Holstentorturnier 2026: Ein Impuls für den Pétanque-Sport in Deutschland
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Das Holstentorturnier 2026 in Lübeck-Travemünde liegt zwar bereits einige Wochen zurück – doch was dort im Brügmanngarten auf die Beine gestellt wurde, verdient im Rückblick sicher eine besondere Würdigung. In einem ereignisreichen Pétanque-Sommer mit Masters de Pétanque, Deutschen Meisterschaften, Bundesliga-Entscheidungen und internationalen Einsätzen ist das Holstentorturnier 2026 ein starkes Beispiel dafür, welches Potenzial große Turnierformate in Deutschland haben können.
Die Compagnie de Boule Lübeck hatte das traditionsreiche Turnier in diesem Jahr erstmals über drei Turniertage ausgetragen. Am Samstag wurde Triplette gespielt, am Sonntag Doublette. Der Montag gehörte dann ganz den Finalspielen. Alle Wettbewerbe wurden zuvor bis einschließlich Halbfinale ausgespielt, ehe die Endspiele am Finaltag auf den zentralen Bahnen stattfanden.
Der offizielle Bericht der CdB Lübeck mit Siegerfotos, Impressionen und weiteren Informationen ist hier zu finden:
Bericht der Compagnie de Boule Lübeck:
https://cdb-luebeck.de/das-holstentorturnier/
Beeindruckende Zahlen und ein starker Finaltag
Die Zahlen zeigen, welche Dimension das Holstentorturnier 2026 erreicht hat: 482 Triplette-Teams gingen am Samstag an den Start, am Sonntag folgte ein vollständig ausgebuchtes Doublette mit 512 Teams. Am Montag wurden alle acht Endspiele auf den zentralen Finalbahnen ausgetragen. Mehr als 600 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den Finaltag vor Ort. Die Tribünenplätze waren schnell belegt, viele weitere Zuschauer*innen standen und saßen rund um die Spielfelder.
Gerade das Bild vom Finaltag aus der Vogelperspektive zeigt eindrucksvoll, welche Atmosphäre in Travemünde entstanden ist: Pétanque mitten im Brügmanngarten, volle Ränge, zahlreiche Zuschauer*innen rund um die Bahnen – und im Hintergrund die Ostsee.
Neues Konzept mit Signalwirkung
Besonders im Fokus stand in diesem Jahr das neue Turnierformat mit dem zusätzlichen Finaltag am Montag. Ein solches Konzept ist für ein großes offenes Turnier mit vielen Teams, ehrenamtlicher Organisation und aufwendiger Infrastruktur keineswegs selbstverständlich.
Die CdB Lübeck hat mit dem Holstentorturnier 2026 bewusst etwas Neues ausprobiert. Der Finaltag gab den Endspielen einen eigenen Rahmen, machte die Finals noch sichtbarer und sorgte für eine besondere Atmosphäre.
Gleichzeitig zeigte das Turnier auch, wie groß der Aufwand hinter einer Veranstaltung dieser Größenordnung ist. Rund 1.500 Stunden ehrenamtliche Arbeit steckten nach Angaben der Organisatoren in Vorbereitung, Durchführung, Abbau und Nachbereitung des Turniers.
Genau diese Mischung aus sportlichem Erfolg, organisatorischem Mut und ehrlicher Auswertung macht das Holstentorturnier 2026 so wertvoll für die weitere Entwicklung des Pétanque-Sports in Deutschland.
Michael Dörhöfer: „Ein Impuls für den gesamten Pétanque-Sport“
Auch DPV-Präsident Michael Dörhöfer hebt die Bedeutung des Turniers hervor:
Pétanque in Deutschland wird durch das Holstentorturnier in eine neue Ära geschoben.
Was in diesem Jahr in Travemünde auf die Beine gestellt wurde, verdient unseren allergrößten Respekt. 482 Triplette-Teams, 512 Doublette-Teams – insgesamt 994 Teamstarts – und mehr als 600 Zuschauerinnen und Zuschauer beim Finaltag am Montag. Das sind beeindruckende Zahlen.
Vor allem aber war es der Mut, etwas Neues zu wagen. Den Montag als eigenen Finaltag zu integrieren, war ein Konzept, bei dem sicherlich viele zunächst ein gewisses Risiko gesehen haben. Das Ergebnis hat gezeigt: Dieser Mut hat sich ausgezahlt.
Das Holstentorturnier hat damit aus meiner Sicht einen wichtigen Schritt für den Pétanque-Sport in Deutschland gemacht. Jetzt geht es darum, daraus zu lernen und gemeinsam zu überlegen: Was können wir aus diesem Konzept übernehmen? Was können wir weiterentwickeln? Und wie können wir daraus Modelle entwickeln, die auch für andere Turniere und Vereine skalierbar sind?
