Drei Mal Bronze – Rückblick auf die EM Juniors & Espoirs 2026 in Loutraki

Vier intensive Wettkampftage im SPORTCAMP Loutraki liegen hinter der deutschen Nachwuchsdelegation. Acht Europameistertitel wurden bei den Juniors und Espoirs im Triplette und Tir de précision vergeben – und dreimal standen am Ende auch deutsche Sportler*innen auf dem Podium.

Maria Hein gewann Bronze im Tir de précision der Juniors Mädchen. Maya Gwenner, Maria Hein, Alina Kettner und Anna Timmer sicherten sich Bronze im Triplette. Und auch die Titelverteidigerinnen Ella Koch, Tatjana Löffler, Mercedes Strokosch und Annika Heine beendeten die Europameisterschaft der Espoirs Frauen auf dem dritten Platz.

Bemerkenswert war aber auch die Breite des deutschen Abschneidens: Alle vier Triplettes überstanden die fünf Runden im Schweizer System und qualifizierten sich für die KO-Runde der besten acht Nationen. Dario Kraleski und Tatjana Löffler erreichten zusätzlich das Viertelfinale im Tir de précision.

Hinter den nackten Resultaten liegen vier lange Tage voller Comebacks, knapper Entscheidungen, großer Emotionen und einiger Abschiede. Wir blicken noch einmal ausführlich auf alle acht Wettbewerbe zurück.

Juniors Mädchen

Anna Timmer, Maya Gwenner, Coach Leon Gotha, Alina Kettner und Maria Hein

Tir de précision

Gold: Rita Bukodi 🇭🇺

Silber: Sedanur Öksüz 🇹🇷

Bronze: Maria Hein 🇩🇪 und Kendra Quetin 🇧🇪

Schon in der Vorrunde zeigte Maria Hein, dass mit ihr erneut zu rechnen sein würde. Mit 22 Punkten belegte sie den dritten Platz und qualifizierte sich damit direkt für das Viertelfinale. Dort wartete ein echtes Duell der Weltmeisterinnen. Auf der anderen Seite stand die Französin Kimberley Bousch, die erst im Sommer in Santa Susanna Weltmeisterin im Tir de précision mixte geworden war. Maria Hein hatte denselben Titel bereits 2025 in Isla Cristina gemeinsam mit Tobias Moritz gewonnen.

Das Viertelfinale hielt, was die Konstellation versprach. Maria Hein geriet zunächst in Rückstand, kämpfte sich aber zurück und entschied einen hochklassigen Durchgang schließlich mit 31:25 für sich. Bronze war damit bereits sicher.

Am finalen Dienstag wartete im Halbfinale Sedanur Öksüz aus der Türkei – und es sollte noch dramatischer werden. Die Führung wechselte mehrfach. Vor dem abschließenden Atelier auf das Cochonnet lag Maria mit 18:23 fünf Punkte zurück.

Sedanur Öksüz traf das Cochonnet aus sechs Metern – Maria Hein ebenfalls. Auf sieben Metern ließ die Türkin aus, die Deutsche nutzte die Chance und glich aus. Auf acht Metern verfehlten beide. Dann die neun Meter: Öksüz holte das Cochonnet heraus. Maria Hein stand nun mit dem Rücken zur Wand. Nur ein eigener Treffer konnte noch das Stechen erzwingen.

Und Maria traf! Wie schon bei ihrem Weltmeistertitel in Isla Cristina bewies sie im entscheidenden Moment Nervenstärke. 33:33 – Stechen auf sieben Metern. Dort erwies sich Sedanur Öksüz allerdings als außergewöhnlich stark. Insgesamt sieben ihrer neun Versuche auf sieben Meter traf die Türkin während dieses Halbfinals. Im Stechen setzte sie sich schließlich durch und zog mit 42:36 ins EM-Finale ein.

