonders weh tat dann die letzte Begegnung gegen boule devant berlin. Gegen einen direkten Konkurrenten aus der unteren Tabellenregion war Oppau nah dran am ersehnten Befreiungsschlag. Das erste Triplette ging mit 13:10 an den VfSK, in der Doublette-Runde kam ein 13:9 in Doublette 2 hinzu. Das Doublette Mixte ging jedoch denkbar knapp mit 12:13 an Berlin. Ausgerechnet in dieser wichtigen Begegnung fehlte also nur ein Einzelspiel zu einem Sieg, der die Tabelle für Oppau deutlich freundlicher aussehen lassen hätte.
So bleibt nach dem zweiten Spieltag ein schwieriges, aber nicht hoffnungsloses Fazit. Ja, Oppau ist Tabellenletzter. Ja, ein 0:5-Wochenende schmerzt. Und ja, die Spielbilanz macht die Aufgabe am letzten Spieltag nicht leichter. Aber der VfSK ist nicht ohne Argumente für ein Comeback: Am ersten Spieltag wurden Tübingen und Siemens Mülheim besiegt, gegen Berlin fehlte nun nur ein Wimpernschlag, und der Kader bringt weiterhin jene Mischung aus Erfahrung und jungen Spieler*innen mit, die schon in der Vorschau als spannend beschrieben wurde.
Dazu kommt in Ludwigshafen ein kleiner, aber feiner Faktor: Oppau spielt den letzten Spieltag praktisch vor der eigenen Haustür. Der Stadtteil Ludwigshafen-Oppau gibt dem VfSK in der entscheidenden Saisonphase zumindest ein Stück Heimgefühl mit. Vielleicht ist genau das der emotionale Funke, den es nach diesem schweren zweiten Spieltag braucht.
Das Restprogramm bleibt anspruchsvoll. Direkt zum Auftakt wartet mit dem 1. Frankfurter PC ein enorm wichtiges Duell gegen den aktuellen ersten Nicht-Abstiegsplatz. Danach folgen Lübeck, Saarbrücken, Mechenhard und Düsseldorf sur place. Leicht wird daran gar nichts – aber unmöglich ist es auch nicht.
Für Oppau geht es jetzt darum, den schweren zweiten Spieltag nicht als Schlusspunkt zu begreifen, sondern als Tiefpunkt, von dem aus noch einmal eine Reaktion möglich ist. Die Athleten-Bouler haben in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie enge Begegnungen gewinnen können. Jetzt müssen sie genau diese Widerstandskraft zurückholen.
Mit Heimgefühl im Rücken, einem direkten Duell gegen Frankfurt zum Auftakt und genügend Qualität im Kader kann aus dem letzten Platz noch einmal eine echte Jagd werden. Der Klassenerhalt ist schwierig geworden. Aber solange noch fünf Begegnungen zu spielen sind, bleibt Oppau im Rennen. Und manchmal beginnt das größte Comeback genau dann, wenn kaum noch jemand damit rechnet.