Denn die Turnierlandschaft in Deutschland ist vielfältig. Es gibt große und kleine Turniere, unterschiedliche Formate und ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen. Genau deshalb müssen wir uns anschauen, welche Elemente des Holstentorturniers auch an anderer Stelle funktionieren können.
Der Sportausschuss beschäftigt sich bereits damit. Auch im Zusammenhang mit den Masters wollen wir überlegen, wie wir Formate weiterentwickeln und verfeinern können. Und natürlich gehört dazu auch die Frage, wie wir Vereine, die solche großartigen Veranstaltungen ehrenamtlich stemmen, noch besser unterstützen können.
Denn bei einem neuen und so ambitionierten Format kann nicht von Anfang an alles zu 100 Prozent funktionieren. Es gab auch Dinge, die nicht optimal gelaufen sind und die am Ende bei den Organisatoren und Helferinnen und Helfern Enttäuschung hinterlassen haben.
Genau daraus müssen wir lernen.
Wir müssen offen über Fehler sprechen, über Unterstützung, die vielleicht gefehlt hat, aber auch über Erwartungen, die im Vorfeld noch klarer hätten definiert werden müssen. Und wir müssen alles daransetzen, dass die Menschen, die ein solches Turnier mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz möglich machen, am Ende mit einem breiten Lächeln, Stolz und voller Motivation auf das nächste Jahr blicken.
Denn genau darum geht es: Nicht nur ein großartiges Turnier zu veranstalten, sondern gemeinsam besser zu werden.
Das Holstentorturnier 2026 war deshalb weit mehr als ein erfolgreiches Wochenende in Travemünde. Es war ein Impuls für den gesamten Pétanque-Sport in Deutschland.
Lasst uns diesen Impuls aufnehmen, daraus lernen und gemeinsam weiterentwickeln.
Herzlichen Glückwunsch und vor allem: Danke an das gesamte Organisationsteam und alle Helferinnen und Helfer! Ihr habt gezeigt, was im deutschen Pétanque möglich ist.
Matthias Rehberg: „Bewusst etwas Neues ausprobiert“
Auch Turnierorganisator Matthias Rehberg blickt auf das Holstentorturnier 2026 als wichtiges Entwicklungsprojekt zurück:
Wir haben mit dem Holstentorturnier 2026 bewusst etwas Neues ausprobiert und freuen uns sehr darüber, dass insbesondere der Finaltag von Spielerinnen, Spielern und Publikum so gut angenommen wurde. Hinter einem Turnier dieser Größenordnung stehen allerdings auch sehr viel ehrenamtliche Arbeit und viele Menschen, die über Monate Zeit und Energie investieren. Deshalb sollten wir den Erfolg genauso offen auswerten wie die Dinge, die noch nicht optimal funktioniert haben, und wenn daraus Impulse für die Weiterentwicklung der DPV-Masters und anderer großer Turniere entstehen, wäre das für uns etwas sehr Positives.
Siegerteams des Holstentorturniers 2026
Auch sportlich bot das Holstentorturnier 2026 hochklassigen Pétanque-Sport.
Im Doublette A-Turnier gewannen die Spanier Miguel Moreno Riojas und Jorge Martinez Pladelasala. Im Finale setzten sie sich gegen Oscar Hodonou und Moustain Adeniyi durch.
Im Triplette A-Turnier, das zugleich Teil der DPV Masters 2026 war, siegten Sylvain Ramon, Marc Wildeboer und Didier Fifi. Finalisten waren Sönke Backens, Matthias Laukart und Robin Stentenbach.
Danke an die Compagnie de Boule Lübeck
Das Holstentorturnier 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, was im deutschen Pétanque möglich ist, wenn Mut, Leidenschaft, Organisationstalent und ehrenamtlicher Einsatz zusammenkommen.
Der DPV bedankt sich herzlich bei der Compagnie de Boule Lübeck, dem gesamten Organisationsteam, allen Helferinnen und Helfern, den beteiligten Medien- und Livestream-Teams sowie allen Spielerinnen, Spielern und Zuschauer*innen, die dieses Turnier zu einem besonderen Ereignis gemacht haben.
Gleichzeitig zeigt Travemünde: Große Turnierformate können den Pétanque-Sport in Deutschland weiter nach vorne bringen – wenn sie gemeinsam getragen, ehrlich ausgewertet und stetig weiterentwickelt werden.
Das Holstentorturnier 2026 war dafür ein starkes Signal.
Allez Travemünde!