Für Maria Hein blieb die Bronzemedaille – nach einem Turnier, in dem sie einmal mehr zeigte, dass sie auf internationaler Bühne auch unter höchstem Druck bestehen kann. Im Finale entwickelte sich anschließend erneut eine enge Partie. Etwas überraschend setzte sich die Ungarin Rita Bukodi mit 33:31 gegen Sedanur Öksüz durch und sorgte damit für einen historischen Erfolg: die erste Goldmedaille überhaupt für den ungarischen Pétanque-Verband bei einer Europameisterschaft.

Triplette

Gold: Türkiye 🇹🇷

Silber: Spanien 🇪🇸

Bronze: Belgien 🇧🇪 und Deutschland 🇩🇪

Der Weg der deutschen Juniors Mädchen auf das Podium war alles andere als geradlinig. Zum Auftakt kassierte Deutschland eine 7:13-Niederlage gegen die Türkei. Anschließend ging auch die Partie gegen die Gastgeberinnen aus Griechenland mit 6:13 verloren.

0:2 nach zwei Runden – plötzlich stand die deutsche Équipe massiv unter Druck. In der Mittagspause rauften sich Maya Gwenner, Maria Hein, Alina Kettner und Anna Timmer gemeinsam mit Coach Leon Gotha noch einmal zusammen. Von nun an hatte praktisch jede Partie KO-Charakter.

Auch gegen die Schweiz sah es zunächst alles andere als gut aus. Deutschland geriet mit 2:7 in Rückstand – doch diesmal kippte die Partie. Das Team kämpfte sich zurück und gewann noch mit 13:8.

Es folgten zwei weitere Siege gegen Dänemark und Monaco. Aus dem Fehlstart wurde eine Bilanz von 3:2 – und als Achter der Vorrunde schaffte Deutschland tatsächlich noch den Sprung in die Championship. Dort wartete ausgerechnet das bis dahin ungeschlagene Frankreich.

0:7 – 13:7: Das Spiel dieser EM

Nach vier Aufnahmen schienen die Favoritinnen aus Frankreich ihrer Rolle gerecht zu werden. Deutschland lag verdient mit 0:7 zurück. Doch was danach passierte, wurde zu einem der großen deutschen Momente dieser Europameisterschaft.

Die vier deutschen Spielerinnen drehten auf und übernahmen die Partie vollständig. Aufnahme für Aufnahme wanderte der Spielstand in Richtung Deutschland. Frankreich erzielte keinen einzigen Punkt mehr. Aus 0:7 wurde 13:7.

Deutschland stand im EM-Halbfinale – und hatte eine Medaille sicher.

Nach einer kurzen Pause wartete erneut die Türkei. Bereits das Auftaktspiel hatte Deutschland gegen dieses Team verloren – diesmal fiel das Ergebnis noch deutlicher aus. Die Türkinnen überzeugten sowohl im Legen als auch im Schießen und ließen der deutschen Équipe kaum Möglichkeiten. Mit 13:1 zog die Türkei verdient ins Finale ein. Für Deutschland bedeutete das EM-Bronze.

Das Finale entwickelte sich anschließend zu einem echten Krimi. Spanien führte zwischenzeitlich mit 7:3 und hatte später selbst Möglichkeiten, den Titelgewinn perfekt zu machen. Doch die türkische Mannschaft blieb nervenstark und setzte sich nach fast zweieinhalb Stunden mit 13:11 durch.

Bemerkenswert: Die Türkei bestritt das gesamte Turnier nur zu dritt. Sedanur Öksüz, Aysenur Korkmaz und Yagmur Tosun bildeten gemeinsam mit Coach Mustafa Sentürk eine beeindruckend geschlossene Einheit. Vor nahezu jeder Kugel wurde abgeklatscht, angefeuert und gemeinsam beraten.

Am Ende stand ein verdienter Europameistertitel.

