Masters de Pétanque: Deutschland kratzt am ersten Sieg
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Die zweite Etappe des Masters de Pétanque 2026 in Saint-Gilles-Croix-de-Vie endete am Donnerstag, 25. Juni, mit dem Sieg der Équipe Rocher. Dylan Rocher, Stéphane Robineau und Jean-Michel Puccinelli setzten sich im Finale mit 13:8 gegen die Équipe Zigler durch.
Aus deutscher Sicht war diese zweite Etappe trotz des erneuten frühen Ausscheidens ein klarer Schritt nach vorne. Für die Équipe Allemagne waren diesmal Matthias „Matze“ Laukart, Tobias „Tobse“ Müller und Daniel Reichert im Einsatz. Moritz Rosik, der zum festen deutschen Masters-Team gehört, war bei dieser Etappe nicht dabei.
Nach dem schwierigen Auftakt in Romans-sur-Isère zeigte sich das deutsche Team in Saint-Gilles-Croix-de-Vie deutlich verbessert. In beiden Poule-Spielen war der erste Masters-Sieg greifbar nah. Am Ende fehlte zweimal nur das letzte Stück, um sich für eine starke Leistung auch mit einem Sieg zu belohnen.
Starker Beginn gegen Les Étoiles du Sud
Zum Auftakt traf Deutschland auf „Les Étoiles du Sud“, die mit 18 Punkten aktuell die Gesamtwertung des Masters de Pétanque anführen. Das deutsche Team startete hervorragend in die Partie, spielte über weite Strecken auf sehr hohem Niveau und führte zwischenzeitlich verdient deutlich mit 10:2.
Im
Livestream auf dem offiziellen Masters-YouTube-Kanal wurde am Donnerstagmorgen ab 7:45 Uhr zunächst das erste Poule-Spiel zwischen der Équipe Rocher und der Équipe Doerr übertragen. Im Hintergrund waren dabei immer wieder gelungene Kugeln der deutschen Mannschaft zu sehen. Die Schlussphase der deutschen Partie rückte anschließend stärker in den Fokus, da die Équipe Rocher ihre Begegnung gegen die Équipe Doerr deutlich und schnell für sich entschied.
Gerade in der Anfangsphase des Spiels zeigte die Équipe Allemagne, welches Potenzial in ihr steckt. Die Kugeln lagen, die Schüsse kamen, das Auftreten war selbstbewusst. Gegen eine international extrem erfahrene und spielstarke Formation war Deutschland keineswegs nur dabei, sondern bestimmte über weite Strecken das Spiel.
Doch in den entscheidenden letzten Aufnahmen kippte die Partie. Nach gelungenen Sauschüssen wurde aus einer 11:7-Führung durch ein gegnerisches Sechser-Päckchen plötzlich doch noch eine Niederlage. Am Ende musste sich Deutschland trotz sehr starker Vorstellung knapp mit 11:13 geschlagen geben.
So bitter diese Niederlage war: Sie zeigte zugleich, dass die deutsche Équipe auf dieser großen Masters-Bühne keinesfalls fehl am Platz ist.
Wieder knapp: 11:13 gegen Team Doerr
Auch in der zweiten Poule-Runde gegen die Équipe Doerr war der erste deutsche Masters-Sieg zum Greifen nah. Erneut spielte Deutschland mutig, konzentriert und auf Augenhöhe mit einem absoluten Topteam.
Die Partie entwickelte sich ähnlich schmerzhaft wie das Auftaktspiel. Deutschland führte in einem engen Spiel gegen Ende mit 11:8 und hatte die Chance, den Sack zuzumachen. Doch auch diesmal gelang es in der Schlussphase nicht, den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Fehlende letzte Präzision, Drucksituationen und die enorme Qualität des Gegners sorgten dafür, dass die Partie erneut mit 11:13 verloren ging.
Damit war die zweite Etappe für Deutschland erneut bereits nach der Poule-Phase beendet. Sportlich blieb das Ergebnis nüchtern betrachtet hart: zwei Spiele, zwei Niederlagen. Der Eindruck auf dem Platz erzählte jedoch eine andere Geschichte. Die Équipe Allemagne war in beiden Begegnungen nah dran, spielte phasenweise hervorragend und zeigte deutlich, dass der erste Sieg beim Masters de Pétanque nur eine Frage der Zeit sein dürfte.
Viel Rückenwind trotz knapper Niederlagen
Die Masters-Serie ist für Deutschland historisch – und sie ist gleichzeitig eine enorme sportliche und organisatorische Herausforderung. Mehrere Etappen unter der Woche, lange Reisen, wenig Schlaf, starke Gegner und die ungewohnte Bühne einer der prestigeträchtigsten Turnierserien der Welt: All das gehört zu dieser ersten deutschen Masters-Teilnahme dazu.
Auch die Anreise zur zweiten Etappe hatte es in sich. Nach Informationen aus dem deutschen Umfeld kam das Team erst gegen 3:30 Uhr vor Ort an, da auf dem Weg viele Hotels ausgebucht waren. Schon am nächsten Tag stand dann der nächste Auftritt auf der Masters-Bühne an.
Dass die Mannschaft unter diesen Umständen zwei absolute Topteams so stark forderte, verdient Respekt. Und auch vor Ort ist spürbar, dass die deutschen Spieler in dieser Masters-Familie willkommen sind. Die Unterstützung kommt nicht nur aus Deutschland, sondern auch von vielen internationalen Topspielern.
