Vorschau Masters de Pétanque 2026: Deutschland vor historischer Premiere
von Robin Wendeler · Veröffentlicht · Aktualisiert
Große Masters-Vorschau: Modus, Teams, Etappen und Übertragungen
Der Countdown läuft: Am 3. und 4. Juni startet in Romans-sur-Isère die erste Etappe des Masters de Pétanque 2026 – und aus deutscher Sicht wird diese Saison historisch. Erstmals überhaupt ist eine deutsche Mannschaft bei einer der prestigeträchtigsten internationalen Turnierserien im Pétanque vertreten.
Mit Matthias „Matze“ Laukart, Tobias „Tobse“ Müller, Daniel Reichert und Moritz Rosik gehen die amtierenden Europameister 2025 für Deutschland an den Start. Nach den herausragenden Leistungen des vergangenen Jahres, unter anderem mit dem EM-Titel in Santa Susanna, wartet nun die nächste große Bühne.
Laut Tobias Müller ist die Teilnahme „eine große Ehre für alle vier Spieler“. Dass die offizielle Bekanntgabe so lange auf sich warten ließ, machte die Vorbereitungszeit für das Team allerdings nicht einfacher: „Das Schlimmste in der Vorbereitung war, jeden Tag über Wochen auf die Veröffentlichung zu warten – und dann kam trotzdem sofort Gänsehaut.“
Was ist das Masters de Pétanque?
Das Masters de Pétanque gehört seit vielen Jahren zu den bedeutendsten Turnierserien des internationalen Pétanque-Sports. Über mehrere Etappen hinweg treffen dort absolute Weltklassespieler, Nationalteams und internationale Top-Équipes aufeinander. Die
offizielle Masters-Website beschreibt die Serie als einen der am stärksten besetzten Wettbewerbe der Welt, mit mehreren tausend Zuschauer*innen pro Etappe und hoher medialer Präsenz.
Für Aktive ist eine Einladung zu den Masters eine besondere Auszeichnung. Weltmeister, Europameister, französische Meister und einige der größten Namen unseres Sports standen dort bereits auf den Carrés. Für Deutschland ist die Teilnahme deshalb weit mehr als nur ein weiteres Turnier – sie ist ein sichtbares Zeichen für die internationale Entwicklung des deutschen Pétanque.
Neue sportliche Formel: Schluss mit direktem KO-Modus
Zur Saison 2026 präsentiert sich das Masters de Pétanque mit einer neuen sportlichen Formel. Der bisherige strikte KO-Modus wurde abgeschafft. Stattdessen wird auf jeder Etappe nun zunächst ein Poule-System gespielt: zwei Poules mit jeweils vier Teams, dazu Halbfinale und Finale. Die Organisatoren selbst formulierten die Neuerung deutlich: „Fini les éliminations directes“ – Schluss mit der direkten Eliminierung.
Pro Etappe treten insgesamt acht Teams an:
- die sieben festen Masters-Équipes
- plus ein lokales Gastgeber-Team der jeweiligen Etappenstadt
Jede Mannschaft bestreitet nach aktuellem Stand zunächst zwei Begegnungen in ihrem Poule, bevor es – bei erfolgreichem Abschneiden – ins Halbfinale und anschließend ins Finale geht. Nach allen Etappen qualifizieren sich die vier punktbesten Formationen für das Final Four.
Gerade aus deutscher Sicht ist der neue Modus spannend: Die deutsche Équipe bekommt dadurch auf jeder Etappe mehr Spielpraxis gegen internationale Topteams – und die Fans dürfen sich auf viele Auftritte unserer Spieler freuen. Fest steht: Über die Etappen hinweg werden Punkte für die Gesamtwertung gesammelt, und die vier besten Formationen qualifizieren sich für das Final Four. Die exakte Punktevergabe für 2026 wurde bislang noch nicht abschließend veröffentlicht und wird ergänzt, sobald sie offiziell vorliegt.
Die sieben festen Masters-Équipes 2026
Das Teilnehmerfeld des Masters de Pétanque 2026 ist hochkarätig besetzt. Neben Deutschland sind zahlreiche absolute Weltklassespieler und große Namen der internationalen Pétanque-Szene vertreten.