Juniors Jungen

Fabian Spann, Gustav Ebbing, Coach Maurice Racz, Ben Haug und Dario Kraleski

Tir de précision

Gold: Nicolo Dagati 🇮🇹

Silber: Dawson Herlemann 🇫🇷

Bronze: Adrian Arcas Iglesias 🇪🇸 und Joseph Gimenez 🇲🇨

Dario Kraleski erwischte am Samstag einen starken Einstieg in die Europameisterschaft. Mit 35 Punkten erzielte er den deutschen Highscore der Vorrunde und belegte damit den vierten Platz. Ganz vorne setzte allerdings bereits früh ein anderer ein Ausrufezeichen: Der frischgebackene Tir-de-précision-Weltmeister Dawson Herlemann erzielte herausragende 59 Punkte. Kein Tireur sollte dieses Ergebnis im weiteren Verlauf der Nachwuchs-EM noch übertreffen.

Für Dario ging es im Viertelfinale gegen den Spanier Adrian Arcas Iglesias. Der Deutsche startete stark in das erste Atelier. Im zweiten folgte ein vermeintlicher Fünfer, der vom Schiedsrichter aufgrund einer leichten Berührung der Sau nicht gegeben wurde. Dario verlor anschließend etwas den Rhythmus und fand nicht mehr vollständig in seinen Durchgang zurück.

Auch Adrian Arcas Iglesias erreichte nicht sein Vorrundenniveau, setzte sich letztlich aber mit 19:12 durch. Dario Kraleski beendete damit einen stark besetzten Wettbewerb auf dem geteilten fünften Platz.

Wie hoch das Niveau bei den Juniors Jungen war, zeigte spätestens das Finale. Topfavorit Dawson Herlemann brachte noch einmal hervorragende 47 Punkte auf das Tableau – doch selbst das reichte nicht.

Der Italiener Nicolo Dagati erwischte einen überragenden Durchgang und schoss unglaubliche 58 Punkte. Mit einer echten Weltklasseleistung krönte sich Dagati damit zum Europameister im Tir de précision der Juniors Jungen.

Triplette

Gold: Frankreich 🇫🇷

Silber: Italien 🇮🇹

Bronze: Schweiz 🇨🇭 und Spanien 🇪🇸

Auch bei den Juniors Jungen verlief der Weg in die KO-Runde alles andere als geradlinig. Gustav Ebbing, Ben Haug, Dario Kraleski und Fabian Spann erlebten in den fünf Vorrunden einige Höhen und Tiefen – zeigten dabei aber immer wieder, wie viel Spielfreude und Teamgeist in dieser Équipe steckte.
Zum Auftakt durfte Deutschland direkt auf dem Carré d’Honneur antreten. Gegen Belgien fand das Team allerdings noch nicht richtig in die Europameisterschaft und musste sich mit 4:13 geschlagen geben.
Umso wichtiger war die Reaktion in Runde zwei gegen die Slowakei. Die Begegnung entwickelte sich zu einer engen und umkämpften Partie, in der Deutschland in den Zusatzaufnahmen mit einigen starken Kugeln genau im richtigen Moment den erhofften Schwung fand und sich den ersten Sieg dieser Europameisterschaft erkämpfte.

Nach der Mittagspause folgte allerdings der nächste Rückschlag. Gegen Dänemark gelang es der deutschen Équipe nicht, an die vorherige Partie anzuknüpfen – und plötzlich stand das Team vor den letzten beiden Vorrunden bereits gehörig unter Druck.

Deutschland präsentierte sich in den letzten beiden Vorrunden wieder deutlich selbstbewusster und geschlossen.
Zunächst gelang der wichtige Sieg gegen die Ukraine. Anschließend musste auch Monaco bezwungen werden, um die Chance auf ein Weiterkommen am Leben zu halten.
Und auch diese Aufgabe meisterten die deutschen Juniors.

Mit drei Siegen aus fünf Partien schob sich Deutschland noch auf Rang acht der Vorrunde und erreichte damit das Viertelfinale der Europameisterschaft.
Dort wartete allerdings die bis dahin wohl dominanteste Mannschaft des gesamten Turniers.
Frankreich hatte seine fünf Vorrundenpartien allesamt gewonnen und dabei insgesamt gerade einmal elf Gegenpunkte zugelassen.

Die deutsche Mannschaft versuchte noch einmal alles, fand gegen die enorme Qualität der Franzosen an diesem Nachmittag jedoch kaum Mittel. Frankreich spielte nahezu fehlerfrei, übernahm von Beginn an die Kontrolle und setzte sich am Ende verdient mit 13:0 durch.