Eine kleine Szene aus Saint-Gilles-Croix-de-Vie beschreibt das besonders schön: Auf der Nachbarbahn freute sich Jean-Michel Puccinelli über einen gelungenen Sauschuss von Daniel Reichert mit und klatschte ihn anschließend ab. Solche Momente zeigen, dass das deutsche Team auf dieser Bühne keinesfalls belächelt, sondern respektiert, angenommen und unterstützt wird.
Auch DPV-Präsident Michael Dörhöfer berichtete aus dem Umfeld des Teams von viel Zuspruch, Verständnis für den Druck und motivierenden Worten erfahrener Spieler. Gerade für eine Mannschaft, die erstmals an dieser Serie teilnimmt, sind solche Erfahrungen sehr wertvoll.
Der Knoten wird platzen!
Natürlich bleibt nach zwei Etappen auch die sportliche Realität: Deutschland steht in der Gesamtwertung aktuell bei zwei Punkten und wartet weiter auf den ersten Sieg beim Masters de Pétanque. Doch wer die beiden Partien in Saint-Gilles-Croix-de-Vie gesehen hat, dürfte vor allem eines mitnehmen: Dieses Team ist nah dran.
Gegen Les Étoiles du Sud und die Équipe Doerr fehlten nur wenige Kugeln, um sich für starke Leistungen zu belohnen. Genau solche Partien können im weiteren Verlauf der Serie Mut machen. Das deutsche Team hat gezeigt, dass es nicht nur mitspielen, sondern Topteams ernsthaft unter Druck setzen kann.
Der Support aus Deutschland bleibt dabei ein wichtiger Faktor. Schon die erste Etappe hatte gezeigt, wie groß das Interesse an dieser historischen Teilnahme ist. Viele Menschen aus der deutschen Pétanque-Szene fiebern mit, verfolgen die Ergebnisse oder die Live-Ticker auf
DPV-Facebook, schauen Livestreams und schicken dem Team Rückhalt. Diese Unterstützung ist angekommen – und sie bleibt wichtig!
Alle Ergebnisse der 2. Etappe in Saint-Gilles-Croix-de-Vie
Poule-Runde 1:
Poule A
Les Étoiles du Sud – Équipe Allemagne 13:11
Équipe Rocher – Équipe Doerr 13:4
Poule B
Dream Team – Lokales Team 13:2
Équipe Bonetto – Équipe Zigler 13:6
Poule-Runde 2:
Poule A
Les Étoiles du Sud – Équipe Rocher 13:3
Équipe Doerr – Équipe Allemagne 13:11
Poule B
Dream Team – Équipe Bonetto 5:13
Équipe Zigler – Lokales Team 13:2
Barrages:
Poule A
Équipe Doerr – Équipe Rocher 9:13
Poule B
Dream Team – Équipe Zigler 5:13
Halbfinals:
Équipe Bonetto – Équipe Rocher 9:13
Les Étoiles du Sud – Équipe Zigler 0:13
Finale:
Équipe Rocher – Équipe Zigler 13:8
Damit gewann die Équipe Rocher die zweite Etappe des Masters de Pétanque 2026. Die Équipe Zigler erreichte wie bereits bei der Auftaktetappe das Finale und sammelt weiter wichtige Punkte für die Gesamtwertung. An der Tabellenspitze bleiben weiterhin die Étoiles du Sud, doch nach der 2. Etappe ist es deutlich enger geworden. Auch für die deutsche Équipe ist im Rennen um das Final Four theoretisch noch lange nichts verloren – auf den geteilten 4. Platz fehlen weiterhin „nur“ 7 Punkte.
Gesamtwertung nach der 2. Etappe
1. Les Étoiles du Sud – 18 Punkte
2. Équipe Zigler – 17 Punkte
-. Équipe Rocher – 17 Punkte
4.Équipe Bonetto – 9 Punkte
-. Équipe Doerr – 9 Punkte
6. Dream Team – 4 Punkte
7. Équipe Allemagne – 2 Punkte
Die Etappen 2026
- 3./4. Juni – Romans-sur-Isère (26)
- 24./25. Juni – Saint-Gilles-Croix-de-Vie (85)
- 15./16. Juli – Montluçon (03)
- 22./23. Juli – Saint-Étienne (42)
- 4./5. August – Santa Susanna, Spanien
- 18./19. August – Rognac (13)
- 26./27. August – Nevers (58)
Final Four 6./7. September
Ausblick: Montluçon und Saint-Étienne
Für die deutsche Équipe geht es im Juli mit zwei weiteren Etappen weiter. Die dritte Etappe findet am 15. und 16. Juli in Montluçon statt, die vierte Etappe folgt bereits am 22. und 23. Juli in Saint-Étienne.
Bei diesen beiden Etappen wird sich die deutsche Formation verändern: Moritz Rosik kehrt ins Team zurück, Daniel Reichert wird nicht dabei sein. Für Deutschland werden damit Matthias Laukart, Tobias Müller und Moritz Rosik antreten.
Die nächsten Auftritte bieten direkt die nächste Chance, den ersten deutschen Sieg beim Masters de Pétanque einzufahren. Nach den beiden knappen Niederlagen in Saint-Gilles-Croix-de-Vie darf das Team mit erhobenem Kopf weiterziehen. Der Knoten ist noch nicht geplatzt – aber er wackelt gewaltig.
Ganz Pétanque-Deutschland darf weiter stolz auf diese historische Teilnahme sein, anfeuern und mitfiebern!
Allez Matze, Tobse, Moritz und Daniel – Allez Deutschland!
