DPV bereitet Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2028 in München vor
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Beim außerordentlichen Verbandstag des DPV am 21. Mai 2026 haben die Landesverbände – mit Ausnahme des Saarlands, das bereits im Vorfeld zugestimmt hatte – beschlossen, die Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2028 in München vorzubereiten.
Damit wird nun offiziell das Projektteam aktiviert. In den kommenden Monaten stehen die Machbarkeitsprüfung, die detaillierte Planung sowie die Kostenkalkulation im Mittelpunkt. Ziel ist es, dem Hauptausschuss im Oktober 2026 die finale Bewerbung vorzulegen.
Austragungsort: Flughafen München
Geplant ist eine Austragung auf der Fläche zwischen Terminal 1 und Terminal 2 des Flughafen München. Der Flughafen bezeichnet diesen Bereich selbst als die größte überdachte Freifläche der Welt. Erste Gespräche dazu fanden bereits im vergangenen Jahr statt. Beide Seiten sind überzeugt, dass eine Weltmeisterschaft an diesem Standort realisierbar ist.
Der Flughafen war bereits Austragungsort zahlreicher Großveranstaltungen, darunter Europameisterschaften im Surfen, Bike-Events, Tennisveranstaltungen, Ninja-Warrior-Events, Polo-Turniere sowie Beachvolleyball-Events. Die Erfahrungen daraus stimmen die Verantwortlichen optimistisch.
Der geplante Zeitraum für die Pétanque-Weltmeisterschaft liegt zwischen dem 12. und 21. Mai 2028.
Nachhaltiges Konzept mit kurzen Wegen
Ein besonderer Vorteil des Konzepts ist die kompakte Infrastruktur: Die internationalen Teams würden direkt im Flughafenareal bleiben, die vorhandene Infrastruktur nutzen und Hotels fußläufig erreichen können. Dadurch entfallen umfangreiche Transportwege zwischen Unterkünften und Spielstätten. Das Organisationskomitee sieht darin die Chance, eine der nachhaltigsten Weltmeisterschaften überhaupt auszurichten.
Zusätzlich sollen bereits im Vorfeld zahlreiche Veranstaltungen für Mitarbeitende des Flughafens, Bewohner der umliegenden Gemeinden sowie die vielen Boule-Clubs in München stattfinden. Diese Events dienen zugleich als Testlauf für die geplanten Spielflächen und Abläufe.
Nach bisherigen Einschätzungen bestehen gute Chancen, dass die statischen Anforderungen erfüllt werden können. Da bei früheren Beachvolleyball-Veranstaltungen bereits große Mengen Sand aufgebracht wurden, geht man derzeit davon aus, dass die Fläche auch für Tribünen und Spielfelder geeignet ist.
Nächstes Großprojekt: Gespräche zu den World Games 2029 in Karlsruhe
Parallel zu den letzten Treffen rund um die WM-Bewerbung fand in Karlsruhe das Karlsruher Schlossturnier statt. Dort traf DPV-Präsident Michael Dörhöfer unter anderem Pascal Rastetter und Alain Blondel, die mit den Planungen der World Games befasst sind.
Die World Games 2029 werden vom 19. bis 29. Juli 2029 in Karlsruhe stattfinden.
Einigkeit besteht darüber, dass der Schlossplatz vor dem Karlsruher Schloss die ideale Kulisse wäre, um den Sport öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Entsprechend wurden auch Fotos mit Alain Blondel und unseren Europa- und Weltmeisterinnen gemacht, um dies zu untermauern.
Ähnlich wie bei der geplanten Weltmeisterschaft sollen auch hier zahlreiche Veranstaltungen für die Bevölkerung organisiert werden – darunter Angebote für Kinder, Inklusionsprojekte und weitere Mitmachaktionen. Ziel der World Games in Karlsruhe ist es nicht nur, Spitzensport zu zeigen, sondern die Sportarten langfristig stärker in der Bevölkerung zu verankern.
Damit stehen in den kommenden Jahren zwei große und spannende Projekte bevor, die nun Schritt für Schritt konkretisiert werden. Weitere Informationen sollen nach dem offiziellen Kick-off durch den künftigen Projektleiter folgen.
Für beide Projekte ist allerdings noch ausreichend Zeit vorhanden, um die Veranstaltungen sorgfältig zu planen und organisatorisch sauber vorzubereiten. Gleichzeitig ist bereits jetzt absehbar, dass Anpassungen im Terminkalender des DPV notwendig werden. Diese Veränderungen müssen frühzeitig abgestimmt, kommuniziert und in die Gesamtplanung integriert werden.
Gleiches gilt im Übrigen auch für den diesjährigen Verbandstag, der im November parallel zur Weltmeisterschaft stattfindet und entsprechend berücksichtigt werden muss.
Michael Dörhöfer
DPV-Präsident