Damit endete die Europameisterschaft für Gustav Ebbing, Ben Haug, Dario Kraleski und Fabian Spann auf dem geteilten fünften Platz.
Auch wenn im Viertelfinale nichts mehr zu holen war, darf die Équipe mit einem positiven Eindruck aus Loutraki abreisen. Nach dem schwierigen Turnierstart und dem Rückschlag gegen Dänemark kämpfte sich das Team gemeinsam zurück, gewann die entscheidenden beiden Vorrundenpartien und erreichte verdient die Runde der besten acht Mannschaften Europas.
Besonders die Spielfreude, der Zusammenhalt und die Emotionen innerhalb der jungen Mannschaft bleiben dabei in Erinnerung.
Und wie außergewöhnlich stark der Viertelfinalgegner tatsächlich war, zeigte sich anschließend eindrucksvoll.

Im Halbfinale ließ Frankreich gegen Spanien direkt das nächste 13:0 folgen. Erst Italien konnte den französischen Lauf im Finale zumindest etwas bremsen – doch auch dort setzte sich Frankreich am Ende souverän mit 13:5 durch.
Léo Parraud, Sacha Jacquet, Dawson Herlemann und Pierre Metreau gewannen damit alle acht Partien dieser Europameisterschaft. Über das gesamte Turnier hinweg ließ die französische Équipe ihren Gegnern lediglich 16 Punkte.
Eine beeindruckende Bilanz – und ein hochverdienter Europameistertitel für Frankreich.

Espoirs Frauen

Annika Heine, Mercedes Strokosch, Coach Marco Kowalski, Tatjana Löffler und Ella Koch

Tir de précision

Gold: Selamet Kesli 🇹🇷

Silber: Kim van Gellekom 🇳🇱

Bronze: Kata Borbála Wágner 🇭🇺 und Alba Valiente Quereda 🇪🇸

Als erste deutsche Tireurin war Tatjana Löffler am Samstagmorgen gefordert – und legte gut vor. Mit starken 29 Punkten belegte sie in der Vorrunde den vierten Rang und qualifizierte sich damit direkt für das Viertelfinale.

Dort wartete die Türkin Selamet Kesli, die bereits im Repêchage mit 42 Punkten auf sich aufmerksam gemacht hatte. Im direkten Duell hatten beide insbesondere in den mittleren Ateliers Probleme, ihr bestes Niveau abzurufen. Am Ende setzte sich Kesli mit 18:12 durch.

Für Tatjana bedeutete dies den geteilten fünften Platz bei ihrer Europameisterschaft im Tir de précision.

Kesli steigerte sich anschließend weiter. Im Halbfinale bezwang sie die Ungarin Kata Borbála Wágner und zeigte auch im Finale gegen Kim van Gellekom aus den Niederlanden noch einmal ihre Klasse. Mit starken 40 Punkten sicherte sich Selamet Kesli erstmals den Europameistertitel.

Triplette

Gold: Frankreich 🇫🇷

Silber: Schweden 🇸🇪

Bronze: Deutschland 🇩🇪 und Niederlande 🇳🇱

Die deutschen Espoirs Frauen gingen mit einer besonderen Rolle in dieses Turnier: Deutschland war Titelverteidiger. Mercedes Strokosch und Ella Koch hatten bereits 2025 in Benejúzar zur Europameistermannschaft gehört. In Loutraki bildeten sie gemeinsam mit Tatjana Löffler und Annika Heine die deutsche Équipe. Und die vier spielten erneut eine starke Vorrunde.

Vier der fünf Begegnungen gewann Deutschland. Lediglich gegen Frankreich musste in der dritten Runde eine deutliche Niederlage verkraftet werden.

Mit einer 4:1-Bilanz belegte Deutschland nach der Vorrunde den zweiten Platz und zog damit direkt ins Halbfinale ein. Dort gab es ein Wiedersehen mit dem Auftaktgegner Schweden. Am Sonntagmorgen hatte Deutschland diese Begegnung noch mit 13:4 gewonnen.