Équipe Bonetto (Titelverteidiger)
- Mickaël Bonetto
- Christophe Sarrio
- Ludovic Montoro
- Yohan Cousin
Équipe „Dream Team“
- Henri Lacroix
- Philippe Suchaud
- Philippe Quintais
- Laurent Matraglia
Équipe Rocher
- Dylan Rocher
- Stéphane Robineau
- Diego Rizzi
- Jean-Michel Puccinelli
Équipe Doerr
- Ligan Doerr
- Christian Andriantseheno
- Baldwin Magny
- Sébastien Rousseau
Équipe Zigler
- Maison Durk
- Nelson Zigler
- Elie Benmergui
- Mayron Baudino
Équipe Allemagne
- Matthias Laukart
- Tobias Müller
- Daniel Reichert
- Moritz Rosik
„Les Étoiles du Sud“
- Jean François Daniel Rakotondrainibe „Zigle“
- Yves Sedrick Rakotoarisoa
- Fara N’Diaye
- Marcel Gbetable
Schon diese Übersicht zeigt, welche sportliche Herausforderung auf die deutsche Mannschaft wartet. Namen wie Rocher, Rizzi, Lacroix, Suchaud, Quintais, Bonetto, Sarrio oder Montoro stehen seit Jahren für Pétanque auf absolutem Weltklasseniveau.
Erste Etappe in Romans-sur-Isère
Die erste Etappe findet am 3. und 4. Juni in Romans-sur-Isère statt. Die Auslosung wurde live bei TV Monaco durchgeführt.
Poule A
- Équipe Doerr
- Romans-sur-Isère
- Équipe Rocher
- „Dream Team“
Poule B
- Équipe Allemagne
- Équipe Zigler
- „Les Étoiles du Sud“
- Équipe Bonetto
Damit wartet auf Deutschland direkt zum Auftakt ein anspruchsvolles Programm. Die „Équipe Allemagne“ trifft zunächst auf das Team um Nelson Zigler, im gleichen Poule kommt es außerdem zum Duell zwischen „Les Étoiles du Sud“ und der Équipe Bonetto, dem Team der Titelverteidiger um Bonetto und Montoro.
Neben den sieben festen Masters-Teams ist bei jeder Etappe auch ein lokales Gastgeber-Team dabei. Für Romans-sur-Isère wurde folgendes Team bekanntgegeben:
Équipe Romans-sur-Isère
- Tony Uhlmann
- Émilien Amirault
- Stéphane Garin
- Kapitän: Bruno Le Boursicaud
Mit Bruno Le Boursicaud steht dabei eine echte Pétanque-Legende im Aufgebot. Der langjährige Spieler der Pétanque Romanaise wurde sieben Mal Weltmeister, gewann zwei Titel im Tir de Précision, fünf WM-Titel im Teamwettbewerb und konnte zudem vier Mal das Masters de Pétanque gewinnen. Sportlich ist dieses lokale Team daher keineswegs nur ein Gastgeber zum Auffüllen des Feldes: 2025 gewann diese Mannschaft den Titel des Champion de France des Clubs.
Mehr als nur ein Turnier: Aufwand, Reisen und Unterstützung
So groß die Vorfreude ist, so außergewöhnlich ist auch der Aufwand hinter dieser Teilnahme. Die Masters-Serie findet über mehrere Etappen hinweg statt, viele Termine liegen unter der Woche. Für die Spieler bedeutet das Reisen, Organisation, Urlaubstage, Abstimmungen mit Familien und Arbeitgebern – und eine Vorbereitung, die weit über normales Turniermanagement hinausgeht.
Moritz Rosik brachte dies in seinem öffentlichen Facebook-Statement auf den Punkt: „Unglaublich, aber wahr! Wir sind sehr stolz auf die Einladung, aber ich bin auch sehr stolz auf das Team. Die Einladung kam und wir haben alle vier alles in Bewegung gesetzt, um teilnehmen zu können.“ Dass dafür „24 Tage Urlaub/unbezahlter Urlaub“ und mehrere tausend Kilometer durch Frankreich nötig seien, sei keineswegs selbstverständlich – ebenso wenig die Unterstützung durch Familien und Firmen.
Auch Tobias Müller berichtet von einer intensiven Vorbereitung. Das Team telefoniere täglich miteinander, trainiert werde jeden Tag – „am besten, wenn die Kinder schlafen“. Es sind genau diese Einblicke, die zeigen: Diese historische Teilnahme ist nicht nur sportlich besonders, sondern auch menschlich und organisatorisch eine enorme Leistung.
Sieben Etappen und ein Final Four
Das Masters de Pétanque 2026 wird zunächst über sieben Etappen ausgetragen. Anschließend folgt das Final Four.
Die Etappen 2026
- 3./4. Juni – Romans-sur-Isère (26)
- 24./25. Juni – Saint-Gilles-Croix-de-Vie (85)
- 15./16. Juli – Montluçon (03)
- 22./23. Juli – Saint-Étienne (42)
- 4./5. August – Santa Susanna, Spanien
- 18./19. August – Rognac (13)
- 26./27. August – Nevers (58)
Final Four 6./7. September – Ort wird noch bekanntgegeben
Damit wartet auf die deutsche Mannschaft ein intensiver Pétanque-Sommer mit Reisen durch Frankreich und nach Spanien. Besonders interessant aus deutscher Sicht: In Santa Susanna kehrt das Team an jenen Ort zurück, an dem Deutschland 2025 den Europameistertitel gewinnen konnte.