Auf dem Carré d’Honneur entwickelte sich diesmal allerdings eine andere Partie. Beide Mannschaften blieben über längere Phasen unter dem Niveau, das sie zuvor im Turnier gezeigt hatten. Deutschland führte zunächst mit 6:5, geriet anschließend aber deutlich ins Hintertreffen.

Beim Stand von 6:12 bäumte sich die deutsche Équipe noch einmal auf und verkürzte auf 9:12. Doch Schweden ließ sich den Finaleinzug nicht mehr nehmen. 9:13 – die Titelverteidigung war beendet.

Entsprechend groß war zunächst die Enttäuschung. Trotzdem bedeutete der Halbfinaleinzug die fünfte EM-Medaille in Folge für Deutschlands Espoirs Frauen.

Im Finale bestätigten die Schwedinnen zunächst ihre starke Leistung. Gegen die favorisierten Französinnen führten sie verdient mit 8:4. Doch Frankreich arbeitete sich zurück in die Partie, drehte das Endspiel und setzte sich schließlich mit 13:9 durch. Damit ging der Europameistertitel an Kaylie Victoor Demeter, Dorine Mesmin, Kimberley Miclo und Camille Picard.

Espoirs Herren

Leander Becker, Oskar Fitz, Coach Pascal Verbregue, Tobias Moritz und Finn Ochsenreither

Tir de précision

Gold: Kamil Yalcin 🇹🇷

Silber: Aaron Gonzalez 🇪🇸

Bronze: Moreno Gomez 🇲🇨 und Tim Duvenfelt 🇸🇪

Bei den Espoirs Männern lagen die Ergebnisse der Vorrunde besonders dicht beieinander. Oskar Fitz erzielte ordentliche 29 Punkte. Sechs Zähler fehlten ihm zum direkten Einzug in das Viertelfinale. Damit erhielt der Deutsche in der Repêchage noch eine zweite Chance.

Dort konnte Oskar seine Leistung allerdings nicht wie erhofft steigern. Mit weiteren 25 Punkten schied er aus dem Wettbewerb aus und belegte am Ende Platz 13. In der anschließenden KO-Phase erwischte es früh einen der großen Favoriten: Titelverteidiger und Espoirs-Europarekordhalter Titouan Olivier aus Frankreich musste sich im Viertelfinale nach einem Stechen dem starken Schweden Tim Duvenfelt geschlagen geben. Duvenfelt wiederum zog im Halbfinale gegen Kamil Yalcin knapp den Kürzeren. Im anderen Halbfinale setzte sich der Spanier Aaron Gonzalez gegen den Silbermedaillengewinner des Vorjahres, Moreno Gomez aus Monaco, durch.

Auch das Finale blieb lange spannend. Erst im fünften Atelier konnte sich Yalcin entscheidend absetzen. Mit 47:36 gewann Kamil Yalcin den Europameistertitel für die Türkei.

Damit stand bereits fest, was sich durch die gesamte EM gezogen hatte: Die türkische Delegation erlebte herausragende Tage in Loutraki. Drei Gold- und eine Silbermedaille machten Türkiye am Ende zur erfolgreichsten Nation der Europameisterschaften der Juniors und Espoirs. Gratulation an eine starke türkische Delegation!

Triplette

Gold: Spanien 🇪🇸

Silber: Monaco 🇲🇨

Bronze: Frankreich 🇫🇷 und Italien 🇮🇹

Bei den Espoirs Männern verlief die Vorrunde wechselhaft. Zum Auftakt gegen die Schweiz gelang Deutschland ein souveräner Sieg. In Runde zwei wartete mit Spanien bereits eine der stärksten Mannschaften des gesamten Turniers – und gegen die übermächtigen Spanier war an diesem Vormittag wenig zu holen.

Gegen Lettland folgte mit 13:4 die passende Antwort. Auch gegen Italien sah zunächst alles nach einem deutschen Sieg aus. Bei einer 9:2-Führung hatte die Équipe die Partie eigentlich unter Kontrolle. Doch Deutschland verlor den Faden, traf einige taktische Entscheidungen, die sich im weiteren Verlauf rächten, und Italien nutzte seine Chance eiskalt. In der Zusatzaufnahme setzte sich die italienische Mannschaft noch mit 13:10 durch.

Damit musste im letzten Vorrundenspiel gegen ein starkes Tschechien ein Sieg her. Bei untergehender Sonne gelang der erhoffte Befreiungsschlag: 13:8 für Deutschland. Mit einer Bilanz von 3:2 qualifizierten sich die Espoirs Männer als Vorrundensechster für die Championship.

Am folgenden Tag wartete erneut Italien. Die deutsche Équipe ging durchaus zuversichtlich in die Partie. Schließlich hatte der Vortag gezeigt, dass dieser Gegner schlagbar war. Doch im Viertelfinale wollte es nicht richtig rund laufen. Deutschland agierte zeitweise etwas zu defensiv, während die Italiener insbesondere im Schießen viel Qualität auf den Platz brachten.

Weil Italien mehrere Möglichkeiten liegen ließ, blieb die Partie trotzdem lange offen. Beim Stand von 7:8 folgte jedoch die entscheidende Aufnahme. Italien nutzte seine Chance diesmal konsequent: drei Carreaux, fünf Punkte – Spiel vorbei. Deutschland unterlag mit 7:13 und belegte damit – genau wie bereits 2025 – den fünften Platz bei der Espoirs-EM.

Italien scheiterte anschließend knapp an Monaco. Auf der anderen Seite des Tableaus beendete Spanien mit einem deutlichen 13:6 gegen die französischen Titelverteidiger deren Regentschaft. Und im Endspiel ließ Spanien keinen Zweifel mehr aufkommen. 13:0 gegen Monaco.

Ein dominanter Abschluss eines beeindruckenden Turniers. Über acht Begegnungen hinweg ließ die spanische Équipe insgesamt lediglich 18 Gegenpunkte zu. Raul Martínez, Aaron González, Manel Luque und Sergi Ruiz krönten sich damit hochverdient zu den neuen Europameistern der Espoirs Männer.

Drei Medaillenerfolge – aber diese EM war mehr als Ergebnisse

Am Ende stehen für Deutschland drei Bronzeplatzierungen in den Ergebnislisten. Maria Hein im Tir de précision der Juniors Mädchen.

Maya Gwenner, Maria Hein, Alina Kettner und Anna Timmer im Triplette.

Ella Koch, Tatjana Löffler, Mercedes Strokosch und Annika Heine im Triplette der Espoirs Frauen.

Dazu erreichten alle vier deutschen Triplettes die Championship und damit mindestens die besten acht Europas. Tatjana Löffler und Dario Kraleski standen zusätzlich im Viertelfinale des Tir de précision.

Doch spätestens beim Abschlussmeeting am Dienstagabend wurde deutlich, dass diese Europameisterschaft für die deutsche Delegation nicht nur aus Platzierungen bestand.

Eine Delegation, die zusammenstand

29 Mitglieder*innen umfasste die deutsche Delegation bei dieser Europameisterschaft – Spieler*innen, Coaches, Chef d’Équipes, Betreuung, Sportdirektion, Rehabilitation und Kommunikation.

Vom ersten gemeinsamen Einspielen bis zur Siegerehrung am Dienstagabend war ein außergewöhnlicher Teamspirit zu spüren. Die Mannschaften unterstützten sich gegenseitig. Wer gerade nicht selbst spielte, stand an den Bahnen und feuerte die anderen an. Siege wurden gemeinsam gefeiert, Niederlagen gemeinsam aufgefangen.

Auch die vier Coaches hoben diesen Zusammenhalt beim abschließenden Meeting ausdrücklich hervor. Und dann flossen noch einmal einige Tränen. Für mehrere Spieler*innen war Loutraki die letzte Europameisterschaft in ihrer bisherigen Altersklasse.