Historisch: Erstmals Masters Féminin
Das Masters de Pétanque schreibt 2026 noch an anderer Stelle Geschichte: Erstmals wird es ein Masters Féminin geben. Damit rücken auch die besten Spielerinnen stärker in den Mittelpunkt dieser großen internationalen Bühne. Laut den Veranstaltern treten auf jeder Etappe vier Frauen-Doublettes an.
Für die Auftaktetappe in Romans-sur-Isère wurden folgende Doublettes angekündigt:
- Sandrine Poinsot / Aurélie Bories
- Florence Schopp / Emma Picard
- Julie Cardon / Ludivine D’Isidoro
- Romy Ibao / Linda Bakhouche
Die Teams sollen von Etappe zu Etappe wechseln. Dadurch werden im Laufe des Sommers immer wieder neue Doublettes, neue Gesichter und neue Duelle zu sehen sein. Neben internationalen Spitzenspielerinnen sollen auch lokale Teams und besondere Auswahlformationen für zusätzliche Spannung sorgen.
Aus Sicht des Pétanque-Sports ist das ein wichtiger Schritt: Die Masters bieten damit nicht nur den Männern eine große Bühne, sondern setzen auch ein sichtbares Zeichen für das Frauen-Pétanque.
TV, Livestream und YouTube
Medial wird das Masters de Pétanque 2026 breit begleitet. Für deutsche Fans besonders interessant: Die Halbfinals und Finals der Etappen sollen live und kostenlos über die YouTube- und Twitch-Kanäle von RMC Sport verfügbar sein. Zusätzlich kündigen die Veranstalter ein umfangreiches Streaming-Angebot über RMC Sport an.
Auch TV Monaco ist eingebunden und soll die Partien am Donnerstag live übertragen. Nach aktuellen Informationen beginnt die Übertragung der Halbfinals um 13:40 Uhr, das Finale ist gegen 16:30 Uhr vorgesehen. Kommentiert wird bei TV Monaco von Marco Foyot und Tanguy Penin.
Darüber hinaus lohnt sich auch ein Blick auf den offiziellen YouTube-Kanal „Les Masters de Pétanque“. Dort veröffentlichen die Veranstalter offizielle Videos, Teaser, Highlights und weitere Inhalte rund um die Masters-Serie.
Offizieller YouTube-Kanal „Les Masters de Pétanque“
Weitere Uhrzeiten und konkrete Übertragungslinks reichen wir nach, sobald diese offiziell veröffentlicht wurden.
Deutschland vor einer großen Herausforderung – und mit viel Rückenwind
Für die deutsche Mannschaft wird diese Masters-Serie sportlich und organisatorisch eine besondere Herausforderung. Mehrere Etappen unter der Woche, Reisen durch Frankreich und Spanien, Begegnungen gegen absolute Weltklasse-Spieler – all das macht die Teilnahme zu einem außergewöhnlichen Projekt.
Gleichzeitig ist sie eine große Chance. Nach dem Europameistertitel 2025 und den starken internationalen Auftritten der vergangenen Jahre darf sich Deutschland nun regelmäßig mit den größten Namen des Sports messen. Moritz Rosik kann es nicht abwarten: „Jetzt freuen wir uns auf eine unvergessliche Zeit!“
Dass diese historische Teilnahme überhaupt möglich wird, ist dabei nicht selbstverständlich. Neben den Spielern selbst, die Urlaub, unbezahlten Urlaub, lange Reisen und intensive Vorbereitung auf sich nehmen, braucht es auch Unterstützung im Hintergrund: Familien, Arbeitgeber, Vereine, Sponsoren und viele weitere Menschen tragen dazu bei, dass Deutschland bei dieser besonderen Masters-Serie vertreten sein kann.
Auch das Feedback aus der deutschen Pétanque-Szene ist beim Team angekommen. Die Anteilnahme, die vielen Nachrichten und die spürbare Vorfreude zeigen, wie besonders dieser Moment für den deutschen Pétanque-Sport ist. „Tobse“ Müller ist dafür sehr dankbar: „Wir freuen uns über jede Unterstützung. Danke an alle Fans!“
Eines steht schon jetzt fest: Die erste deutsche Teilnahme beim Masters de Pétanque ist ein historischer Meilenstein für den DPV und den deutschen Pétanque-Sport. Wenn am 3. Juni in Romans-sur-Isère die ersten Kugeln rollen, wird sicher ganz Pétanque-Deutschland mitfiebern.