Leander Becker, Tatjana Löffler und Finn Ochsenreither verlassen altersbedingt die Espoirs. Gleichzeitig endet für einige Juniors ihre Zeit in der Jugendklasse: Unter anderem Maria Hein, Dario Kraleski und Maya Gwenner werden künftig bei den Espoirs antreten. Doch die emotionalsten Momente des Abschlussabends gehörten zwei anderen.

Abschied von Leon Gotha und Maurice Racz

Die beiden Juniors-Coaches Leon Gotha und Maurice Racz verkündeten ihren Abschied als Jugendtrainer der dpj.

Beide hatten 2024 gemeinsam als Coaches der Juniors begonnen und die deutschen Nachwuchsspieler*innen seitdem auf zahlreichen Lehrgängen, Turnieren, nationalen Nachwuchsveranstaltungen und internationalen Meisterschaften begleitet. Dabei hatten Leon Gotha und Maurice Racz den Weg selbst zuvor auf der anderen Seite kennengelernt: Beide durchliefen als Spieler die Jugend- und Espoirskader der dpj.

In ihrer Zeit als Coaches folgten zahlreiche Erlebnisse und internationale Erfolge. Herausragend bleibt dabei natürlich die erste deutsche WM-Goldmedaille bei einer Juniors-Weltmeisterschaft, die Maria Hein und Tobias Moritz 2025 in Isla Cristina im Tir de précision mixte gewannen.

Aber mindestens ebenso wichtig sind die vielen Stunden abseits der großen Medaillenmomente: Trainingstage, stundenlange Gespräche, Turnierfahrten, Niederlagen, Comebacks und die Entwicklung einer neuen Generation deutscher Nachwuchsspieler*innen. In Loutraki ging dieses Kapitel nun zu Ende.

Leon Gotha und Maurice Racz haben in den vergangenen Jahren eindrucksvoll ihre Spuren in der dpj hinterlassen!

Der Deutsche Pétanque-Verband und die Deutsche Pétanque Jugend werden sich nach der Europameisterschaft noch einmal in einem gesonderten Beitrag ausführlich von beiden bedanken.


Fliegender Wechsel in Loutraki – jetzt kommen die Frauen

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt im SPORTCAMP Loutraki nicht. Während die Juniors und Espoirs am Mittwoch die Heimreise antreten, ist die deutsche Frauen-Équipe bereits in Griechenland angekommen.

Celine Grauer, Silvana Lichte, Gina Müller und Julia Reimers kämpfen gemeinsam mit Nationaltrainerin Lara Koch ab Donnerstag um die nächsten Europameistertitel für Deutschland. Im Tir de précision startet Silvana Lichte.

Die Frauen-Europameisterschaft findet vom 8. bis 11. Oktober ebenfalls im SPORTCAMP Loutraki statt.

Auch innerhalb der Delegation findet damit ein fliegender Wechsel statt. In Loutraki bleiben DPV-Sportdirektor Sebastian Lechner, Chef d’Équipe Karl-Josef Flühr, Übungsleiterin für Rehabilitation Johanna Stolze sowie Robin Wendeler aus dem DPV-Kommunikationsteam. Für die Frauen-EM wird das Kommunikationsteam ab Donnerstag zusätzlich erstmals international durch Matthias Karczewski unterstützt.

Auch die Frauen-Europameisterschaft begleitet der DPV wieder ausführlich mit Website-Berichterstattung, Social Media und Livestreams direkt aus Loutraki.

Die deutsche Frauen-Équipe: Coach Lara Koch, Silvana Lichte, Gina Müller, Celine Grauer und Julia Reimers
Zeitplan der Frauen-EM 2026

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an das Kommunikationsteam der niederländischen Delegation um JP Brands und Roby van Rooijen (Petanque Live), das dem DPV zahlreiche zusätzliche Fotos der Europameisterschaft zur Verfügung gestellt hat.

Vier intensive Tage sind vorbei. Drei deutsche Medaillenerfolge bleiben – aber ebenso viele Erinnerungen, die in keiner Ergebnisliste stehen. Und in Loutraki geht es morgen schon weiter.

Allez Deutschland – Allez dpj – Allez DPV!

Impressionen vom Schlusstag